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Geschichte und Litteratur der Stenographie
Entstehung
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Französische Stenographie. 127

von Abkürzungen ist das System auch zur Aufnahme schneller Reden geeignet.Neu war dies nicht. A. Tourault, ebenfalls ein Geistlicher, war in dieser Be-ziehung 1861 vorangegangen (H. Gr. S. 323), bei beiden stimmen die Zeichenp, b, v, f, r, a, i, 0 überein, aber Duploy& beschränkte sich nicht auf die Ver-öffentlichung eines Lehrbuches, welches 1867, wo dasselbe eine Umgestaltungerfuhr, in 3 Auflagen erschien, sondern verwendete sowohl die Einkünfteaus dem Verkaufe des Buches, als auch sein eigenes Vermögen auf Reclame,welche einen Aufwand von ca. 400.000 Fr. verursacht haben soll (1881wurden von der Zeitschrift »der Unterricht durch die Stenographie« 47.500Exemplare an alle Mitglieder des Volksunterrichts gratis verschickt, 700.000Almanache gedruckt und eine Annonce über die Stenographie und ihre Vor-theile in 2,500.000 verschiedene Kalender eingeschaltet) und ihn manchmalin Geldverlegenheiten brachte; es gelang ihm aber dadurch, das Ver-ständnis für stenographische Bestrebungen in den breitenSchichten des französischen Volkes zu wecken.

Die eigentliche Verbreitung seiner Stenographie datiert Dtiploye selbstvom Jahre 1869, wo er als Organ seiner Schule die Zeitschrift »Stenographenherausgab; daneben veröffentlichte er nach und nach eine große Anzahl fran-zösischer Literaturwerke in seiner Schrift zu 1 Fr. 50 C, 50 C, 25 C, 15 C.für das Exemplar, sowie größere Werke, wie die Bibel, zwei Bände ä1000 Seiten, das Neue Testament etc. etc. Sämmtliche dieser Schriftenathmen die religiöse Richtung Duploye's. Unter Napoleons III. Herrschaftgereichte dies seiner Stenographie zur Anempfehlung und Verbreitung, unterder folgenden Republik, welche die Schule confessionslos machte, zum Nach-theil. Es ist behauptet worden, die Duploye'sche Stenographie wäre bereitsin die französischen Schulen als Lehrgegenstand officiell eingeführt worden,wenn ihre Lesestoffe nicht dem Charakter der französischen Volksschule wider-stritten; aber Duploye behauptete sein Autorrecht so streng, dass er jedengerichtlich verfolgte, der darnach Bücher herausgab. Dennoch sind einigeLehrbücher auch von anderen erschienen, z. B. von Buisson, ehemaligenStenographen des Elsass-Lothringischen Parlaments.

Schon früh fasste Duploye die Anwendung seiner Schrift auf alle Sprachenin's Auge, der »Stenographe« brachte 1870 eine Bearbeitung für die deutscheSprache von. Silbermann, 1875 eine Bearbeitung für die japanische Sprache,1876 Bearbeitungen für Englisch, Deutsch und Italienisch etc. 1872 erhieltDuploye" die Erlaubnis, an mehreren Pariser Schulen Unterricht zu ertheilen,und nachdem zu gleicher Zeit Vereinscurse in Paris, Joigny, Nancy etc.errichtet worden waren, gründete er das Institut stenographique des Deux-Mondes, einen Verein, der von ihm mit den Vertretern der übrigen Vereinegeleitet wird. Das Institut verleiht gegen eine Taxe von 10 Francs Diplome desersten Grades jedem, der eine richtig geschriebene stenographische Schrifteinsendet und damit Mitglied des Institutes (Beitrag 1 Fr.) wird. Das höhereDiplom (diplöme superieure) wird gegen eine Taxe von 20 Fr. denjenigenverliehen, welche nachweisen können, dass sie einem Redner in der Schnellig-keit von 100 Worten in der Minute folgen können. 1876 veröffentlichte dasInstitut eine Brochure »Institut sUnographique des Deux-Mondes«., welchedie Berichte über die Versammlungen desselben in den ersten drei Jahrenenthielt; von dieser Zeit an wurden die Berichte in den jährlich erscheinendenAlmanacs stenographiques und in dem Journal des St&nographes veröffent-licht, welches an die Stelle des ersten »Stenographe« trat. Im Mai 1886 be-stand das Institut aus 2940 Mitgliedern, von denen 201 das höhere Diplomerhalten hatten, unter denen sich 1890 ein zehnjähriger Knabe befand.