Achter Abschnitt.73Stadt gezogen hatten. Er belebte die Tapferkeit derTruppen durch Belohnungen, die er den Ausgedientenauf Lebenszeit zusicherte. Er verschönerte die Stadtdurch Tempel und andere Gebäude zu dem öffent-lichen Nuzen. Pisistratus verdient unter allen Unter-drückern der freien Verfassungen der Vorzeit das Lob,daß er die Macht nicht mißbrauchte, die er widerrecht-lich an sich gerissen hatte. Er sah bey seinem Tode,der ungefähr im Jahre 528 vor der christlichen Zeit-rechnung erfolgte, die höchste Gewalt auf seine SöhneHippias und Hipparchus übergehen. Sie schienen an-fangs die Tugenden ihres Vaters geerbt zu haben, Lie-be für die Wissenschaften war schon lange in Athen herr-schend geworden, und diese Stadt, die ihre Zeitgenossenin den bildendem Künsten und in den Wissenschaften weitübertraf, genoß unter der Regierung der Söhne des Pi-sistratus die Gegenwart der ausgezeichnetsten Männer die-ses Zeitalters. Anakreon, Simonides und andere wurdennach Athen berufen, und mit königlicher Freigebigkeit be-lohnt. Schulen wurden gestiftet, um die Jugend in allendamals blühenden Künsten und Wissenschaften zu unter-richten, und um das Volk immer in seiner sittlichenBildung zu vervollkommnen, wurden an allen Wegen Her-messäulen errichtet, und mit Denksprüchen beschrieben.Hipparchus überlies sich aber dem sinnlichen Vergnügen,und ward nebst seinem Bruder das Opfer seiner Aus-ſchweifungen.Zwey junge Athener, Harmodius und Aristogiton,durch die innigste Freundschaft verbunden, waren vonHipparchus empfindlich beleidigt worden, und schwurenihm und seinem Bruder den Untergang. Nur wenigevon ihren Freunden waren von der Verschwörung unter-richtet; die Vollziehung der Rache war auf das Fest derPanathenäen (von dem gemeinschaftlichen Opfer aller Athe-ner ward dieses Fest so genannt), wo die Bürger nachalter Sitte bewaffnet erschienen, bestimmt. Die beidenJüng⸗
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