Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
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207
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207Siebenzehnter Abschnitt.Die Athener stellten sich, als ob sie diese Ge-rüchte unglaublich fänden; sie schikten jedoch Abgeord-nete nach Lesbos, um sich von der Wahrheit derselbenzu überzeugen. Die Bürger von Mitylene hatten jeztihre Rüstungen vollendet, und die Athener ließen eineFlotte von vierzig Schiffen unter dem Oberbefehl desCleippidas gegen Lesbos auslaufen. Als diese Flottevor dem Hafen von Mitylene erschien, waren die Les-bier bereits zum Widerstande in Bereitschaft, doch ba-ten sie den Befehlshaber der athenischen Flotte umWaffenstillstand, bis sie eine Gesandtschaft, um dieMißverständnisse zu beseitigen, nach Athen geschikt hät-ten. Cleippidas, der die Bürger in gutem Verthei-digungsstand gefunden hatte, bewilligte dieses Gesuch;die Lesbier schikten Abgeordnete nach Athen, aber auchzugleich im Geheim nach Sparta, mit der Bitte umAufnahme in den peloponnesischen Bund und um Bei-stand gegen Athen. Dieser Antrag ward an die allge-meine Versammlung der Peloponneser bei den ebeneintretenden olympischen Spielen verwiesen, und hierwurde derselbe nicht nur mit allgemeinem Beifall auf-genommen, sondern auch den Abgeordneten die Ver-sicherung einer schnellen und nachdrüklichen Hülfe ge-geben.Diese öffentliche Verhandlung konnte den Athe-nern nicht verborgen bleiben. Mit großer Thätigkeitrüsteten sie ein Heer, und sandten dasselbe unter An-führung des Paches nach Lesbos. Sie hatten von ihrenBundesgenossen auf Lemnos und Imbros Hülfsvölkererhalten, und Mitylene ward bereits belagert, ehe diePeloponneser die versprochene Hülfe sandten. Zwarwurden Zurüstungen gemacht, um die Küsten von At-tica durch eine Flotte zu beunruhigen, während eingleichzeitiger Angriff zu Land auf das Gebiet von Athenausgeführt ward, aber die Athener hatten bereits eineFlot-