] 8 DIE ALTNORDISCHE LITTERATUR.
1816 zu Berlin: aus der dänischen Handschrift übersetzt vonKarl Lachmann. Das Original hat daher einige neuere Zu-12 sätze). Ein in jeder Rücksicht zeitgemässes und lobenswürdigesUnternehmen, auf welches der Verfasser auch schon in dervorhergehenden Schrift (S. 83) hingedeutet hatte. Er fängtnämlich liier an, von allen auf unsere Zeit gekommenen nor-dischen Sagen, welche bis auf wenige Ausnahmen auf der öffent-liehen Bibliothek in Kopenhagen in Handschriften zusammen-gebracht sind, eine Übersicht zu liefern. Zwar ist schon ver-schiedentlich davon Nachricht gegeben worden, zuletzt noch inder Vorrede zu Biörn Haldorsons Wörterbuch, aber noch nie-mals genügend oder vollständig; hier wird nicht bloss ein Titel,sondern der Inhalt selbst nebst einleitenden Abhandlungen imAuszuge mitgetheilt. Bis also einmal alles von Bedeutung wirdgedruckt sein, wohin es unter den günstigsten Verhältnissensobald noch nicht kommen kann, muss diese Bibliothek als einunentbehrliches Hilfsmittel betrachtet werden, und auch hernachnoch behält sie als Übersicht ihren Werth. Die Sagen sindhier nach dem Inhalt in drei Hauptklassen abgetheilt, und diesererste Band enthält diejenigen, welche Island selbst und die mitder Insel zunächst in Verbindung stehenden Länder, die Orkenöer,Faröer und Grönland, betreffen. Sie bilden eine zusammen-hängende Reihe, wobei nach festen Gesetzen das Frühere vondem Späteren sich unterscheiden lässt. Die meisten davon sindungedruckt und wenig bekannt, zumal im Auslande. Die Sagensind hier nach dem natürlichsten Grund, nämlich nach demZeitalter, in welchem sie niedergeschrieben sind, geordnet.Voran geht eine Untersuchung, welche mit Umsicht die Gründeangibt, wornach ihre Glaubwürdigkeit im Allgemeinen bestimmtwerden kann, und die lehrreiche Einleitung bemerkt ihre Wich-tigkeit nach verschiedenen Rücksichten. Übersieht man diehier gelieferten Sagen, so stellen sie ein Ganzes dar, desseneinzelne Theile sich gegenseitig verbürgen und bedingen, unddas von demselben Geiste belebt wird; dies ist der lebendigsteBeweis für ihre Wahrheit, und darum wird sie niemand be-zweifeln, man müsste denn zu jenen Zweiflern von Professiongehören, die überall einen Punkt finden, wo sie ihren Stachel