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Geschichte und Litteratur der Stenographie
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Die römischen Noten. o

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Die römischen Noten.

Nach der Angabe des Isidor erfand Ennhis die »gemeinen Noten«{notae vulgares) in der Zahl von 1100. Nach Probus wurden von denjenigen,welche des Nachschreibens halber bei den Sitzungen des Senats zugegenwaren, zur schnellen Aufnahme des Gesagten gewisse Wörter und Namennach gemeinsamer Uebereinkunft nur mit dem Anfangsbuchstabenbezeichnet, welcher Gebrauch sich bei den Vornamen, den öffentlichen Ge-setzen und den heiligen Denkmälern erhielt. Sein Buch, welches die Zu-sammenstellung solcher Abkürzugen enthält, führt die Aufschrift: De notis,woraus folgt, dass solche Abkürzungen »Noten« genannt wurden. Isidorberichtet weiter: »In Rom hat zuerst Tullius Tiro, Cicero's Freigelassener,Noten aufgestellt, aber nur für die Vorsilben (praepositiones) ; nach ihmhaben M. Vipsanius Philargyrus (hiernach ist der Name H. Gr. S. 19 zuverbessern) und Aquila, der Freigelassene des Maecen, noch andere hinzu-gefügt, endlich hat Seneca das Ganze abgeschlossen und durch Vermehrungder Notenzahl das Werk auf 5000 gebracht.« Lips fand einen Widerspruchdarin, dass Isidor den Ennius und den Tiro als Erfinder nennt; dieserWiderspruch klärt sich jedoch dahin auf, dass die Römer unter »Noten«zwei verschiedene Arten von Schnellschriften zusammenfassten;

1. die Abkürzungen der Currentschrift Wörter durch ihre

Anfangsbuchstaben,

2. eine von Tiro erfundene kurze Zeichenschrift.

Das Wort Nota bedeutete »Kennzeichen, Merkmal, ein Zeichen, wo-durch etwas deutlich gemacht wird«; infolge dessen entstand im Mittel-alter aus notae musicae der abgekürzte Ausdruck »Noten« für Musikzeichen.

Dieselbe Bedeutung hatten die griechischen Wörter ar^a, örj(j.eiov. Aller-dings werden die Abkürzungen auch siglae genannt, welches Wort gewöhn-