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3 (1883)
Seite
21
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DIE ALTNORDISCHE LITTERATUR. 21

in der Vilkina-Saga, ein Mangel von geographischer Kenntnissichtbar sei, sogar über die Gegend von Worms, wo sich dochein Theil der Geschichte zuträgt. Sodann ist der Verfasser zusehr geneigt, dem Sammler der Vilkina-Saga willkürliche Be-arbeitung zuzuschreiben, welche doch nicht in dem Geiste einersolchen geraden Auffassung der Überlieferung zu liegen scheint.So erblickt er in Sigurds Geburt und Jugend nur eine absicht-liche Entstellung des Nordischen; uns scheint der Aufzeichnerder Sage auch hier der deutschen Quelle gefolgt zu sein, welchemit der Sage von Siegfried und Genoveva in Verwandtschaftstand(Deutsche Sagen I, S. 280). Es ist überhaupt für den Verfasserein schwieriger Punkt, wenn die eigenthümlich nordische Sagein Deutschland Spuren des Daseins äussert. Wichtig sind die imDruck fehlenden, hier aus einer Handschrift zuerst mitgetheilten 14Capitel der Vilkina-Saga. Es wird darin Dieterichs Kampf mitdem Drachen erzählt. Dies ist, wenngleich kurz, doch demwesentlichen Inhalte nach übereinstimmend, die Sage Ottnits undWolfdieterichs im Heldenbuche, wie sie auch schon in einemLiede der Kämpe-Viser vorkommt. Ferner: von Heimers Thatenund Tod, so wie endlich auch die Sage von Dieterichs wunder-barem Ende erzählt wird. Ausserdem öffnet der Verfasser nochzwei neue Quellen, wofür wir ihm grossen Dank schuldig sind:die Darstellung der Fabel in der Hvenischen Chronik ausder Handschrift (S. 408413) und einen Inhalt der noch jetztauf den Faröischen Inseln lebenden Lieder (S. 422429).Beide zeigen eine eigentümliche Vermischung der deutschen undnordischen Sage. Die Faröischen Lieder verdienen noch beson-ders bekannt gemacht zu werden. [S. Kl. Sehr. II, S. 338347.]In drei verschiedenen Abhandlungen ist das Alter derVolsunga-Saga, der Ursprung und die historische Bedeutungdes ganzen Fabelkreises, so wie dessen Ausbreitung und Fort-pflanzung im Norden untersucht. Man kann dem Verfassernicht nachsagen, dass er die merkwürdige Natur und das Wesender Überlieferung verkenne, und es findet sich bei ihm keineSpur jener hochmüthigen Geringschätzung derselben. Da dieVolsunga-Saga sichtlich auf den Eddaliedern beruht, diesewiederum auf einer älteren Grundlage und in den Gedichten