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Geschichte und Litteratur der Stenographie
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Die römischen Noten. j«

Noten (Rhein. Museum für Phil.) 1882. Ders., Monumenta tachygraphica, 1882.Ders., S. Chrodegangi Metensis episcopi (742 - 766) regula canonicorum, 1889.Ders., Commentarii notarum Tironicarum, Leipzig 1893. Dr. F. Ruess, Über dieTachygraphie der Römer, 1879. Ders., L und die Durchschneidung in den Tiron.Noten, 1883. H. Hagen, Über ein neues Epigramm mit der Aufschrift »OctavianiAugusti« (Rhein. Museum f. Phil.) 1880. Ders., De codicis Beronensis (in Solemniaanniversaria etc.) 1880. Ung Tironian lexicon (ioth Century) Brit. Museum, Foliobl.m. Übertr. 1881. N. P. Heffley, Biography of the father of Stenography, MarcusTullius Tiro, Brooklyn 1882. L. P. Guenin, Le notes Tironiennes, leur nature etleur origine, 1882. Muca, La. stenografia antica e moderna, 1883. Ung., CollezioneFiorenti di facsimili paleografici greci e latini, 1884. Dr. Wölfflein, über die Steno-graphie des Alterthums (in A. Baumeister 's Denkmälern des class. Alterth. 1884).D. Ramon Alvarez de la Brana, Siglas y Abbreviaturas Latinas, Leon 1884. JulienHavet, La tachygr. italienne du Xe siecle. Paris 1887. Ders., L'6criture secrete deGerbert, 1887. Ders., Une Charte de Metz accompagnee de Notes Tironiennes, 1888.

Die altgriechische Tachygraphie.

Alle Versuche, den Griechen in vorchristlicher Zeit die Erfindung einerSchnellschrift nachzuweisen, haben sich als vergeblich erwiesen. In neuererZeit hat eine Inschrift, welche vor einigen Jahren auf der Akropolis zuAthen gefunden wurde, viel Aufsehen erregt, weil man in derselben eineAnleitung zu einer Schnellschrift finden wollte (H. Gr. S. 14). Beachtens-wert ist, dass Prof. Ulrich Köhler in Athen, der diese Inschrift entzifferte,bekannt machte und ihr Alter für das 4. Jahrh. v. Chr. feststellte, dieselbefür eine Lautlehre hielt. Erst Prof. Theodor Gomperz in Wien erklärteden Inhalt als die Darlegung einer Kunst- oder Schnellschrift undDr. Mitzschke ohne weiteres einer Kurzschrift. Doch waren die Zeichen,welche nach der Anleitung dieser Inschrift gebildet wurden, nicht viel kürzerals die altgriechischen, das Zeichen für I sogar noch umständlicher. DieAbsicht des Erfinders war: an einem aufrecht stehenden (Vocal-) StrichQuerstriche für die Consonanten anzubringen. Dass hiebei die Lautähnlichkeitberücksichtigt wurde, weist auf eine Kunstschrift hin, jedoch eher aufeine Telegraphie; denn dass der optische Telegraph den Griechen bekanntwar, beweist der Dichter Aeschylos (525 456 v. Chr.), welcher in seinem»Agamemnon« die Einnahme von Troja durch Feuersäulen nach Griechen-land gelangen lässt und die Stationen dieser telegraphischen Verbindung nennt.Was aber auch die sehr unvollständige Inschrift bedeutet haben mag, eineSchnellschrift ist in ihr so wenig zu finden, als etwa in den nordischenRunen, welche an Kürze den von Dr. Gomperz und Mitzschke recomponiertenZeichen nicht nachstehen, und von Abkürzungen ist keine Spur vorhanden.

Hiezu tritt der Umstand, dass, während in der christlichen Zeit öftersNachrichten über die griechische Tachygraphie (Schnellschrift) vorkamen,dieselben in vorchristlicher Zeit fehlen. Plutarch, der die Aufnahme derRede des Cato als den Anfang der Schnellschrift bei den Römern erwähnt,schweigt nicht nur darüber, dass eine solche bei den Griechen vorhandengewesen, sondern er gibt auch eine Erklärung derselben: »Zeichen, welchein kleinen und kurzen Zügen die Bedeutung vieler Buchstaben in sichfassten«, welche beweist, dass ihm die Sache ganz neu war. Die steno-graphisch aussehende Unterschrift auf dem von Böckh veröffentlichten Pa-pyrus aus dem Jahr 105 n. Chr. (H. Gr. S. 13) ist von Karl Wessely in

Faulmann, K., Geschichte und Litteratur der Stenographie. 2