54Geschichte der Griechen,kadier gesellten, beschloß Aristomenes die Stadt Sparta an-zugreifen, die jezt, da die Sparter mit der Plünderung vonEira beschäftigt waren, sich ohne Vertheidigung befand.Schon waren die Anstalten zur Ausführung dieses An-schlags getroffen, als der König Aristocrates, unterdem Vorwande, die Opfer=Eingeweide weissagten einenunglüklichen Ausgang, das Unternehmen verzögerte,und einen Eilboten nach Sparta sandte, um die dro-hende Gefahr dem Könige zu verkünden. Aristomeneshatte, seitdem er von dem König der Arkadier in derSchlacht verlassen worden, Verdacht gegen dessen Treuegeschöpft. Der Bote ward auf dem Rükwege aufge-fangen; man fand bey ihm einen Brief von Anaxan-der, König von Sparta, worin dieser dem König Aristo-crates für die Nachricht dankte. Entrüstet über diesenschändlichen Verrath ermordeten die Arkadier ihrenKönig, der diese Würde entehrt hatte, und vertilgtensein ganzes Geschlecht. Eine Schandsäule ward aufseinem Grabe errichtet, mit einer Inschrift, die allekünftige Fürsten vor der Rache der Gottheit warnt,die früher oder später den Verrath und Meineid er-eilt. Die Messener nahmen keinen Theil an dieserThat. Sie dankten den Arkadiern für die gastfreund-liche Aufnahme in ihrem Lande; die Alten und Schwa-chen blieben in Arcadien, die waffenfähige Jü-gend schiffte sich, verstärkt durch ihre Landsleute ausPylus und Methone, in dem Hafen von Cyllene ein,und gründete unter der Anführung von Gorgus, desSohnes von Aristomenes, die Stadt Messana in Si-cilien, die noch heute unter dem Namen Messina blüht.Aristomenes selbst begab sich nach der Insel Rho-dus und von da nach Jonien. Er starb zu Sardis inLydien. Kein Heerführer hat jemal sein Vaterland mitgrößerer Anstrengung vertheidigt, als Aristomenes, undkeiner hat die Verdienste des Bürgers und des Krie-gers
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