Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
225
Einzelbild herunterladen
 

Achtzehnter Abschnitt.25pfe zwischen Athen und Sparta nicht Theil ge-nommen; sein Wohlstand und seine Bevölkerungwaren während der zehnjährigen. Kriege seinermächtigen Nachbarn sichtbar gewachsen; Arkadien hattesein Gebiet zum Nachtheil von Lacedämon erweitert,und Elis war seit langer Zeit feindlich gegen Sparta-gesinnt; diese Staaten beförderten eifrig die argivischeVerbindung; die Unzufriedenheit der chalcidischenStädte, die in Folge des Friedens unter die Herr-schaft der Athener zurükkehren sollten, gab dem Bun-de zwar entfernte aber mächtige Mitglieder, und nurdie Besorgniß der Machthaber in Theben und Megara,deren Regierungsform aristokratisch war, und die durchden Beitritt zu einer demokratischen Verbindung fürihre persönlichen Verhältnisse fürchteten, hielt sie ab,ihre Gesinnungen gegen Sparta offen darzulegen.Der argivische Bund erhielt jedoch bald einen nochweit wichtigern Zuwachs, denn Athen selbst trat, un-geachtet des Widerstandes der ihm durch den Friedendes Nicias zugesicherten Städte in Chalcis, dem Bun-de bei. Diese ausserordentliche Begebenheit warddurch den Alcibiades veranlaßt, der nun in seinerVaterstadt Athen an die Spitze der öffentlichen Ange-legenheiten trat, und zuerst jene unglüklichen Fähigkei-ten entwickelte, die für sein Vaterland die traurigstenFolgen hatten.Alcibiades war der Sohn des Klinias, und En-kel des Xantippus, der in der Schlacht bei Mykaledie Flotte der Athener befehligte, und durch seine Ta-pferkeit das Schiksal des Tages entschied, indem erim Angesichte des verschanzten persischen Heeres lan-dete, und das feindliche Lager stürmend eroberte.Von mütterlicher Seite war Alcibiades mit dem Pe-rikles verwandt; er besaß ein sehr beträchtliches Ver-mögen, und die Natur hatte ihn mit ganz besondernVor⸗