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3 (1883)
Seite
17
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DIE ALTNORDISCHE LITTERATÜE. 17

graphie (Aus dem Dänischen von L. C. Sander. Kopenhagen1813) leitet der Verfasser die Geschichtschreibung aus der po-litischen Verfassung und eigenthümlichen Lage der Isländer ab.Er unterscheidet in dem Gange ihrer Entwickelung drei Perioden,eine mythische, historische und fabelhafte. Das heisst, dieältesten Gedichte, deren Verfasser man nicht kennt, enthieltendie Götterlehre und den Mythenkreis der Wolsungen und Giu-kungen. Dann folgen von namhaften Skalden Lieder, welchedie Heldenthaten der Gegenwart besangen und der Nachweltüberlieferten; endlich die Erzählungen der Sagenmänner, diewillkürlich und ohne volksmässigen Grund erweiterten Dich-tungen. Der Verfasser hat aus den Quellen manches Merk-würdige zusammengetragen: über den Zustand und die Lebens-weise auf der Insel von der ersten Zeit der Bevölkerung biszu dem Verluste der Selbständigkeit, besonders insoweit dieLust an den Sagen und Skaldenliedern darauf Bezug hat. Erneigt sich im Ganzen, wie er auch selbst anmerkt, zu der be-dachtsamen, kühlen Kritik; wenn er aber die Begierde, dieSagen kennen zu lernen, aus der Eigenthümlichkeit des poli-tischen Lebens, welches nöthig machte, mit den Thaten unddem Charakter der Häupter bekannt zu sein, zuerst herleitet,so muss man doch der natürlichen Neigung eines an der Er-zählung kühner Thaten mit poetischem Sinne sich erfreuendenVolkes ebenso viel, am Ende das meiste Gewicht beilegen. Soauch ist die Genauigkeit im Beschreiben der Menschen undEinzelheiten gewiss mehr aus diesem poetischen Leben der Sage,als aus der Notwendigkeit entstanden, den kommenden Freundoder Feind sogleich zu unterscheiden. Übrigens wird durchZeugnisse bewiesen, dass die meisten geschichtlichen Sagenschon vor dem 12. Jahrhundert niedergeschrieben waren. ImAnfange vertheidigt. der Verfasser, indem er sich auf die vor-angegangenen Untersuchungen stützt, siegreich die Ursprüng-lichkeit und Echtheit der altnordischen Geschichte, Poesie undMythologie. Wir gedenken hier gleich des neuesten undwichtigsten Werks von P. E. Müller, nämlich seiner Sagen-bibliothek (Sagabibliothek med Anmärkninger og indledendeAfhandlinger. Forste Bind. Kiöbenh. 1817; und früher schon

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