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3 (1883)
Seite
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60 DIE ALTNORDISCHE LITTERATUR.

Varianten; weitere kritische Bearbeitung konnte nicht stattfinden. Ferner: eine dänische und lateinische Übersetzung;dänische gibt es zwar von dem Jahr 1448 an bis zu der vonH. Paus, welche 1751 erschien, handschriftliche und gedruckte,in Menge, sie sind in der Vorrede angeführt, aber keine davonwar zu gebrauchen. Endlich, ein index vocum et phrasiumrariorum liefert Nachträge zu Biörn Haldorson, der die juristischeSprache in seinem Wörterbuch fast ganz übergangen hat; dieKupfertafeln enthalten Schriftproben der vorzüglichsten Hand-schriften.

Von der Sturlunga-Saga war die erste Abtheilung imJahr 1817 zu Kopenhagen herausgegeben, jetzt (1818) ist mitder zweiten der erste Band vollendet. Sturlünga-Saga earIslendinga-Saga hin mikla. ütgengin ä prent ad tilhlutin hinsislenzka bökmenta felags (die Sage von den Sturlungen oderdie grosse Sage der Isländer. Auf Veranstaltung der islän-dischen Litteratur-Gesellschaft jetzt in Druck gegeben) in 4°.Hiermit ist die Hälfte einer der grössten Sagen gedruckt undzwar, weil die Ausgabe sonst zn kostbar würde und sie zumeistfür Isländer bestimmt ist, diesmal bloss in der Urschrift ohne38 eine Übersetzung ins Dänische oder Lateinische. Sie enthältnämlich eine einigermassen zusammenhängende Geschichte derbürgerlichen Unruhen, welche die vorzüglichsten Geschlechterauf Island entzweiten, in einem Zeitraum von etwa 150 Jahren,indem sie mit dem Jahr 1116 anfängt und mit der freiwilligenUnterwerfung der Insel unter den norwegischen König HagenHagensen im Jahr 1261 endigt. Insofern ist es eine allgemeineSage der Isländer, sie heisst aber auch sehr schicklich Stur-lungen-Sage, weil die Geschichte dieses Geschlechts, welchesdas herrschende und mächtigste war, den Hauptgegenstand derErzählung ausmacht. In ihre historische Wahrheit ist keinZweifel zu setzen, sie übertrifft vielmehr in dieser Hinsicht alleanderen Sagen; doch muss man, wie P.E.Müller bemerkt, zu-gestehen, dass die verwüstenden Kriege der Aristokraten, welchehier beschrieben werden, weniger Theilnahme erregen, als diein den anderen Sagen so lebendig dargestellten Fehden Ein-zelner, wo sich mehr geistige und leibliche Stärke entwickelte.