Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
96
Einzelbild herunterladen
 

Geschichte der Griechen,90dem blutigen Despotismus Frankreichs preis gegeben.Uebermuth trieb den Feind des Menschengeschlechtsnach Rußland. Hier verlor er sein Heer, und dieFreiheit von Europa keimte aus der Verweſung voneiner halben Million Leichen. Die Eroberungendes Cyrus waren noch zu neu, als daß die Persernicht nach den Unfällen in Griechenland den Abfallder unterjochten Völker von Lydien, Aegpten, Syrienund Jonien fürchten mußten.Miltiades wurde nun zum Befehlshaber der athe-nischen Flotte ernannt; diese Flotte bestand aus sieben-zig Galeeren, und war bestimmt, die Besazungen derPerser aus den Inseln des ägäischen Meeres zu ver-treiben, dieselben den Athenern zu unterwerfen, unddie größeren Städte, die den Persern Hülfsvölker ge-geben hatten, durch Geldstrafen zu züchtigen. Eswurden verschiedene Inseln erobert und beträchtlicheSummen erhoben. Aber von Paros forderte Miltia-des hundert Talente, und hier ſcheiterte die Unterneh-mung. Die meisten Städte der Griechen glaubtenihr Schiksal an den Besiz gewisser Wesen geknüpft,die sie als ihre besondern Schuzgötter verehrten, unddie der Obhut und Sorgfalt eigner Priester anver-traut waren. Diese Idole waren nicht immer Nach-bildungen menschlicher Gestalten, sie waren oft blossonderbar geformte Steine, Thiere und dergleichen,deren Bedeutung nur den in die Geheimnisse Einge-weihen bekannt war. Der Raub oder die Entfrem-dung dieser Sinnbilder zog oft den Untergang einerStadt nach sich, und nicht selten glaubten die Bela-gerer, die Eroberung einer Stadt sey unmöglich, eheman sich nicht ihrer Schuzgötter bemächtiget hätte.Dies war der Fall zu Paros. Miltiades hatte einePriesterin der Ceres unter seinen Gefangenen. Diesesagte ihm, Paros würde nicht erobert werden, so lan-