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3 (1883)
Seite
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56 DIE ALTNORDISCHE LITTERATUR.

fanden, sämmtlich zu dem finnischen Stamm gehört und wärenvon den Ankommenden immer weiter nach Norden zurückgedrängtworden. Dagegen nahe Verwandtschaft der finnischen undungarischen Sprache ist als entschieden anzusehen. Die sla-vischen Sprachen zeigen in grammatikalischer sowohl alslexikalischer Beziehung eine wesentliche und bedeutende Ver-wandtschaft mit der germanischen; sie sind daher sehr wichtigfür die Erklärung der nordischen, können aber doch nicht alsdie Quelle desselben betrachtet werden. Was die lettischeSprache betrifft, so enthält sie deutliche Zeichen der Selbst-ständigkeit, und die Litthauen selbst sind als'ein alter nachPreussen eingewanderter Volksstamm zu betrachten, nicht aberals eine im 4. oder 5. Jahrhundert an der 'Weichselmündungentstandene Mischung von Gothen, Slaven und Finnen. DieSprache ist mit der slavischen und germanischen nah verwandt,worin beide übereinstimmen, das ist ihr gleichfalls eigen, ausser-dem aber besitzt sie noch Ähnlichkeiten mit einer jeden, welchediesen nicht gemeinschaftlich sind. Vielleicht kommt sie mitder germanischen mehr in grammatikalischer, mit der slavischenmehr in lexikalischer Hinsicht überein. Dennoch lässt sichweder schliessen, dass sie aus der germanischen oder slavischen,noch dass diese beiden aus ihr entsprungen seien, sondern siegehört einem eigenen, nahverwandten Stamme an, welcher mitjenen eine gemeinschaftliche Wurzel hat. Der thracischen istsie am nächsten verwandt, weshalb sie auch bei der Vergleichungdes Isländischen und Griechisch-Lateinischen das wichtigsteMittelglied war. Der Verfasser führt Gründe an, wornach essehr wahrscheinlich ist, dass die Litthauen in den ältesten Zeitendas Innere von Russland und Pohlen bewohnt haben und hernacherst in die Sitze germanischer Völkerschaften in Litthauen undPreussen sich eindrängten. Betrachtet man nun Odins Ein-wanderung aus Skythien (Svithiod hin mikla, wornach Schweden,Svithiöd, gleichsam Neu - Skythien, den Namen erhalten), sobildet der germanische Stamm in den ältesten Zeiten eine zu-sammenhängende Kette von dem schwarzen Meer und demTanais nach der Weichsel, Nord- und Ostsee, welche hernachgetrennt wurde, theils durch des eigenen, theils des lettischen