Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
157
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157Fünfzehnter Abschnitt.die Sparter eine Gesandtschaft nach Athen schikten,und den Bürgern erklärten, die Befestigung ihrer Stadtsey dem allgemeinen Wohl Griechenlands nachtheilig.Die Sparter besorgten, Athen möchte sich von demVorrang verdrängen, den sie seit langer Zeit in Grie-chenland behauptet hatten. Diese Besorgniß war nichtungegründet, da ihre Bundesgenossen, der harten Be-handlung und ihrer rohen Willkühr müde, sich an Athenfester anschlossen; dieser Umstand berechtigte jedoch dieSparter nicht, sich der Befestigung von Athen zu wi-dersezen. Themistokles ließ zwar den Bau einstellenund fertigte die lacedämonischen Abgesandten mit derAntwort ab, es würde nächstens eine Gesandtschaft nachSparta geschikt werden, die jede Bedenklichkeit hebensollte. Kaum waren die Sparter abgereist, als derBau der Mauern mit erneuerter Thätigkeit fortgeseztwurde; Themistokles ward nach Sparta abgeschikt, aberes wurden auf seinen Vorschlag noch einige Bürger zudiesem Geschäfte bestimmt, die jedoch nicht mit ihm zu-gleich, sondern einzeln und in mehreren Tagen nach-einander nach Sparta abgehen sollten. Indessen arbei-teten in Athen alle Bürger, sogar die Frauen, undwer immer dazu Kräfte besaß, an dem Bau der Mau-ern. Themistokles gab in Sparta vor, er könne denZwek der Gesandtschaft nicht erreichen, so lange nichtalle Abgeordnete versammelt wären; er erklärte alleNachrichten die über den schnellen Fortgang der Be-festigung nach Sparta kamen, für grundlos; als derBau seiner Vollendung nahe war, und endlich der lezteder athenischen Gesandten in Sparta eintraf, rieth erden Spartern, sich selbst durch eine Gesandtschaft vonder Lage der Dinge zu überzeugen. Er sandte zugleicher Zeit einen Eilboten nach Athen, und gab sei-nen Landsleuten den Rath, die lacedämonischen Gesand-ten als Geisel für ihn und seine Gefährten zurük-zuhalten. Nun trat er vor die Versammlung desRathes