57Sechster Abschnitt.bunden war, so sahen alle Griechen den Staat von Elisaus Dankbarkeit für geheiligt an, und bey allen Er-schütterungen, die den Peloponnes betrafen, blieb Elisallein lange Zeit in einer beneidenswerthen Ruhe.Wir übergehen die kleinen Streitigkeiten, die imnördlichen Griechenlande sowohl während der KriegeSparta's mit Messene, als nach der Unterjochung die-ses Staates bis zu der Zeit vorfielen, wo Solon alsGesezgeber in Athen erschien. Doch müssen wir desersten heiligen Krieges erwähnen, der auf Befehl der Am-phiktyonen unternommen, und durch die Zerstörungdreier wichtigen Städte geendigt wurde, die das Orakelzu Delphi beschimpft, und die Schätze des Tempels ge-plündert hatten.Am Fuße des Parnassus liegt eine von dem Pli-stus durchströmte Ebene, die das von dem KorinthischenMeerbusen begränzte Gebiet des Staates von Crissabildet. Drey Städte, Crissa, am Fuße der CirpischenHügel, Cirrha, am Einfluß des Plistus in das Meer,und westlich vom Meerbusen Anticirrha, bildeten imBunde einen Staat, der von der Hauptstadt Crissaseinen Namen hatte. An dieser Stadt war der ge-wöhnliche Landungsplatz der Pilger, die, das Orakelzu Delphi um Rath zu fragen, aus ganz Griechen-land, aus seinen Kolonien, und aus fernen Weltge-genden zusammenströmten. Hierdurch war diese Stadtin dem Maase reich und blühend geworden, als derRuhm des Orakels zu Delphi sich verbreitete. Mit demReichthum der Stadt wuchs ihre Ueppigkeit, ein kleines abersehr fruchtbares Gebiet war mehr als hinreichend, ihreBedürfnisse zu befriedigen; der Handel verschaffte dieBequemlichkeiten, und die oft sittenlosen Pilger beför-derten Verschwendung, Eitelkeit und Ausschweifung.Die Vorsteher dieses Staates belegten nun die Waaren,die
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