Erster Abschnitt.Einfluß auf die Gesinnungen und die Handlungen derMenschen, so wie auf die Erscheinungen der Natur warin den frühesten Zeiten sichtbar, und die Religion derGriechen umfaßte ihre Gesetze, ihre Regierungsform, undfast jede Handlung des bürgerlichen Lebens.Die Gesetze des Minos, Königs von Kreta wurdenungefähr im zwölften Jahrhundert vor Christi Geburt vonTheseus nach Athen gebracht. Diese Gesetze, die Minos un-mittelbar aus den Händen der Götter empfangen zu habenvorgab, wurden die Quellen der griechischen Gesetzgebung.Lykurg und Solon, die Gesetzgeber von Sparta und Athengründeten hierauf die Einrichtung dieser Staaten, die sowohl für Griechenland, als auch für Rom das Vorbildwurden, das von Athen die unter dem Namen der zwölfTafeln bekannten Gesetze empfieng.Die Regierungsform, die aus dem Orient nach Grie-chenland übergieng, trug höchst wahrscheinlich anfangs denCharakter aller orientalischen Regierungen, nämlich sie wardespotisch; allein diese Form war nicht für GriechenlandsVölker geſchaffen; wir finden lange vor dem trojaniſchenKriege zwar Könige, wenn anders dieser bedeutungsvolleName auf die Befehlshaber kleiner Völkerstämme, oder ein-zelner Gemeinden paßt, als Anführer und Oberhäupter imKriege; aber wenn die Fehden geendigt waren, lebten die Be-wohner einzelner, kleiner Städte unter ihrer eigenen, un-abhängigen Gerichtsbarkeit. Nicht lange nach dem trojani-schen Kriege ward in ganz Griechenland, mit Ausnahmevon Sparta, die königliche Würde abgeschafft. In Spartaward zwar diese Würde beybehalten, allein sie war so sehrbeschränkt, daß sie kaum diesen Namen verdiente, wie wirbey der Geschichte der Verfassung des lacedämonischenStaates sehen werden. Griechenland war übrigens in vielekleine Staaten getheilt, deren jeder seine eigene Regie-rungsform hatte. Oft bestand ein ganzer Staat ineiner
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