Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
230
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Geschichte der Griechen,230ren zwar von beiden Seiten beträchtlicher als in den frü-heren Jahren, allein die feindlichen Heere, die sich indem Thale von Argos gegenüber standen, giengen ohneTreffen auseinander und schlossen einen Waffenstillstand.Die Veranlaſſung iſt unbekännt; aber in Sparta undin Argos war man gleich unzufrieden über dieses Er-eigniß; die Argiver, obschon ihre Lage nicht vortheil-haft war, denn ihr Heer war von den Spartern undihren Bundesgenossen umrungen, erregten einen Auf-ruhr, und ihr Feldherr Thrasyllus entgieng dem Todenur durch die Flucht; die Sparter straften ihren Kö-nig Agis um eine Geldsumme, die er zu bezahlen aus-ser Stand war; nur das Versprechen, bei der erstenGelegenheit sein, Versehen wieder zu bessern, konnteseine aufgebrachten Bürger versöhnen; indessen machtensie ein Gesez, nach welchem der König, der bisher denunbeschränkten Oberbefehl im Kriege hatte, künftigvon zehn Rathgebern begleitet werden sollte, die beauf-trägt waren, seine Handlungen zu beobachten, und ihnvor jedem übereilten Schritte zu bewahren. Diese Ge-legenheit ereignete sich sehr bald; die Argier, aufgemun-tert durch den Alcibiades, der sich damals als Gesandtervon Athen in ihrer Hauptstadt befand, brachen denWaffenstillstand; sie eroberten die alte Stadt Orchomenus,und belagerten, stolz auf die von Athen erhaltene be-trächtliche Hülfe, die Stadt Tegea. Auf diese Nachrichtrükten die Sparter sogleich in das Feld; sie zogen gegenMantinea in Arcadien, und zwangen hierdurch ihre Geg-ner, die Belagerung von Tegea aufzuheben, und den be-drängten Mantineern zu Hülfe zu eilen. Unter den Mauerndieser Stadt erfolgte ein Treffen, worin die Argier undihre Verbündeten mit Verlust von eilfhundert Mann ge-schlagen wurden. Doch die Sparter verfolgten ihrenSieg nicht; zufrieden, den Ruhm ihrer Waffen be-hauptet und ihr Ansehen in dem Peloponnes wiederhergestellt zu haben, kehrten sie zur Feier des Carnäi-ſchen