Achtzehnter Abschnitt.241gänzlich vom Lande getrennt war. Die Bewohnerzogen muthig ihrem Beschützer entgegen, und vereinig-ten sich glüklich mit ihm. Die erste Unternehmung desspartischen Feldherrn war die Eroberung der Ver-schanzungen der Athener auf der Höhe von Labdalus.Ehe Gylippus die Feinde auf dieſem Punkte angriff,lies er ihnen durch einen Herold verkünden, er gebeihnen fünf Tage Zeit, um Sizilien zu verlassen. Ni-cias würdigte diesen Antrag keiner Antwort. DieVerschanzungen der Athener wurden zwar zum Theilzerstört, aber die Syrakuser in dem darauf erfolgtenTreffen in die Flucht getrieben, weil sie auf einem zusehr beschränkten Raume fochten, der die Reiterei in ihrenBewegungen hinderte. Gylippus war offenherzig genugzu gestehen, er selbst habe den Verlust des Treffens durchunzwekmäßige Stellung auf dem Schlachtfelde veranlaßt,und er versprach seinen Truppen, ihnen bald Gelegenheitzur Wiederherstellung ihres Ruhmes zu geben. Er führ-te sie gleich den folgenden Tag aufs neue gegen den Feind,nachdem er sie in den stärksten Ausdrücken ermahnthatte, sich auf eine Art zu betragen, die ihres altenRuhms würdig wäre. Nicias, welcher die Nothwen-digkeit einsah, den Feind an der Ausdehnung seinerLinien zu verhindern, zog demselben muthvoll entgegen.Aber Gylippus rükte mit seinen Truppen weit überden Ort hinaus, wo die Verschanzungen an beidenSeiten sich endigten, damit er mehr Raum habenmögte, seine Schlachtordnung auszubreiten; worauf erden linken Flügel der Feinde mit seiner Reiterei an-griff, in die Flucht schlug, und bald nachher auch denrechten Flügel zum Weichen brachte. Wir haben hierein Beispiel, wie viel Erfahrenheit und Geschiklichkeiteines tapfern Anführers vermögen. Denn Gylippusgewann diesen Sieg mit den nämlichen Truppen, dennämlichen Waffen, den nämlichen Pferden und auf demnämlichen Boden, die er vorher gehabt, blos durch dieVer-
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten