Druckschrift 
1 (1821)
Entstehung
Seite
10
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Geschichte der Griechen,10und entfloh mit ihrem Verführer, und mit ihren Schätzennach Troja.Menelaus forderte nun den Beystand der griechischenFürsten dem Eide zufolge, mit dem sie sich gegen Tynda-reus verpflichtet hatten. Unterstützt durch das Ansehen sei-nes Bruders Agamemnon Königs von Argos, brachteMenelaus die zu Aegium der Hauptstadt von Achaja ver-sammelten Fürsten zu einen Bündniß; der Ruf zu den Waf-fen erscholl durch Griechenland, und Agamemnon ward alsder mächtigste Fürst des Bundes zum Oberhaupt desselben,und zum Anführer des ganzen Heeres ernannt. Währenddas Heer sich versammelte, und die Flotte zu Aulis einemSeehafen in Böotien ausgerüstet ward unternahmen Ulys-ses, König von Ithaka, und Menelaus, der beleidigte Gatteselbst, eine feyerliche Gesandtschaftsreise nach Troja, umWiedererstattung und Genugthuung zu fordern. Siekehrten fruchtlos zurück. Nicht nur waren sie verächtlichbehandelt worden, man hatte sogar den Vorschlag in demRathe von Troja gemacht, sie zu ermorden. Diese neueBeleidigung reizte den kriegerischen Sinn der Verbünde-ten noch mehr, aber ihre Abreise ward durch ungünstigeWinde verzögert. Sie schrieben dieses dem feindseligenEinfluß der Schutzgötter von Troja zu, sie befragten ihreWahrsager, durch welche Opfer sie den Zorn der Götterbesänftigen könnten und das Blut der Iphigenia, derTochter Agamemnons ward zur Versöhnung der Göttergefordert. Dies ist das erste Beyspiel von einem Men-schenopfer in der Geschichte der Griechen. Zwar wurdedie königliche Jungfrau, wie einige Schriftsteller behaup-ten, durch eine List gerettet, und nach Tauris als Prieste-rin in den Tempel der Diana gebracht; allein diese Sagebeweiset dennoch, daß die Griechen bei sehr wichtigen Ver-anlassungen Menschen geopfert haben.Die Winde wurden endlich zur Abfahrt günstig. Zwölf-hun⸗