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1 (1821)
Entstehung
Seite
60
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Geschichte der Griechen,60Ihre Lage am rechten Ufer des Plistus und am Mee-re sicherte sie gegen die Künste, die Nebros bey Cris-sa mit Erfolg angewandt hatte, und die Amphiktyonenfragten zum drittenmal das Orakel. Die Antwort desGottes war: Die hohen Thürme von Cirrhawürden nicht gestürzt werden, bis die Wel-len des Meeres an die Küsten des heiligenLandes schlügen. Diesen Ausspruch zu vollziehenschien den Amphiktyonen unmöglich, denn wie konnteman das Meer einige Stunden weit bis an die Fel-sen leiten, auf denen der Tempel von Delphi stund?Schön hatten sie beschlossen, das Unternehmen aufzu-geben, als Solon den geheimnißvollen Willen des Ora-kels erklärte. Es sey zwar über die Kräfte des Men-schen, sprach er, das Meer bis an die Gränzen desheiligen Landes zu leiten, allein, wenn man des heili-gen Landes Gränze bis an das Meer erweiterte, sosey der Spruch des Gottes erfüllt. Die Amphiktyo-nen nahmen diese Worte mit verdientem Beyfall auf;der Raum zwischen dem Meere und den Felsen vonDelphi ward mit denselben Feierlichkeiten dem Gottegeweiht, wie das Gebiet von Crissa, und das Heerder Amphiktyonen griff die Mauern von Cirrha mitneuem Muthe an. Bald ward sowohl diese Stadtals auch Anticirrha erobert, und die Bewohner fielenunter dem Schwert oder wurden als Sklaven verkauft.Dies war das Ende des ersten, sogenannten hei-ligen Krieges. Das Andenken dieser merkwürdigenBegebenheit ward durch die Pythischen Spiele gefeiert,in denen zum erstenmal die Preise der Sieger statt desbisher üblichen Lorbeerkranzes in Kostbarkeiten aus derBeute der vertilgten Städte bestanden. Auch erhieltnun zum erstenmal die Musik, die bisher immer inBegleitung des Gesanges oder der Dichtkunst um diePreise geworben hatte, ihre eigenen Preise. Die Hym-nen Pindars, die bey dieſen Spielen abgeſungen wur-den

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