Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
11
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Zweyter Abschnitt.11hundert Schiffe, jedes mit fünfzig bis hundert Mann besezt,führten das Heer an die Küste von Phrygien. Es bestand nachHomers Angabe aus etwas mehr als hunderttausend Mann;die Jugend von ganz Griechenland, mit alleiniger Ausnahmevon Akarnanien, das keinen Theil an diesem Kriege nahm,war bei diesem Zuge versammelt. Die Landung ward mitvielem Blute erkauft, denn während die verbündeten Grie-chen in dem Hafen von Aulis durch widrige Winde aufgehal-ten wurden, hatten die Trojaner mit den benachbarten Völ-kern von Thracien, Carien, Lycien, und den Bewohnern derbeyden Ufer des Hellesponts und der Propontis Bündnissegeschlossen, und Hülfe von diesen Barbaren erhalten.Troja war ein sehr bedeutender Staat in Kleinasienund von einer aus Griechen und Phrygiern vermischtenBevölkerung bewohnt. Dardanus war der erste Beherr-scher deßelben, von ihm entspringt der Name Dardaner, derden Trojanern von Homer oft beygelegt wird. Zwischenden Nachkommen des Dardanus und den Vorältern desAgamemnon herrschte ein alter Zwist; Tantalus, Agamem-nons Großvater, hatte den Ganymedes, einen trojanischenPrinzen, in Gefangenschaft gegen das Völkerrecht gehalten;später hatte Hercules, ein Sprößling des Königsstammesvon Argos, Trojazerstört, und dessen König Laomedon ge-toͤdtet. Vielleicht war selbst die Wanderung des Pelops ausPhrygien nach Argos durch die Feindschaft mit Dardanusveranlaßt, die nach mehr als zweihundert Jahren mit derVertilgung seines Stammes und der Zerstörung vonTroja endigen sollte.Unter wechselseitigem Kampfe und vielen Schlachten,in denen bald die Griechen bald die Trojaner siegten, fielendie meisten Anführer der feindlichen Heere. Die Griechen,die weder auf die Langwierigkeit der Belagerung gerechnet,weder einen hinreichenden Vorrath von Lebensmittelnfür ihr Heer besorgt hatten, plünderten die unbeschüzten Kü-ſten