14 DIE ALTNORDISCHE LITTERATUR.
daraus gebildet und von einander getrennt haben. Sodann: diescharfe und praktische Aufstellung der Regeln, die den Ge-brauch der Grammatik sehr erleichtert. Wer sich z. B. durchdie Paradigmen bei Runolf Johnsen hat durcharbeiten wollen,der wird den Werth von Rasks Eintheilung der Declinationfühlen. Wir können hier auf eine ausführliche Anzeige in derHallischen Allgem. Litt.-Zeit. 1812 No. 31. 32 [33. 34, S. 241-254,257-270, in den Kl. Sehr. Jacob Grimms IV, S. 65-73 ist sie ge-kürzt] verweisen. — Dem anderen Bedürfnisse, ein isländischesWörterbuch, abzuhelfen, war Rask gleichfalls thätig. Die älterenvon Magnus Olafsen, Gudmund Andrea und Olaus Verelius sindhöchst unvollständig, so dass sie kaum den «zehnten Theil desSprachschatzes enthalten; nicht zu gedenken, dass sie längst ausdem Buchhandel verschwunden und überhaupt selten gewordensind. Ihre im Lexikon sviogothicum berührt nur zum Theil dasIsländische. Man musste sich also, ohne jene entbehren zu können,an die den einzelnen Werken angehängten Glossarien halten,unter welchen das zum ersten Bande der alten Edda und derNiäla obenan stehen. Wie viel Treffliches sie enthalten undSchwieriges sie auflösen, so sind sie doch nur auf besondereWerke und eine gewisse Gattung von Wörtern eingerichtet.Dabei blieb die Unbequemlichkeit, in allen diesen verschiedenenWerken nach einem einzigen Worte herumsuchen zu müssen.Zwar besitzt das Arnamagnäanische Institut Sammlungen zueinem eddischen Lexikon im grössten Umfange von John Olafsenvon Grundvik, allein diese bedürfen einer neuen mühsamen Be-10 arbeitung. Dagegen war schon im Jahre 1786 von einem is-ländischen, bald nachher verstorbenen Geistlichen Biörn Hal-dorson ein völlig ausgearbeitetes Lexicon islandico-latinum vonunbezweifeltem Werthe zugeschickt worden. Da nun zweipatriotisch gesinnte Norweger, J. Aall und C. Ancher, dieKosten des Druckes tragen wollten, so übernahm Rask, vonP. E. Müller aufgefordert, die Durchsicht der Handschrift, ver-besserte sie, verfertigte, von einigen Isländern unterstützt, diedänische Übersetzung, die den Sinn oft besser ausdrückt, alsdie lateinische, und endlich vervollständigte er sie durch eigeneZusätze. So erschien im Jahre 1814 zu Kopenhagen in zweiBänden: Lexicon islandico-latino-danicum Biornonis Haldersonii