58 DIE ALTNORDISCHE LITTERATÜR.
heit die Wälder benannt werden und dies nicht, wie er meint,hier eine Nebensache ist; das nordische Myrk-vithr ist unserSchwarzwald, und Skogr lässt sich wohl von skuggi, sky, cr/iaableiten. So rechtfertigt sich auch die Ableitung des lucus vonXuxt) für Xu'yyj, Schatten, welches doch wieder von einem altenXu£, lux, abstammt. Die Gegensätze in den ersten und natür-lichsten Dingen geben oft noch sichtbar die ihnen zu Grundeliegende ungetheilte Einheit zu erkennen; z.B. gleich Ticerqp und[atjttjp, dor. |xat7)p, werden nur mit einem oberflächlichen Scheindurch eine Abstammung von tuccw pasco und [icc'w desideriocomplector (bei Lennep) erklärt, sie haben ohne Zweifel einegemeinschaftliche Wurzel, jene, aus welcher sich die grosseKette von Wörtern (Atti, Gott, Thiod, Teut, Zeus usw.), diedas Göttliche in den menschlichen Dingen aussprechen sollen,entwickelt hat. Dabei ist nicht zu vergessen, dass nach derobigen Ableitung |i.a-Yjp auch insofern nicht richtig wäre, als es
• eine männliche Form hat, und nach der Analogie ixTjTspct heissenmüsste. Es wird damit nicht gesagt, dass der Verfasser dieserAnsicht entgegen wäre, es soll bloss der Wunsch ausgedrücktsein, dass er auch diesen Einfluss auf Sprachbildung bei derEtymologie der Rücksicht werth halten möge. — Zum Schlussloben wir noch an dem Ganzen die Freiheit und Unbefangen-heit des Urtheils, der Verfasser erkennt die Vorzüge jederSprache in ihrer Eigenthümlichkeit an und geht nicht daraufaus, wie es bei solchen Untersuchungen häufig geschieht, irgendeiner das Übergewicht und den Vorrang zuzuwenden; eine ge-wisse Vorliebe für die Muttersprache ist dabei sehr natürlich.Die beiden neuesten Arbeiten des Arnamagnäanischen In-stituts (dessen Mitglieder jetzt Cold, Kall, Schlegel, Thorlacius,Werlauff und Müller sind) liefern den zweiten Band deralten Edda, von welchem hernach besonders die Rede seinwird, und ein Rechtsbuch: Magnus Konongs Laga-BätersGula-Things-Laug. (Regis Magni legum reformatoris leges
37 Gula-Thingenses sive jus commune Norvegicum. Ex manu-scriptis legati Arna-Magnaeani, cum interpretatione latina etdanica, variis lectionibus, indice verborum et IV tabulis aeneis.Hav. 1817 in 4°.) Peter Kofod Ancher, der Verfasser der