ULB Düsseldorf +4170 979 01 GESCHICHTE UND LITTERATUR V DER STENOGRAPHIE VON KARL FAULMANN, K. K. PROFESSOR, LEHRER DER STENOGRAPHIE, RITTER ETC. ETC. ALLE RECHTE £] VORBEHALTEN. Verlas Wien. erlag von A. Pichlers Witwe & Sohn, V., Margaretenplatz 2. GESCHICHTE UND LITTERATUR DER STENOGRAPHIE VON KARL FAULMANN, K. K. PROFESSOR, LEHRER DER STENOGRAPHIE, RITTER ETC. ETC. ALLE RECHTE VORBEHALTEN. Wien. Verlag von A. Pichlers Witwe & Sohn, V., Margaretenplatz 2. 1 ■■' ..\;ii)i ;s- \ 11 W) s r \DT- i! :n.io'i ÜF-X Dt ISSI-Ll )OK| ; a.j.aow K. und k. Hofbuchdruekerei Karl ProchaBka in ToBchen. Vorwort. Das Bedürfnis, dem-.gesprochenen Worte durch die Schrift folgen zu können, äußerte sich bald nach Erfindung der Buchstabenschrift auf eine zweifache Weise: I. in einer natürlichen Entwicklung der Schrift durch flüchtige Zeichnung und Verbindung der Zeichen (Cur- sivschrift), 2. in der künstlichen Aufstellung von Abkürzungen der Wörter in der Schrift oder von eigenen kurzen Laut-, Silben- und Wortzeichen. Es mag also schon die Cursivschrift diesem Bedürfnisse ihre Entstehung verdanken, ohne jedoch das eigentliche Ziel erreichen zu können; denn sie hat das Schreibgeschäft im allgemeinen nicht kürzer, sondern nur bequemer gestaltet. Wenn sich die Geschichte der Stenographie dennoch auch mit der Currentschrift befasst, so geschieht dies deshalb, weil sie Abkürzungen unterworfen wurde, welche das Nachschreiben erleichtern, und weil es endlich bis auf unsere Tage nicht an Versuchen gefehlt hat, die abgekürzte Currentschrift als Ersatz der Stenographie zu empfehlen, da mit gewohnten längeren Zeichen meist leichter gearbeitet wird als mit ungewohnten kurzen. Am meisten hat sich aber die Geschichte der Stenographie mit den kurzschriftlichen Zeichen xax e^v zu beschäftigen, welche das Gleichgewicht zwischen Schrift und Sprache, dieses durch die Currentschrift nicht erreichte Ziel, herstellen sollten, — also mit jenen künstlichen Zeichen, welche für Laute, Silben und Worte eigens aufgestellt wurden. Und gerade der Umstand, dass solcher Versuche eine große Anzahl entstand, bildet einen Beweis dafür, dass das Bedürfnis darnach vorhanden war. Hiebei konnte es nicht lange dauern, dass die kurzschriftlichen Bestrebungen sich auf wissenschaftliche Grundlage stellten, und in dem Momente, wo dies geschah, trat die Stenographie in den Geist der Gegenwart ein, der alle Künste und Gewerbe und selbst den Ackerbau auf wissenschaftliche Grundlagen verweist, der die Werkzeuge nach ihrer Leistungsfähigkeit prüft und erbarmungslos das nicht Bewährte, wenn es auch noch so ehrwürdigen Alters ist, verwirft. Dass die Currentschrift, welche nicht auf solchen Grundlagen ruht, dieses Schicksal noch nicht theilt, dankt sie einerseits ihrer Verbindung mit IV der Buchdruckerkunst, andererseits aber auch der Unfähigkeit der bestehenden Stenographiesysteme, an deren Stelle zu treten. Leider hat die Stenographie in dem Streben nach den höchsten Leistungen nur springen, nicht gehen gelernt, sie hat auf dem Gebiete der Abkürzungen mehr gearbeitet als auf dem Gebiete der Schrift. Die meisten Stenographien können ohne Abkürzungen gar nicht geschrieben werden. Es ist dies zwar sehr natürlich; denn der Mensch ist gewöhnt, stets die nächsten Bedürfnisse zu befriedigen, und diese lagen hier im Schnellschreiben. Erst als ihnen auf verschiedene Weise Rechnung getragen war, konnte man ruhigeren Geistes Umschau halten unter den Errungenschaften und finden, dass das Ziel auch auf weniger gewaltthätige Weise zu erreichen war. So entstand die stenographische Vollschrift, welche für gewöhnlich jeden Laut schreibt und nur beim Nachschreiben der schnellen Rede zur Abkürzung greift. Damit wäre die Frage gelöst, welchen Inhaltes jene Schrift sein sollte, welche an Stelle der gewöhnlichen Currentschrift zu setzen wäre; aber es ergab sich die weit schwierigere Frage, welches von den verschiedenen Systemen das geeigneteste sei, das Erbe der Currentschrift anzutreten. Diese Frage zu entscheiden, ist bisher noch nicht gelungen, weil der berufene Richter fehlt. Am berufensten dazu scheinen die Stenographen selbst zu sein. Aber der Stenograph hat gewöhnlich jene Schnellschrift gelernt, die ihm zufällig begegnete, sei es, dass er sie in einem Buche fand, sei es, dass sie ihm von einem Bekannten oder in der Schule gelehrt wurde. Es wurde ihm gesagt, dass dies die beste Stenographie sei, und er glaubte daran, er hielt ihre Regeln für Offenbarungen einer höheren, ihm bisher unbekannt gebliebenen Weisheit, er lernte mit Eifer, übertraf seine Collegen und wurde oft eine Autorität in seinem System. Gelang es ihm, Fertigkeit im Nachreiben schneller Reden zu erlangen, so schrieb er dies weniger seinem Fleiße als vielmehr den Vorzügen seines Systems zu, und wenn er dieses Ziel nicht erreichte, so genügte ihm die Thatsache, dass andere es erreicht hatten, um sein System für das allein zum Nachschreiben befähigende zu halten. Da gegenwärtig das Streben vorherrscht, die Stenographie zum Gemeingut zu machen, so ist ein fanatischer Anhänger eines Stenographie-Systems der Feind jeder anderen Stenographie; er hält sie für überflüssig, ja für schädlich, weil er glaubt, sie hindere sein System, das einzig anzuwendende zu werden. Geht aber dennoch ein solcher Stenograph tiefer in ein anderes System ein, so wird er dies stets mit dem Maße seines eigenen Systems messen. Er wird Zeichen unschreibfiüchtig finden, weil er sie nicht gewöhnt ist, er wird die Kürze tadeln, weil seine ausführlichere Schreibung ihm lesbarer erscheint, er wird die Einfach- V heit tadeln, wenn seine Schrift durch verwickelte Regeln kürzer ist, er wird die Schrift schwer lesbar finden, weil sein Auge nicht daran gewöhnt ist, und vor allem wird er sie zum Nachschreiben weniger o-eeignet finden, weil er mit der neuen ungewohnten Schrift nicht so schnell schreiben kann als mit seiner alten gewohnten. Es ist allgemein bekannt, wie in Deutschland sich die Stenographiesysteme von Gabelsberger und Stolze und wie beide vereint alle neueren Systeme bekämpfen; aber auch in England erklärte Herr Thomas Allen Reed als Vorsitzender des ersten internationalen Stenographen-Congresses, dass der Furor theologicus von dem Furor stenographier übertroffen werde und er bezeichnete es als einen Fortschritt der Zeit, dass sich zu dem Congresse die Vertreter der verschiedensten Systeme r „^ on hatten, dass man somit zu der Überzeuguno- p- e - zusammengefunden naru-ii, u<* _ s & s kommen sei, es könne jemand nach einem anderen Systeme die Ste- noo-raphie schreiben und doch nicht nur ein tüchtiger Stenograph, sondern sogar auch ein achtenswertes Mitglied der Gesellschaft sein. In Deutschland Hegt allen stenographischen Systemen eine cursive Form zu Grunde, in England ist eine geometrische Schrift die vorherrschende. Trotzdem es nun in England mehr Berufstenographen gibt als in Deutschland, sind die deutschen Stenographen doch der Ansicht, die geometrische Schrift sei unschreibfiüchtig und zum Nachschreiben von Reden nicht geeignet, und bei dem erwähnten ersten internationalen Congresse gestand ein deutscher Stenograph, Herr Bäckler aus Berlin, dass er mit Staunen bemerkt habe, mit welcher Leichtigkeit sich die Engländer der stenographischen Schrift bedienen. Es geht hieraus hervor, dass die Urtheile von Stenographen über die Verwendbarkeit einer Kurzschrift zum Nachschreiben schneller Reden sehr abweichend von einander sind, und das Gleiche gilt von der Frage der Erlernbarkeit und sonstigen den Wert einer Schnellschrift bestimmenden Fragen. Unter diesen Umständen kann es für die Geschichte der Steno- o-raphie keinen anderen Weg geben als den der naturwissenschaftlichen Methode, welche die stenographischen Systeme als wissenschaftliche Probleme auffasst, von denen jedes das Recht hat, zu bestehen und entwickelt zu werden, und an welche sich nur e i n Maßstab anlegen lässt nämlich der der praktischen Logik, welcher vor allem untersucht, 1 die aufgestellten Lehrsätze auch wirklich durchführbar sind. Diesen We°- hat auch das vorliegende Werk eingeschlagen, und es will, ebenso wie mein im Jahre 1887 in demselben Verlage erschienenes Buch »Historische Grammatik der Stenographie«, auf welches ich vielfach unter »H Gr « verwiesen habe, die Handhaben dazu bieten, die oben erwähnten Fragen zur Lösung zu bringen. Beide Werke sind gewissermaßen als ein Ganzes zu betrachten: in der »Historischen Grammatik« VI sind die Alphabete, Verbindungs- und Kürzungsregeln der verschiedenen stenographischen Systeme aller Völker und Zeiten zusammengestellt, die »Geschichte und Litteratur« liefert hiezu die geschichtlichen und bibliographischen Erläuterungen. Möge jedes dieser beiden Werke, wenn auch auf Anregung der Verlagshandlung, so doch meinen tiefsten Überzeugungen und gründlichen Studien entsprossen, die Stenographen aller Systeme wie jeden Gebildeten in den Stand setzen, über diesen Zweig der Cultur- geschichte sich ein klares Bild zu machen, und mögen beide Werke vereint jene Orientierung über Wesen und Geschichte der Stenographie bieten, welche die Kenntnis und Verbreitung dieser nützlichen Kunst zu befördern vermag! Meinem Streben und Arbeiten würde dadurch der höchste Lohn zu Theil werden. Wien, im Mai 1894. Prof. Karl Faulmann. D as Ableben des Verfassers während der Drucklegung des achten Textbogens veranlasste die Verlagsbuchhandlung, die Correc- tur der letzten Bogen des Werkes, dessen Manuscript abgeschlossen vorlag, sowie die Fertigstellung des nur fragmentarisch hinterlassenen Registers und des Inhaltsverzeichnisses dem Gefertigten anzuvertrauen. Form und Inhalt dieser meiner engbegrenzten Mitarbeit, welche nur dazu dienen sollte, das hinterlassene Werk eines in jedem Falle hervorragenden Fachmannes in die Welt treten zu lassen, wahren mir naturgemäß die volle Freiheit des Urtheils über die Anschauungen des Verfassers, insbesondere dort, wo meine Stellung als treuer Anhänger der Kunst Gabelsbergers Meinungsverschiedenheiten und ablehnende Kritik rechtfertigen und begründen würden. Im Übrigen hat sich der Gefertigte mit vollster Gewissenhaftigkeit der ihm gewordenen Aufgabe unterzogen, welche nur durch den Umstand erschwert wurde, dass ihm bei der Revision nicht alle dem Verfasser selbst vorgelegenen Materialien zur Verfügung standen; auf Rechnung dieses Umstandes möge es daher gesetzt werden, wenn sich dennoch hie und da ein kleiner Irrthum eingeschlichen haben sollte. Wien, im August 1894. Max Fischer. Inhalt. Seite Schrift und Sprache ................. i Litteratur................... 5 Quellen zur Geschichte der Stenographie ......... 6 Litteratur................... 7 Die römischen Noten................. 9 Litteratur..... ............. 15 Die altgriechische Tachygraphie............. ij Litteratur . ................. 18 Die hebräischen Abkürzungen.............. ig Litteratur . . •................ ig Die Stenographie vom 10. bis Ende des 16. Jahrhunderts .... 19 Litteratur................... 21 Die Stenographie im 17. Jahrhundert........... 21 (England, S. 21; Frankreich, S. 24; Niederlande, S. 25; Deutschland, S. 25; Schweden, S. 26; Amerika, S. 27.) Litteratur................... 27 Die Stenographie im 18. Jahrhundert........... 28 (England, S. 28; Frankreich, S. 34; Deutschland, S. 36; Niederlande, S. 38; Schweiz, S. 38; Schweden, S. 38; Italien, S. 38; Russland, S. 38.) Litteratur................... 38 Die Stenographie im 19. Jahrhundert........... 40 Englische Stenographie................. 40 Litteratur................... 51 Deutsche Stenographie................. 68 (Vor Gabelsberger, S. 68; Gabelsberger, S. 70; Stolze, S. 73; Arends, S. 87; Roller, S. 91; Lehmann, S. 91; Faulmann, S. 91.) Litteratur................... 98 Niederländische Stenographie............... 118 Litteratur................... 119 Nordische Stenographie................. 119 Litteratur................... . 121 Französische Stenographie....... ........ 122 Litteratur................... 131 Italienische Stenographie................ 136 Litteratur................... 139 VIII Seite Lateinische Stenographie................ I4 1 Litteratur................... 142 Spanische Stenographie................. 14 2 Litteratur................... 144 Portugiesische Stenographie............... 144 Litteratur.................... 145 Rumänische Stenographie................ 145 Litteratur................... 146 Neugriechische Stenographie............... 146 Litteratur................... 147 Slavische Stenographie................. 147 Litteratur......... ......... 150 Ungarische Stenographie................ 152 Litteratur................... 154 Finnische Stenographie................. 156 Litteratur................... 156 Die Stenographie hei anderen Völkern............ 156 ßlindenstenographie.................. 158 Musikalische Stenographie................ 158 Litteratur................... 158 Namen- und Sachregister................ 159 Schrift und Sprache. DIE Schrift hat die Aufgabe, die Sprache in sichtbaren Zeichen darzustellen oder festzuhalten. Ohne Sprache gibt es keine Schrift. Eine Zeichnung, welche einen Gegenstand ohne Rücksicht auf dessen Benennung darstellt, liefert ein Bild, wie z. B. die Gestalt eines Thieres, welche der Buschmann, einem inneren Drange folgend, in Stein kratzt. Ein solches Bild kann Schrift werden, wenn die Absicht, den Namen hervorzurufen, damit verbunden wird. In dieser Weise gaben die Mexikaner auf ihren Gemälden den Personen Bilder bei, welche deren Namen bezeichneten; diese allein sind die mexikanische Schrift. Die Schrift hat vor dem Bilde den Vorzug, dass man die Schriftzeichen versteht, wenn man die Sprache kennt, Bilder unbekannter Ereignisse sind aber ohne mündliche Erklärung unverständlich. Daher stehen wir den mexikanischen Bildern verständnislos gegenüber, weil uns die Erklärung fehlt. Die Chinesen gaben schon früh ihren Bildzeichen L autzeichen bei, um Missverständnisse zu vermeiden, da ein Bild verschiedene Wörter vertreten kann. In der Folge wurden die Bildformen vernachlässigt und der Lautwert allein beachtet, weshalb die heutigen chinesischen Zeichen keine Spur mehr von Bildzeichen, sondern nur in bestimmter Ordnung zusammengefügte Striche zeigen, welche einen vereinigten Laut- und Begriffswert darstellen. Dagegen erhielt sich bei den Ägyptern die Bildform auch in den Lautzeichen. Ein entwicklungsgeschichtlicher Übergang von der Wortschrift zur Silbenschrift und Buchstabenschrift ist nicht vorhanden. Es sind wohl in Japan und in der Keilschrift aus Wortschriften Silbenschriften gebildet worden, aber keine Buchstabenschrift. In der ägyptischen Schrift wurden Wortzeichen, Silbenzeichen und Lautzeichen bunt durch einander verwendet, ohne dass man zu einer reinen Buchstabenschrift gelangte; selbst die demotische Schrift, welche keine Bildformen mehr besitzt, bildet ein solches Gemenge. Die Entstehung der Buchstabenschrift liegt im Dunkeln. Dass ihre Lautzeichen ursprünglich Bildzeichen waren, ist höchst wahrscheinlich, aber ihre Entwicklung aus der ägyptischen Schrift, wie sie die Ägyptologen {Rouge, Brugsch u. a.) nachweisen wollten, kann vor einer ernsten Kritik nicht bestehen; auch der Nachweis, dass sämmtliche Buchstabenschriften aus einer Quelle stammen sollen, wie ihn Lenormant versuchte, ist nicht gelungen. Thatsache ist nur, dass die Buchstabenschrift vor mehr als 2500 Jahren in Phönicien im Gebrauch war, wo sie aus 22 Kaulmann, K., Geschichte und Litteratur der Stenographie. I 2 Schrift und Sprache. Lautzeichen bestand; aber auch andere Völker besassen Lautreihen von mehr oder weniger Zeichen, die nordischen Runen hatten deren nur 16. Die Buchstabenschrift hat dieZeichen ganz vom Begriff abgelöst und auf den Laut beschränkt. Dadurch ist die Schrift sehr einfach geworden, aber indem ein mehr oder weniger zusammengesetztes Zeichen nur einen Laut vertritt, während mehrere Laute (z. B. Vocal und Consonant) auf einmal ausgesprochen werden, ist das Schreiben hinter dem Zeitmaß des Wortes zurückgeblieben. Dies wurde in einer Zeit nicht beachtet, wo das Schreiben selbst eine wenig gekannte und destomehr angestaunte Kunst war, man pries die Geschicklichkeit der Schreiber in orientalischen Übertreibungen (z. B. Baruch schrieb in ein Buch aus dem Munde Jeremias alle Worte des Herrn, die er zu ihm geredet hatte), welche später mit Unrecht als Zeugnisse für das Vorhandensein einer Schnellschrift aufgefasst worden sind. Allerdings ist bei geschickten Schreibein stets das Streben vorhanden, ihre Fertigkeit in ungewöhnlichem Grade zu steigern, selbst auf Kosten der Vollständigkeit der Schrift. Diesem Streben verdanken die ägyptische hieratische Schrift und die chinesische Pflanzenschrift ihre Entstehung (Historische Grammatik der Stenographie, S. 9/10), auch in der griechisch-römischen Buchstabenschrift führte dies Streben zur Bildung der Cursivschrift (ebenda S. 13) sowie zur Anwendung von Abkürzungen. Aber die Cursivschrift zeigte schon vor 2000 Jahren denselben Charakter der Undeutlich keit, den sie heute besitzt. Ein mit solcher Schrift bedecktes Wachstäfelchen, welches in einem Bergwerke Ungarns gefunden worden ist, konnte bis heute noch nicht vollständig entziffert werden; es theilt das Schicksal mancher Schriften unserer heutigen Gelehrten, welche auch kaum zu entziffern sind. Im allgemeinen ist die jetzige Druckschrift gut zu lesen, da ihre Zeichen, im Stahlstempel mit grösster Genauigkeit gebildet, in der Buchdruckertype ebenso genau und gleichmässig sich wiederholen, obgleich auch hier j und f, n und u für schwache Augen schwer zu unterscheiden sind. Aber weder die Form dieser Buchstaben, noch die getrennten Gestalten derselben eignen sich zu einem einigermassen schnellen Schreiben, weshalb zu letzterem die vereinfachten und verbundenen Züge der Schreibschrift verwendet werden. Auch bei dieser erfordern selbst die einfachen gemeinen Buchstaben noch immer 3—8 Handbewegungen, im Durchschnitt 5^2, die großen Anfangsbuchstaben noch mehr. Ein fertiger Schreiber liefert in der Minute 20—25 Worte nach einem Dictat (in dem Stenographenbureau Gumey in London schreiben zwei Currentschreiber 2800 Worte in der Stunde, also jeder 23-3 in der Minute). Da nun die langsamste Rede 60—70 Worte in der Minute ergibt, schnelle Redner bis 150 Worte in der Minute sprechen, also sechsmal soviel als ein Currentschreiber liefern kann, so ergibt sich, dass die Currentschrift nicht geeignet ist, die Sprache in Zeichen festzuhalten, wenn ein Redner spricht, in dieser Hinsicht also der Aufgabe der Schrift nicht gerecht wird. Mit Hilfe von Abkürzungen kann allerdings die Schreibgeschwindigkeit erhöht werden und es ist zu allen Zeiten einzelnen geschickten Schreibern gelungen, selbst Reden nachzuschreiben. Aber die Undeutlichkeit schnell geschriebener Currentschrift steigert sich bei der Anwendung von Abkürzungen und daher haben solche abgekürzte Currentschriften nur eine sehr beschränkte Anwendung gefunden. Nur eine größere Verein- Schrift und Sprache. 3 fachung der Schrift zeichen macht einen Ausgleich zwischen der Schnelligkeit der Schrift und Sprache möglich. Stellt man an Stelle des Currentalphabets ein einfacheres auf, dessen Zeichen I —3 Handbewegungen, im Durchschnitt 2, erfordern, so wird die Schrift dreimal kürzer als die Gurrentschrift und geeignet sein, eine langsame Rede von 60—70 Worten in der Minute lautgetreu nachzuschreiben. Da ein schnelleres Sprechen nur auf Kosten der vollständigen Aussprache jedes Lautes erfolgen kann, der Redner somit die Sprache verkürzt, so kann eine entsprechende Verkürzung der vereinfachten Schrift auch bei schnellen Rednern das Gleichgewicht zwischen Schrift und Sprache herstellen. Der erste, der dieses Columbusei der Schrift frage richtig auf- fasste, war der französische Geistliche Cossard im 17. Jahrhundert. Erblieb unverstanden, wahrscheinlich weil man, an die breitspurigen Formen der Gurrentschrift gewöhnt, von der Einfachheit seiner Schriftzüge Undeutlichkeit befürchtete, zumal bei ihm lautverschiedene Zeichen, wie b c d, sich nur durch die Grösse unterscheiden. Mehr Anklang fand sein Vorgänger, der englische Geistliche John Willis, vielleicht gerade weil seine Zeichen, aus geometrischen Figuren gebildet, zwar schwerfälliger, aber besser unterscheidbar waren. Aber die englische Schule betrat den natürlichen Entwicklungsgang der Cossard'schen Schrift nicht. In der Hast, das höchste Ziel, das Nachschreiben der schnellsten Rede, bald zu erreichen, unterließ sie es, eine Vollschrift zu Grunde zu legen, sie verlegte die Abkürzung schon auf den Anfang und befestigte somit die Anschauung, dass die übliche Gurrentsehr ift für den gewöhnlichen Gebrauch beizubehalten, und nur für das S ebne lischreiben eine eigene Schrift, die Stenographie, anzuwenden sei; ja sie gab sogar Anlass, mit dem Begriff der Kurzschrift den der Geheimschrift zu verbinden {Everardt spricht 1658 von der Kunst des Kurz-, Schnell- und Geheimschreibens mittelst Zeichen, Bridges betitelt 1659 sein Buch: Stenographie und Cryptographie), um den Büchern einen besseren Absatz zu verschaffen. Dennoch gebürt England die Anerkennung dafür, dass es den kurzschriftlichen Gedanken zuerst wieder angeregt und gepflegt hat, so dass allmählich bei den Gewohnheitsmenschen ein Verständnis dafür zu erwachen begann, dass es ausser der ererbten Currentschrift noch eine andere bessere Schrift geben könne. Dieses Verdienst gewinnt an Bedeutung durch die Thatsache, dass die Nachbarländer zwei Jahrhunderte hindurch den kurzschriftlichen Bestrebungen Englands fast verständnislos zusahen und selbst Nachahmungen wenig Anklang fanden. Bei dem Wetteifer der Schriftsteller auf diesem neuen Gebiete konnte es nicht fehlen, dass das Verhältnis der Laute zur Schrift näher ins Auge gefasst, und indem man bei der Zeichenauswahl die Frage »warum« aufwarf, eine wissenschaftliche Grundlage der Schrift angestrebt wurde. Schon Willis ersetzte die durch gedankenlose Pedanterie ins Leben gerufene Orthographie der Currentschrift durch die rein lautliche Schreibung, er erdachte auch ein sinnreiches Mittel, den Vocal mit dem Consonanten gleichzeitig zu bezeichnen. An ihn schloss sich der deutsche Gabelsberger an, der als Zeichenmaterial die Theilzüge der im Laufe der Jahrhunderte unter dem Einflüsse der Schreibflüchtigkeit entstandenen Currentschriftformen zwar nicht zuerst auffand, aber doch zuerst siegreich in die Kurzschrift einführte und das Kürzungsverfahren zu einem logischen System erhob. 1* 4 Schrift und Sprache. Durch die verschiedenen Systeme der Stenographie, welche im Nachschreiben von Reden erprobt wurden, ist die Möglichkeit, dem schnellsten Worte mit der Schrift zu folgen, erwiesen worden. Hätte die Kurzschrift keine andere Aufgabe, so wäre ihr Ziel erreicht und das Aufstellen neuer Schriften wäre schon lange überflüssig geworden. Aber die Stenographen, nicht damit zufrieden, sich ob ihrer Handfertigkeit als Schreibkünstler anstaunen zu lassen, haben das Bedürfnis nach Schnellschrift in weitere Kreise getragen und die wissenschaftliche Schriftfrage immer wieder angeregt; sie haben damit Wünsche entfacht, welche die früheren Systeme nicht erfüllen konnten, und diese neuen Fragen drängen zur Lösung. Die wissenschaftliche Frage konnte erst in neuerer Zeit ernstlich in Angriff genommen werden, seit die Sprachwissenschaft und die-Physiologie die Natur der Laute und ihre Verwandtschaft klar gestellt haben. Bei dieser Gelegenheit haben Physiologen, wie Brücke und Merkel selbst neue Schriften aufgestellt, aber diese sind weitläufiger als die Currentschrift, mussten daher von den Stenographen bei Seite gelassen werden, wie sie auch von anderer Stelle bei. Seite gelassen worden sind. Jedenfalls stand bei diesen Gelehrten die Schaffungskraft nicht im Einklang mit ihrem Wissen, sie hätten vielleicht Brauchbareres geschaffen, wenn sie sich mit dem auf dem Gebiete der Stenographie Geschaffenen vertraut gemacht hätten. Daher wäre es auch sehr irrig, aus diesen Fehlgriffen zu schließen, d a s s die Kurzschrift wissenschaftlich nicht behandelt werden könne. Die Currentschrift, welche der Sprache nachhinkt, konnte der Wissenschaft entbehren, ebenso jede Stenographie, welche mit Gewaltmitteln die Wörter verkürzt, aber nicht jene Schrift, welche bei vollständiger Bezeichnung dem massig schnell gesprochenen Worte folgt und dem schnell gesprochenen mit logischer Vereinfachung nacheilt, denn eine solche Schrift kann nur entstehen, wenn die Zeichen sich leicht und schnell zu einem lautlich vollständigen Wortbilde vereinigen und diese Wirkung kann nur erzielt werden, wenn die Ursachen, die Zeichen, geeignet sind, alle jene Verbindungen einzugehen, welche ihre Laute eingehen. In diesem Falle wird die schaffende Kraft, nämlich die Wissenschaft, so wenig hervortreten, dass der Lernende sie kaum merkt, dass er für natürlich hält, was Kunst und Wissenschaft geschaffen haben. Dadurch unterscheidet sich die echte Wissenschaft von der falschen, die aus der Grammatik ihre Ausdrücke entlehnt, mit Stammsilben nnd Formsilben, mit Anlaut, Inlaut und Auslaut, mit Declination und Conjugation etc., viel Geschrei macht, um regelwidrige Verbindungen und willkürliche Abkürzungen zu verdecken und die glauben machen will, durch die Stenographie lerne man die Sprachregeln erkennen. Diese falsche Wissenschaftlichkeit der Stenographie ist von Dr. Steinbrink gebürend beleuchtet worden. Durch die Agitation der Stenographenvereine, begünstigt durch das in neuerer Zeit allgemein gewordene Streben nach Zeitersparnis, hat die Stenographie gegenwärtig noch in dem unvollkommenen Zustande, wo sie die Currentschrift noch nicht ersetzen kann, eine große Verbreitung erlangt. Aber der Nutzen, den sie in vielen Lebenslagen unläugbar bietet, wird durch die Nothwendigkeit der Uebertragung in Currentschrift, welche eine doppelte Arbeit verursacht, so abgeschwächt, dass im Jahre 1866 ein Gabelsberger'scher Stenograph, August Kretschmar, den Beweis der Schrift und Sprache. 5 fast gänzlichen Wertlosigkeit der Stenographie für den allgemeinen Verkehr zu erbringen versuchte. Das war zu weit gegangen. Aber der große Denker, Graf Moltke, lehnte das Ansinnen, die Stenographie beim Militär einzuführen, mit der sehr richtigen Bemerkung ab, dass die Stenographie erst dann ihren vollen Wert erlangen werde, wenn sie allgemein gelehrt und verstanden wird, denn »die Befehle, welche an Untergebene der verschiedensten Bildungsstufen ergehen, müssen schnell und vollständig verstanden werden und dürfen die Kenntnis der Kurzschrift nicht voraussetzen«. Der Beweis, dass die Stenographie, ohne ihre höchste Aufgabe, der schnellen Rede zu folgen, zu gefährden, selbst in den Elementarschulen gelehrt werden kann, ist bereits in einem System in Deutschland und in zwei Systemen in Frankreich geliefert worden. Infolge dessen hat sich der Internationale Stenographen-Congress in Paris dahin ausgesprochen, dass die Stenographie in den Elementarschulen einzuführen sei. Große und nützliche Bestrebungen können durch Gegenströmungen wohl verzögert, aber nicht beseitigt werden und daher darf man sich der Hoffnung hingeben, dass die Stenographie, welche sich bisher den Ruf einer nützlichen Nebenschrift erworben hat, weiter gedeihen und den ihr zukommenden Rang als Haupt- und Allgemeinschrift erlangen wird, denn dann wird das Verhältnis von Sprache und Schrift nach wissenschaftlichen und praktischen Grundsätzen befriedigend geregelt sein. Uebrigens ist diese Frage, welche in Europa so viel Streit hervorgerufen hat, in Amerika im vorigen Jahre (1893) in der einfachsten Weise gelöst worden, indem die französischen Missionäre den Indianern Lesen und Schreiben mittelst Duploye's Stenographie lehren. Amerika, du hast's doch besser, Als unser Continent, der alte. Litteratur. Emanuel Vicomte de Rouge, Memoire sur l'origine egyptienne de l'alphabet phenicien, Paris 1859. Heinrich Karl Brugsch, Über die Bildung und Entwicklung der Schrift (in Michaelis' Zeitschrift für Orthographie, 1864, und im 64. Heft der Sammlung gemeinnütziger wissenschaftlicher Vorträge, 1868). Franz Joseph Lauth, Über den ägyptischen Ursprung unserer Buchstaben und Ziffern (Bayerische Akademie der Wissenschaften, 1867). Francois Lenormant, Essai sur la propa- gation de l'alphabet phönicien dans l'ancien monde, Paris 1872. Karl Faulmann, Neue Untersuchungen über die Entstehung der Buchstabenschrift, Wien 1876. Ders., Das Buch der Schrift, 1878, 2. A. 1879. Ders., Die Phonographie in ihrem Verhältnis zur Currentschrift und zur Stenographie, 1878. Ders., Illustrierte Geschichte der Schrift, 1879. Ders., Über die Schreibflüchtigkeit, 1888. Dr. Weber, Histoire de l'Ecriture, Paris 1883. Ernst Wilhelm Brücke, Neue Methode der phonetischen Transscription, Wien 1863. Dr. C. L. Merkel, Physiologie der menschlichen Sprache, Leipzig 1866. Dr. A. Lade, Die Wissenschaftlichkeit der stenographischen Zeichen vom physiologischen Standpunkte, Wien 1892. Dr. Steinbrink, Über die Wissenschaftlichkeit auf dem Gebiete der Stenographie, Berlin 1879. Karl Faulmann, Graf Moltke's Urtheil über die Stenographie, Wien 1892. Bureau de Congres, Compte rendu du deuxieme congres internationale de Stenographie, tenu ä Paris du 11 au 17 Aoüt 1889, Paris 1890. Quellen zur Geschichte der Stenographie. Quellen zur Geschichte der Stenographie. Die Quellen zur Geschichte der Stenographie bestehen einerseits in den Lehrbüchern, anderseits in den Nachrichten über die Erfinder von Kurzschriften und über die Anwendung der Kunst. Die ersten Nachrichten über die Schnellschreibkunst lieferten der römische Grammatiker Marcus Valerius Probus (i. Jahrb.), die Kirchengeschichte des Eusebius (2. Jahrh.) und der spanische Bischof Isidor (6. Jahrh.). Eine Zusammenstellung der Nachrichten der Alten über die Schnellschreibkunst gab im 16. Jahrh. der gelehrte Belgier Joest Lips (Justus Lipsius) in seinem 27., an P. Leonardo Lessius gerichteten, Briefe. Dieser Brief ist von den späteren Geschichtsschreibern der Stenographie fleißig und meist kritiklos benutzt worden, obgleich sein Verfasser, da er die altrömische Schnellschrift nicht kannte, eine Unterscheidung zwischen schnellem Schreiben und zwischen eigentlicher Kurzschrift zu machen nicht in der Lage war. Den ersten Versuch einer Geschichte der neueren Stenographie lieferte im 17. Jahrh. der englische Lehrer Elisha Coles in seinem Lehrbuche der Stenographie, indem er die vor ihm aufgetretenen Stenographie-Erfinder aufzählte und eine Tafel mit Alphabeten gab. Im 18. Jahrb. gab der gelehrte Philip Gibbs in seinem Lehrbuche eine Geschichte der Stenographie der Alten. Ihm folgte Angell mit einer geschichtlichen Einleitung in seinem Lehrbuche, welche den berühmten Samuel Johnson zum Verfasser haben soll. In der Folge pflegten öfter Verfasser von Lehrbüchern geschichtliche Einleitungen zu geben. Das erste selbständige Werk über die Geschichte der Stenographie veröffentlichte James Henry Lewis 1815, der eine reiche Zahl von Lehrbüchern der Stenographie gesammelt hatte und sein Werk mit 73 Alphabeten stenographischer Systeme schmückte. Zwar behauptete Roffe, der eigentliche Verfasser dieser Geschichte sei Hewson Clarke gewesen, doch war dieser wahrscheinlich nur der stilistische Helfer, denn die in diesem Buche enthaltenen Urtheile über die Systeme konnte doch nur ein Stenograph liefern. Die erste deutsche Geschichte der Stenographie findet sich in dem Lehrbuche des Archivrathes Leichtleu (1819), die erste französische bei Foss6 (1829), letztere wurde vom Major Iwanin in seinem Lehrbuche der russischen Stenographie verwendet. Auch Gabelsbcrger und Stolze schickten geschichtliche Einleitungen ihren Systemen voraus. Ein selbständiges Werk über französische Stenographie verfasste das Mitglied der Societe des Methodes d'Enseignement, Scott de Martinville; es wurde 1849 von Tondeur herausgegeben. 1855 folgte Dr. Franz Julius Anders mit einer deutschen Geschichte der Stenographie, welche sich auf selbständige Studien stützte und mit der leider wenig beachteten Bemerkung schloss: »Nur die Geschichtsforschung bewahrt vor Einseitigkeit, macht duldend gegen Andersdenkende und empfänglich für das Gute, was diese lehren. Die Mutter der Intoleranz aber heißt Einseitigkeit.« Gestützt auf die reichhaltige Bibliothek des königl. stenographischen Institutes zu Dresden schrieb Dr. Julius Waldemar Zeibig 1863 eine »Geschichte und Literatur der Geschwindschreibkunst«, welche besonders die Nachrichten über die Geschwindschrift der Alten kritisch beleuchtet und ein reiches Literaturverzeichnis enthält; die zweite Auflage (1874) brachte auch Schriftproben. Für Quellen zur Geschichte der Stenographie. 7 England wurde Pitman's Geschichte der Stenographie maßgebend, welche in der dritten Auflage (1891) Ergänzungen bis in diese Zeit erhalten hat; sie enthält Alphabete und einige Schriftproben, in den Ergänzungen auch Analysen der Systeme mit eingedruckten Schriftzeichen. Eine Geschichte der Stenographie von Mathias Levy (1862) enthält keine Alphabete und Schriftproben, aber manche nützliche Einzelnheiten. Im Jahre 1869 unternahm das königl. stenographische Institut in Dresden die Herausgabe eines Quellenwerkes unter dem Titel »Panstenographikon« und unter der Redaction von H. Krieg- und Dr. Zeibig. Dasselbe kam jedoch nicht über den ersten Band hinaus, welcher in bunter Mischung Altes und Neues enthält. Während die älteren Geschichtswerke nur Alphabete enthielten, welche kein Urtheil über die Structur der Systeme ermöglichten, veröffentlichte Prof. H. Krieg in seinem Katechismus der Stenographie 1876 Schriftproben der Systeme, aber ohne Alphabete, daher ohne Schlüssel. In Faulmann's Historischer Grammatik der Stenographie (1887) sind Analysen der Systeme mit Alphabeten, Verbindungen, Kürzungen und Schriftproben gegeben, welche einen klaren Einblick in die Natur der Stenographiesysteme ermöglichen. Dieses Werk, auf welches in der vorliegenden Arbeit unter H. Gr. oft verwiesen ist, kann daher als Atlas zu der letzteren verwendet werden. In der neueren Zeit ist die Stenographie mehrfach Gegenstand der Specialforschung geworden, der wir schätzenswerte Aufklärungen über die Anfänge der Stenographie in England (von Dr. Westby-Gibson undjB. Pocknell) und Deutschland (von Alfred Junge) verdanken. Andererseits ist die Bibliographie der englischen Stenographie von Dr. Westby-Gibson in ausgezeichneter Weise behandelt worden, wie anderseits die deutsche stenographische Bibliographie nach Zeibig von Keil, Hödel und Peetz fleißig fortgeführt worden ist. In der jüngsten Zeit hat die stenographische Litteratur eine so starke Vermehrung erfahren, dass die Beherrschung derselben immer schwieriger wird. In dieser Beziehung ist die von /. E. Rockwell beliebte Anführung nur der Namen und Jahreszahlen kein glücklicher Wegweiser, denn er verführt zu der Annahme, dass soviele Systeme entstanden seien, als Namen gegeben sind, während dort, wo sich das Verzeichnis controliren lässt, manche Bearbeitungen schon bestehender Systeme erkannt werden. Ein noch so kurzer Titel, bei Neubearbeitungen die Angabe des Originalsystems, sind nothwendig, um die Natur der Arbeiten anzudeuten. Litteratur. Justi Lipsii Epistolae selectae. Leyden 1586-90, a. A. 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Isidor berichtet weiter: »In Rom hat zuerst Tullius Tiro, Cicero's Freigelassener, Noten aufgestellt, aber nur für die Vorsilben (praepositiones) ; nach ihm haben M. Vipsanius Philargyrus (hiernach ist der Name H. Gr. S. 19 zu verbessern) und Aquila, der Freigelassene des Maecen, noch andere hinzugefügt, endlich hat Seneca das Ganze abgeschlossen und durch Vermehrung der Notenzahl das Werk auf 5000 gebracht.« Lips fand einen Widerspruch darin, dass Isidor den Ennius und den Tiro als Erfinder nennt; dieser Widerspruch klärt sich jedoch dahin auf, dass die Römer unter »Noten« zwei verschiedene Arten von Schnellschriften zusammenfassten; 1. die Abkürzungen der Currentschrift Wörter durch ihre Anfangsbuchstaben, 2. eine von Tiro erfundene kurze Zeichenschrift. Das Wort Nota bedeutete »Kennzeichen, Merkmal, ein Zeichen, wodurch etwas deutlich gemacht wird«; infolge dessen entstand im Mittelalter aus notae musicae der abgekürzte Ausdruck »Noten« für Musikzeichen. Dieselbe Bedeutung hatten die griechischen Wörter ar^a, örj(j.eiov. Allerdings werden die Abkürzungen auch siglae genannt, welches Wort gewöhn- IO Die römischen Noten. lieh als zusammengezogen aus litterae singulae (einzelne Buchstaben) gedeutet wird, wofür Justinian's Satz in einer griechischen Constitution: 27][xstots iv ■qj ipayq, arrsp atyyXa? xaXoüai (Zeichen in der Schrift, welche man Singlen nennt), wenn aiffXaz kein Schreibfehler ist, zu sprechen scheint; dagegen erklärt Nicolai das Wort Sigla für zusammengezogen aus sigilla (kleines Signum d. i. Zeichen), zumal die Sigel nicht nur einzelne, sondern auch mehrfache Buchstaben waren, wie schon der Grammatiker Festus (2. Jahrh.) bemerkt: »Siglae waren Buchstaben, sowohl einzelne als zweifache«; dass aber das Wort Sigla den Ausdruck Nota für denselben Begriff nicht aus- schloss, beweist auch der Vers des Horaz (Oden IV., 8): Lieder können wir spenden Und preisen den Wert des Geschenkes, Nicht aber Marmorgestein mit eingehauenen Noten. Dass in den Grabsteinen keine fremdartigen Zeichen eingehauen wurden, lehrt der Augenschein an den zahlreichen noch vorhandenen Grabsteinen, welche häufig Anfangsbuchstaben statt des Wortes zeigen. Somit hatte Brisson (16. Jahrh.) Recht, als er Siglae, Ir^a. und Notae für gleichbedeutende Wörter erklärte. Die Angabe Isidor's, dass 1100 Abkürzungen aufgestellt wurden, stimmt ziemlich genau mit der Zahl der überlieferten Sigel überein; in der von Tacuin 1502 gedruckten Ausgabe des Probus finden sich 1032 Abkürzungen und Zahlzeichen, wobei die mehrfache Bedeutung der Abkürzungen nicht in Betracht gezogen ist; in der gleichfalls von Tacuin gedruckten Sammlung des Paulus Diaconus (Warnefried, 8. Jahrh.) befinden sich 1334) in Nicolais Zusammenstellung 800 Sigel. Der Anfang der Sammlung des Probus in dem angegebenen Druck zeigt folgende Wörter: A. Augustus, vel Aulus, vel Aut, vel Aliquando, vel Ager, vel Agrum, vel Aiunt. AA. Augusti, vel Augusta. AA. Augustalis. A. A. Apud Agrum, vel Aurum, Ar- gentum. AAA. Augusti. A. A. A. F. F. Acre, Argento, Auro, Flato Ferundo, vel Flavo Feriundo, A. A. A. F. F. QV. TY. Auri, Argenti, Aeris Flator Fäbricae Quirinalis Tyberiui. A. A. S. L. M. Apud Agrum Sibi 'L.ocum Monumenti. A. B. Alia Bona. ABN. AB Nepos. ABS. AB Solutus. A 1 B.V. A 1 Bono Viro. AB. V. C. AB Vrbe Condita. A. C. Alius Civis. AC. ACtio. ACC. ACCeptae. Der Punkt, welcher seither Abkürzungszeichen geworden ist, wurde von den Römern angewendet, um die Buchstaben nach Wörtern abzutheilen, er stand daher auch da, wo ein einzelner Buchstabe ein Wort bedeutete. Die Mehrzahl wurde durch Verdoppelung der Buchstaben ausgedrückt, z. B. M. Miles, MM. Milites, eine Umkehrung des Buchstabens zeigte das weibliche Geschlecht an, z. B. G Caius, D Caia, doch findet man auch T. vel F. Filia, P. Pupillus, PV Pupilla. Manche kurzschriftliche Zeichen scheinen jüngeren Ursprungs zu sein, z. B. E 9 . vel Ejus, ferner 3 für die Vorsilbe con, denn man findet auch CONIV. Conjunxit. 0 bezeichnet den Tod und beigefügt ist, dass dies das Theta sei (6«vaxo; bedeutet »den natürlichen Tod«), doch erklärt Wattenbach dies als einen Irrthum und behauptet, das Zeichen bedeute obiit, also ein durchkreuztes O. Die römischen Noten. j j Ob Ennius, wie Isidor behauptet, der Erfinder dieser Abkürzungen war, oder ob nach Probus die Senatsschreiber die Abkürzungen durch "Übereinkunft schufen, lässt sich heute nicht mehr entscheiden; sicher ist, dass der Gedanke, die Wörter abzukürzen, ein neuer war, denn man findet solche Abkürzungen weder in den indischen noch in den Schriften der Perser und Phönicier, und bei den Griechen nicht früher, als bis sie mit den Römern in Verbindung traten, und dies lässt annehmen, dass der Gedanke im Kopfe eines Erfinders (also Ennius) entstand. Neben diesen Abkürzungen bestand bei den Römern eine eigene /.eicnenschrift (H. G. S. 23 ff.), welche keineswegs eine natürliche Fortbildung jener war, sondern in einem gewissen Gegensatz zu ihnen stand; denn während die Buchstaben der Abkürzungen verschiedene Wörter vertreten konnten, hat hier jedes Zeichen eine unwandelbare Bedeutung und selbst wenn dasselbe Zeichen für mehrere Wörter gebraucht wird, so zeigt ein Punkt in verschiedener Stellung an, welches Wort zu lesen ist. Es ist sogar vermieden worden, die Buchstaben der Abkürzungen in der Zeichenschrift anzuwenden, (vgl. H. Gr. S. 20 und 23). Wird ein Wort durch mehrere Zeichen vertreten, so sind dieselben zu Monogrammen verschlungen, besondere Zeichen wurden für die Endungen beigefügt. Um diese Zeichenschrift zu lesen und zu schreiben, musste man so viel Zeichen auswendig lernen, als die römische Sprache Wörter und Namen hatte. Ihr Verhältnis zur Currentschrift war das von 1: 3 P 5 und wenn Martial den Stenographen mit den Worten feiert: Mögen die Worte eilen, die Hand ist schneller als jene, Noch hat die Zung' nicht ihr Werk, schon hat's die Rechte vollbracht, so mussten die römischen Stenographen eine grosse Fertigkeit im Schnellschreiben besessen haben. Dass Marcus Tullius Tiro der Erfinder dieser Zeichenschrift war, bestätigt auch die Chronik des Euscbius, wo es heißt: »M. Tullius Tiro, Cicero's Freigelassener, welcher zuerst die Noten erfunden hat, wurde auf dem Landgute zu Puteoli fast an hundert Jahre alt«. Zwar wird die Erfindung durch Plutarch dem Cicero selbst und durch Dio Cassius dem Maecen zugeschrieben, der sie durch seinen Freigelassenen Aquila habe lehren lassen, doch scheint hier, wie es in Rom üblich war, das Verdienst der Sclaven ihren Herren zugeschrieben zu sein und damit stimmt überein, dass Seneca gegen die Behauptung, die Philosophie sei die Mutter der Künste, sagt: »Was soll man von den Noten reden, vermittelst deren selbst die schnellste Rede aufgenommen wird, die Hand der flüchtigen Zunge zu folgen vermag? Sie sind das Werk der niedrigsten Sklaven. Die Weisheit freilich thront höher, sie schult nicht die Hand, sondern die Geister.« Neuere Stenographen haben sich an dem Ausdruck: villisimorum manci- pioruin (niedrigster Sclaven) gestossen und in Seneca's Worte einen achtungsvolleren Sinn zu legen versucht, doch entscheidet der Schlusssatz: die vornehmen Römer gaben sich nicht die Mühe, ihrer Hand die Fertigkeit zu verleihen, einer schnellen Rede zu folgen, sie überliessen derlei den Sclaven, welche sich auch die Zeichen dazu bil deten. Schon Lips hat gefunden, dass die Behauptung Isidors, Tiro habe nur Zeichen für die Vorsilben aufgestellt, dunkel sei, und doch waren diesem Gelehrten die Tironischen Noten, die er mit den Sigeln zusammenwarf, ihrer Form nach unbekannt. Der von Gruter veröffentlichte Codex scheint den Ursprung der Isidor'schen Ansicht darzulegen; er bringt an der Spitze 1 2 Die römischen Noten. die Zeichen der Vorsilben ab, de, di, dis, ex, ad, con, in, ob, per, pro, prae, re, se, sub, trans, und Isidor mochte dies für die Grundlage der Zeichenschrift halten; was Vipsanius Philargyrus und Aquila hinzugefügt, lässt er vollkommen im Dunkeln. Nun hat Dr. Zeibig schon darauf hingewiesen und jeder Stenograph wird ihm beistimmen, dass die Tironischen Noten ein einheitliches Gepräge haben und dass von einer stückweisen Aufstellung keine Rede sein könne. Zu dem fertigen Systeme konnten allerdings noch Noten hinzugefügt werden, wie denn die jüngeren biblischen Namen und christlichen Wörter eine den älteren heidnischen Noten vollkommen entsprechende Gestalt haben, bis erst in noch jüngerer Zeit die Notenbildung aufhörte, und Wörter, welche in den Verzeichnissen nicht vorhanden waren, mit Currentschrift eingeschrieben wurden. Es ist daher, namentlich mit Rücksicht auf die Stelle bei Dio Cassius anzunehmen, dass Vipsanius Philargyrus und Aquila diese Noten lehrten und dass Verzeichnisse unter ihrem Namen im Umlauf waren, wie ein solches den Namen Seneca's trägt. Den Anstoß zur Erfindung der Tironischen Noten scheint jene Stelle in Cicero's Redner (II, 93) anzudeuten, wo ein Beispiel gegeben wird, wie die Buchstaben A. F. P. R. auf dreierlei Weise gelesen werden konnten (Scaurus las: Actum Fide Publii Rutilii; Rutilius: Ante Factum, Post Re- latum; Cajus Caninius: Aemilius Fecit, Plectitur Rutilius). Diese Vieldeutigkeit mag zwischen dem Herrn und dem Sclaven oft besprochen worden und die Ursache gewesen sein, dass Tiro seine Zeichenschrift ersann. Ich habe (ohne besonderes Gewicht darauf zu legen) die Meinung ausgesprochen, dass die in den Verzeichnissen vorkommende Note für den Satz: Quousque tandem abutere, Catilina, patientia nostra von Tiro wirklich in der erhalten gebliebenen Weise (H. Gr. S. 22) geschrieben sei. Das ist von mehreren Seiten bestritten worden, indem behauptet wurde, jener Satz sei ein geflügeltes Wort in Rom geworden und die Note dafür erst später entstanden. Beweise für die Behauptung, dass dieser Satz in Rom häufig gebraucht wurde, sind nicht gebracht worden, der Citatenkenner Büchmanu gibt nur zwei Stellen (Sallust, Catilina 20, 4 und Livius 6, 18) an, wo das Wort Quousque tandem, aber nicht jener volle Satz vorkommt; ziehe ich noch in Betracht, dass überhaupt in den Tironischen Noten keine geflügelten Worte vorkommen, (z. B. wird man in den verschiedenen Redewendungen von periculum das periculum in mora vergebens suchen), ferner dass Cicero einmal sagt: »ich habe keineswegs dem Tiro dictiert, der ganzen Perioden zu folgen pflegt, sondern dem Spintharus silbenweise«, woraus hervorgeht, dass Tiro (ebenso wie der spätere Gabelsbergcr) ganze Sätze mit wenigen Zeichen zu erfassen pflegte, so finde ich keine Veranlassung, meine Meinung wegen solcher oberflächlichen Einwürfe zu ändern. Das 7. und 8. Gapitel des Gruter'sehen Verzeichnisses enthält Notenzeichen, welche eine ganz andere Tendenz haben, als die übrigen, nämlich Zeichen für die Selbstlaute a, e, i, o, u, und daran anknüpfend ein Sillabar: ba, bas, be, bes, bi, bis, bo, bos, bu, bus, borum, barum, ca, cas etc. In neuerer Zeit ist in Madrid ein Codex aufgefunden worden, welcher die Überschrift trägt: »Es beginnen die, zum Jugendunterricht, wie überliefert w r ird, von Seneca, dem Dichter von Cordoba, herausgegebenen Noten« und ein vollständiges Alphabet sowie ein Sillabar tironischer Noten enthält, das allerdings in Einzelheiten abweicht (H. Gr. S. 33). Dies ist nun die dritte Art der römischen Noten und wenn Isidor von den Noten sagt: »Sie wurden Noten genannt, weil sie die Wörter oder Silben durch festgesetzte Charaktere bezeichneten und zur Kenntnis der Leser brachten, Die römischen Noten. 13 und diejenigen, welche dieselben erlernt hatten, hießen Notare«, so hat er in den Anschauungen der späteren Zeit eine große Verwirrung angerichtet, indem man in jedem Notarius einen Stenographen vermuthete. Schon Dr. Zeitig hat mit Recht bemerkt: »Die Bedeutung dieser Worte (notarii, actuarii, exceptores etc., sowie der entsprechenden griechischen) ist eine schwankende. Es wird nichts helfen, man muss in jedem einzelnen Falle dem Zusammenhange des Satzes, in dem eine solche Bezeichnung vorkommt, nachspüren.« Ob die Noten des Seneca (die Silbenzeichen) eine große Verwendung fanden, lässt sich nicht ermitteln, dagegen lässt sich ziemlich scharf zwischen den tironischen Noten als Mittel zum Nachschreiben von Reden und den gemeinen Noten, d. s. die Abkürzungen in der Currentschrift, unterscheiden. Die Kenntnis dieser Abkürzungen war jedem Römer nöthig, sie kamen fast auf jedem Schriftstück, auf allen Inschriften und auf den Fahnen (als S. P. Q. R. Senatiis populusque Romanus) vor. Wenn daher Sueton vom Kaiser Augustus erzählt, er habe seine Enkel litteras et 110- tare gelehrt, so ist dies wohl nicht mit »Wissenschaften und Stenographie«, sondern mit »Buchstaben und Abkürzungen« zu übersetzen, und wenn Kaiser Diocletian im Jahre 103 in der Verordnung »Über den Preis der Verkaufsgegenstände« (herausgegeben von Mommsen, 1851) bestimmt, dass dem Notarius für jeden einzelnen Schüler ein Monatsgehalt von 75 Denaren (M. 6.42) auszusetzen sei, für den gewöhnlichen Lese- und Schreibunterricht aber 50 Denare und für den Unterricht in der lateinischen Sprache 200, so werden diese Notare jedenfalls die Abkürzungen, nicht aber die tironischen Noten gelehrt haben. Wenn Fulgentius sagt: »Bei allen Künsten gibt es erste Künste und zweite Künste, so ist bei den Wissenschaften des Knabenalters die erste die Abcschrift, die zweite die Notenschrift«, so wird man auch hier die Abkürzungen der Currentschrift zu verstehen haben. Auch wenn Cicero in seinen Briefen an Atticus (ep. 13, 12) sagt: »was ich dir betreffs der zehn Gesandten schrieb, hast du zu wenig verstanden, da ich in Zeichen (ota a^jistuv) geschrieben habe«, so sind hier gewiss nicht tironische Noten gemeint (denn diese waren genau oder dem Unkundigen ganz unverständlich), sondern entweder currentschrift - liche Abkürzungen oder, wie Dr. Zeihig vermuthet, eine Geheimschrift. Wo dagegen vom wörtlichen Nachschreiben gesprochen wird, ist die Anwendung tironischer Noten anzunehmen, so z. B. wenn Q. Asconius Pedianus, ein Commentator Cicero's, über eine Rede, welche dieser im Jahre 52 für Milo hielt, schreibt: »Als Cicero zu sprechen begann, wurde er vom Geschrei der Glodianer unterbrochen, er sprach daher nicht mit der gewohnten Sicherheit, doch ist die Rede stenographisch niedergeschrieben (excepta) noch vorhanden, während er diejenige Fassung, welche wir lesen, so ausgefüllt aufgesetzt hat, dass sie für die ursprüngliche gehalten werden konnte«. (Wir haben hier zugleich einen Beweis, dass Reden überliefert werden konnten, ohne stenographiert zu sein, wenn sie der Redner selbst vorher oder nachher niederschrieb.) Sueton sagt in seiner Lebensbeschreibung des Julius Caesar, von diesem seien einige Reden irrthümlicherweise im Umlauf, z. B. die für den Q. Metellus, von welcher Augustus nicht mit Unrecht annahm, dass sie von Schnellschreibern, die den Worten des Redners nicht zu folgen vermochten, nicht von ihm selbst herausgegeben worden wäre. M. Fabius Quintilianus hebt im seiner Einleitung zur Redekunst hervor, dass eine Anzahl Klagsreden unter seinem Namen im Umlauf wären, die durch die Nachlässigkeit lolmbegieriger Schnellschreiber ent- 14 Die römischen Noten. stellt, nur zum kleinsten Theile seine Worte richtig wiedergaben. Derselbe Schriftsteller bemerkt auch in der Vorrede seines bekannten Werkes, dass zwei Bücher über Rhetorik unter seinem Namen umliefen, die er weder herausgegeben, noch zur Veröffentlichung ausgearbeitet habe; beide Schriften seine vielmehr von Hörern nachgeschrieben und veröffentlicht worden. Pli- nius der Jüngere erzählt von dem Alteren dieses Namens (23—79), dass er beständig einen Geschwindschreiber, selbst auf Reisen, zur Seite gehabt habe, und von sich selbst, dass auch er sich zu Zeiten eines Schnellschreibers bediene. Um diese Zeit erhielt das Wort dictare, welches ursprünglich, »oft sagen, vortragen, befehlen« bedeutete, den Sinn unseres heutigen dictieren, woraus im Mittelalter das deutsch gewordene »Dichter« entstand. Der Verwendung der Stenographie bei Gericht verdankt die Märtyrergeschichte vielen Stoff. Die Christen sollen sich die Acten der Untersuchungsrichter durch Bestechung der Gerichtsschnellschreiber oder ihrer Diener zu verschaffen gewusst haben. Diese sowie die selbst aufgenommenen Verhandlungen wurden gesammelt, in den Kirchenarchiven aufbewahrt und an den Märtyrerfesten öffentlich vorgelesen. Dass der Martyr Cassianus zum Tode verurtheilt, seinen Schülern überantwortet und von diesen mit Griffeln erstochen wurde, berichtet Prudentius in Versen, welche den Verdacht erregen, reine Erdichtung zu enthalten. Wenn übrigens Lips aus den Worten: Sieh, wir geben zurück dir so viele tausend von Noten, Wie stehend weinend wir dereinst von dir gelernt; Punkte zu stechen, wie freut's! und Furchen zu ziehen auf Furchen, Mit Bogenlinien zu verknüpfen Strich an Strich auf die Form der römischen Stenographie schließen zu können vermeinte, so irrte er sich: aus Bogenlinien, Furchen und Punkten bestanden die currentschriftlichen Abkürzungen. Ueber die stenographische Aufnahme der Senatsverhandlungen berichtet Isidor, dass mehrere zu gleicher Zeit anwesende Stenographen ihre Obliegenheiten unter sich vertheilt und bestimmt hätten, wie viel ein jeder Wörter und in welcher Ordnung er sie aufzuzeichnen habe. Dagegen erzählt Plutarch, dass Cicero, um den Wortlaut der Rede des Cato zu erhalten, die gewandtesten Schreiber (denen er vorher die Stenographie gelehrt habe) in der Curie an verschiedenen Orten aufgestellt habe, und Augustinus sagt in seinem 141. Briefe, dass 8 Stenographen, indem sie sich zu je 2 und 2 ablösten, die Reden der versammelten Bischöfe in Karthago aufnahmen (also damals so arbeiteten, wie es noch heutzutage geschieht). Zur Aufnahme von Reden bedienten sich die Schnellschreiber der in Rom allgemein zu vorübergehenden Aufzeichnungen gebrauchten mit Wachs überzogenen Täfelchen, in welche die Zeichen mit eisernem Griffel leicht eingeritzt wurden. Die römischen Stenographen waren, wie die jetzigen, Leute von Beruf, doch gab es auch Dilettanten. Sueton berichtet vom Kaiser Titus: ich habe vielseitig gehört, dass er im Stande gewesen sei, auf das gewandteste zu stenographieren und dass er im Scherz mit seinen Schreibern sich gemessen habe. Augustin berichtet in seinem 44. Briefe, dass als die Notare eine seiner Reden nicht hatten stenographieren wollen, die Gläubigen selbst diese Mühe auf sich nahmen (wahrscheinlich befanden sich einige der Stenographie Kundige in der Versammlung). Nach Wattenbach war die Kenntnis der tironischen Noten noch im 6. Jahrhundert völlig geläufig, unter Ludwig dem Deutschen jedoch verlor Die römischen Noten. 15 sich die Kenntnis derselben im Ostfrankenreiche, während sie" sich im Westreiche noch etwas länger erhielt. Rcmbert meldet in seinem »Leben des heiligen Wülehad und St. Ansgar's«, dass der letztere die tironischen Noten nach Schweden gebracht habe und Kopp erzählt, dass Ekkehart von St. Gallen (t 975) den Kaiser Otto IL durch sein Notulae in Erstaunen gesetzt habe. Der Papst Sylvester II. bediente sich einer Silbenstenographie, welche frei nach tironischen Noten gebildet ist, auch sind von Prof. Cipolla Documente aus dem 10. Jahrh. mit eben solchen Zeichen veröffentlicht worden, um deren Entzifferung sich Prof. Havct verdient gemacht und deren alphabetische Zusammenstellung er in dem Aufsatze La tachygraphie du X. siede veröffentlicht hat. Die Entzifferung der tironichen Noten wäre so schwer gewesen, wie die Entzifferung der äg)'ptischen Hieroglyphen, wenn nicht glücklicherweise Verzeichnisse derselben mit currentschriftlicher Übersetzung überliefert worden wären. Der erste, welcher den Schlüssel dieser Kurzschrift fand, war der gelehrte Abt Trithemius, welcher um 1496 einen Pergament-Codex vor dem Abschaben rettete und in seinem dem Kaiser Maximilian I. gewidmeten Werke: »De Polygraphia« 30 Noten veröffentlichte, welche die Aufmerksamkeit des Theodor Bibliander, des Joh. B. Porta in Neapel und besonders des gelehrten Cardinais Bembo erregten. Letzterer erhielt auch vom Papste Julius II. ein aufgefundenes Buch in unbekannter Schrift zur Einsicht, worin er eine bis zur Unleserlichkeit ausradierte currentschrift- liche Zeile fand, deren Inhalt ihn auf den Schluss führte, die Handschrift könne ein Theil des Commentars von dem römischen Grammatiker Hyginus »De Astris« enthalten. Bei Vergleichung mit einem Exemplar dieses Werkes in gewöhnlicher Schrift gelang es ihm, mehrere zu entziffern. Das Werk war in tironischen Noten geschrieben. Trithemius entdeckte um 1498 in einer Bibliothek zu Strassburg einen Psalter, den man nach der ihm beigegebenen Überschrift für ein armenisches Werk gehalten hatte. Endlich veröffentlichte Joh. Gruterus eine aus zwei Handschriften zusammengetragene Sammlung der tironischen Noten mit ihrer Bedeutung, über 13.000 an der Zahl, um 1603. Der von Gruter herausgegebene, dann der von Prof. II. Krieg in Bern copierte und im Panstenographikon veröffentlichte Codex, sowie ein Codex in der Göttweiger Stiftsbibliothek sind nicht alphabetisch, sondern nach Schlagwörtern geordnet und in dieser Weise dürften die tironischen Noten gelehrt und gelernt worden sein. Die von Mabillon 1681 und von Carpentier IJ4"J veröffentlichten Verzeichnisse sind alphabetisch gehalten, daher von den Herausgebern künstlich geordnet. Das Nouveau traite de diplomatique enthält im III. Bande einen Bericht über die Noten. Gatterer erwähnt, dass Lichtenberg ein vollständiges Lexicon der tironischen Noten ausgearbeitet habe, welches jedoch nicht erschienen ist. Ulrich Kopp widmete den ersten Band seiner Palaeographia critica Untersuchungen über die Entstehung tironischer Noten, der zweite Band enthält ein ziemlich alphabetisches Notenverzeichnis und einen alphabetischen Index, der das Nachschlagen erleichtert. Gabelsberger suchte in seinen »Neuen Vervollkommnungen etc.« die vermeinten Gesetze der tironischen Noten zu ergründen. Ein rectificiertes Verzeichnis dieser Noten hat Rector Schmitz 1893 in seinen » Commentarii« veröffentlicht. Litteratur. Ungenannter, Tractatus varii juris, o. O. u. J. (Argent. 1472) enthält: Liber dans modum legendi abbreviaturas. M. Valerius Probus, De notis Romanorum, Venedig 1499, 1525 (beigebunden: Petrus Diaconus, De eadem re ad Conradum I. l6 Die römischen Noten. imp. Rom.), a. A. Oppenheim 1510, Paris 1543, ex ed. Tiliobrogae, Lugd. Bat. 1599; ex ed. H. Ernesti, Sorae 1647. loa. Trithemius libri Polygraphiae, Oppenheim 1518, a. A. 1550, 1613, 1621, 1637, 1676, 1721. Jacobus Gohorlus, De Usu et My. steriis Notarum liber, Paris 1550. Mango, notae juris collectae in Auetores latinae linguae in unum redaetae, Collectio Dionisii Godofredi, Paris 1584 (enthält auch: Petrus Diaconns libellum etc.). Justus Lipsins, Epistolae select. Leyden 1586/90, a. A. in Vossius, de studio instituendi etc. Amsteld. 1658, a. A. Cizae 1660. loa. Gruterus, Notae Tullii Tyronis et Aennaei Senecae, Heidelberg, 1603. Putschius, Grammaticae latinae auetores antiqui, Hannover 1605 (enthält Probus' Werk). H. Hugo, De prima scribendi origine, 1617, a. A. 1738. P. Carolus, Antiquitates Romanae, 1641. Sertorius Ursatus, commentarius de notis Romanorum, Patavii 1672. Joh. Mabillon, de re diplomatica, Paris 1681, 1704, 1709, ed. Adimari, Neap. 1789. Heinr. Link, de siglis et notis literarum in jure prohibitis et permissis, Altdorf 1693. Io, Theod. Leibscher, diss. de siglis et notis veterum, Wittenberg 1695. Io. Nicolai, traetatus de siglis veterum, Lugd. Bat. 1703, 1706. David Scharf, de notariis vet. eccl. 1715. /. Chr. Colerus, Anthologia 1726. Daniel E. Baring, Clavis Diplom. Hannov. 1737/54. D. P. Carpentier, Alphabetum Tironianum Paris 1747. Ung. in Gentleman's Magazine, Vol. XVIII., 1748. (Tassin et Toustaiii), Nouveau traite de diplomatique, Paris 1750/65, deutsch von Adelung, Neues Lehrgebäude der Diplomatik, Erfurt 1759/67. /. F. Gregorius in Walch's Actis socie- tatis latinae Jenensis, 1752. J. H. Jungius, de notis et siglis veterum Graecorum et Romanorum, Gott. 1756. J. C. Gatterer, Elementa Artis Diplomaticae Universalis, Gott. 1765. Gessner, Primae lineae isagoges in erud. un. 1784. Alex. Adams, Rom. Antiquitates, Edinburgh 1791. John Gerard, Siglarium Romanum, London 1792. Ainsivorth, Thesaurus ling. comp., London 1796, 1825. Ulrich Kopp, Palaeo- graphia critica, Mannheim 1817. 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Ung., Collezione Fiorenti di facsimili paleografici greci e latini, 1884. Dr. Wölfflein, über die Stenographie des Alterthums (in A. Baumeister 's Denkmälern des class. Alterth. 1884). D. Ramon Alvarez de la Brana, Siglas y Abbreviaturas Latinas, Leon 1884. Julien Havet, La tachygr. italienne du Xe siecle. Paris 1887. Ders., L'6criture secrete de Gerbert, 1887. Ders., Une Charte de Metz accompagnee de Notes Tironiennes, 1888. Die altgriechische Tachygraphie. Alle Versuche, den Griechen in vorchristlicher Zeit die Erfindung einer Schnellschrift nachzuweisen, haben sich als vergeblich erwiesen. In neuerer Zeit hat eine Inschrift, welche vor einigen Jahren auf der Akropolis zu Athen gefunden wurde, viel Aufsehen erregt, weil man in derselben eine Anleitung zu einer Schnellschrift finden wollte (H. Gr. S. 14). Beachtenswert ist, dass Prof. Ulrich Köhler in Athen, der diese Inschrift entzifferte, bekannt machte und ihr Alter für das 4. Jahrh. v. Chr. feststellte, dieselbe für eine Lautlehre hielt. Erst Prof. Theodor Gomperz in Wien erklärte den Inhalt als die Darlegung einer Kunst- oder Schnellschrift und Dr. Mitzschke ohne weiteres einer Kurzschrift. Doch waren die Zeichen, welche nach der Anleitung dieser Inschrift gebildet wurden, nicht viel kürzer als die altgriechischen, das Zeichen für I sogar noch umständlicher. Die Absicht des Erfinders war: an einem aufrecht stehenden (Vocal-) Strich Querstriche für die Consonanten anzubringen. Dass hiebei die Lautähnlichkeit berücksichtigt wurde, weist auf eine Kunstschrift hin, jedoch eher auf eine Telegraphie; denn dass der optische Telegraph den Griechen bekannt war, beweist der Dichter Aeschylos (525 — 456 v. Chr.), welcher in seinem »Agamemnon« die Einnahme von Troja durch Feuersäulen nach Griechenland gelangen lässt und die Stationen dieser telegraphischen Verbindung nennt. Was aber auch die sehr unvollständige Inschrift bedeutet haben mag, eine Schnellschrift ist in ihr so wenig zu finden, als etwa in den nordischen Runen, welche an Kürze den von Dr. Gomperz und Mitzschke recomponierten Zeichen nicht nachstehen, und von Abkürzungen ist keine Spur vorhanden. Hiezu tritt der Umstand, dass, während in der christlichen Zeit öfters Nachrichten über die griechische Tachygraphie (Schnellschrift) vorkamen, dieselben in vorchristlicher Zeit fehlen. Plutarch, der die Aufnahme der Rede des Cato als den Anfang der Schnellschrift bei den Römern erwähnt, schweigt nicht nur darüber, dass eine solche bei den Griechen vorhanden gewesen, sondern er gibt auch eine Erklärung derselben: »Zeichen, welche in kleinen und kurzen Zügen die Bedeutung vieler Buchstaben in sich fassten«, welche beweist, dass ihm die Sache ganz neu war. Die stenographisch aussehende Unterschrift auf dem von Böckh veröffentlichten Papyrus aus dem Jahr 105 n. Chr. (H. Gr. S. 13) ist von Karl Wessely in Faulmann, K., Geschichte und Litteratur der Stenographie. 2 18 Altgriechische Tachygraphie. Wien als Cursivschrift erkannt und 'Amr/s^p, d. i. 'AiroXXt&vtos •/.r/pruxdzi-A'z (»Ich, Apollonius, habe dies amtlich ausgeführt«) gelesen worden. Erst im zweiten Jahrh. n. Chr. werden griechische Stenographen erwähnt: Flavius Philostratos (3. Jahrh.) theilt über Herodes Atticus (+ 177) mit, dass dieser unter anderen Dingen 10 Semeiographen (s. o. S. 9) verschenkt habe und Flavius selbst schreibt in einem Briefe an Appolonius, »er verließ Antiochia mit zwei Dienern, von denen der eine Tachygraph, der andere Kalligraph war«. Eusebius berichtet, dass eine Disputation zwischen einem gewissen Malchion und Paulus von Samosate durch Schnellschreiber aufgezeichnet wurde, und von jetzt an mehren sich die Berichte über stenographische Aufnahmen von Verhandlungen, besonders der Kirchenconcilien. Bei den Christen waren es junge Geistliche, welche vorzugsweise zu Stenographen herangebildet wurden. Die Überreste der griechischen Tachygraphie, welche entziffert worden sind (H. Gr. S. 16 und 17), denn die tachygraphischen Texte im Papyrus Rainer (H. Gr. S. 18) sind noch nicht entziffert, zeigen eine gleiche Silbenschrift, wie die aus den Tironischen Noten gebildeten (s. o. S. 12). Ein Alphabet von Lautzeichen gab es nicht, sondern nur Zeichen für a, s, tj, t, 0, ou, u, tu, «t, au, et, su, a?, ec, r;?, av etc., und Silbenzeichen für ßa, ßs, ßvj, ßi, ßo, ßou, ßu, ß«u etc.; wo Consonanten ohne Vocal vorkommen, sind sie mit Currentschrift ein-, eigentlich übergeschrieben. Das Verhältnis dieser Tachygraphie zur Currentschrift war das von I : 2, also noch ungünstiger als bei den Tironischen Noten, so dass die Tachygraphen eine ausserordentliche Handfertigkeit besitzen mussten, um mit dieser Schrift den oft leidenschaftlich erregten Wortkämpfen auf den Concilien nachzufolgen (vorausgesetzt, dass sich in dieser Schrift wirklich die Reste der bei den Concilien verwendeten Kurzschrift erhalten haben). Der Ursprung dieser Tachygraphie ist jedenfalls in Rom zu suchen. Die enge Verbindung_ beider Völker, welche unter demselben Herrscher standen, machte die Übertragung der römischen Stenographie auf die griechische Sprache ebenso zur Nothwendigkeit, wie in neuerer Zeit in Österreich die deutsche Stenographie Gabelsberger's auf die slavischen Sprachen angewendet werden musste. Für die Anwendung der Tironischen Noten auf das Griechische scheint sich keine geeignete Person gefunden zu haben, und so griff man zu der aus jener gebildeten Silbenschrift, welche leichter anzuwenden war und wahrscheinlich schon von den römischen Stenographen für griechische Citate angewendet wurde. Diese Silbenschrift war leicht zu erlernen und so erfahren wir von Photogenes, dass er bewundernswert erfahren war im Buchstaben des Gesetzes und geübt in der Tachygraphie, ferner, dass er eine Schule und Erziehungsanstalt eröffnet hatte, in welcher er die Schnellschrift lehrte. Litteratur. Bernard de Montfaucon (Montefalco), Palaeographia graeca, Paris 1708. Jacob Friedrich Bast, Commentatio palaeographica, 1811. Ulrich Kopp, Palaeographia critica 1807. Böckh, in den Abhandlungen der Berliner Akademie, 1821. Conr. Leemans, Papyri graeci, 1843. Willi. Wattenbach, Anleitung zur griech. Palaeographie, Leipzig 1867, 1878. Dr. O. Lehmann, De Tachygraphia Grae- corum (im Panstenographikon, 1869). Ders., Die tachygr. Abkürzungen der griech. Handschriften, 1880. /. Gildemeister in der Zeitschrift der Deutsch, morgenl. Gesellschaft, Bd. IX. Dr. Gardthausen, Beiträge zur griech. Palaeographie, 1877. Ders., Griech. Palaeographie, 1879. Dr. Michael Gitlbaner, Die Überreste der Hebräische Abkürzungen. ig grieoh. Tachygraphie im Codex Vaticanus graecus, 1879/84. Dr. F. Ruess, Über griech. Tachygr. 1882. Dr. R. Wessely, Wiener Papyros Nr. 26 und die Überreste griech. Tachygr. in den Papyri von Wien, Paris und Leyden (Wiener Studien, V.) 1884. Ulrich Köhler, Über eine griechische Lautlehre (Mittheilungen des deutsch, arch. Inst, zu Athen, VIII.), 1884. Theodor Gomperz, Über ein bisher unbekanntes griech. Schriftsystem, Wien 1884. Dr. P. Mitzschke, Eine griech. Kurzschrift (Archiv für Stenographie), 1885. T. W. Allen, Notes on abbreviations in greek manuscriptes, Oxford 1889. Die hebräischen Abkürzungen. Nicht minder zahlreich als die römischen Sigel sind die hebräischen Abkürzungen, welche in Commentaren und anderen gelehrten Schriften gebraucht werden; nur in der Bibel darf man keine Abkürzungen suchen, denn in dieser waren die Worte abgezählt und es hätte als Frevel gegolten, irgend einen Buchstaben derselben zu ändern oder gar wegzulassen. Deshalb wurden auch die wahrscheinlich zu gleicher Zeit aufgekommenen Vocal- zeichen theils über theils unter den Text geschrieben. Alle Stellen der Bibel, welche man auf den Gebrauch der Kurzschrift deuten wollte, sind missverstanden worden und beziehen sich nur auf gewandtes Schreiben. Die Juden lernten die gemeinen römischen Noten (Abkürzungen) zur Zeit der römischen Herrschaft kennen und begannen sie nachzuahmen. Dass die hebräische Kürzungsweise römischen Ursprungs ist, beweist der stehende Ausdruck: Notarikon. Abweichend von den Römern gebrauchten die Juden nur die Anfangsbuchstaben, aber diese in gleicher Weise wie die Römer. Man vergleiche: nrus* ,~inx 'n bra ,nmi ,rbm ,miaa 'a ■6nE0 ja j"a JJfc 13 ,NJPStt N33 £"3 ■vfcn naa 1 ? mir tpiw r6'"ny A. Aulus, Aut, Ager etc., C. Caesar, Caius, Calendae etc. B. N. Bona Nostra. B.M. Beatae Memoriae, Bene merenti, S. P. Q. R. Senatus Populus Que Romanus. Aus solchen Abkürzungsbuchstaben wurden Gedächtniswörter gebildet, welche gewöhnlich Simon (d, i. ffyjjisiov) hießen, ebenso wie bei Jean Paul der Ausdruck Ictus für Jurist vorkommt (d. i. I. C tvs = Juris Consultus). Litteratur. Toh. Buxtorff, Lexicon chaldaicum, talmudicum et rabbinicum, Basel 1639, n. A. von Fischer, Leipzig 1866/75. Ders., De abbrev. über nov. et comp. 1640. Karl Faulmann, Buch der Schrift, 1879, 2. A. 1880. Die Stenographie vom 10. bis Ende des 16. Jahrhunderts. Wie oben bemerkt, kamen die Tironischen Noten nach dem 9. Jahrb.. ausser Gebrauch, dagegen entwickelte sich eine üppige Abkürzungsweise, welche manches aus den Noten entlehnte (H. Gr. S. 37) und ins-' besondere die Endungen nur andeutete. Die abgekürzte Currentschrift des Mittelalters verhielt sich zur vollen Schrift wie 1 : 2, ihr großer Vortheil bestand darin, dass sie allgemein verstanden wurde. Die Knaben 20 Die Stenographie vom 10. bis Ende des 16. Jahrhunderts. lernten schon mit dem ersten Lehrbuch, dem Donat, die Abkürzungen kennen; diese Kurzschrift galt als keine besondere Schrift, sondern die Abkürzungen als eine selbstverständliche Erleichterung des Schreibgeschäfts, von der nur in der Schönschrift ein massigerer Gebrauch gemacht wurde. Die ersten gedruckten Bücher beweisen, wie allgemein der Gebrauch der Abkürzungen war; erst gegen Ende des 16. Jahrh. erlaubten sich die Buchdrucker, von der Anwendung der Abkürzungen Umgang zu nehmen, um sich die Letternanschaffung zu erleichtern. Von Dr. Crucigcr wird erzählt, dass er Reden wörtlich nachgeschrieben habe, er soll sich dabei gewisser nur ihm verständlicher Abkürzungszeichen bedient haben, in welche er seinen Freund Georg Röhrer einweihte. Daniel Schwenter zeigte an einem Beispiel, wie man sich der Abkürzungen bedienen könne, um mathematische Vorträge nachzuschreiben (H. Gr. S. 39). Auch von Johann Jewel, Bischof von Salisbury, wird berichtet, dass er die Disputationen von Peter Martyr, Ridley, Latimer und Cranmer (1549 — 54) wörtlich nachgeschrieben habe. Im 12. Jahrhundert machte ein Geistlicher, John of Tilbury, (um I174) den Versuch, eine eigene zum Nachschreiben von Reden verwendbare Kurzschrift herzustellen. Sein Werk ist verloren gegangen, nur ein Brief von ihm hat sich in mehreren Abschriften erhalten, in welchem er seine Ansichten entwickelte. Danach kannte er die Tironischen Noten und wollte sie durch eine einfachere, gleich kurze Schrift ersetzen. Seine Buchstaben sollten aus einem aufrecht stehenden Strich bestehen, und die Verschiedenheit der Laute durch Querstriche in verschiedener Stellung ausgedrückt werden, ausserdem sollten Punkte in verschiedener Form und Stellung die Wortendungen (titulae) anzeigen (H. Gr. S. 37). In anderer Weise suchte der Arzt Timothy Bright in seinem 1588 erschienenen Werke » Characterie« die Tironischen Noten wiederherzustellen, welche er selbst nicht kannte und von denen er nur wusste, dass sie aus Zeichen für Wörter bestanden. Er bildete aus der senkrechten Linie, welche er oben mit verschiedenen Strichen und Haken versah, 18 Lautzeichen (H. Gr. S. 41), durch unten angefügte zwölffache Veränderungen bildete er daraus 216 Zeichen, welche für ebensoviel Wörter, hauptsächlich Haupt-, Eigenschafts- und Zeitwörter, dienten; durch Veränderung der Stellung konnte er 864 Wortbilder schaffen, doch begnügte er sich mit 556. Besondere kurze Zeichen dienten für eine Anzahl Partikeln. Um mit dieser geringen Zahl von Wortzeichen jedes englische Wort darstellen zu können, gab er ein Wortverzeichnis bei und neben jedes dieser Wörter stellte er ein entweder gleichbedeutendes oder das Gegentheil bedeutendes Wortzeichen; bei gleichbedeutenden Wörtern wurde der Anfangsbuchstabe links, bei den gegen- theiligen rechts neben das Wortzeichen geschrieben, weshalb auch die Zeilen nicht wagrecht, sondern senkrecht wie die chinesische Schrift laufen. Da er z. B. kein Wortzeichen für peril hatte, schrieb er das Zeichen für danger und setzte links daneben p (so erklärt sich das Zeichen im zweiten Beispiel, H. Gr. S. 42), statt evil schrieb er good und rechts daneben e. In dieser Weise verwandelte er Abt in Bischof, Metall in Gold, Silber oder Blei, Engel in Teufel etc. Der mit solchen Zeichen geschriebene Brief des Tuns aus dem Jahre 1586 lässt erkennen, dass der Verfasser vor der Veröffentlichung des Lehrbuches noch manches geändert hat. Das System ist geistreich und wenn seine Schwierigkeit sehr getadelt worden ist, so sind wir durch die neuere Stenographie in dieser Beziehung nicht verwöhnt worden. Jedenfalls ist dies System besser als sein Ruf, den es so lange hatte, bis ein Neudruck es in weiteren Kreisen bekannt machte. Die Stenographie vom 10. bis Ende des 16. Jahrhunderts. 21 Der Kalligraph Peter Bales veröffentlichte 1590/1 einen »Schreibschulmeister« in 3 Theilen: 1. Kurzschrift, 2. Rechtschreibung, 3. Schönschrift, 1597 eine Kunst der Brachygraphie. Nach dem, was darüber bekannt geworden ist, scheint Bales ein vereinfachtes Alphabet nach Art der Helsing- runen (H. Gr. S. 44) und eine Abkürzungsmethode gelehrt zu haben, wobei die Buchstaben für Worte dienten und verschieden beigefügte Punkte die Wortbedeutung veränderten. Litteratur. W. Wattenbach, Anleitung zur lateinischen Palaeographie, 1869. Karl Fanl- inann, Buch der Schrift, 1880. Daniel Schwenter, Deliciae physico-mathematicae, Nürnberg 1636. Valentin Rose (im Hermes Bd. VIII.). Timothy Bright, Charac- terie; an Art of Short, Swift and Secrete Writing by Character, London 1588, n ,A. 1888. Ders., The Book of Titus, 1586, n. A. 1884. (Hiezu: Thompson Cooper, Memoir of Timothy Bright im Dictionary of National Biography, 1866. John E. Bailey, Timothy Bright im Phonetic Journal, 1875. Dr. Westby-Gibson, Early Shorthand Systems, London 1882. E. Pocknell, Th. Bright, 1884.) Peter Bales, The Writing Schoolmaster, London 1590/1. Ders., The Art of Brachygraphy, 1597. Die Stenographie im 17. Jahrhundert. Am Anfange des 17. Jahrhunderts wurde die moderne Stenographie geboren, sie entsprang wie eine Athene aus dem Haupte ihres Vaters, vollständig ausgebildet und gerüstet, den Wettkampf mit dem schnellen Worte aufzunehmen Ihr Vater war John Willis, welcher 1603 die Stelle eines Rectors von St. Mary Bothaw in London bekleidete, im selben Jahre Baccalaureus der Theologie wurde, 1606 als Rector of Bentley Parva in Essex lebte und kurz vor 1628 starb. Die erste Ausgabe seines Werkes veröffentlichte er 1602 ohne seinen Namen; es erlebte bis 1647 14 Auflagen; 1617 gab er eine lateinische Stenographie heraus, da damals Latein noch die allgemeine Sprache der Gebildeten war; 1623 veröffentlichte er eine Anleitung zum Unterricht (The Schoolmaster), außerdem noch Leseübungen und die Psalmen in seiner Schrift. Sein System (H. Gr. S. 45 f.) beruht 1. auf Lautzeichen, welche aus den Theilen des geraden und schiefen Vierecks, aus dem Kreise und dem Oval nebst ihren Theilen und einer in vier Richtungen gebrauchten Schleife gebildet sind. Obgleich er im Schoolmaster seine Zeichen als aus den Theilen der lateinischen Capitalbuchstaben der Druckschrift genommen erklärt haben soll, ist doch unverkennbar, dass er sie aus den einfachsten geometrischen Formen gebildet hat; 4Zeichen bestehen aus je einer Handbewegung, die übrigen, mit Ausnahme des vollen Kreises und Ovals aus je zwei Handbewegungen. Oberflächliche Beurtheiler haben seinen Zeichen vorgeworfen, dass sie Verwechslungen zuließen, das f bestehe aus den Zeichen für sr, doch hatte er ein für allemal bestimmt, dass der Nachlaut nur in halber Größe geschrieben werde und damit jeder Verwechslung vorgebeugt. Diesem gelehrten Rector verdankt man auch 2. die Einführung des rein phonetischen Princips in die Stenographie, wie E. Pocknell in den Verhandlungen des ersten internationalen Congresses in London 1888 ausführlich nachgewiesen hat; 3. die Einführung der symbolischen Vocalbezeichnung, indem die Vocale ihrer alphabetischen Reihenfolge nach (a, e, i, o, n) durch 5 Stellungen bezeichnet 22 Die Stenographie im 17. Jahrhundert. wurden, in welche der Nachlaut-Consonant in halber Größe eintrat. Hieraus entwickelte sich 4. das Streben, die Wörter einsilbig zu gestalten, weshalb Vorsilben und Nachsilben durch eigene Zeichen ersetzt wurden, so dass nur derVocal der Stammsilbe zu bezeichnen war. Um die Wörter abzukürzen, gebrauchte er 5. currentschriftliche Buchstaben und symbolische Figuren als Wortzeichen. Wenn John Willis auch in der 1623 erschienenen Auflage, nachdem Nachfolger mit angeblichen Verbesserungen seines Systems aufgetreten waren, sich der vergeblichen Hoffnung hingab, dass sein Werk, das erste Buch mit alphabetischen Zeichen, alle angeblichen Verbesserungen überdauern werde, so hat seine Ahnung sich doch insoweit bewährt, dass die von ihm aufgestellten Grundlagen der Stenographie bis heute sich erhalten haben; die geometrischen Zeichen bestehen in England noch jetzt, wenn auch in anderen Formen, die deutsche Stenographie hat dieselben, nur in cursiver Form, Willis' Vocalbe- zeichnung hat sich in Gurney's System bis heute erhalten und in Gabeis- berger's Stenographie eine glückliche Fortbildung erfahren, das phonetische Princip hat sich dauernd erhalten, die Abkürzung der Vor- und Nachsilben hat sich überall als zweckmäßig bewiesen, und wenn seine Wortzeichen auch aufgegeben sind, so haben sie doch lange in englischen Systemen fortbestanden, in Gurney's System sind sie zum Theil noch heute im Gebrauch. Für die praktische Verwendbarkeit dieser ersten Stenographie (dieses Wort wurde von Willis zuerst gebraucht) liegen triftige Zeugnisse vor. Der gelehrte Samuel Hartlieb, Sohn eines Danziger Kaufmanns (andere erklären ihn für einen Elbinger), welcher damals in England lebte, berichtete 1630 aus London an einen Elbinger Freund, dass in den dortigen Schulen neben der hebräischen, griechischen, lateinischen und französischen Sprache auch die lateinische und englische Stenographie gelehrt werde, dass er von Amanuensen und Stenographen habe die Predigten stenographieren lassen, weil die englischen Prediger ihre Meditationen und Predigten selten schriftlich abfassten. Kurz darauf berichtete er aus Chilchester, dass daselbst gleichfalls die Schüler stenographieren lernten und schließlich sendete er seinem Freunde eine Abschrift der lateinischen Stenographie, welche sich heute noch auf der Stadtbibliothek zu Elbing befindet. Auch Comenius berichtete 1641 an einen Freund in Lissa, dass ein gut Theil der Jünglinge und Männer in England den Predigten mit dem Griffel und zwar wörtlich folgte mit Hilfe der Tachygraphie, die dort Steganographie (Geheimschrift) genannt werde, welche vor 30 Jahren, unter der Regierung Jacobs, erfunden und sogar schon unter den Landbewohnern verbreitet sei. Dieselbe werde in den Städten von fast allen, sobald sie die gewöhnliche Schrift in der Schule sich zu eigen gemacht hatten, und zwar im Laufe etwa eines Jahres erlernt. Nach dieser Zeitbestimmung (1611 unter Jakob I.) kann nur das System von John Willis gemeint sein. Georg Philipp Harsdörfer in Nürnberg, welcher das Werk Schwenter's (s. o. S. 20) fortsetzte, berichtet im dritten Theile desselben über englische Stenographie; er erzählt, dass es in England eine gemeine Sache sei, welche auch den Weibern bekannt, dass sie eine ganze Predigt Wort zu Wort nachschreiben und gibt eine Probe des Alphabets und der Vocal- bezeichnung von John Willis. Schon früh tauchten Stenographen auf, welche gewerbsmäßig Theaterstücke nachschrieben, die dann ein speculativer Buchhändler drucken ließ. Es ist eine so schwierige Aufgabe, auswendig gelernte und daher schnell Die Stenographie im 17. Jahrhundert. 23 gesprochene Verse nachzuschreiben und zugleich die Scenenvorgänge zu schildern, dass Irrthümer dabei unvermeidlich sind, und es war natürlich, dass sich die Dichter dagegen aussprachen, so Heywood, der Zeitgenosse Shakespeare's (nicht der in der H. Gr. S. 40 genannte John). Die Ausgabe des Hamlet von 1603 hat sich als ein mit Hilfe der Stenographie hergestellter Nachdruck erwiesen. Im Jahre 1618 veröffentlichte Edmond Willis, ein Namensvetter des ersten Erfinders, ein wesentlich verschiedenes System (H. Gr. S. 47 ff.). Nach seiner Angabe hatte er 1604 die Stenographie erlernt, aber nicht zu einer Fertigkeit im Schnellschreiben gelangen können (was aber doch anderen nach obigen Berichten gelungen ist). Er verwendete auch Currentbuch- staben als Lautzeichen (g, h, 11, q, r, sj, was lange nachgeahmt worden ist, führte Nebenzeichen ein (welche stets ein Beweis sind, dass die Hauptzeichen nichts taugen) und vermehrte die Vocalstellen von 5 auf 12. Alles das waren keine Verbesserungen, doch mochten die Currentbuch- staben zur leichteren Erlernung des Alphabets beitragen, auch verstand er es, die wichtigen Nachlaute r und l in br, bl, er, cl etc. sehr kurz zu gestalten, und auch dies wurde viel nachgeahmt. Seine Schrift hat eine mehr cursive Form, als ihre Vorgängerin. Einer seiner Schüler war der Geheim- secretär bei Karl I. und Karl IL, Edward Nicholas, von dem die Nachschriften der Parlamentsreden aus der Zeit vom 21. März bis 9. Juni 1627, sowie auch Briefe in dieser Stenographie erhalten sind. Die folgenden Herausgeber stenographischer Werke änderten manches im Alphabet, in den Zeichenverbindungen und in der Kürzungsweise (H. Gr. S. 49—61), in allen englischen Systemen des 17. Jahrh. herrscht aber die von John Willis begründete intermittierendeVocalbezeichnung vor, die von Shelton wieder auf 5 Vocalstellen, von Rieh oder vielmehr von seinem Oheim Cartwright, dessen System er als Erbe veröffentlichte, auf 4 Stellen (weil e unbezeichnet blieb) zurückgeführt wurde. Die lateinische Stenographie Shelton's gelangte durch einen Deutschen, Wilhelm Schröter, in die Hände des Jesuiten und Mathematikprofessors Kaspar Schott, der sie in seiner Technica curiosa, Nürnberg 1664, 2. A. 1687, die Zeichen sauber in Kupfer gestochen, abdruckte. Schröter studierte zu Leyden, wo demnach die lateinische Stenographie Shelton's bekannt war, welche auch der nach Wien berufene Van Swicten, der Leibarzt der Kaiserin Maria Theresia, anwendete. Die k. k. Hofbibliothek in Wien besitzt einen Folioband censurierter Bücher, zu denen Swieten seine Bemerkungen in stenographischer Schrift machte. Von Henry Dix (1633) wird berichtet, dass er nur 15 Verbindungen zum Auswendiglernen gab und die Anwendung der unvollständigen Wörter dem Ermessen der Lernenden anheimgab. Eich gab jedem alphabetischen Zeichen und den Consonantenverbindungen von vorneherein eine Wortbedeutung, was später vielfach nachgeahmt wurde, durch Punkte in verschiedener Stellung wurden Appositionen ausgedrückt; sein System gefiel dem Philosophen Loche, der es in seinen »Gedanken über die Erziehung der Kinder« (1693), welche ins Französische, Holländische und Deutsche übersetzt wurden, als das beste empfahl und dadurch weltbekannt machte, während es wegen seiner besonders die Predigerausdrücke betreffenden Abkürzungen von der englischen Geistlichkeit hochgeschätzt und bis ins 19. Jahrh. verbreitet wurde. Steel (1678) soll die ganze Lehre von der Stenographie umgekehrt und mit den Wortzeichen begonnen haben, so dass nur für Wörter, welche nicht eigene Zeichen hatten, der Gebrauch der 24 Die Stenographie im 17. Jahrhundert. Lautzeichen diente (ein Gedanke, der sich manchmal auch bei neueren Systemen als nützlich aufdrängt). George Ridpath (1687) soll der erste gewesen sein, welcher die Vocale unbezeichnet ließ. Das Verhältnis der englischen Stenographie jener Zeit zur Currentschrift ist wie 1: 4. Die Reclame wurde sehr frei angewendet, die Verfasser von Lehrbüchern ließen sich in Gedichten feiern, welche sie als Einleitungen ihren Büchern vorausschickten. lob Everardt brachte auf dem Titelblatte 12 Bibelsprüche an, welche sich auf das Schnellschreiben beziehen, und gab eine Anwendung seines Systems auf 33 verschiedene Sprachen, worin er der Vorgänger Gabelsberger's wurde. Die Preise der Bücher schwankten von einer Guinee (21 Shilling) bis 1 Shilling, 6 Pence. Im Gegensatze zu der stenographischen Bewegung seiner Zeit glaubte ßatcliff von Plymouth der Welt einen Dienst zu erweisen, indem er statt kurzschriftlicher Zeichen, welche von Anfängern leicht verwechselt wurden, die currentschriftlichen Zeichen zu Abkürzungen verwendete, seine Schrift verhält sich zur Currentschrift wie 1 : 2. (H. Gr. S. 181.) Der Umstand, dass auf seinem, um 1688 erschienenen Buche bemerkt war, es sei nach dem Tode des Verfassers herausgegeben, hat die irrige Meinung hervorgerufen, diese Abbreviaturenschrift sei eine Vorläuferin der Stenographie gewesen und schon vor Bright erschienen. Doch wird in dem Werke selbst auf die Vocalstellen Willis' hingewiesen und die Stenographie als schon bestehend bezeichnet. Das Buch wurde von dem Kupferstecher van Hove gedruckt, dessen Werke in die Zeit von 1645 bis Ende des Jahrhunderts fallen. Für die praktische Anwendung der Stenographie in diesem Jahrhundert liegen viele Beweise vor. Farthing nennt sich als der Berichterstatter in dem Processe Christopher Love's und hat mit John Hinde das letzte Gebet und die letzte Ansprache desselben nachgeschrieben. Hinde stenographirte die Sterberede des hingerichteten Erzbischofs von Canter- bury, William Land, sowie die Rede Henry Hide's, welche dieser vor seiner Enthauptung hielt. Solche Reden wurden dann durch den Druck veröffentlicht. Ein Stenograph, Clement Walker, hat seinen Namen durch die Aufnahme des Processes des republikanischen Agitators John Lilburne (1649) bekannt gemacht, Walker selbst wurde wegen seiner politischen Grundsätze 1651 hingerichtet. John Blaney machte sich durch die stenographische Aufnahme des Processes Th. Rosewell's bekannt. Der Kanzler King führte in Rieh's Stenographie ein Tagebuch, welches 1790 von Thomas Reed in Currentschrift übertragen wurde. Auch die Memoiren Pepys' sind in dieser Stenographie geschrieben und 1841 von J. Smith entziffert und veröffentlicht worden. Nach Westby-Gibson wurde bei der Norfolk Divorce Bill 1699 die Stenographie zum erstenmal im Hause der Lords officiell (?) verwendet. Aus der Reihe der in der Geschichte der Stenographie aufgezählten Stenographie-Autoren ist der Bischof Wilkins jedenfalls auszuscheiden. In seinem Mercury or the secret and swift messenger, Shewing, how a man may privaey and speed communicate his thougt to a friend at many distance, 1641, 2. A. 1694, 3. A. 1707, gibt er eine Art musikalischer Tele- graphie (H. Gr. S. 162); eine andere Schrift: An Essay towards a Real Charakter, 1668, enthält willkürliche Zeichen für Wörter und Phrasen, eine Art Universalsprache, aber zu compliciert für schnellschriftliche Zwecke. Ganz unabhängig von den englischen Systemen schuf der Franzose Jacques Cossard, welcher 1651 Bachelier en theologie, auch Pfarrer von Die Stenographie im 17. Jahrhundert. 25 Dormans war und 1633 —1651 in Paris wohnte, eine französische Stenographie, welche lange Zeit als verloren galt, bis L. P. Gu&nin sie vor kurzem in der Pariser Bibliothek wieder auffand. Nach seiner Veröffentlichung in den Verhandlungen des internationalen Stenographen-Congresses, London 1888, unterscheidet sich das Original von der in der H. Gr. S. 305 ff. nach einer Abschrift gegebenen Probe nicht wesentlich (die langen Zeichen gehen unter die Zeile hinab). Cossard's Stenographie zeichnete sich vor allen englischen dadurch aus, dass sie eine Vollschrift zur Grundlage hat, auf welcher sich als höhere Stufe eine phonetische und als höchste Stufe eine gekürzte Schrift erhebt. Als Kiürzungsregeln dienten die zu jener Zeit von Juristen in der Currentschrift gebrauchten Weglassungen. Das Verhältnis von Cossard's Stenographie zur Currentsehrift war: 1. Stufe 1: 2 x / 2 2. Stufe 1:3, 3. Stufe 1: ö 1 ^- Trotzdem scheint Cossard's Werk keinen Anklang gefunden zu haben, über seine praktische Anwendung ist gar nichts bekannt, ebensowenig von neuen Auflagen des Buches; es blieb so unbekannt, dass 27 Jahre später ein minderwertiges System in Frankreich als ein neues Evangelium begrüßt wurde und bis zum Ende des Jahrhunderts eine Reihe von Auflagen erlebte. Es ist nicht immer das Gute, welches siegt. Die gleiche Methode, wie Cossard, befolgte, obgleich mit anderen Lautzeichen, ein Niederländer J. S. S. V. D. M. in seiner 1666 erschienenen lateinischen Stenographie. Derselben liegt Rieh's Alphabet zu Grunde, welches er so zu gebrauchen lehrte, dass man die Lautzeichen getrennt oder verbunden schrieb. Eine höhere Stufe bot die Anwendung der symbolischen Vocalbezeichnung, eine dritte Stufe das Kürzungsverfahren, bestehend aus Sigeln für Begriffs- und Formwörter, Bezeichnung der Conjugation durch Ziffern und des Plurals durch einen Punkt (H. Gr. S. 353). Die älteste niederländische Stenographie befindet sich als Handschrift im Britischen Museum (Sloane MS. 897 und 932). Diese Kort- schrift de Nederlantsche tale toegeeigent, 1658, ist nie gedruckt worden, sie enthält nur 15 Lautzeichen, da b p, d t, v f, k g, z s gleiche Zeichen haben. Noch im selben Jahrhundert erschienen in Holland zwei Stenographie- Systeme. Johann Reyner, ein Kaufmann zu Rotterdam, übertrug 1673 die Shelton'sche Stenographie auf die niederländische Sprache und 1678 folgte Johannes Gosens van Helderen, ein Lehrer der Stenographie, mit einem ähnlichen System (H. Gr. S. 353 f.). Carl Aloys Ramsay, seinem Namen nach englischer Abkunft, von welchem aber nur bekannt ist, dass er zwei Abhandlungen des berühmten Chemikers Kunkel ins Lateinische übersetzte und bei Heinrich Wülemson in London und Rotterdam erscheinen ließ, ferner dass er Reisen in Frankreich und Italien machte, sich aber 1677—1679 in Deutschland aufhielt, veröffentlichte 1678 eine lateinische und im selben Jahre eine deutsche Stenographie, welche sich beide an Shelton's System eng anschließen, in einer Frankfurter Wochenschrift. Nachdem er zu derselben Zeit diese Stenographie für die französische und italienische Sprache bearbeitet hatte, gab er noch 1678 die lateinische und die deutsche unter dem Titel: » Tacheographia« in Buchform ohne Angabe seines Namens, eines Verlegers und Druckortes heraus, nur auf der der deutschen Ausgabe beigegebenen Kupfertafel befindet sich in der unteren Ecke der Vermerk: Aufhöre C. A. R. Sumptibus Johannis Georgij Cheeus, Anno 1678. Frankofurti ad Moenum. Die Übertragung ins Französische soll ebenfalls 1678 in lateinischer Sprache erschienen sein, eine Ausgabe von 1681 ist von einem Herrn 26 Die Stenographie im 17. Jahrhundert. A. D. G., dessen vollen Namen man nicht kennt, ins Französische übersetzt und hat gegenüberstehenden lateinischen und französischen Text. Die Ueber- tragung auf das Italienische scheint nicht erschienen zu sein. Von der lateinischen Tacheographia erschienen 1681 und 1684 angeblich neue Auflagen beim Jenaer Buchhändler Johann Bleiche, thatsächlich erhielt das Buch 1681 nur einen neuen Titel und 1684 wurde die 1 in 4 verwandelt. Die französische Tacheographie erlebte von 1681 bis 1693 eine Reihe von Auflagen. Die deutsche Tacheographie wurde laut einer Polemik in der Ausgabe von 1679 von einem Philologen Daniel Hartnach nachgedruckt. In demselben Jahre 1679 erschien das Werk in einer anonymen Ausgabe, welche gleichfalls für einen Nachdruck gehalten wird. 1684 soll eine neue Ausgabe der deutschen Tacheographia bei Bleiche erschienen sein. Der Messkatalog von 1683 verzeichnet auch eine lateinische Ausgabe dieses Jahres. 1679 veranstaltete der Dresdener Buchhändler Johann Christoph Mleth in seinem Buche: »Die Curiose-Schreibe-Kunst« etc. einen Nachdruck der deutschen Tacheographie von 1678 mit einem Nachwort, worin er, um seinen Nachdruck zu beschönigen, Ramsay's Arbeit die Originalität abspricht und behauptet, sie sei durch Buchstabenwechsel aus Schwenter's und Hercules de Sunde's Schriften (letzterer gab Schwenter's Steganologia et Steganographla in vermehrter Auflage heraus) entstanden. Die Curiose Schreibekunst wurde 1683, 1684, 1695 und 1712 neu aufgelegt. 1743 veranstaltete der Leipziger Buchhändler Chr. Friedrich Gessner einen Abdruck von Ramsay's deutscher Tacheographie und nahm dieselbe in den gleichfalls 1743 erschienenen »Briefsteller« auf; beide Bücher erlebten eine Reihe von Auflagen. Ramsay's Schrift hat durchaus nicht die Kürze des englischen Originals, ihr Verhältnis zur Currentschrift ist wie 1 : 3. In dem 1680 erschienenen, später oftmals wieder aufgelegten Werke Hlstorla orbls terrarum etc. berichtet der Verfasser, Johann Christoph Becmann, ein reformierter Theolog, welcher mit Unterstützung des Kurfürsten von Brandenburg Deutschland, Holland und Belgien durchreist hatte und sich dann als Professor an der Universität zu Frankfurt niederließ, über die englische Stenographie nach John Willis, Thomas Shelton, John Wllhlns und Jeremlas Rieh und bezeichnet als die Grundzüge dieser Kunst: I. die einzige Norm für die Schreibenden bildet die Aussprache der Worte, nicht aber die gewöhnliche Orthographie. 2. An Stelle der Buchstaben finden die einfachen Züge, gerade, kreisförmige, halbkreisförmige, entweder allein oder mit einander verbunden, Anwendung. 3. Die Vocale werden nicht ausgedrückt, sondern durch die Stellung der Consonanten bezeichnet. 4. Die Artikel werden ganz unterdrückt. 5. Hilfszeitwörter, Präpositionen, Conjunc- tionen, häufige Nebensilben werden nicht ausgeschrieben, sondern durch Monogramme dargestellt. 6. Auch andere häufig vorkommende Wörter, Phrasen und Sentenzen werden lediglich durch Monogramme bezeichnet. Johann Jakob Hoffmann druckte Becmann's Bericht in seinem damals stark verbreiteten Lexlcon universale etc. ab. Das Werk erschien 1677 zu Basel und erhielt 1683 eine Continuatlo, welche unter dem Worte Tachy- graphla denselben wortgetreu brachte. Aus diesem Werke haben eine Reihe von Schriftstellern ihre Angaben über Tachygraphie entlehnt. Notizen über die Stenographie finden sich noch in J. Chr. Wagensell's Pera llbrorum juvenillum etc., 1695, Joh. Alb. Fabrlclus' Bibllotheca latlna, 1697, J. J. Becher's »Närrische Weisheit und weise Narrheit« 1682. In Schweden hat ein gewisser Ralamb eine kurze Anleitung zur Tachygraphie veröffentlicht. Die Stenographie im 17. Jahrhundert. , 27 In Amerika hatten Thomas Archisden 1632, Kalph Fogg, erster Schreiber beim Gerichtshof zu Salem, 1636, John Hiül, Münzmeister in Massachusetts, um 1660, stenographische Systeme aufgestellt. Aus alle dem geht hervor, dass der elektrische Funke der Stenographie nur in England gezündet und einen regen Eifer an der Erlernung und Anwendung dieser Kunst geweckt hatte. In Frankreich und Deutschland ward dieselbe nur als Guriosität angestaunt, privatim hie und da erlernt, aber nie öffentlich angewendet, noch weniger in Schulen gelehrt; von einem Verständnis für den Nutzen der Stenographie war noch keine Spur vorhanden. Litteratur. Ung. (John Willis), The Art of Stenographie, London 1602. John Willis, The Art of St. 5. A. London 1817, 6. A. 1623, 7. A. 1623, 8. A. 1823, 9. A. 1628, 10. A. 1632, 11. A. 1636, 13. A. 1644, 14. A. 1647. Ders., Stenographia, sive ars Compendiose Scribendi, London 1617/18. Ders., The Schoolmaster to the Art of St. 1623, a. A. 1628, (der 9. A. der Art of St. beigefügt.), 3. A. 1647. Ders., Cer- tain Exemplary Sentences in stenographicall characters, 1634. Ders., The Singing Psalms (um 1618). Edmond Willis, An Abreviation of Writing by Character, London 1618, 2 A. 1627. William Folkingham, Brachigraphy, Postwrit, or, the Art of Short-Writing, London (1618, 1620, 1625, 1626). William Labourer, Art of Short English Writing, 1620. Willoughby, The Art of Short Writing, 1621. Henry Petrie, A Book of Brachygraphy, 1621. John Marriott, The Pen's Paradise, 1622. Thomas Shelton, Short Writing etc. 1620. (?1628 nach seiner eigenen Angabe in späteren Schriften), 2. A. 1630, a. A. 1636. Ders., Tachygraphy, London 1641, 1642, 1645, 1646, 1647, 1671, 1685, 1691, 1693, 1710. Ders., A Tutor to Tachygraphy, London 1642, a. A. 1642, 1643. Ders., Zeiglographia or a New Art of Sh. W. 1649, 1650, a. A. 1650, 1654, 1659, 1660, 1666, 1672, 1684, 168S, 1687. Ders., Tachy- graphia, London 1660, 1671. Ders., The whole book of Psalms (um 1660). 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Carl Aloys Ramsay, Tacheographia, lateinisch und deutsch 1678 (in einer Frankfurter Wochenschrift), Buch-A. lat. 1678,1681 (a. A. 1681 ?, 1683 ?), 1684, deutsch 1678, als New vermehrte Tacheographia 1679, als Tacheographia 1679, (1684?), 1743, 2. A. 1745, 3. A. 1748, 5. A. 1753, 6. A. 1758, 8. A. o. J. (Nachdruck von Hartnach 1679, im Curiosen Schreiber 1679, 1683, 1684, 1695, 1712, in der Curiosen Schreibekunst 1679). Ders., Tacheographie ou l'art d'escrire avssi vite qu'on parle 1678, 1681, 1683, (1688?) 1690, 1691, 1692, 1693 u. o. J. Johannes Gosens van Heideren, Kort - Schrift - Book, Amsterdam 1679. Nathaniel Stringer, Rieh redivivus: or, Mr. Jer. Rieh's Short-Hand improved, London (1680?), 1686, a, A. o. J. B. F., Lessons in Shorthand, Rieh's System modified, MS. (1680?). Ung., The Art of Short-writing aecording to Tachygraphy, London 1684. George Ridpath, Shorthand yet Shorter, London 1687, a. A. 1696. Moses Lane, 1687 (erwähnt von Rockwell). 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Er war ein Muster jener Zunftgelehrten, welche ein Alphabet, das sie zufällig erlernt haben, für das bestmöglichste erklären und an dieses ihre Ver- künstlichungen anheften, welche sie zu großen Verbesserungen aufbauschen. Western erklärte das Alphabet von Metcalfe als das beste, das sei und ersonnen werden könne, verwies jedoch auf die Schreibung des Vaterunsers in beiden Schriftarten als Beweis seiner Verbesserungen. Der ganze Unterschied liegt in den gebrauchten Sigeln und darin, dass Weston mehrere Wörter zusammenschrieb (H. Gr. S. 52 ff.). In dieser Weise verbesserte Anthony Clayton (H. Gr. S. 56) des System Weston's. Deshalb zur Rede gestellt, erklärte er in einer Disputation, die unter Byrom's Vorsitz stattfand, dass er Weston's Alphabet, Präpositionen und Endungen billige, aber nicht seine Marks (Wortkürzungen), worin beispielweise Sigel für »Pluderhose« und »Mandelbaum« vorkämen, weshalb er dieselben weggelassen habe, was Byrom, der sich offenbar über beide Streiter lustig machte, nicht als eine Verbesserung anerkannte. Das Zusammenziehen von Worten wurde von John Mitchell (H. Gr. S. 54 f.) auf die Spitze getrieben, zumal die Sigel in der Verbindung als einfache Buchstaben auftreten (nspgmvd = and the spirit of God movedj. Als Schriftprobe war der Anfang der Bibel gegeben, den jeder gebildete Engländer auswendig kannte, wonach also die Lesbarkeit der Schrift nicht beurtheilt werden kann. Levy behauptet jedoch, J. Mitschell's Buch sei populär gewesen und hätte eine große Verbreitung gefunden. Die Schule Eich wurde durch Henry Barmby (1700), Samuel Lane (1716) und vor allen durch Dr. Ph. Doddridge (H. Gr. S. 59) vertreten. Letzterer gehörte der Partei der Dissenters an und leitete von 1729 an eine Gelehrtenschule dieser Secte, in welcher er auch die Stenographie lehrte. Hier dürfte er an 200 junge Männer unterrichtet haben, welche meist Dissentergeistliche wurden und von denen mehrere zu Ruf und Amtern gelangten. Die Studenten mussten auf seine Anordnung die Regeln lernen und dann zur Übung stenographisch niederschreiben. Mehrere solcher Hefte haben sich erhalten. Der berühmte Priestley, welcher diese Schule besuchte, musste die von ihm erlernte Stenographie seines Freundes Annet aufgeben und das hier allein geduldete System Rieh erlernen. Doddridge selbst gab kein Lehrbuch heraus erst lange nach seinem Tode wurde seine Methode in Druck gegeben. Den Einflüssen der Dissenters ist das lange Bestehen der Schule Rieh in England zuzuschreiben. Auch William Mason war anfangs ein Anhänger Rieh's und gab als solcher 1672 ein Lehrbuch heraus, 1682 änderte er das Alphabet und zum zweitenmale 1707 in dem unter dem Titel »La plmne volonte« erschienenen Werke, welches die Grundlage einer neuen Schule wurde, deren Hauptkennzeichen außer dem Alphabet die Verminderung der Vocal- bezeichnung auf drei Stellen ist, indem a und e, i und y, o und u unter je einer Vocalstelle vereinigt wurden (H. Gr. S. 61 ff.). Zu dieser Schule gehören die Systeme von Tanner 1712, Angell 1758, Swaine 1761, Meilan 1764, Hodgson 1780, das Dictionary 1777, Graham 1787 (s. H. Gr. S. 64), am berühmtesten ist sie aber durch Thomas Gnrney geworden, der sie bis auf unsere Tage vererbt hat. Dieser, der die Uhrmacherkunst erlernt hatte, soll als Knabe einige Bücher gekauft haben, unter denen sich Mason's Lehrbuch befand und schon mit 16 Jahren eine Rede wörtlich aufgenommen haben. Im Alter von 32 Jahren (1737) erhielt er eine Anstellung an dem ersten Gerichtshof (Old Bailey) als Stenograph und gab Unterricht, doch nannte er sich noch in der ersten Auflage seines Lehrbuches 30 Die Stenographie im 18. Jahrhundert. 1750 Taschen- und Kirchthurmuhrmacher. Seine Abweichungen von Mason sind gering; dass er nicht ein alphabetisches Verzeichnis von Wörtern gab wie dieser, hat ihn in den Ruf gebracht, Mason's System wesentlich vereinfacht zu haben (H. Gr. S. 65 ff.). Nach seinem Tode (1770) gaben seine Söhne das System in neuen Auflagen heraus, in der Auflage von 1773 wurde der Hinweis auf das Ursystem von Mason weggelassen, 1789 erschien eine Auflage in Philadelphia. Philipp Gibbs, der Geschichtschreiber der Stenographie (s. S. 6) war ein gelehrter Mann und gehörte einer Dissentergemeinde in Hackney an, gieng dann zu den Calvinisten über, trennte sich auch von diesen und blieb dann der Religionsbewegung fern. Sein System war auf Rieh gegründet, bot aber große Veränderungen. Das Streben nach größerer Deutlichkeit veranlasste ihn, fast für alle Consonanten Doppelzeichen aufzustellen, welche einerseits verschiedene Wortbedeutungen vertraten, anderseits den inlautenden Vocal symbolisch auszudrücken berufen waren. Die Doppelzeichen gewann er durch Umkehrung, Brechung oder schiefe Stellung der Hauptzeichen (H. Gr. S. 59 ff.). Sein System fand keinen Anklang. Der gleichfalls gelehrte Samuel Jeake las in der königlichen Gesellschaft eine Abhandlung über die Elemente der Kurzschrift, welche er sich aus 8 Zeichen bestehend dachte, während die Vocale unbezeichnet blieben. Seine 8 Zeichen sind die einfachsten geometrischen, indem er aber ähnliche Laute (z. B. b p f) nicht durch ähnliche Zeichen, sondern durch dasselbe Zeichen darstellte, zerhieb er den gordischen Knoten, statt ihn zu lösen. Byrom, gleichfalls Mitglied der königlichen Gesellschaft, kritisierte in der nächsten Sitzung derselben dieses Problem. Dessenungeachtet stellte Samuel Soare 1780 ein gleiches System mit 11 Zeichen auf, dagegen enthielt das »Alphabet der Vernunft« 21 Lautzeichen (H. Gr. S. 69/70). Eine neue Richtung erhielt die englische Stenographie durch den bereits mehrmals erwähnten John Byrom, der 1741 ein Patent auf sein System nahm, dasselbe jedoch nicht veröffentlichte, wohl aber darnach unterrichtete und zahlreiche und vornehme Schüler hatte, welche den ersten Stenographenverein gründeten und nach dem Tode ihres Meisters sein System veröffentlichten. Im Gegensatz zu Weston erklärte Byrom das Alphabet als die Grundlage, von der alles übrige abhängig sei, er ordnete die Laute nach ihrer Verwandtschaft, verlangte, dass die Zeichen einfach, kurz und schreibflüchtig seien, dass die einfachsten Zeichen den am häufigsten vorkommenden Lauten zuzutheilen seien, die verbindungsfähigsten Zeichen den verbindungsfähigsten Lauten, stellte somit dieselben Regeln auf, welche spätere Stenographen nur abzuschreiben brauchten, um ihren Systemen den Ruf einer wissenschaftlichen Begründung zu geben. Byrom verbannte aus der Stenographie alle currentschriftlichen Buchstaben und die in den Systemen seiner Zeit noch sehr beliebten Bildzeichen. Außer den Sigeln, zu denen er die alphabetischen Zeichen und zwar sowohl für Wörter, wie für Vor- und Nachsilben benützte, stellte er ein freies Abkürzungsverfahren auf, wonach der Anfangsbuchstabe das Wort vertrat, welches aus dem Satzzusammenhange zu erkennen war. Von größtem Einfluss auf die englische Stenographie war seine interpunktierende Vocalbezeich- nung, wonach die Wörter in einem Zug geschrieben, die Vocale als Punkte in den Stellungen a, e, i, o, u, wenn sie nothwendig waren, eingeschrieben wurden, bei flachen Zeichen wendete er auch die Vocalsymbolik durch veränderte Stellung des Consonantenzeichens an (H. Gr. S. 71—77). In der praktischen Die Stenographie im 18. Jahrhundert. 31 Ausführung seiner Lehre war er nicht glücklich. Für 21 Laute hatte er nur 12 einfache Lautzeichen, durch Einfügung eines Ringelchens vermehrte er dieselben auf das Doppelte, hatte nun mehr Zeichen als Laute und verwendete den Überschuss zu Nebenzeichen, wobei er allerdings beabsichtigte, das Übersteigen der Verbindungen über die Schriftzeile zu vermeiden. Dadurch wurden mehrerlei Schreibweisen möglich und das System verwickelt. Die Einringelung ist auch nicht schreibflüchtig und würde die Schrift noch mehr gehemmt haben, wenn der Ring nicht in der Verbindung zur Schleife geworden wäre; warum Byrom nicht sofort die Schleife anwendete, ist unbegreiflich. Von seinen Nachfolgern blieb nur Molineux 1793 dem Alphabete treu, John Palmer 1774, W. Williamson 1775, Robert Graves und Robert Ashton 1775, ein Ungenannter 1778, veränderten das Alphabet, Williamson 1775 schaffte alle Nebenzeichen ab, dasselbe thaten auch Graves und Ashton, welche übrigens jeden Vocal unterschiedlos durch den Punkt bezeichneten, ein Verfahren, welches später Taylor wieder aufnahm und vertheidigte; der Ungenannte stellte für jeden Vocal ein eigenes Zeichen auf, welches über das Consonantenzeichen gesetzt wurde (H. Gr. S. 77—80). Zu den Nachfolgern Byrom's muss auch der Juris Dr. William Mavor 1780 gerechnet werden, welcher an Stelle der fünf Punkte Byrom's den Punkt und das Komma in drei Stellungen (a, e, i und o, u, y) verwendete (H. Gr. S. 82). Auch er hat für jeden Consonanten nur ein Zeichen mit Ausnahme des r, dessen von Byrom entlehntem Zeichen (einem schrägen Aufstrich) er das schon von früheren Stenographen verwendete currentschrift- liche r beigesellte, um mit diesem die Schriftzeile wieder zu erreichen, ein Vorgang, der später oft nachgeahmt wurde (auch von Taylor). Indem Mavor einfache Zeichen für thr und str in das Alphabet aufnahm, wurde er der Begründer der Zeichen für Mischlaute. Samuel Taylor, der berühmteste unter allen englischen Stenographen, von dessen Leben aber gar nichts bekannt ist, verwendete wie Graves und Ashton, deren System er kannte, den Punkt ohne Unterschied der Stellung für jeden an- und auslautenden Vocal, ließ den inlautenden Vocal ganz unbezeich.net und begründete dies damit, dass durch die verschiedene Stellung der Punkte im Schnellschreiben leicht Irrungen entstehen könnten, weshalb es besser sei, gar keinen Vocal, als einen falschen zu schreiben. Für die Verbindung der Zeichen gab er eine Combination stabeile, welche später oft nachgeahmt wurde, im ganzen aber nur 13 Regeln, so dass sein System das einfachste wurde. (H. Gr. S. 94 ff.) Da sich seine Zeichen gut verbinden lassen, hat sich seine Stenographie in England bei Berufsstenographen bis auf den heutigen Tag erhalten als ein lebendiger Protest gegen alle verwickelten Systeme. Einer seiner Nachfolger, John Crome, suchte 1798 die Ringelchen der Taylor'schen Zeichen durch die Unterscheidung größerer und kleinerer Zeichen zu ersetzen (H. Gr. S. 96). Eine dritte Richtung der englischen Stenographie eröffnete 1747 Aulay Macaulay, durch die Einführung der geschriebenen und verbundenen Vocalzeichen. Sein System ist noch mehr als das Byrom's eine Reaction gegen die Weston'sche Methode der Kürzung um jeden Preis, obgleich es noch von Einfachheit sehr entfernt ist. Macaulay verwendete Zeichen in dreifacher Größe und in zweifacher Stellung für Vocale, Consonanten und Consonantenverbindungen, wobei die Vocale mehrfache Zeichen erhielten. Der Grundsatz seines Zeitgenossen Byrom, dass ähnliche Laute ähnliche Zeichen erhalten sollten, lag ihm völlig fern; « } t, l, th, tr, ch, pl, werden durch dasselbe Zeichen in verschiedener Größe und Stellung ver- 32 Die Stenographie im 18. Jahrhundert. treten. Die Folge war auch, dass Wörter unterbrochen werden mussten, weil die Zeichen nicht auf gleicher Stufe standen; er schrieb z. B. In the beginn ing god crea ted the hea ven and the ea rth. Im ganzen stellte er 85 Lautzeichen auf, welche zugleich Wortbedeutungen hatten. Dies war seine Longhand oder Vollschrift, auf welcher er durch Vereinfachungen eine Shorthand oder Kurzschrift aufbaute. Vortheilhaft vor anderen Werken zeichnete sich das seinige durch viele Leseübungen aus. Macaulay Hess sich bestätigen, dass er einen vierjährigen Knaben in vier Stunden so unterrichtet habe, dass dieser die Stenographie lesen und schreiben konnte. Jede Unterrichtsstunde bei ihm kostete eine Guinee. In der dritten Auflage seines Werkes (1756) gab er, um den Klagen wegen Undeutlichkeit der verschiedenen Stellung der Buchstaben abzuhelfen, ein einzeiliges Alphabet (H. Gr. S. 132). Diese Richtung weiter führend, veröffentlichte 1750 Peter Annet (ein Lehrer und Herausgeber einer freisinnigen Zeitung, der wegen angeblich gotteslästerlicher Aeußerungen zu Pranger und Gefängnis verurtheilt worden ist) ein System, dessen Alphabet ähnliche Zeichen für ähnliche Laute hat; er unterschied die Zeichen durch zwei Größen, die Vocalzeichen auch durch Stärke: der wagrechte Strich ist e, breiter i, verstärkt a, verstärkt und verlängert y, u ist ein Punkt, o ein Kreis (H. Gr. S. 133). Thomas Hervey bildete Annet's System weiter aus, indem er Zeichen für Doppelbuchstaben beifügte (b verstärkt bb, d verstärkt dd etc.). Das Buch enthält auf 2V2 Seiten 720 Sigel in 42 Regeln (H. Gr. S. 134). Thomas Stackhouse verwendet für a, e, o, u den Kreis in verschiedener Größe und Gestalt, um die Vocale leicht verbinden zu können (H. Gr. S. 134). Henry Taplin, ein Schüler Annet's verwendete die Verstärkung zur Unterscheidung ähnlicher Consonanten (k von g, p von b, t von d), für Vocale Haken (H. Gr. S. 134). Ein gewisser R. Tailor gab 1791 ein System heraus, welches nach Levy ein Nachdruck von Taplin's System war. William Tiffin unterschied in seinem 1750 erschienenen System harte und weiche Consonanten durch verschiedene Stellung der Zeichen (unten p, oben 6 etc.), die Vocale, für deren genaue lautliche Wiedergabe er 17 Zeichen aufstellte, schrieb er über die Consonanten. (H. Gr. S. 163). David Lylo gelang es, 103 mehr oder minder einfache Zeichen aufzufinden, welche er aber ohne Rücksicht auf Lautähnlichkeit vertheilte (H. Gr. S. 134). Sein System erschien 1762. William Holdsworth und William Aldridge, welche 1766 gemeinschaftlich ein System herausgaben (H. Gr. S. 135), ermittelten die einfachsten geometrischen Zeichen, indem sie einen Kreis mit senkrechten, wagerechten und schrägen Linien durchschnitten, diese mit Ellipsen umgaben und aus den Theilen dieser geometrischen Figur 46 Grundformen erzielten. Dennoch benützten sie nicht diese Zeichen für ihr Alphabet, sondern behaupteten, ihre Zeichen aus der Stellung von Lippen und Zunge genommen zu haben, wonach ihre Zeichen Bilder der Laute seien; schliesslich benutzten sie den Gusszettel der Buchdrucker, um die häufigst vorkommenden Laute zu erfahren. Dabei kamen sie zu einem Alphabet, welches eine so merkwürdige Aehnlichkeit mit den anderen zu ihrer Zeit üblichen, aber auf weniger wissenschaftliche Weise entstandenen Alphabeten hat, dass man vermuthen muss, sie hätten ihr Alphabet bereits fertig gehabt, bevor sie die Wissenschaft befragten und aus den Angaben dieser nur heraushörten, was in ihr System passte. Ein solcher Missbrauch der Wissenschaft ist später noch öfter vorgekommen. Die Stenographie im 18. Jahrhundert. 33 Unter den Systemen mit buchstäblich eingefügten Vocalzeichen ist das von Blanchard 1779 veröffentlichte deshalb beachtenswert, weil Blan- chard das Nachschreiben von Reden als besonderes Ziel der Stenographie betonte und sich rühmte, eine Rede in der Dauer von I Stunde 40 Minuten nachgeschrieben zu haben, welche durchschnittlich 144 Worte in der Minute enthielt. Allerdings schrieb Blanchard nicht jeden Vocal, sondern nur in Wörtern, bei denen es ihm nothwendig erschien (H. Gr. S. 137). Mit vollständiger Vocalbezeichnung traten noch M. Nash 1783 und Thomas Rees 1790/5 (und 1805 mit theilweise verändertem Alphabet) auf (H. Gr. S. 138). Eine vierte Richtung schlug Simon Georg Bordley, ein katholischer Geistlicher, in seinem Cadmus Britanniens 1787 ein; er ist der erste, welcher eine cursive Stenographie aufstellte. Sein Werk war lange vergessen, bis Dr. Westby Gibson eines der drei noch vorhandenen Exemplare durch einen Neudruck 1890 wieder bekannt machte. Edward Hodgson gab ausser seinem System noch ein für alle Stenographien passendes Kürzungsverfahren heraus, welches in der Aufstellung einer großen Zahl symbolischer Zeichen bestand. Boswell bediente sich zum Nachschreiben der Currentschrift, indem er Wörter nur halb schrieb und andere ganz wegliess; als jedoch Johnson ihm aus Robert's Geschichte von Amerika dictierte, musste er gestehen, dass er sehr unvollkommen nachgeschrieben habe. Doch erzählte Johnson noch Schlimmeres von Angell, zu dessen Werke er die Einleitung geschrieben haben soll. Da dieser behauptete, der schnellsten Rede folgen zu können, stellte ihn Johnson auf die Probe; obgleich dieser behauptete, langsamer als sonst gelesen zu haben, bat ihn Angell nach kurzer Zeit, aufzuhören, er könne ihm nicht folgen. Ähnlich erging es Byrom, der eine Predigt von Henley nachschrieb. Dieser ließ ihn ersuchen, das Nachschreiben einzustellen. Byrom versprach, nichts zu veröffentlichen, aber das Nachschreiben lasse er sich nicht verbieten. Hierauf sprach Henley so schnell, dass der Stenograph nicht nachkommen konnte. Es ist selbstverständlich, dass solche Anekdoten nichts beweisen, höchstens als Ausnahme die Regel bestätigen, dass im 18. Jahrhundert schnelle Reden von guten Stenographen nachgeschrieben wurden. Auch Gelehrte und Staatsmänner erlernten die Stenographie. Byrom hatte unter seinen Schülern Gibbon, den berühmten Geschichtschreiber Roms, über den er jedoch klagte, dass er langsam sei, ferner Horace Walpole und Lord Conway. James Weston schmeichelte in der Widmung seines zweiten Lehrbuches dem Parlamentsmitglied Lord Andover, dass er großen Nutzen von der Stenographie sowohl für die Aufzeichnungen, die er zu seiner Erinnerung und zur Verheimlichung für andere machte, als auch beim genauen Nachschreiben der Reden und Debatten im Parlament gehabt habe. Das Parlamentstand der Stenographie fremd, ja feindselig gegenüber, seine Privilegien zum Schutze der Mitglieder gegen politische Anklagen verboten jedem Fremden den Zutritt. Die Zeitungen, die erst im 17. Jahrhundert entstanden und noch im 18. Jahrhundert klein und unbedeutend waren, brachten nur dürftige Nachrichten aus demselben. Erst Edward Cave, der Begründer des am 1. Juni 173I erschienenen Gentleman's Magazine, machte den ersten Versuch, regelmäßige Berichte aus dem Parlament zu bringen. Johnson erzählt von ihm, er habe die Thürhüter bestochen, ihn und zwei Freunde, welche ihm helfen sollten, heimlich in das Haus einzulassen, wo sie dann auf der Gallerie oder an einem versteckten Orte die Reden nachschrieben. Nach der Sitzung begaben sie sich in ein benachbartes Gasthaus, verglichen ihre Niederschriften und ergänzten dieselben Faul mann, K., Geschichte und Litteratur der Stenographie. 3 34 D' e Stenographie im iS. Jahrhundert. aus dem Gedächtnis, worauf der Bericht für die Zeitungen gemacht wurde. Diese Berichte wurden von dem Publicum begierig aufgenommen, welches zum erstenmal hörte, was seine Vertreter sagten und thaten. Zwei Jahre berichtete Cave ungestört, dann aber trat, wahrscheinlich veranlasst durch Abgeordnete, welche sich über die Berichte beklagten, der Sprecher dagegen auf und verbot die Veröffentlichung. Cave musste fürchten, seine Leser zu verlieren, welche sich an die Parlamentsberichte gewöhnt hatten, er druckte die Berichte mit fingierten Namen und Johnson schrieb für ihn die berühmt gewordenen »Verhandlungen von Lilliput«. Als bei einer Tischgesellschaft Dr. Francis, der Übersetzer des Demosthenes, eine von Lord Chatham's Reden pries und sie höher stellte, als irgend eine, welche Demosthenes je gehalten habe, warf Johnson ein: »Diese Rede habe ich in einer Bodenkammer in der Exeterstraße gemacht«. Das Parlament schritt mit Geldbußen und Gefängnisstrafen gegen die Veröffentlichung der Verhandlungen ein. Von 1750 bis 1770 dauerte der Kampf gegen die Berichterstatter, dann gab das Parlament nach, d. h. es hinderte diese nicht mehr, wenn es auch die Veröffentlichung nicht guthieß. Die Verhandlungen während der Zeit, in welcher die Berichterstatter nicht zugelassen waren, sind von dem Par- lamentsmitgliede Sir Henry Cavendish aufgezeichnet worden, es sind nur zwei Bände davon gedruckt worden, dann kam der amerikanische Krieg und unterbrach diese Veröffentlichung. Woodfall, der Redacteur des Mor- iiing Chronicle, und Pcrry schrieben die Verhandlungen aus dem Gedächtnis nieder, doch erkannte letzterer den Nutzen der Stenographie und verwendete später Stenographen als Berichterstatter. Eine völlige Anerkennung fand die Stenographie 1780, indem am I. Mai der Antrag gestellt wurde, Gurney als Zeugen in der Verhandlung gegen Warren Hastings zu vernehmen; damals wurde der Antrag abgelehnt, aber am 4. Mai wurde ein ähnlicher Antrag gestellt und diesmal Gurney wirklich als Zeuge vernommen, ob Burke gewisse Worte über die Vernehmung von Warren Hastings gebraucht habe; auf seine Aussage hin beschloss das Haus, die fraglichen Worte seien nicht gebraucht worden. Aus Blanchard's Bemerkungen ist zu ersehen, dass auch beim Gerichtshof die Stenographie ständig vertreten war. Eine Anzahl » Professoren der Stenographie« waren stets anwesend, um die Verhandlungen für die Parteien wörtlich aufzunehmen und Blanchard verwarf den Gebrauch der Wortauslassungen mit der Begründung, dass es bei dieser Übung nicht möglich sei, ein gerichtliches Zeugnis abzulegen. Benjamin Franklin erzählt von seinem Oheim John, dass diesser sich ein eigenes Stenographiesystem verfertigt habe, es aber nicht anwendete; auch er habe es gelernt, aber vergessen. Die Verhandlungen des ersten Congresses der Vereinigten Staaten von Amerika wurden privatim von Thomas Lloyd aufgenommen und erschienen 1791. In Frankreich war die Tachygraphie des Ramsay am Anfang des 1 8. Jahrhunderts verschollen und lange Zeit trat kein neuer Versuch in dieser Richtung auf. Ob das Manuel Tironien des Feutry ein Abbreviaturverfahren oder eine neue Kurzschrift war, wissen wir nicht, ebensowenig ist von dem Parfait Alphabet des Cur6 de St.-Laurent und von der Tachygraphie des La Valade bekannt. Jean Felicite Coulon de Thevenot, welcher schon 1776 eine Schrift über ein mechanisches Mittel, die Schreibkunst zu verbessern und über die auf rechtwinklige und nicht rechtwinklige Figuren zurückgeführte Schreibkunst veröffentlicht hatte, gab 1778 ein stenographisches System heraus, welches der französischen Sprache besonders ange- Die Stenographie im IS. Jahrhundert. 3^ passt war, denn während die Engländer die Vocale vernachlässigen, werden diese gerade von den Franzosen bevorzugt. Coulon stellte nur solche Con- sonantenzeichen auf, welche einen senkrechten oder wagerechten Auslauf haben, an den sich die Vocalzeichen anschließen, dadurch entsteht eine Silbenschrift, aber zugleich eine große Deutlichkeit. Um möglichst viel einfache. Zeichen zu gewinnen, verwendete er solche in zwei Größen. Die Abkürzungen fanden nach Art der currentschriftlichen Abbreviaturen statt, seine Stenographie verhielt sich zur Currentschrift wie I : 4 (H. Gr. S. 314). Das System wurde 1787 von der Academie geprüft und empfohlen. Der von Vandermonde, Le Roy, Cousin und Condorcet unterzeichnete Bericht stellte 9 Grundsätze einer guten Kurzschrift auf, welche sich an Coulon's System anschließen, wobei man jedoch in der Behauptung, dass die beste Kurzschrift für eine Sprache wegen des Häufigkeitsverhältnisses der Laute für andere Sprachen nicht geeignet sei, zu weit gieng. Dem entgegen übertrug Theodore Pierre Bertin 1792 die Taylor'sche Stenographie auf die französische Sprache, deren Geiste er nur die Concession machte, für die auslautenden Vocale besondere Zeichen aufzustellen. M. Montigny, Mitglied der Akademie der Wissenschaften, führte in der Taylor'schen Schrift die volle Vocalbezeichnung durch, wobei die Vocalzeichen über oder unter die Wörter gesetzt wurden. Andrien Pront, auf Coulon'sche Grundsätze bauend, wollte 1797 eine neue Schrift einführen, welche die Currentschrift vollständig ersetzen sollte, und für welche er eigene Drucklettern hatte anfertigen lassen. Indem er aber die Orthographie der Currentschrift beibehielt, war seine Schrift zu schwerfällig für das Nachschreiben von Reden geworden und so blieb der ebenso kühne als kostspielige Versuch erfolglos. Als die Generalstaaten zusammentraten, gründete Leoday eine Zeitung, »Journal des Etats gäneraux« zur Veröffentlichung ihrer Verhandlungen. Dieselben wurden unter Leoday's Leitung von 12 Currentschreibern aufgenommen, welche an einem runden Tische sitzend derart abwechselten, dass der erste Schreiber, wenn er von dem Redner überholt wurde, seinem Nachbar ein Zeichen gab, worauf dieser zu schreiben fortfuhr u. s. w., so dass jeder Schreiber, bis die Reihe wieder an ihn kam, Zeit genug hatte, aus dem Gedächtnis zu ergänzen, was die Hand nicht festzuhalten vermocht hatte. Diese Zeitung nahm unter der constituierenden Versammlung den Titel »Journal de l'assemblee Constituante«, dann unter der Legislative den Titel »Le Logographe« an. In den Berichten waren die Revolutionsmänner wiederholt durch allzu wörtliche Wiedergabe ihrer Reden lächerlich gemacht worden, weshalb das Journal in der Conventszeit durch Robespierre, der in solchen Dingen keinen Spass verstand, am 15. August 1792 unterdrückt und durch das Bulletin de la Convention nationale ersetzt wurde. 1789 wurde von dem Buchhändler Panckoucke die Gazette nationale begründet, welche 1794 den Titel »Moniteur universel« annahm, und als Berichterstatter Garat und Maret (später Herzog von Bassano) verwendete; diese gaben auf Grund ihrer currentschriftlichen Notizen geschickte Berichte. 1791 wurde das Journal des D&bats gegründet, welches getreue Berichte bringen sollte. 1794 bot Coulon Thivenot (das Adelsprädicat unterblieb während der Revolution) sich dem Convent zur Herausgabe eines »Journal tachygraphique« an, welches ausgedehntere Berichte bringen sollte, als der Moniteur. Das Anerbieten wurde anfangs ungünstig aufgenommen, einige Redner warfen ihm Langsamkeit der Übertragung vor, andere fürchteten, durch die Berichte lächerlich gemacht zu werden; als der Antrag zuletzt angenommen wurde, scheiterte er an dem Widerspruche des Conseil des 36 Die Stenographie im 18. Jahrhundert. Anciens. Erst unter dem Directorium gelangte die Stenographie zu öffentlichem Gebrauch: einige geschickte Stenographen schrieben die Gerichtsverhandlungen nach (der Process Babcsnf wurde stenographisch aufgenommen) und an der Ecole normale wurden die Vorträge der Professoren stenographiert. In Deutschland wurde Ramsay's Tachygraphie im 18. Jahrhundert theils in Schröter's »Briefsteller«, theils als selbständiges Buch von Gessner fort und fort aufgelegt, ohne mehr als oberflächliche Beachtung zu finden. Auch die deutschen Gelehrten fuhren fort, über die Stenographie als eine Seltsamkeit zu berichten, so Georg Pasch in seinem Buche De novis inventis, 2. A. Leipzig 1700; D. G. Morhof'm dem 1714 und später 1732 vollständig erschienenen Polyhistor, wo Thomas (!) Willis, Thomas Shelton, Joh. Wilkins und die Brachygraphie des J. S. S. angeführt sind; J. Chr. Wagenseil, der in seiner »Erziehung eines jungen Prinzen, der vor allem Studieren einen Abscheu hat« (1707) Joh. Willis, Th. Shelton, Joh. Wilkins und Jer. Rieh erwähnt, aber im Gegensatze zu Locke die Stenographie als eine Sache betrachtet, welche nur Schreiber zu wissen brauchen, während dem Prinzen ein Alphabet einfacher Zeichen genüge, welches er entworfen hat; Augustinus Grischow 1705 in seiner Introductio in philologiam, David Scharf in De notariis veteris ecclesiae 1715, J- A. Stcphani in seiner Abhandlung De taehygraphia 1707; N. H Gundling in der »Vollständigen Historie der Gelahrtheit« 1734; /. F. Gregorius in Walch's Actis societatis latinae Jenensis, 1752; J. Chr. Wolf in den Monumenta typographica, 1740; /. Ph. Jablonsky, der in seinem »Allgemeinen Lexikon aller Künste und Wissenschaften« unter dem Stichwort Tacheographia den Ramsay aufführt; Gladow, der in dem unter dem Pseudonym Sperander 1728 herausgegebenen Fremdwörterbuch: »A la Mode-Sprach der Teutschen« die Wörter Stenographia und Taehygraphia aufführt und erklärt; Hermann Hugo, der in De prima scribendi origine 1738 Ramsay und Cruciger erwähnt; G. G. Wegener, der unter dem Pseudonym Tharsander in dem 1793 herausgegebenen »Schauplatz vieler ungereimter Meinungen und Erzählungen« über wunderbare Schriften berichtet, darunter über die Kurzschrift der Alten und die englische, wobei er auf den Nutzen der Schnellschrift für Gelehrte aufmerksam macht; /. S.Halle in der »Fortgesetzten Magie« 1790; BuggeVs »Wohlerfahrener Schreibkünstler« 1708; /. H. Zedier, der in seinem »Großen vollständigen Universallexikon aller Wissenschaften und Künste« 1732/54 die Namen Bales, Heath und Shelton anführt und unter dem Stichwort »Schreibkunst« über die Geschwindschrift im Sinne einer abgekürzten Currentschrift berichtet; Chr. G. Jöcher, in dessen »Allgemeinem Gelehrtenlexikon« 1750/1 (genauer in der Fortsetzung von Adelung 1784/7) die Autoren: Addy, Bales, Botley, Bridges, Coles, Hopkins, Mason, Ramsay aufgeführt sind. /. Chr. Gatterer erwähnt in seinen Elementa artis diplomaticae 1765 und in dem Abriss der Diplomatik 1798 die englische Stenographie; Gessner gab in den Primae lineae isogoges in eruditionem universalem, 1784, kurze Nachrichten über die Tironischen Noten und knüpfte daran die Bemerkung: »Bei den Engländern gibt es Leute, die shorthand d. h. Kurzhand schreiben sollen«. Aus diesem Werke und aus Morhof's Polyhistor dürfte Goethe seine Kenntnis der Tironischen Noten und der Stenographie geschöpft haben, welche er an mehreren Stellen seiner Werke zeigt. Die Allgemeine Literatur- Zeitung vom 10. Januar 1787 brachte eine Notiz über eine Stenographie Dupont's, von der sonst nichts bekannt geworden ist; ein fast gleichlautender Hinweis auf dieselbe findet sich in _/. W. Kessler's »Lehrbuch der Kunst, schön und geschwind zu schreiben«, 1793, welches aber kein Lehrbuch Die Stenographie im iS. Jahrhundert. 37 der Stenographie ist. J. W. v. Archenholz erzählt 1787 in seinem Buche: »England und Italien« von den englischen Zeitungsberichterstattern und Nr. 59 des Intelligenzblattes der Jenaer Allgemeinen Literaturzeitung enthält eine Anzeige von Coulon de ThSvcnot's Almanach tachygraphique. Alfred Junge, dem diese interessanten Nachrichten entnommen sind (s. S. 7), fand in Zeibig's »Geschichte und Litteratur der Geschwindschreibkunst« auch ein Buch von Vernaleken: »Kurzes stenographisches Wörterbuch«, 12°, Wien 1769, angeführt. In Folge eingeholter Auiklärungen änderte er die Jahreszahl in 1869, aber zufällig ist Prof. Vernaleken kein Stenograph, vielmehr ein Gegner der Stenographie, von der er eine Schädigung der Orthographie befürchtete und das 1869 von ihm herausgegebene Wörterbuch war ein orthographisches. So boshaft kann ein Druckfehler sein! Im Februar 1796 veröffentlichte Bitschendorf in seinem »Journal für Fabrik, Manufactur, Handlung und Mode« einen Aufsatz: »Von der Stenographie oder Kurzschrift«, worin er die Aufmerksamkeit auf den Nutzen der Stenographie lenkte und auf einer Kupfertafel das System von Rees vorführte, das er aber weder für vollkommen, noch für vorzugsweise anwendbar auf die deutsche Sprache erklärte. Noch im selben Jahre veröffentlichte Friedrich Mosengeil, welcher die Taylor-Bertin 'sehe Stenographie kennen gelernt hatte, in Eisenach eine Anleitung, von der 1797 ein Neudruck und 1799 eine neue Auflage erschien. Mosengeil gab Taylors Zeichen eine ganz veränderte Lautbedeutuno-, den Vocalen eine größere Unterscheidung und stellte für die zusammengesetzte Consonanz eigene Zeichen auf, die aber ohne Unterscheiduno- des Nachlautes gebraucht wurden, daher dasselbe Zeichen für pf bl, br, bs, bt, bst, bsch; Einbiegungen am Ende der Zeichen dienten für Nachsilben, die Zeichen der Consonanzen ohne Rücksicht auf den Lautwert für Hilfszeitwörter (H. Gr. S. 186). Dadurch wurde sein System verwickelter als das Original, doch verhält sich seine Schrift zur Currentschrift wie I : 4. Der Gonsistorialrath K. G. Horstig stellte 1797 ein System auf, welches noch im selben Jahre eine zweite Auflage erlebte. Er hatte schon vor Buschendorf's Aufsatz über eine Verkürzung der Schriftzeichen nachgedacht, Mosen- geil's Buch scheint seine Gedanken zur Reife gebracht zu haben, aber die Ringelchen der TayZor'schen Schrift missfielen ihm und so stellte er ein Alphabet einfacherer Zeichen auf, wobei der Kreis ein selbständiges Lautzeichen wurde. Auch den Vocalen gab er eigene Zeichen zum Über- oder Untersetzen, aber nur für Eigennamen. Die Laute t, d, p, b erhielten dasselbe Zeichen, fw,h ch, gk unterscheiden sich durch verschiedene Größen. Einige häufig vorkommende Wörter erhielten eigene Schreibweisen und Abkürzungen. Einer theologischen Marotte folgend, glaubte Horstig den natürlichen Druck, wie beim Hebräischen, in die Querstriche legen zu müssen, dadurch erscheint seine Schrift handwidrig, aber sie ist sehr einfach und ebenso kurz wie die Mosengeil'sche (H. Gr. S. 190). Das Taylor'sche System soll noch von Penzenkufer (1787 und 1798) und von Stoll übertragen worden sein, wie Klilber in seiner Krypto- graphik angibt, doch scheinen diese Übertragungen nicht veröffentlicht worden zu sein, Im »Mysterienbuch« 1797 wurde eine Stenographie veröffentlicht, welche fünfmal kürzer sei als die Currentschrift, in Wahrheit aber zu dieser sich kaum wie 1 :3 verhält (H. Gr. S. 207). Doch ist diese Arbeit sehr beachtenswert, da sie eine Vollschrift mit buchstäblicher Vocalbezeich- nung bietet und die doppelte Schreibung von Doppelconsonanten Unbekannt- 38 Die Stenographie im 18. Jahrhundert. schaft mit der Stenographie jener Zeit verräth, daher Originalität der Erfindung vermuthen lässt. In den Niederlanden veröffentlichte Bernard Mourik 1750 eine neue Auflage des Systems von Reyner. In der Schweiz sind nach Zschocke's Mittheilungen die Reden, welche er im grossen Rath und Senat hielt, stenographisch aufgenommen worden. In Schweden soll zu Ende des 18. Jahrhunderts ein Ritterhaussecretär Bungencreme die in der Adelskammer gehaltenen Reden mittelst abgekürzter Currentschrift aufgenommen und mit großer Genauigkeit wiedergegeben haben. In Italien stellte der Bürger Molina zu Mailand 1797 ein System auf, dessen Zeichen theils über, theils unter der Zeile stehen (H. Gr. S. 350). Es hat Ähnlichkeit mit dem System Tiffin und auch die Vocalbezeichnung (der Punkt in fünf Stellungen) weist darauf hin, dass der Erfinder die englische Stenographie kannte. Ein Komma bezeichnete jede Abkürzung. Das Verhältnis zur Currentschrift ist wie 1:3. In Russland veröffentlichte ein Franzose Henri 1792 zu Moskau eine Tachygraphie, von der sich jedoch kein Exemplar erhalten hat, sie ist von Sopikoff in dem Essai da la Bibliographie russe erwähnt. Auch von Heinrich Wolke, dem früheren Lehrer am Philanthropin zu Dessau, wird berichtet, dass er während seines Aufenthaltes in Russland in französischer Sprache stenographiert habe, doch dürfte eine Verwechslung mit seiner Weltschrift vorliegen, welche allerdings ein einfacheres Alphabet hatte. Litteratur. Henry Barmby, Shorthand unmask'd, London (1700), 1708. Wm. Mason, La Plume Volante, London 1694, 1707, 1719, 5. A. 1720 u. o. J. Francis Tanner, The plainest, easiest and prettiest method of Writing Shorthand, London 1712, 2. A. 1713. Ders. (?) Anodyne Necklace Shorthand, 2. A. 1713, 3. A. 1715 (unentgeltlich für ieden Käufer des schmerzstillenden Zahnhalsbandes Anodyne Necklace), auch unter dem Titel: A new method of Short and Swift Writing, 4. A. 1717, 5. A. 1717, 6. A. 1719, ferner: The Pretty Art of Writing Shorthand (nach 1727). Dass. A System of sh., copied from an old book (18..). Ung. (J. Brown), Stenography, 1712. Ung. Stenography (Addy's System), London 1712. W. 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Bis zum Jahre 1871 genügte es übri- Englische Stenographie. ai gens, dass ein Mitglied des Parlaments ausrief, er bemerke Fremde im Hause, um den Vorsitzenden zu zwingen, die Gallerie, damit auch die Reporter- gallerie, räumen zu lassen, worauf das Haus erst seine Sitzung fortsetzte. 1871 beschloss das Parlament, dass in Zukunft die Fremden nur durch Antrag des Vorsitzenden ohne Amendement und Debatte entfernt werden dürfen. Da die Zeitungen die Ausführlichkeit ihrer Berichte von ihrem verfügbaren Räume, der Wichtigkeit der Redner und Verhandlungen, sowie von der zum Setzen und Drucken nothwendigen Zeit abhängig machen, weshalb auch um 1 Uhr] nachts von den Berichterstattern jeder Zeitung nur einer bleibt, um einen kurzen Bericht zu geben, so hatte Thomas Curzon Hansard 1803 eine eigene Berichterstattung auf Subscription gegründet, welche die Verhandlungen vollständig lieferte und deren Stenographen auch nach 1 Uhr nachts vollzählig im Hause blieben. 1876 unterstützte der Staatsschatz die Agentie Hansard mit jährlichen 3000 Pf. St., welche später in 500 Pf. St. für jeden Band verwandelt wurden. Jetzt ist auch die Agentie Hansard eingegangen und die Regierung hat einen Vertrag mit einer anderen Gesellschaft abgeschlossen. Neben dieser halbofficiellen Berichterstattung besteht noch eine offi- cielle für die Comitesitzungen, welche am Tage von 11—4 Uhr mit 1% stündiger Unterbrechung stattfinden, und die seit 1813 von dem Bureau Gurney besorgt wird. Diese Verhandlungen müssen wörtlich aufgenommen werden und bis zum anderen Morgen 8 Uhr gedruckt vorliegen. Die stenographische Niederschrift besorgt ein einziger Stenograph, dessen Blätter halbstündlich abgeholt und im Bureau übertragen werden, worauf nach 4 Uhr der Stenograph die Revision der Umschrift vornimmt. Die Mitglieder dieses Bureaus sind daher so geschult, dass sie die schnellsten Niederschriften eines anderen schnell und richtig lesen können. Auch bei Abendblättern hat sich die Umschrift der Stenogramme durch andere Stenographen als nothwendig herausgestellt und wird daher auch bei anderen Systemen Gewicht auf die Lesbarkeit durch andere gelegt. Die Zeit zur Ausbildung eines sattelfesten Stenographen wird auf 5 Jahre veranschlagt. Das System Gurney erfreut sich wegen seiner offiziellen Stellung und seiner Leistungen des größten Ansehens und Herr Gurney-Salter konnte bei dem ersten internationalen Stenographencongress in London (1888) darauf hinweisen, dass sich sein System ohne jede Propaganda verbreite. Es ist auch mit Unrecht darauf hingewiesen worden, dass Charles Dickens, der dieses System als Berichterstatter anwendete, in seinem Roman »David Copperfield« die schwierige Erlernung desselben geschildert habe; Dickens hat bei seiner launigen Erzählung nicht ein System, sondern die Stenographie in genere zum Gegenstande seines Witzes gemacht, aber am Schlüsse versichert, dass es ihm gelungen sei, seine Niederschrift unter allen Umständen lesen zu können. Gurney's Lehrbuch ist daher bis gegenwärtig ununterbrochen aufgelegt worden und auch andere Autoren, wie Vale 1808, Green 1824, ein Ungenannter 1824, G. B. 1827, Parker 1833, der Drucker Lloyd 1835, Oliver 1852, Cooper 1858 haben dasselbe herausgegeben. Das System Byrom fand Bearbeiter an: Hodson 1800, Ewington 1801, Nightingale 1803, Bobbett 1815, Gawtress 1819, Kelly 1820, C. Walker 1823, einem Ungenannten 1825, Jones 1832, Roffe 1833, George 1835 (H. Gr. S. 77—8I). 1 ) ') Manche Jahreszahlen der »Historischen Grammatik der Stenographiec sind ach den neueren Forschungen Dr. Westby-Gibson's richtig gestellt. hier nach den neueren Forschungen Dr. Westby 42 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. Das System Mavor wurde bearbeitet oder herausgegeben von Hunter 1812, von einem Ungenannten 1813, Lawson 1 813, Dangerfield 1814, Stones 1814, James Mitchell 1815, Floyd 1818, Jackson 1823, Bennett 1825, Enfield 1826, Grellet 1830, Perkins 1833, Gardner 1834, einem Ungenannten 1835, Frank 1838, Westby-Gibson 1838, Bradley 1843, JE Shilleto 1845 u. A. (H. Gr. S. 84—93). Das System Taylor fand Herausgeber und Bearbeiter in Stones 1814, Kitchingman 1815, Carstairs 1815, Bailey 18ig, OcfeZZ 1822, Harding 1823, Gould 1823, Macdougal 1825, Curtis 1830, Cooke 1832, Wfao^ 1834, Kerin 1836, Ventris 1837, Templeton 1840, Thatcher 1840, im Penny-System 1842, W 7 bodÄcw.se 1842, Saxton 1842, Jones 1845, Essenhigh 1852, Blundell 1854, Cameron 1856, Z/yZe 1856, Coleman 1857, Mangan 1860, JLevy 1862, Ter Reehorst 1865, ^4Z. Herbert Thompson 1868 u. A. (H. Gr. S. 96—102). Es findet noch heutzutage Anhänger in der Praxis. Bei der verwirrenden Menge von Lehrbüchern, von denen manche nur dem Titel nach bekannt sind, ist es nicht möglich, diese Gruppen vollständig festzustellen, auch war es bei der Gepflogenheit der Verfasser, von einem System dieses, von einem anderen System jenes zu entlehnen, schwer, die Grenzen zwischen den einzelnen Schulen festzuhalten; so hat Stones das Alphabet des Taylorianers Crome und die Vocalbezeichnung Mavor's; Clive nennt sein 1810 erschienenes System ein verbessertes Mavor'sches, behielt aber nur dessen Vocalbezeichnung bei und gab seinem System dadurch, dass er den Zeichen unter der Zeile einen anderen Lautwert gab, als denselben Zeichen auf der Zeile, einen ganz anderen Charakter (H. Gr. S. 163); Farr hat Mavor's System im ganzen beibehalten, aber die Anlaute a, e, i durch Hochstellung, o, u, y durch Tiefstellung der Consonantenzeichen ausgedrückt (H. Gr. S. 167); Harding ist zweifellos Taylorianer, aber in seinem Streben nach Deutlichkeit von Mavor beeinflusst; Phinehas Bailey hat Taylor's Alphabet, aber eingefügte und verbundene Vocalzeichen; Jackson, der zwei Alphabete auf einmal herausgab, zeigt in der Vocalbezeichnung eine schwache Anlehnung an Mavor, sonst könnte er ganz die parlamentarische Bezeichnung eines »Wilden« erhalten (H. Gr. S. 87). Das im vorigen Jahrhundert aufgetretene Streben, die Vocalzeichen mit den Consonanten zu verbinden, fand schon 1800 Vertreter in Harvoin und in Radcliffe Prosscr, die Schrift des letzteren verhält sich zur Currentschrift wie 1:3 1 j 3 ; auch gab Prosser eine abgekürzte Currentschrift heraus. Nicholson's System (1806) ist eine Mischung von buchstäblicher und Punktvocalisation. Das Streben dieser Gruppe vollständig lautlich zu schreiben, ging bald über die 5 Vocale der Currentschrift hinaus und zur phonetischen Schreibung. Phinehas Bailey stellte 1819 18 Vocalzeichen auf, Thomas Towndrow 1831 16, Francis Fauvel-Gouraud 1850 21 (letzterer empfahl für den Buchdruck eine getrennte Schreibung der Laute). Amasa A.D. Sproat 1857 stellte neben seinem stenographischen Alphabet ein solches für den Druck auf, er begnügte sich mit 15 Vocalzeichen (H. Gr. S. 139—146). Den Gegensatz zu dieser Richtung bilden die Versuche, die Kürze der Stenographie durch die Position zu steigern, deren erster von Samuel Richardson 1800 unternommen wurde. Dieser stellte ein Netz von 7 Stellungen in der Höhe und 4 Stellungen in der Breite auf und gab jeder Stellung einen Lautwert. Stellte er nun das Zeichen thr in die Stellung des /, so war father zu lesen. Punkte und Kommas in solchen Stellungen hatten Sigelbedeutung. Zu einer solchen Stenographie gehörte nicht nur Schreibflüchtigkeit, sondern auch Treffsicherheit und die Vertreter dieser Be- Englische Stenographie. *■> strebungen beriefen sich auf die Treffsicherheit der Klavierspieler; doch gelten Taylor's Bedenken gegen die Stellung der Vocalpunkte hier in vermehrtem Grade. Richardson's Buch erlebte 5 Auflagen. Henshaw gab 1831 ein verbessertes Richardson'sches System heraus. Dieselbe Richtung verfolgten Hinton 1826 und Tear 1834, welcher letztere die Position auf 84 Stellen erhöhte (H. Gr. S. 176—180), doch hat man nicht vernommen, dass die praktischen Stenographen, für welche diese Systeme ausschließend berechnet waren, von denselben Gebrauch gemacht hätten, vielmehr haben dieselben das Taylor'sche System, wie bereits erwähnt, bis zur Gegenwart angewendet. Der Versuch mit cursiver Stenographie wurde 1802 von Richard Roe erneuert. Dem gegen die cursive Stenographie erhobenen Vorwurf, dass sie todte (nicht lautende) Striche als Verbindungen benöthige, suchte Roe dadurch zu begegnen, dass er die Zeichen häufig in einander übergehen ließ (dieselben verschmolz). Seine Schrift verhält sich zur Currentschrift wie I '■'i 1 ]^ (H. Gr. S. 157). Die cursive Stenographie stieß in England auf große Vor- urtheile. Lewis sagte, mit diesen Zeichen könne man nicht halb so schnell schreiben als mit den geometrischen, die Unbequemlichkeit der Verbindung wiege die Vortheile auf, welche die schräge Lage der Buchstaben biete, und die Ähnlichkeit mit der gewöhnlichen Schrift belaste das Gedächtnis, verwirre den Geist und beeinträchtige die gewöhnliche Schrift; Levy begnügte sich damit, die Idee Roe's seltsam zu finden; Recd sagte, die Cursivschrift sei, wenn nicht eine Abscheulichkeit, jedenfalls eine sehr unvollkommene Methode, verglichen mit den Systemen, welche in England allgemein gebraucht werden; dagegen stellte Anderson in einem Vortrage »über die wahre Theorie der Kurzschrift«, den er 1882 in der Shorthand Society hielt, als zweiten Grundsatz einer guten Stenographie auf, ihre Zeichen müssten cursiv sein und wies darauf hin, dass die cursive Form sich in der Gurrentschrift als natürliche Folge der Schreibflüchtigkeit entwickelt habe. Es hat auch bis in die jüngste Zeit in England nicht an Versuchen gefehlt, die cursive Schrift in die Stenographie einzuführen. Bis 1840 erschienen: James Adams 1814, von dem Dr. Westby-Gibson annimmt, dass er sein System noch vor Roe gebildet habe, indem er schon 1803 einen Process aufnahm und veröffentlichte, Thomas Oxley 1816, Henry Upington 1825, Jasper und John Aitchison 1832 (von dem System Edmonds, welches 1832 erschien, behauptet Dr. Westby-Gibson, seine Beispiele hätten eine große Ähnlichkeit mit denen von Gabelsberger und Stolze, obwohl er es nicht unter den cursiven Stenographien erwähnt), Daniel Cadman 1835, J. Clarke 1840 (H. Gr. S. 158 ff.). Der Geschichtschreiber der englischen Stenographie, James Lewis, veröffentlichte 1815 ein Lehrbuch, welches 89 Auflagen erlebte, gleichwohl aber keine Spur großer Verbreitung hinterlassen hat; es wird von einzelnen Stenographen in England gebraucht, in Amerika aber in keinem einzigen Kurse gelehrt. Lewis rühmte seine Schrift als kürzer denn jede andere und zwar im Verhältnis von 2:3 (man könne in 40 Minuten soviel schreiben, als in einer Stunde' mit irgend einer anderen), sie setze jeden, der kaum seinen Namen in Currentschrift schreiben könne, in den_Stand, jede Rede wörtlich niederzuschreiben und sicher wiederzulesen (!). Über seine Zeichen ist zu bemerken, dass er das Ringelchen als eigenes Zeichen (s) verwendete, Vocal- zeichen über die Wörter schrieb, endlich Zeichen für Consonantenverbindungen aufstellte, welche aber nicht aus den Elementen der Lautzeichen gebildet sind (das alles wurde schon vor ihm von den deutschen Stenographen Mosengeil und Horstig angewendet, vgl. S. 37), die Abkürzungen sind willkürlich. Seine Unterrichtsmethode war geschickt, er liess zuerst die Buchstaben unver- 44 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. bunden schreiben, dann die Consonanten verbinden und die Vocale darüber schreiben, dann die Zeichen für Mischlaute anwenden und die Vocale weglassen, aber systematisch war sie nicht, denn hatte der Schüler gelernt b i r t h zu schreiben, so musste er später br t schreiben, wobei nur t die erste Form behielt (H. Gr. S. 103/4). Ähnlich sind die Systeme von W. H. Sigstone 1832, John Wells 1834, T. C. Forster 1838, /. H. Bück 1841; abweichend im Alphabet, aber durch Anwendung von Zeichen für Mischlaute verwandt sind die Systeme von J. Fancutt 1840, W. Plumb 1841, David Hammond 1855, Ebenezer Soper 1856, John Freeman 1859 und Eneas Mackenzie (H. Gr. S. 105—in). Die Position, d. h. die verschiedene Stellung der Zeichen auf oder unter der Zeile, verwendete zuerst Richard Farr 1819 alsVocalandeu- tung, aber nur für Anlaute, F. Theophilus Williams 1826 für alle Vocale a in der Reihe e i wobei eine Verstärkung der Consonanten den vor- u, lautenden Vocal andeutete (derselbe stellte auch 4000 Sigel zum Auswendiglernen auf), Thomas Moat 1833 wendete neben 5 Vocalstellungen noch 13 Stellungen von Punkten für Sigel an, Thomas How 1836 5 Vocalstellungen, ohne Rücksicht darauf, ob der Vocal vor- oder nachlautet, /. Nelson 1836, welcher Talyor's Alphabet beibehielt, hatte 4 Vocalstellen für vorlautende Vocale (o und u wurden nicht unterschieden); William Selwyn (Dr. Wailes) bezeichnete die Vocale theils durch Stellung, theils buchstäblich, J. Best Davidson 1847 schrieb auf 4 Linien (H. Gr. S. 167—174). Im Jahre 1837 erschien bei dem Bibelverleger Bagster in London ein kleines Büchlein, betitelt: Stenographic Sound-hand (stenographische Lautschrift) in 18er Format mit 12 Seiten Text und 2 Tafeln zum Preis von 4 Pence, welches den Lehrer Isaac Pitman zum Verfasser hatte, und sich die Aufgabe stellte, bei großer Kürze die getreueste Wiedergabe des Lautes zu gestatten. Pitman verwendete die gerade Linie, den Halbkreis und Viertelkreis, fein für harte, verdickt für weiche Laute, alle Consonanten in ziemlicher Größe geschrieben, um eine dreifache Stellung der Vocale anbringen zu können; die Vocale wurden durch Punkte und Striche, fein für kurze, dick für lange Vocale ausgedrückt, daneben gab es Zeichen für Diphthonge. Mischlaute wurden aus den einfachen Zeichen durch Anhängen eines Häkchens für r und l, des Ringelchens für s und durch Verkleinerung für t, d gebildet. Pitman stellte drei Stufen der Schrift auf: für Anfänger, für die Corre- spondenz und für das Nachschreiben von Reden (Reporterstil). Eine Vollschrift hat auch die erste Stufe nicht, denn auch hier werden Sigel für die gebräuchlichsten Form Wörter angewendet, im Correspondenzstil werden 150 Sigel für Form- und Begriffswörter gebraucht, im Reporterstil Umrisse (Outlines), welche durch abweichende Consonantenverbindungen entstehen und die Vocale überflüssig machen, wie überhaupt die anfängliche Lautschrift in der Schnellschrift fast ganz zur vocallosen Schrift wird. Pitman betont, dass die drei Stufen seines Systems sich naturgemäss aus einander durch Verkürzung der Schrift entwickeln, doch kann dieses von den Outlines nicht behauptet werden und auch sonst gibt es mannigfache Verwicklungen, denn schon im Alphabet haben r und h Doppelzeichen. Stoßen zwei Consonanten zusammen, so kann die dritte Vocalstellung des ersten die erste des zweiten Consonanten werden (Care must be taken not to write the vowel sign in an angle between two letters) und überhaupt enthalten die 186 Regeln seines Lehrbuches eine Menge Bestimmungen, welche gut gelernt werden Englische Stenographie. a* müssen, um Fehler zu vermeiden (H. Gr. S. 115—120). Gegenüber den bisherigen englischen Systemen bot es aber große Vortheile, welche seine schnelle Verbreitung ermöglichten, einerseits die Genauigkeit in der Bezeichnung, anderseits die größte Kürze für das Nachschreiben von Reden; das größte Verdienst hat sich aber Pitman um die Stenographie dadurch erworben, dass er dieselbe durch seine eifrige und geschickte Propaganda populär machte und in den Geschäftsverkehr einführte. Pitman begnügte sich nicht, ein Lehrbuch herauszugeben; in den Schulferien reiste er im Lande herum und ertheilte Unterricht in seiner Stenographie. 1839 konnte er bereits seine Lehrstelle aufgeben, um sich ganz der Verbreitung seines Systems zu widmen, worin er von seinem Bruder Frederick unterstützt wurde; er ließ sich in Bath nieder und gründete hier, nachdem er den Vertrag mit Bagster gelöst hatte, eine eigene Druckerei. 1841 entstand zu Manchester die erste Nummer seiner Zeitschrift: Phonographie Journal, zugleich schuf er eine ganze Litterat ur von Lesestoff, Hilfsmitteln zum Unterricht und Abhandlungen über den Nutzen der Stenographie, deren buchhändlerischen Betrieb Frederick übernahm. In seinem Wirken fand er eifrige Helfer, namentlich an Thomas Allen Reed, der sich als igjähriger Jüngling der Phonographie gewidmet hatte und mit Frederick Pitman als Wanderlehrer wirkte. Derselbe hat in dem »Kapitel aus der frühesten Geschichte der Phonographie« erzählt, wie sie zunächst bemüht waren, angesehene Personen, besonders Geistliche, der Sache günstig zu stimmen, damit sie den Vorsitz bei den Vorträgen übernahmen. Reed ließ sich die fremdesten Sprachen (auch chaldäisch von den Theologen) dictieren, natürlich deutlich Wort für Wort, und indem er es correct wiederlas, verblüffte er die Gelehrten, welche eine solche Genauigkeit in der Stenographie nicht für möglich hielten, andererseits schrieb er die schnellsten Reden nach, und als jemand behauptete, man könne in der Minute nicht 1 50 Punkte, viel weniger Worte schreiben, bewies ihm Reed, dass er allerdings soviel Worte schreiben und sicher lesen konnte. Dadurch gewann Pitman''s Phonographie den Ruf, d i e genaueste und schnellste Kurzschrift zu sein, den sie sich bis heute bewahrt hat. Im Jahre 1843 bildete sich aus Pitmarts Schülern eine Corre- spondierende Gesellschaft, gerade zu der Zeit, wo die Herabsetzung des Briefportos die Correspondenz wohlfeiler machte. Dadurch, dass diese Gesellschaft eingesendete Aufgaben unentgeltlich corrigierte, verbreitete sie das System durch ganz England und förderte diejenigen, welche sich durch Selbstunterricht ausbildeten und auf diese Weise über fragliche Punkte aufgeklärt wurden. Während Pitman so für die Verbreitung wirkte, war er fortwährend auf die Verbesserung seines Systems bedacht und feilte unablässig an demselben. Die zweite Auflage (1840) brachte eine Umgestaltung des Alphabets (bei p ch f sh fand eine Vertauschung der Zeichen statt, H. Gr. S. 126). Das Werk, welches nun den Titel: Phonography, orWritingby Sound annahm, erschien zum Preise von 1 Pence in Form eines 8X6V2 großen Stahlstichblattes, auf welchem 3000 Worte und Beispiele eingegraben waren, darunter 4 Schriftproben in Englisch, 1 in Französisch und I in Deutsch. Schon im December 1840 konnte er eine dritte Ausgabe, diesmal in Octav veranstalten, welche in zwei Theile, System und Übungen, zerfiel, von denen jeder 8 Pence kostete. Unter den Leseübungen befand sich der 100. Psalm französisch, deutsch, italienisch, chinesisch und hebräisch. Die vierte Auflage wurde wieder als ein Blatt zu 1 Pence in Halbquart, aber auf der Buchdruckpresse mit Holzschnitten gedruckt. Die fünfte Auflage erschien 1842 als Volksausgabe und als Schul- 46 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. ausgäbe (jedenfalls wurden diese Auflagen nebeneinander verkauft). In der 7. Auflage wurden Schleifen für st und str eingeführt, Finalhaken für r und l wurden in solche für -n und -tion geändert. In der 9. Auflage (1852) wurde unter anderem die Verlängerung für thr eingeführt, 1857 wurden die Vocale iea in aci verändert, in der II. Auflage (1862) wurden andere Zeichen für y und w eingeführt u. s. w. Diese Änderungen waren seinen Anhängern nicht angenehm und Th. A. Reed erklärte 1862: »Wenn kein fester Halt geboten ist gegen unbedeutende Änderungen, so werden die Phonographen gegen deren jährliche Wiederkehr nicht sicher sein. Wie die Sache jetzt steht, kennen wir viele ausgezeichnete Praktiker, die nicht im Stande sind, einer des anderen Schrift zu entziffern infolge der Verschiedenheit des Stils, in welchem sie schreiben.« In der 12. Auflage (1867) sagte Pitman: »Wir haben das ganze stenographische Material aufgebraucht und, wie wir das System gut zu kennen glauben, in der besten Weise. Wenn jemand etwas neues vorbringen kann, Zeichen, Haken, Kreise, gerade oder gebogene Striche in irgend einer Richtung, welche noch nicht in der Stenographie angewendet sind, so werden wir ihn hören; aber so lange so etwas nicht aufgetreten ist, werden wir nichts ändern.« Dennoch wurden 1884 und 1887 noch einige kleine Änderungen vorgenommen. Schon früh begnügte sich Pitman nicht mit der genauen lautlichen Schreibung in der Kurzschrift, er wollte eine solche auch in der Current- schrift einführen und ergänzte das currentschriftliche Abc durch entsprechende Lautzeichen, um so jeden Laut durch ein bestimmtes Zeichen auszudrücken ; dies war die Spelling-Reform. Sie gewann ihm die Gunst der Gelehrten, Professor Max Müller übernahm das Präsidium der Phonetic-Society und Alexander John Ellis gab der 7. Auflage des Pitman'schen Lehrbuches einen Anhang mit einer Anwendung der Phonographie auf fremde Sprachen bei. Mit der Spelling-Reform wurden in den Sonntagsschulen beim Lese- und Schreibunterricht die günstigsten Erfolge erzielt, doch ist sie über den Schulunterricht noch nicht hinausgedrungen, wenn auch Pitman bei dem ersten Internationalen Stenographen-Congress in London (1888) seiner Überzeugung von der endlichen Abschaffung der willkürlichen englischen Orthographie den entschiedensten Ausdruck gegeben hat. In Amerika waren um diese Zeit die Systeme von Gurney und Taylor im Gebrauch, am beliebtesten waren die Lehrbücher von Gould (1823—1860), welche auf Taylor's System beruhten. Durch Stephan Pearl Andrews wurde 1844 das Pitman'sche System in den Vereinigten Staaten bekannt, 1846 verr öffentlichte dieser mit Augustus French Boyle das »American Phonographie Journal« in stenographischer Schrift und den »Anglo-Saxon« in phonetischen Typen, um die Spelling-Reform auch in Amerika einzubürgern. Auch hier fand Pitman's System soviel Beifall, dass 1851 in Philadelphia schon 6000 Personen in der Phonographie unterrichtet gewesen sein sollen. I. Pitman schickte 1852 seinen Bruder Benn nach Amerika, um dem Nachdruck der Bücher durch selbständige Ausgaben zu steuern, ein anderer Bruder Jakob ging zu gleichem Zwecke nach Australien. Wenn I. Pitman geglaubt hatte, durch fortwährendes Feilen an seinem System dasselbe einwurfsfrei zu machen, so hatte er sich geirrt; wer etwas neues bieten wollte, brauchte sich gar nicht den Kopf anzustrengen, er konnte auch auf das zurückgehen, was der Meister verworfen hatte, um dasselbe als etwas Eigenartiges herauszugeben. So schuf Andrew J. Graham die »Amerikanische Phonographie«, 1854, so entstanden die Systeme von James E. Munson 1866, von Marsh 1868, Burnz 1870, Osgoodby 1884, Longley 1879. Englische Stenographie. 47 Die Unterschiede dieser Systeme sind gering, man muss sie förmlich aufsuchen, um sie zu finden. Mwnson setzt die Wörter mit Vocalen der ersten Reihe über die Zeile, jene mit Vocalen der dritten Reihe unter dieselbe. Marsh nahm die Position Munson's, aber die Vocalreihe Graham's, welche der ersten von Pitman aufgegebenen entspricht (H. Gr. S. 120—124). Alles dies waren Amerikaner. Aber auch in England fand Pitman Abänderer. 1862 trennte sich Edward James Jones, der 18 Jahre lang sein Anhänger und Mitarbeiter gewesen war, von ihm, um ein neues System aufzustellen, in welchem es nur zwei Vocalstellen, gibt und eine Umwandlung des Alphabets sich bemerkbar macht (H. Gr. S. 121). In demselben Jahre veröffentlichte F. Forster (Redfern) ein System mit vertauschten Pitmanzeichen und besonderen Zeichen für jeden Vocal, um die verschiedene Stellung überflüssig zu machen (H. Gr. S. 123). Ein anderes System in gleicher Einrichtung stellte James Madison Allen 1872 in Ancora auf, und James Williams zu Pontypridd, der 12 Jahre Lehrer der Pitman'schen Stenographie war, 1878 (H. Gr. S. 124/125). Alexander Melville Bell, Mitglied der kgl. schottischen Akademie, begann die Reihe der sogenannten lesbaren Phonographien ohne Vocalbezeich- nung, indem er durch dreifache Größe der Consonanten andeutete, ob ein Vocal vor, nach oder gar nicht zu lesen war. Dadurch, dass er die Formwörter klein über oder unter die Begriffswörter schrieb, führte er einen ähnlichen Gedanken, wie der Deutsche Stolze aus, die grammatikalische Gliederung der Worte schon in der Schrift zum Ausdruck zu bringen (H. Gr. S. 128), Sein S3'stem ist von der Akademie gekrönt, vom Verfasser in einer Reihe von Schriften dargelegt worden, aber nachhaltigen Eindruck hat es nicht gemacht. Dasselbe gilt von dem gleichen Versuche Edward PocknelVs, der sich als Forscher auf dem Gebiete der Geschichte der Stenographie einen guten Namen gemacht hat und der die Lesbarkeit ohne Vocale dadurch erreichen wollte, dass er die Zeichen gerade, nach unten oder nach oben gebogen, gebrauchte, um anzuzeigen, ob die Vocale gar nicht, ob sie vor- oder nachlauteten. Um die nöthige Anzahl einfacher Zeichen aufzubringen, gab er diesen eine dreifache Größe, z. B. einstufig /, zweistufig t, dreistufig d, verstärkt galten diese Zeichen für ng und th, hieran schlössen sich Consonantenverbindungen und der Gebrauch aller Zeichen für Sigel, um ein sehr compliciertes System zu bilden (H. Gr. S. 129). Eine andere Richtung, aber ebenfalls auf Pitman'scher Grundlage, schlugen D. F. Lindsley 1864, W. M. Williams 1867, James Richardson 1878 ein, indem sie kleine Zeichen für Vocale aufstellten und diese mit den größeren Consonantenzeichen in einem Zuge verbanden. Auf diese Weise wurden stenographische Vollschriften geschaffen, welche einen wirklichen Fortschritt bezeichneten (H. Gr. S. 146, 148, 152). Während diese Pitman's Vocalbezeichnung zu verbessern suchten, beanständeten andere seine Consonantenzeichen, insbesondere den Unterschied zwischen starken und weichen Lauten durch feine und dickere Formen. Guest 1882 wendet Zeichen in dreifacher Größe an, Barter 1883 gebrauchte für starke Laute kleinere, für weiche größere Zeichen (wobei natürlich die Pit- man'sche ^-Bezeichnung entfiel), Armitage 1884, der gleichfalls dreistufige Zeichen anwendete, gab den schwachen Lauten die ausgebogenen Zeichen der starken. Alle diese und viele andere hier nicht aufgeführte Systeme standen unter dem geistigen Einflüsse Pitman's und seiner geometrischen Zeichen, denen auch die Anhänger Taylors und Gurney's huldigten, alle diese zeigten eine Abneigung gegen eine cursive Stenographie, welcher Th. A. Reed einen entschiedenen Ausdruck gab (s. S. 43). 48 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. Um diese zu beseitigen, hätte ein einfacheres System auftreten müssen, als das Gabelsberger'sche, welches 1860 von Adolf Geiger auf die englische Sprache angewendet wurde (H. Gr. S. 160) und selbst dann noch wäre der Kampf mit den englischen Vorurtheilen schwer gewesen. Auch die Reclame, welche Charles Mayr 1882 in Springneid, Mass., anwendete (»Universal-Recht - schreibungs-Kurzschrift, Stenographie. Leicht! deutlich! schnell! Ausschließlich verwendet bei 150 Millionen Gebildeter, geschrieben in 25 Sprachen, angewendet in einigen 30 größeren und kleineren Parlamenten«, vgl. die Litte- ratur), blieb ebenso erfolglos, wie die neuere Bearbeitung von H. Richter (1888), deren Grundzüge in die Historische Grammatik der Stenographie nicht aufgenommen werden konnten, weil H. Richter es sich entschieden verbeten hatte, dass der Inhalt seines Buches auf eine Seite zusammengedrängt würde. 1882 wurde in Amerika die Gabelsberger'sche Stenographie nur von Mayr in einem Curse gelehrt, 1892 bestanden 12 Curse, theils nach Geiger, theils nach Richter, theils nach Mayr, aber unter den Lehrern findet man nur einen englischen Namen. Es scheint daher, dass die Gabelsbergersche Stenographie in den Ländern englischer Zunge nur von den Deutschen gepflegt wird und dass sie dort den Nimbus, der sie in Deutschland umgibt, gänzlich verloren hat. Nicht besser erging es dem Stolze'schen System, dessen Übertragung Dr. Michaelis 1S63 ausführte, obgleich es in einer neuen Bearbeitung von Dettmann propagiert wurde (H. Gr. S. 174), es wurde 1882 in New-York von dem dortigen Stenographenverein gelehrt, 1892 fehlt es in dem Verzeichnis ganz. Das Lehmann'sche System wurde 1892 in 2 Cursen in Amerika gelehrt. Der Engländer /. Thompson bildete 1863 aus Stolzes System eine einzeilige Stenographie (H. Gr. S. 161), welche er als Phonography veröffentlichte, ohne damit Anklang zu finden. In neuerer Zeit wurden mehrere Versuche cursiver Stenographie gemacht. Jos. Benj. Rundell, welcher sein System 1883 der Shorthand Society vorlegte, dasselbe 1885 veröffentlichte und in den Kindergärten einzuführen suchte, verbindet die Vocale als gerade und gebogene Striche mit den Consonanten, die dreistufig stark und schwach geschrieben werden. George Carl Mares, welcher trotz seines Namens weder Deutscher noch deutscher Abkunft sein soll, bezeichnete seine Schrift als Script geometrical Shorthand, weil seine Zeichen, obwohl cursiver Natur, auf geometrischen Formen begründet sind. D. J. Davies, ein Dissentergeist- licher, veröffentlichte 1887 eine Sonography oder Longhand-Shorthand, eine Cursivschrift mit verbundenen Vocalzeichen, er warf Pitman, der Consonanten ohne Vocale schreibe, vor, er habe ein Haus ohne Mörtel, einen Palast ohne Fenster gebaut. Kingsford gab 1888 die »Oxford Shorthand«, eine Schrift mit Vocalverbindung heraus, welche in 6 Auflagen erschienen ist und von der Oxforder Shorthand-Society verbreitet wird. Thomas Strafford gab im selben Jahre zu Glasgow eine Script-Phonographie als Königin der Kurzschriften heraus, in welcher die Vocale durch Haken und Kreise bezeichnet werden, sie hat ein von der deutschen Stenographie verschiedenes Ansehen und wird von eifrigen Anhängern verbreitet. Gregg's Lightline Phonography (1888) muss eine Duploye'sche Stenographie sein, denn Malonc, welcher letztere veröffentlichte, strengte einen Process gegen Gregg an. Callendar, welcher das »Cambridge-System« herausgab, eine cursive Kurzschrift mit verbundenen Vocalen ohne Unterscheidung von dick und dünn, hat ausgerechnet, wie viel unnütze Zeit mit dem Einsetzen von Punkten verloren gehe. Mogford's Scriptsystem ist auf geometrischen Formen gebaut, welche allmählich in die cursive Form übergehen. Endlich hat Dr. Westby-Gibson 1883 eine Probe einer Englische Stenographie. 40 cursiven Stenographie veröffentlicht, welche wegen ihrer genauen Bezeichnung besonders zu wissenschaftlichen Zwecken dienen soll. Über England liegen keine statistischen Angaben bezüglich der Verbreitung der Systeme vor,, Pitmarts Jahrbuch für 1894 berichtet, dass im letzten Jahre in die Phonetic Society, deren Präsident Max Müller und deren Secretär und Schatzmeister Isaac Pitman ist, 5650 Mitglieder aufgenommen wurden; Vereine nach Pitman's System werden in England 75, in den Colo- nien und fremden Ländern 14 aufgeführt, Unterricht wurde in England an 94, in den Colonien und fremden Ländern an 19 Schulen ertheilt. Außerdem besteht die 1890 gegründete National Phonographic Society unter /. Pitman's Vorsitz mit 15 Districtsvereinen und 57 Evercirculators, welche Umlaufshefte erscheinen lassen. Unter den Schulen nimmt Pitman's Metropolitan School of shorthand, typewriting and business training College einen in der ganzen Welt einzig dastehenden Rang ein: ein riesiges Gebäude, mitten in London, ist einzig zum Unterricht in der Stenographie und in der Handhabung der Schreibmaschinen eingerichtet, ein Stab von mehr als 60 Lehrern unterrichtete im verflossenen Jahre gegen 2000 Schüler, die praktischen Übungen werden in 4 Stufen, 40—70, 80—100, 110—140, 150 und mehr Worte in der Minute, ertheilt; für die erworbene Handfertigkeit werden Diplome ausgestellt, und das Jahrbuch verzeichnet 15 Personen, welche 200 und mehr Worte in der Minute geschrieben haben. Die große Verbreitung des Pitman'schen Systems erhellt besonders aus den statistischen Angaben, welche Rockwell in den Vereinigten Staaten von Amerika gesammelt hat. 1882 wurden hier in 276 Cursen 12470 Personen unterrichtet, davon 10197 in Schulanstalten. Es wurden 23 Systeme gelehrt, an manchen Anstalten mehrere zugleich; davon entfielen 146 Gurse auf das System Pitman und seine Modifikationen, in 44 Cursen wurden Systeme mit buchstäblicher Vocalbezeichnung gelehrt, in je 1 Curs die Systeme von Ga- belsberger, Stolze und Duploye. Im Jahre 1889/90 wurden 57373 Personen in der Stenographie unterrichtet, darunter 22325 männliche, 26005 weibliche, bei 817 war das Geschlecht nicht angegeben. Unter 1485 Cursen wurde das System von Pitman und seine Modification in 1021 Cursen gelehrt (J. Pitman 127, Benn Pitman 500, Graham 275, Munson 147, Longley 32), hierauf folgte das System Cross (buchstäbliche Vocale) in 122, Lindsley (buchstäblich) 63, Pernin (Duploye) 43, dagegen, wie bereits erwähnt, Gabelsberger nur in 12, Lehman in 2, Stolze gar nicht. Die Zahl der gelehrten Systeme war in diesem Lande, wo die vollste Unterrichtsfreiheit herrscht, 48, bei genauerer Betrachtung schrumpft aber die Zahl sehr zusammen, wenn man nur die großen Unterschiede in's Auge fast, da viele Systeme sich nur wenig von einander unterscheiden. Unter den ausländischen Systemen hat das von Duploye eine größere Verbreitung gefunden. Zuerst wurde dieses System von /. A. Pernin 1877 in Chicago veröffentlicht, dessen Witwe gab eine Zeitschrift heraus. J. P. A. Martin's »Duployan Stenographer« erlebte nur wenige Nummern. Pierre Cartier, Gerichtsstenograph zu Sorel (1877), und Professor Manseau in Canada (1878) passten dasselbe System der englischen Sprache an. In England veröffentlichte Miss Ellis 1880 eine Anwendung dieses Systems auf die englische Sprache, ihr folgte 1882 /. M. Sloan, ein Schotte, welcher in Dublin zu unterrichten begann. Bald entstanden unter dem Namen »Sloan-Duployan Shorthand Asso- ciations« Vereine in London mit 215, Glasgow mit 165, Dublin mit 115, Liverpool mit 150, Manchester mit 98, Edinburgh mit 85, Sheffield mit 64, Hüll mit 69, Bristol mit 62 Mitgliedern. Das Organ dieser Schule ist das »Sloan Faul mann, K.. Geschichte und Litteratur der Stenographie, 4 50 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. Duployan Phonographic Journal«, herausgegeben von Slocm. Großes Aufsehen machte dessen Brochure »Revolution in Shorthand«. Th. A. Reed, welcher Duployä's System einer Kritik unterzog, rief damit mehrere Gegenschriften hervor. Eine von Victor Schoetimehl in London gegründete »Societe universelle de Stenographie Duploye« hielt 1883 ein Preisschreiben ab und zählte 702 eingeschriebene Mitglieder, seine Brüder Carl und Gustav haben verschiedene Lehrcurse, selbst in Australien, errichtet. Aber nicht nur Sloan trat Pitman's Herrschaft in der englischen Stenographie entgegen, auch angesehene Männer der eigenen Partei treten noch immer gegen ihren Meister auf, wie McEwans, der 1888 einen Vortrag hielt, in welchem er die Gebrechen der Pitman'sehen Stenographie darlegte und viele Anhänger Pitman's mit sich zog. Außerdem bekämpft die Oxford-Schule Pitman's System. Wie aus der unten folgenden Litteratur der englischen Stenographie hervorgeht, tauchten neben den verschiedenen stenographischen Systemen, welche sich bestrebten, die Stenographie kürzer oder leichter erlernbar zu machen, selbst für dumme Schüler (dull scholars), immer wieder Versuche auf, die Stenographie durch eine abgekürzte Currentschrift (abbreviated Longhand) zu ersetzen als Symptome der Verzweiflung, die stenographische Frage auf einfachem, natürlichem Wege zu lösen. In den Parlamenten englischer Zunge sind vorzugsweise Pitman'sche Stenographen angestellt, so in den Vereinigten Staaten, in Canada, Australien und Indien. In den Vereinigten Staaten brachte bis 1848 der »Congres- sional Globe« wöchentlich einen Auszug aus den Verhandlungen und solche Reden, welche von Mitgliedern des Congresses geliefert wurden, von 1848—73 wurden die Verhandlungen in dem »Daily Globe« und seither in dem Congres- sional Record veröffentlicht. Seit 1873 besteht für die Repräsentantenkammer ein Bureau von 5 angestellten Stenographen, während der Senat einen offi- ciellen Berichterstatter {Murphy) anstellte, welcher ein Bureau von 4 Stenographen beistellte, dessen Leitung er sich vorbehielt. Eine ausgedehnte Anwendung findet die Stenographie bei den Gerichtshöfen. Der Staat New-York war der erste, welcher die Stenographie am 16. April 1860 einführte, durch ein Gesetz von 1863 wurden die Stenographen geschworene Beamte des Gerichtshofes. Bald folgten die anderen Vereinigten Staaten diesem Beispiele. Eine Verbreitung im Geschäftsverkehr hat die Stenographie in den letzten 20 Jahren erlangt, wobei insbesondere die Frauen sich sehr verwendbar erwiesen haben. Aus Rockwell's Statistik geht hervor, dass mehr Personen weiblichen als männlichen Geschlechtes die Stenographie in Amerika erlernen; einzelne Damen haben es zu angesehenen Stellen gebracht, Präsident Harrison beschäftigte Miss Sawyer als Stenographin und in den Ämtern werden zahlreiche weibliche Beamte verwendet. Gewöhnlich ist mit der Stenographie die Umschrift auf der Schreibmaschine verbunden, deren Handhabung in den stenographischen Cursen gelehrt wird. Eine Zeitlang schien es, als würde der Phonograph von Edison die Arbeit der Stenographen übernehmen können, aber das Sprechen in dessen Trichter und die Schwierigkeit, Correcturen vorzunehmen, Hessen das Dictat an den Stenographen bevorzugen. Es wird in den stenographischen Zeitschriften Amerika's geklagt, dass das Land mit einer großen Zahl unfähiger Stenographen überlaufen sei, deren Fehler die Kaufleute in Verdruss und die Gerichtshöfe mit ihren Zeugen in Verlegenheit bringen. Die Ursache sei darin zu suchen, dass viele Stenographie lernen, welche nicht die gehörige Intelligenz dazu besitzen, Englische Stenographie. gl eine andere Ursache dürfte auch in den Verwicklungen der Systeme liegen, von denen auch das Pitman'sche nicht frei zu sprechen ist. Es ist übrigens die Sache derjenigen, welche Stenographen anstellen, sich vorher von deren Befähigung zu überzeugen; es kann ein mercantil gebildeter junger Mann in einem Kaufmannsgeschäft sehr verwendbar sein, der zu einem Gerichts- oder Parlamentsstenographen nicht geeignet ist, obgleich auch persönliche Begabung alle Schwierigkeiten dieser Art überwinden kann. Der älteste Stenographenverein in Amerika war die American Phonographic Society 1848, welche Zweigvereine in New-York, Brooklyn, Herkimer, Cincinnati, Marshall etc., im ganzen 28, hatte. Einer der ältesten Stenographenvereine war die American Phonographic League, welche 1853 90 Mitglieder zählte. Von der Standard Phonographic Reporter's Union (1866) wird angenommen, dass sie die erste Vereinigung von Fachstenographen war. Sie bezweckte nicht die Verbreitung einzelner Systeme, sondern wurde zu dem Zwecke gegründet, die Stenographie im allgemeinen zu verbreiten, eine gleichmäßige Bezahlung zu erwirken und die Geselligkeit ihrer Mitglieder zu pflegen. Staatenvereine und Localvereine wurden von Zeit zu Zeit gegründet, hielten sich aber nicht längere Zeit. 1881 wurde in Cincinnati ein Internationaler Verein der Stenographen der Vereinigten Staaten und Canada's ins Leben gerufen, er hielt in den folgenden Jahren Versammlungen in Cincinnati, Toronto, Harrisburg und Buffalo, dann zerstreute sich die Gesellschaft. Gegenwärtig bestehen Stenographenvereine fast in allen Staaten der Union, doch fehlt ein allgemeiner Verband und jede Statistik. In England wurde 1881 die Shorthand Society als ein Verein gegründet, welcher Stenographen aller Systeme zu wissenschaftlichen Arbeiten vereinigen sollte und dessen Organ die Zeitschrift »Shorthand« war, welche in der That eine Reihe von erspriesslichen Arbeiten veröffentlicht hat. Die Präsidenten dieser Gesellschaft waren: Cornelius Walford 1881—83, Thomas Allen Reed 1883—85, EdwardPocknell 1885—86, Dr. Westby-Gibson 1886—87, W. H. Gumey Salter 1887—88. Dieser Verein war es auch, der den ersten internationalen Stenographen-Congress berief. Die erste stenographische Zeitschrift wurde von Isaak Pitman, wie oben erwähnt, 1841 in Manchester ins Leben gerufen, sie erscheint regelmäßig seit 1842 und hatte viele Nachahmungen zur Folge. In der unten folgenden Litteratur ist ein chronologisch geordnetes Verzeichnis der stenographischen Zeitschriften englischer Zunge gegeben, soweit das verfügbare Material dies gestattete. Litteratur. J. Austin, Stenography (um 1800). Blandemore (um 1800). /. A. Gray, Triumph of Science! The Lightning Method of Shorthand Writing, New-York (um 1800). Greathead (um 1800). William Harwin, A new easy and expeditious syst, of Shorthand, Norwich 1800. Ders., Easy Sh. impr. 1809. Thomas Hodson, The Art of St. or Sh., London 1800, 2. A. 1801. M. Radclyffe Prosser, A Concise Syst., London 1800, a. A. 1801. Ders., Shorthand made easy, London 1803, 2. A. 1806. Ders., A Collection of Sh. Alphabets, 1803. 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Seine Schrift verhielt sich zur Currentschrift wie 1: 4, stand dem englischen Original an Kürze nicht nach und hätte sich unter günstigen Verhältnissen in Deutschland ebenso gut in der parlamentarischen Praxis gewährt wie ihre englische Mutter; aber diese günstigen Verhältnisse fehlten in Deutschland. Nur wenige verstanden den Wert der Stenographie zu würdigen. Zu diesen wenigen gehörte Graf v. Kinsky, welcher Danzer's System mehrere Jahre hindurch an der Militärakademie zu Wiener Neustadt lehren Hess. Dies war der erste öffentliche Unterricht in der Stenographie in den Ländern deutscher Zunge, der leider durch die Kriegsstürme bald hinweggefegt wurde. Danzer übertrug 1802 die Stenographie in gleicher Weise auf die lateinische Sprache, um sie für die Aufnahme der Verhandlungen des ungarischen Landtages, welche in lateinischer Sprache stattfanden, geeignet zu machen; aber auch in Ungarn waren die Verhältnisse der Stenographie in jener Zeit nicht günstig. 1820 und 1848 wurde Danzer's System von W. J. Ellisen von Nidlef in Wien Deutsche Stenographie. 69 wieder veröffentlicht, 1857 von dem Pfarrer Joh. Ev. Fischbäck in Gosau, es fand jedoch auch diesmal keine Beachtung. Ein Ungenannter (er soll Hesse geheissen haben) widmete 1817 dem Prinzen Leopold von Sachsen- Coburg eine Übertragung des Byrom'schen Systems auf die deutsche Sprache; dieses Werk war bis auf die jüngste Zeit unbekannt. An den deutschen Universitäten wurde mit Currentschrift nachgeschrieben. Prof. Petri in Fulda veröffentlichte 1806 eine Zusammenstellung von current- schriftlichen Abkürzungen, ein Ungenannter in Jena 1814 und Dr. Gerbode in Göttingen 1828 zeigten den Universätshörern, wie man sich in der Currentschrift noch weiter gehender Abkürzungen bedienen könne (H. Gr. S. 296). Daneben hatten Mosengeil und Horstig einige Anhänger gefunden. Der Professor Reischl lehrte Mosengeil's Stenographie im erzbischöflichen Priesterseminar zu Salzburg, verbesserte sie in einigen Zeichen und fügte ihr Vocalzeichen hinzu, um fremde Wörter und gelehrte Ausdrücke genau wiederzugeben (H. Gr. S. 188). Der baierische Oberlieutenant J. G. Berthold verbesserte Mosengeil's Alphabet nach dem Grundsatze, dass die häufigst vorkommenden Zeichen die einfachsten Laute erhielten. Seine Stenographie wurde von dem preußischen Feldmesser /. F. Stärk in Berlin, nur unwesentlich verändert, veröffentlicht, und wenn diesem von der preußischen Regierung nebst einer Gratification das Lob zu Theil wurde, dass seine Stenographie durch ihre Leichtigkeit sich vor allen früheren Methoden empfehle, so gebürt dieses Lob jedenfalls mehr der Berthold'schen (H. Gr. S. 189). Stärk's Buch erlebte nach 7 Jahren eine zweite Auflage. Inzwischen hatte Mosengeil selbst sein System nach Horstig's Grundsätzen umgearbeitet, wobei er rühmend hervorhob, dass Horstig die Einrin- gelung der Zeichen vermied und dem Kreise einen selbständigen Lautwert gab (H. Gr. S. 192). Er selbst hatte sich 1819 zur Veröffentlichung seiner neuen Arbeit in der Hoffnung entschlossen, dass die Einführung der Landtage in mehreren deutschen Staaten der Stenographie in Deutschland praktische Verwendung gewähren werde. Aus demselben Grunde verfasste der Pfarrer Heim im Kloster Reichenbach im Schwarzwalde 1819 ein Lehrbuch der Horstig'schen Stenographie, welche er als Student von einem Norddeutschen ohne Lehrbuch erlernt hatte, woraus seine geringen Abweichungen von Horstig zu erklären sind. Die Zahl der Sigel verminderte er auf 10 und begründete dies, In demselben Jahre (1819) veröffentlichte der badische Archivrath Leichtlen, nachdem er die deutschen und die hervorragendsten stenographischen Werke des Auslandes studiert hatte, eine System, welches eine von der bisherigen ganz verschiedene Auftheilung der Zeichen aufwies und viele Sigel enthielt, wodurch die Schrift das Verhältnis zur Currentschrift wie 1 : 5, somit die größte bisherige Kürze erreichte (H. Gr. S. 202). Während diese Systeme den englischen Vorbildern folgten, bildete der kgl. Leibarzt Dr. Erdmann in Dresden 1826 ein Alphabet aus der geraden Linie in vier Richtungen und fünf Stellungen, wozu noch als Vocale Punkte in fünf Stellungen traten. Einen ähnlichen Gedanken hatte zwar schon 1801 der Franzose Honor& Blanc durchgeführt, da dieser aber die senkrechte Linie und die beiden Halbkreise in acht Stellungen verwendete, so ist kaum anzunehmen, dass diese Schrift Erdmann bekannt war. Ventris in England hat Erdmann's Alphabet in seinem »Stenographic Standard« einen Platz neben den Systemen von Gurney, Byrom, Taylor und Mavor eingeräumt (s. o. S. 54) und Dr. Geijsbeek wendete es 1827 auf die niederländische Sprache an. Eine ähnliche Schrift erschien 1831 unter dem Pseudonym Lady Scott in. Wien (H. Gr. S. 277/278). •jo Die Stenographie im 19. Jahrhundert. Im Jahre 1827 veröffentlichte die Illustrierte Zeitung eine von dem berühmten Schachspieler J. Brede erdachte Kurzschrift, bei welcher die Vocale durch die Stellung der C onson an ten bezeichnet wurden (1826 hatte in England Williams dieselbe Theorie aufgestellt). Brede schrieb Silben, wie Coulon de TMvenot, aber während dieser Vocalzeichen bedurfte, konnte sie Brede entbehren, da er durch natürliche Größe der Consonantenzeichen den nachlautenden, durch halbe Größe den anlautenden Vocal bezeichnete (H. Gr. S. 278). Bei den vielsilbigen deutschen Wörtern macht jedoch diese Silbenschrift keinen günstigen Eindruck. Der Philosophieprofessor Dr. Theodor Thon, welcher bereits seit 1809 die Stenographie betrieben hatte und zu vervollkommnen bestrebt war, worin er von einem gewissen Christian Streber, der ein Schüler Bertin's in Paris gewesen war, unterstützt wurde, entwarf 1810 ein System, welches ihm bei seinen Arbeiten gute Dienste geleistet haben soll. Durch Mosengeil, welcher ihm 1816 sein neues System brieflich mittheilte, wurde er zu manchen Abänderungen veranlasst, worauf er 1825 einen kurzen Abriss seines Systems in seiner »Biometrie« als ein Mittel zur Zeitersparnis veröffentlichte. Seine Schrift unterscheidet sich wenig von der Horstig'schen (H. Gr. S. 194). Im Jahre 1827 bereitete er seine Vorlesungen über Stenographie durch ein Programm über den Nutzen dieser Kunst besonders für Studierende vor. J. Nowak, ein Wiener, verbesserte Horstig's System dadurch, dass er für jeden Laut ein eigenes Zeichen aufstellte, auch vermehrte er die Sigel beträchtlich. In der zweiten Auflage (1834) schrieb er die Zeichen fein und schräg, doch ist eine Entlehnung von Gabelsberger hierbei nicht anzunehmen, da letzterer sein System erst in diesem Jahre veröffentlichte und früher geheim hielt. Erst in der dritten Auflage findet man in Nowak's Werke Anlehnungen an Gabelsberger, sowohl in der Gestalt des n, als in dem Versuche, die Vocale mit den Consonantenzeichen zu verbinden und selbst symbolisch auszudrücken (H. Gr. S. 195). Nowak's System hat sich auf dem Landtage zu Pressburg und in Wien bei mehreren Gesellschaften als verwendbar zur Aufnahme schneller Reden bewährt. Auch Professor /. Ineichen, der 1831 ein Lehrbuch nach Horstig veröffentlichte und diese Stenographie an der Cantonschule zu Luzern lehrte, hat den Beweis geliefert, dass die Horstig'sche Stenographie zur Aufnahme schneller Reden vollkommen geeignet war. Er arbeitete als Stenograph des Großen Rathes zu Luzern und sein stenographischer Bericht über die Sitzung vom 9. September 1842, in welcher über die Berufung der Jesuiten an die Schulen Luzerns verhandelt wurde, erlebte zwei Auflagen. Um dieselbe Zeit nahm der spätere Regierungsrath und Polizeidirector Benz mit dem Bauaufseher Gimpert die Verhandlungen des Großen Rathes in Zürich auf und der Civilsecretär des Züricher Obergerichts, Schuppt, stenographierte nach Nowak's System. 1830 erschien von einem Ungenannten eine Stenographie nach Heim in Tübingen und 1831 eine solche nach Horstig in München. Eine neue Richtung eröffnete die 1834 erschienene »Anleitung zur deutschen Redezeichenkunst oder Stenographie« von F. X. Gabelsberger in München. Derselbe hatte als junger Staatsbeamter 1817 den Gedanken er- fasst, eine Schnellschrift zu erfinden, um die Dictate seiner Vorgesetzten »gleich vom Munde weg aufzunehmen«. Da er sich mit Lithographie und Kryptographie beschäftigt hatte, so versuchte er die Theilzüge der Current- schrift als Zeichen der Kurzschrift zu verwenden. Seine erste Schriftprobe von 1817 zeigte eine vereinfachte Cursivschrift, welche sich zur Currentschrift Deutsche Stenographie. 71 wie 1 : 2 verhielt. Die Verleihung der Verfassung 1818 spornte seinen Eifer an und seine Schriftprobe von diesem Jahre zeigt mit Ausnahme von drei Zeichen das 1834 veröffentlichte Alphabet. Gabelsberger behauptete, dass er »sein Eigenes« neunmal verworfen habe, ehe er sich damit nur einigermassen zufrieden gab, und man hat daraus gefolgert, dass er Jahre lang an seinem Alphabet gearbeitet habe. Die Schriftproben beweisen jedoch, dass sein Alphabet innerhalb eines Jahres entstand. Anderseits hat Guinin 1882 im »Shorthand« nachzuweisen versucht, dass Gabelsberger sein System von Oxley entlehnt habe, dessen Zeichen sich, wenn auch in anderer Bedeutung, bei Gabelsberger wiederfinden: Oxley: a b d f g hihi m n r s v w sh Gabelsb.: m r s k seh p i g s ch o di t ff o x Hätte aber Gabelsberger das System Oxley's gekannt, so würde er auch dessen Zeichen für y und p schon 1819 verwendet haben, da er sie als einfachere Zeichen später für iv und pf verwendete. Mehrere Zeichen von 1818 kamen schon in der Schriftprobe von 1817, welche keine Spur einer Kenntnis stenographischer Schriften zeigt (l als a, in als r, p als l) vor, und man kann daher Gabelsberger's Versicherung, dass er vor Aufstellung seines Systems keine Stenographie gekannt habe, Glauben schenken, ohne darin ein besonderes Verdienst zu erblicken. Übrigens dürfte sich Gabelsberger in einer Gedächtnistäuschung befunden haben, wenn er die 1834 veröffentlichte Theorie seiner Zeichen dem ersten Alphabet schon zu Grunde legte, denn nach dieser Theorie müssten die Zeichen für p und w schon 1818 vorhanden gewesen sein, was nicht der Fall ist. Noch in dieser Schriftprobe hat seine Stenographie das Aussehen einer vereinfachten Currentschrift und verhielt sich zu dieser, wie 1:3, sie stand also den damaligen deutschen Stenographiesystemen an Kürze weit nach, auch ihre Verbindungsfähigkeit ließ zu wünschen übrig, denn von 19 Wörtern sind nur 10 in einem Zug geschrieben und in dem Worte »herbeigeführt« ist sechsmal abgesetzt (H. Gr. S. 214). Was aber seiner Schrift an Kürze fehlte, ersetzte die Schnelligkeit seiner Hand. Die mit ihm vorgenommene Probe fiel zur Zufriedenheit aus und er wurde als Stenograph in der Kammer der Reichsräthe verwendet, während ein Student der Medicin, namens Müller, die Verhandlungen der Kammer der Abgeordneten mit Currentschrift aufnahm. Berthold hatte sich nicht als Stenograph gemeldet, doch sind die Folgerungen, welche Gabelsberger daraus für die Verwendbarkeit des Systems zog, nicht zutreffend; auch Gabelsberger's erster Schüler und Gehilfe entsprach den Anforderungen nicht, jedes Werkzeug braucht einen Meister, der es zu handhaben versteht. Ein solcher Meister war Gabelsberger, der zugleich unablässig bemüht war, seine Schrift kürzer und flüssiger zu gestalten. In dieser Beziehung war er einerseits bestrebt, die todten Bindestriche zu vermeiden, wie dies auch Eoe gethan hatte (s. o. S. 43); anderseits wurde er durch Leichtlen angeregt, auch andere Systeme kennen zu lernen und daraus Nutzen zu ziehen. Die symbolische Vocalbezeichnung, welche er in den zwanziger Jahren anzuwenden anfieng, dürfte wohl die Anregung aus der englischen Stenographie erhalten haben, doch wusste sie Gabelsberger besser zu gestalten: statt wie bei Gumey den Zeichen getrennte Stellungen zu geben, behielt er die Verbindung auch bei der Veränderung der Stellung bei und vereinigte dadurch eine oroße Kürze mit großer Deutlichkeit. Eine andauernde Geistesthätigkeit verwendete er auf die Kürzung der Wörter und Sätze, in welcher Beziehung er alle bisherigen Systeme übertraf. So gelang es ihm, seiner Schrift eine Kürze zu geben, welche sich zur Currentschrift wie 1: 5 verhielt. Im Jahre 72 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. 1824 legte er sein System der Akademie der Wissenschaften zur Prüfung vor, und diesem Umstände dürfte es zuzuschreiben sein, dass sich sein Lehrbuch zu einem 560 Seiten starken Quartbande gestaltete, der in der Einleitung über die Schrift als Darstellung der hörbaren Sprache in sichtbaren Zeichen, über Begriff, Name und wissenschaftliche Begründung der »höheren« Geschwindschreibkunst, über Entstehung, Geschichte und Litteratur derselben, über ihren Gebrauch und Nutzen handelte, und eine Widerlegung der Bedenken und Einwürfe gegen dieselbe sowie eine Allgemeine Theorie der Redezeichenkunst brachte. Das Urtheil der Akademie fiel daher sehr günstig aus (nur die sprachwissenschaftliche Begründung der Zeichen fand den Beifall nicht, den er gehofft hatte) und Gabelsberger erhielt vom Ministerium den Auftrag, Personen zu Stenographen heranzubilden, zu welchem Zwecke 1831 eine Staatsunterstützung von jährlich 1000 Gulden bewilligt wurde. Im selben Jahre war Gabelsberger in der Lage, ein Stenographenbureau mit 9 seiner Schüler zu bilden. Gabelsberger hat das Verdienst, die cursiven Schriftzeichen in der Stenographie, welche in England missachtet worden sind, parlamentsfähig gemacht und damit ihre Verwendbarkeit über alle Zweifel gestellt zu haben, er hat ferner das Verdienst, eine neue, kurze und deutliche Vocalbezeichnung in die Stenographie eingeführt zu haben; leider fehlte ihm bei seinem rastlosen Schaffen der Geist der Sichtung, welcher das Überlebte entfernt und damit dem Neuen freie Bahn geschaffen hätte. Gabelsberger hatte ursprünglich die buc h stäblich eVocal- bezeichnung im Auge gehabt und danach seine Zeichen bemessen; die neu entdeckte Vocalbezeichnung hätte die Umgestaltung des Alphabets zur Folge gehabt, wenn sie consequent durchgeführt worden wäre, aber daran dachte er nicht, er begrüßte sie als willkommenes Hilfsmittel, wie er alles willkommen hieß, was zur Kürze der Schrift beitragen konnte, und so häufte er über richtigen Grundsätzen einen Ballast von auswendig zu lernenden Schreibweisen und selten vorkommenden Kürzungen. »Kürze der Schrift«, sagte Professor Oppermann in der Festrede zum fünfundzwanzigjährigen Jubiläum der Dresdener Beschlüsse, »vorausgesetzt, dass sie nur deutlich war, war der oberste Grundsatz, vor dem alle sonstigen Erwägungen in den Hintergrund treten mussten. Daher das Streben, möglichst viele Hilfsmittel für die kurze Gestaltung der Schriftbilder zu schaffen, damit, wenn die eine Bezeichnungsweise nicht kurz oder nicht prägnant genug war, die andere an deren Stelle treten konnte, daher die Mannigfaltigkeit der Vocalbezeichnung, bald durch Formveränderung der Consonanten, bald durch Verschiebung der Stellung der Consonanten zu einander, bald ausdrücklich, bald ohne irgend welche Bedeutung, bald im Anlaute, bald im Auslaute, ja mitunter an einer ganz anderen Stelle als der, wo der Vocal lautete; daher das Auslassen dieses oder jenes Consonanten in einzelnen Wörtern, während sie in anderen geschrieben wurden; daher das fortwährende Schwanken in der Unterscheidung der zusammengesetzten von der Silbenconsonanz, weil dieser Grundsatz mit dem andern, jede Silbe womöglich mit einem Federzug abzuthun, im Widerspruch stand; daher die verschiedene Schreibung eines und desselben Wortes; daher das Fehlen bestimmter und consequent durchgeführter Regeln in der Schreibkürzung.« Gabelsberger war sich wohl bewusst, dass seiner Stenographie die Leichtigkeit der Erlernung mangelte, erarbeitete 1840 eine »Deutsche Abbreviaturschrift« aus, welche denjenigen, »denen die eigentliche Stenographie als ein zu mühsames und zuviel Zeit raubendes Studium erscheint«, die Vor- Deutsche Stenographie. 73 theile der stenographischen Kürzung in der Currentschrift bieten sollte. Er stand jedoch von der Veröffentlichung der bereits druckfertigen Arbeit ab, und er that wohl daran, denn ähnliche Arbeiten von Dr. H. A. Kerndörfer in Leipzig 1835 und Adolf Henze, dem bekannten Schriftenbeurtheiler in Leipzig, 1847 (H. Gr. S. 297) blieben erfolglos, eine gleiche Arbeit von J. G. Halbmeyer in Aarau erlebte von 1846 bis 1859 vier Auflagen, doch dürften diese Auflagen nicht groß gewesen sein. Im Jahre 1843 veröffentlichte Gabelsberger »Neue Vervollkommnungen« seines Systems, welche sich auf die Abkürzungen der Geschlechtswörter und ein von ihm aufgefundenes Verfahren der Prädicatkürzung, wonach das Prädicat, wenn es durch das Subject bedingt ist, nur angedeutet zu werden braucht, bezogen (H. Gr. S. 218). Auch hier entstand gegenüber der früher schon angewendeten Klangkürzung ein diese theilweise ganz ausschließender Grundsatz, anderseits aber auch eine bis dahin mangelnde theoretische Begründung des freien Kürzungsverfahrens, welches schon Byrom vorschwebte, von Gabelsberger aber nicht nur entdeckt, sondern auch so entschieden durchgeführt wurde, dass Prof. Oppermann behauptete, er habe damit seinem System die Überlegenheit über alle anderen für alle Zeit gesichert. Brede's Gedanke, die Vocale durch verschiedene Stellung der Con- sonanten auszudrücken, war inzwischen von dem Schreiblehrer Xaver Billharz in Biel aufgenommen und insoweit fortgebildet worden, dass dieser nicht das Wort in Silben zerriss, sondern in Stammsilben und Formsilben trennte, von denen nur die ersteren die Vocalstellung, die letzteren aber eigene kurze Zeichen erhielten (H. Gr. S. 279/80). Dieses System war der Funke, der in August Wilhelm Stolze's Geiste das lange gesuchte Licht entzündete. Stolze hatte schon 1820 das Mosen- geil'sche System kennen gelernt, seither alle Erscheinungen auf dem stenographischen Gebiete verfolgt, und sich auch mit Gabelsberger's Anleitung ernst beschäftigt, aber nichts gefunden, was die ihm vorschwebende ein- heitlicheVerbindung des VocalsmitdemConsonantenzeichen zu gleichmäßigem Ausdruck gebracht hätte. Kaum war Billharz' System nach Berlin gekommen, so fieng Stolze an, sein Gebäude der Stenographie aufzubauen. Die geometrischen Zeichen des Billharz gefielen ihm nicht, er wählte dafür solche cursiver Art, wie sie Gabelsberger aufgestellt hatte, nur verwarf er die Zeichen mit Unterlängen, da diesen die für die Vocal- bezeichnung erforderliche Beweglichkeit mangelt, und nahm dafür Zeichen in vier verschiedenen Größen (halb-, ein-, zwei- dreistufige), die sieben Vocal- stufen des Billharz vereinfachte er auf drei, indem er durch die Verstärkung der Zeichen, enge und weite Verbindung und endlich durch eine Doppelstellung (Anlaut auf der Zeile, Auslaut unter derselben) die nöthigen Vocal- symbole erwarb. Es wäre höchst ungerecht, Stolze daraus einen Vorwurf zu machen, dass er Ideen seiner Vorgänger verwendete; der Fortschritt beruht nicht auf Schöpfungen, sondern auf Entwicklung, Sc hrift zeichenkönnen überhaupt nicht erfunden, sondern nur entlehnt werden, sei es aus geometrischen Formen, sei es aus den Theilzügen der Currentschrift, und so ist auch Gabelsberger trotz seiner Unkenntnis der Systeme von dem Vorwurf des Plagiats nicht verschont geblieben (s. o. S. 71). Dadurch, dass Stolze an Stelle der geometrischen Zeichen des Billharz die cursiven Schriftformen verwendete, welche Gabelsberger gebrauchte, und dadurch, dass diese beiden Systeme in Deutschland große Verbreitung fanden, ist die cursive Stenographie die deutsche Stenographie geworden. Hätte Stolze die geometrischen Zeichen beibehalten, so hätte sich höchst wahrscheinlich auch 74 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. in Deutschland der Kampf zwischen geometrischer und cursiver Schrift entsponnen. Es blieben übrigens Differenzen genug zurück und die wichtigste derselben ist die durch Stolze von Billharz entnommene Position. Dies war kein Zufall. Stolze hatte den in K. F. Beckers Sprachlehre hervorgehobenen Unterschied zwischen Stammsilbe und Formsilbe, zwischen Anlaut und Auslaut tief in seine Seele aufgenommen, derselbe beherrschte ihn so sehr, dass er selbst zu Nebenzeichen griff, um den Unterschied besser durchzuführen, wenngleich eine vollständige Durchführung misslang. Hatte Gabelsberger das Ideal vor Augen, die Schrift zum Bilde der Sprache überhaupt zu machen, so wollte Stolze in seiner Schrift ein grammatikalisches Bild derselben liefern; es war dies ein Irrthum, weil nicht die Schrift, sondern höchstens die Abkürzung mit der Grammatik zu thun hat, aber dieser Irrthum lag im Geiste seinerzeit und trug nicht wenig zur Verbreitung seines Systems bei. In der Position fand Stolze das Mittel, den Vocal in der Stammsilbe consequent darzustellen, weniger gelang ihm dies in den Nebensilben. Man hat Stolze einen Theoretiker genannt, weil er systematischer vorging, als Gabelsberger; aber in der Bildung von Abkürzungen hat dieser Theoretiker seinen auf dem Felde der Praxis arbeitenden Nebenbuhler übertroffen: mit wunderbarem Geschick verstand es Stolze, seine Präfixe aus einstufigen Zeichen zu bilden, welche sich leicht an die Stammsilben anheften ließen, ebenso schuf er höchst einfache Kürzungen der Form- und Begriffswörter, und wenn Gabelsberger in seinen »Neuen Vervollkommnungen«, allerdings gereizt durch die Darstellung, welche sein System in Stolze's Lehrbuch erfahren hatte, spottend über dasselbe bemerkte, »darin möchte so die wahre Methode für einen praktischen Stenographen gefunden sein«, so haben die Ereignisse gelehrt, dass er Stolze unterschätzte. Das Verhältnis der Stolze'schen Stenographie zur Currentschrift war wie 1 -.47 (H. Gr. S. 280—85), stand also dem Gabelsberger'schen wenig nach. Aber so verschieden auch die Grundsätze beider Systeme waren, darin stimmten sie überein, dass die Erlernung ungemein erschwert wurde (bei Gabelsberger durch die Unregelmäßigkeiten, bei Stolze durch die Sigel). Dadurch, dass sich diese beiden Systeme der Praxis bemächtigten, wurde die allerdings irrige Meinung verbreitet, dass dieSchwierigkeitderErlernungderStenographie eine nothwendige Folge ihrer Kürze sei. Und doch waren es gerade diese Systeme, welche die Stenographie in Deutschland populär machten. Zu derselben Zeit, wo in England Pitman der allgemeinen Verbreitung der Stenographie die Wege bahnte, erklang in Deutschland Gabelsberger's geflügeltes Wort: »Die Stenographie soll Gemeingut der Gebildeten werden« und Stolze sprach sich in gleicher Weise aus*). Es blieb aber nicht bei den Worten, man begann das Eisen zu *) Dr. Chr. Johnen hat in einem Vortrage 1893 nachgewiesen, dass Gabelsberger dieses Wort niemals selbst gebraucht hat. In seinem Lehrbuche 1834 klagt Gabelsberger im dritten Abschnitt, welcher vom Gebrauch und Nutzen der Redezeichenkunst handelt, dass man von einer eigentlichen Gemeinnützigkeit derselben im Interesse aller gebildeten Stände noch sehr wenig Überzeugung gewonnen zu haben scheine und erörtert den Nutzen der Stenographie für einzelne Berufszweige. Der Sinn war somit vorhanden, wenn auch nicht das Wort, welches übrigens damals nicht jenen die Volksschulbildung ausschließen den Begriff hatte, der ihm später von Gabe/sbetger's und Stolze's Jüngern gegeben worden ist. Dr. Johnen verweist auf einen Brief Gabelsberger's an Heger (1843), worin es heißt: »er wolle an seinem System fortarbeiten, und die anderen Systemerfinder sollten dasselbe thun, und was sich dann als gut bewähre, das solle Gemeingut aller werden«. Stolze sagte in zwei Briefen (1852), er würde niemals versucht haben, ein neues System zu gründen, hätte er nicht den Wunsch gehabt, dass die Stenographie einEigenthum des ganzen deutschen Volkes werde. Deutsche Stenographie. 7S schmieden und die Rivalität der beiden deutschen Systeme trug sogar zur Verbreitung der Stenographie bei. Im Jahre 1831 traten wieder in mehreren deutschen Ländern Landtage ins Leben. Die Redaction des Dresdener Landtagsblattes berief Franz Wigard aus München als Stenographen nach Dresden, der bald darauf in den sächsischen Staatsdienst trat und 1835 ein Stenographisches Institut zur Heranbildung von Stenographen gründete, welches 183g zur Staatsanstalt erhoben wurde. 1841 erwirkte Gabelsberger in München eine Ministerialverordnung, in welcher die ausschließliche Anwendung der Gabelsberger'schen Stenographie empfohlen wurde, und im folgenden Jahre eine Verordnung, dass nur theoretisch und praktisch befähigte L ehr er Unterricht ertheilen dürften. In Wien fand Gabelsberger einen eifrigen Anhänger an I. J. Heger, welcher 1842 eine Lehranstalt für Stenographie eröffnete und im folgenden Jahre die Erlaubnis zum Unterricht an der k. k. Polytechnik und 1844 an den Universitäten zu Prag (wo er in den Ferien lehrte) und in Wien erhielt. In Graz wurde die Gabelsberger'sche Stenographie durch Johann Posener bekannt und ein Schüler desselben, Johann Riegler, erhielt 1845 die Bewilligung zum Unterricht derselben am Johanneum. Waren auch diese Curse schwach besucht, so waren es doch Stätten, wo die Stenographie den gebildeten Kreisen zugänglich gemacht wurde, und solche Stätten hatten den älteren Systemen sehr gefehlt. Stolze hatte von der preußischen Regierung, welcher er sein System vorlegte, wohl eine Unterstützung zur Herausgabe des Lehrbuches erhalten, da aber in Preußen kein Landtag bestand, so kümmerte sich die Regierung nicht weiter um das junge System. Allerdings hatte Stolze nicht auf parlamentarische Praxis gerechnet, sein System sollte eine Erleichterung der Schreibgeschäfte für Gelehrte und Beamte sein, aber der Cultusminister ließ Stolze eröffnen, dass er dieStenographiealseinenutzloseLieb haberei von den Schulen ganz ferne halten wolle und sich daher nicht dazu verstehen könne, dieselbe auch nur versuchsweise an den Gymnasien Berlins einzuführen. In Folge von Ankündigungen fanden sich anfangs wohl einige Schüler ein, aber wenige hatten die Ausdauer, das System durchzustudieren. Größeres Interesse zeigte der Major Salpius, ein Schüler Horstig's, der sich mit dem neuen System bekannt machte und da es damals noch keinen Einheitsfanatismus gab, es den Officieren des Großen Generalstabes empfahl, von denen sieben sich zu einem Curs unter Stolze's Leitung zusammenfanden, darunter der spätere Kriegsminister Graf Roon und die späteren Generale Blumenthal und Voigt-Rhetz; dieselben stellten nach Schluss des Curses ihrem Lehrer ein lobendes Zeugnis aus. Aber die Einnahmen dieser wenigen Curse reichten nicht hin, sein Leben zu fristen, und schon hatte Stolze, an der Zukunft verzweifelnd, den Unterricht aufgegeben, als zwei seiner Schüler, Jaquet und Kressler, 1844 das Interesse an der Stenographie in der polytechnischen Gesellschaft anregten, daselbst einen Curs unter Stolze's Leitung ins Leben riefen und im selben Jahre einen Stenographen verein, den ersten in Deutschland, gründeten; 1845 folgte ein zweiter Verein, der in Magdeburg unter LamWs Leitung entstand. Von jetzt wurde mit Feuereifer für Stolze geworben, die polytechnische Gesellschaft ließ von ihm von 1844 bis 1850 in jedem Winter für ihre Mitglieder Curse abhalten, auch der Magistrat von Berlin wurde auf Stolze aufmerksam, gestattete ihm den Unterricht an den höheren Stadtschulen und ausnahmsweise die Abhaltung eines Curses für Communalbeamte und Lehrer. Für diese Curse schuf Stolze eine ausgezeichnet gearbeitete kurze Anleitung, welche der Stolze'sche Verein 76 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. 1845 herausgab. In gleicher Zeit wurde von Jaquet durch die Aufnahme der rheinischen Provinciallandtage zu Koblenz die praktische Verwendbarkeit des Stolze'schen Systems erwiesen und als 1847 der Vereinigte Landtag nach Königsberg einberufen wurde, übernahm Stolze mit seinen Schülern unter Jaquefs Leitung die stenographischen Aufnahmen der Verhandlungen desselben. Die ersten Aufnahmen fielen nicht zur Zufriedenheit der Regierung aus, vier Stenographen, darunter Stolze, wurden entlassen und an ihre Stelle Wigard aus Dresden mit seinen Stenographen berufen. Es ist oben (S. 74) erwähnt worden, dass Gabelsberger in den Neuen Vervollkommnungen die Polemik gegen Stolze aufgenommen hatte. Dieselbe fand eine Erwiderung im Dresdener Gewerbeblatt 1844 und diese eine Entgegnung im Bayerischen Kunst- und Gewerbeblatt von Gabelsberger und Weichster, welche als besondere Brochure erschien. Damit war der Kampf zwischen beiden Systemen eröffnet, der sich bis auf die jetzige Zeit fortgesponnen hat. Zugleich ahmten die Gabelsbergerianer die Stolze'sche Propaganda nach, 1846 wurde ein Gabelsberger'scher Verein in Leipzig, 1847 ein solcher in Dresden gegründet, in Wien wurde die Bildung eines Vereines nicht gestattet, da Heger in seiner Lehranstalt seine Schüler zu Besprechungen versammeln und mit auswärtigen Stenographen nach Belieben correspondieren könne. Heger gab 1846 ein Praktisches Handbuch und eine kurze Grammatik der Gabelsberger'schen Stenographie heraus, während Gabelsberger, dessen Anleitung (600 Exemplare) 1846 vergriffen war, mit der Ausarbeitung einer neuen Auflage nicht fertig werden konnte. Da aber zu befürchten war, dass durch anderweitige Veröffentlichungen des regellosen Gabelsberger'schen Systems die Gleichmäßigkeit der Schrift gestört werde, so Hess sich Gabelsberger von Heger und Wigard das Versprechen geben, ohne seine Einwilligung nichts an der Schrift zu ändern. Auch in der Stolze'schen Schule, wo Lamli 1845 eine Anleitung veröffentlicht hatte, machte sich die Befürchtung von Abänderungen geltend, weshalb 1849 eine Prüfungscommission zur Entscheidung zweifelhafter Fragen eingesetzt wurde. In dieser Weise suchten beide Schulen die Verbreitung und Einheit ihrer Systeme zu sichern. Auf dem übrigen stenographischen Gebiete herrschte wenig Leben. In Stuttgart errang Winter mit der Horstig'schen Stenographie in der Kammer gute Erfolge, welche auch Gabelsberger (in seiner Polemik gegen Stolze) anerkannte. Eine Umarbeitung des Mavor'schen Systems durch Dr. E. Marschner 1839 fand keine Verbreitung. Ein dem französischen System von Fayet nachgebildetes deutsches System, welches erst 1849 erschien (H. Gr. S. 255), wurde vom Erfinder, dem Schweizer Meinhard Rahm, 1845/7 in Berlin gelehrt, fand aber so wenig Beachtung, dass dieser nach Dresden ging, um bei Wigard die Gabelsberger'schen Stenographie zu erlernen, seinem enttäuschungsreichen Leben aber bald durch einen Sturz aus dem Fenster ein frühes Ende bereitete. So kam das Jahr 1848 und mit ihm ein plötzlicher großer Bedarf an Stenographen, um die Verhandlungen der großen und kleinen Parlamente Deutschlands aufzunehmen. München war mit Gabelsberger'schen Stenographen versehen, ebenso Dresden, in Wien arbeitete Heger mit seinen Schülern, in Berlin hatten beim zweiten Vereinigten Landtag die Stolzeaner das Stenographenbureau besetzt, in der Versammlung zur Vereinbarung der preußischen Verfassung arbeiteten 10 Stolzeaner und 1 Gabelsbergerianer; in Frankfurt musste Wigard, der als Abgeordneter das Bureau zu besetzen hatte, Deutsche Stenographie. nn zwei Horstig'sche Stenographen neben 10 Gabelsbergerianern beschäftigen, der Mangel an praktisch geschulten Kräften drängte die Systemfrage in den Hintergrund. Allerdings machten die Gabels- berger'schen Stenographen, deren System sich durch seine Verwendung in Bayern und Sachsen einen Ruf erworben hatte, drei Viertel sämmtlicher Stenographen aus, aber gleichwertig mit ihnen zeigten sich die Stenographen nach Stolze, Horstig und Rahm. Selbst als die größte Nachfrage vorüber war, beim Parlament in Erfurt, arbeiteten 10 Stolzeaner, 5 Gabels- bergerianer, 1 Horstig'scher und 1 Rahm'scher Stenograph nebeneinander. Es ergibt sich hieraus, dass die jetzt sehr verbreitete Meinung, die deutschen Stenographien vor Gabelsberger und Stolze seien praktisch unverwendbar gewesen, irrig ist, anderseits aber gereicht es den deutschen Stenographen zur Ehre, dass sie unter den ungünstigen politischen Verhältnissen der früheren Zeit sich so vorgebildet hatten, dass sie den großen Bedürfnissen des Jahres 1848 entsprechen konnten. Am 4. Januar 1849 starb Gabelsberger, dessen mühevolles Leben ein froher Ausblick in die zukünftige Anerkennung abschloss. Vier Tage später gründeten seine Münchner Schüler (29) den Gabelsberger Stenographen Cen- tralverein zu München, an dessen propagatorischer Thätigkeit Georg Gerber den größten Antheil genommen hat. Zugleich hatte das Jahr 1848 den Stenographen frischen Muth gegeben, anfangs 1849 erschien das »Archiv für Stenographie« (Stolze's System) in Berlin als erste stenographische Zeitschrift in Deutschland, im selben Jahre folgten die Münchener »stenographischen Blätter.« Diese Zeitschriften waren ein früher nicht gekanntes Mittel, die Anhänger eines Systems zusammenzuhalten und ihr Interesse rege zu erhalten. Jetzt war es auch Heger möglich geworden, in Wien einen Stenographen - Centralverein zu gründen, in Berlin entstand ein Gabelsberger'scher Stenographenverein. In Leipzig wurde die Gabels- berger'sche Stenographie durch Dr. Albrecht in Dr. Hauschild's Modernem Gesammtgymnasium eingeführt. Von Wiener Stenographen, welche nach der Aufhebung des Reichstags in Kremsier beschäftigungslos geworden waren, wurde die Stenographie bei den Schwurgerichtsverhandlungen angewendet und als auch diese aufgehoben wurden, die Beschäftigung bei Advocaten und als Lehrer der Stenographie in den Mittelschulen aufgesucht, in welcher Beziehung namentlich Leopold C01111 bahnbrechend wirkte. Diesem gelang es auch, trotz der beschränkten Öffentlichkeit der Gerichtsverhandlungen die Erlaubnis zur Berichterstattung für die Zeitungen zu erwirken und so der praktischen Verwendung der Stenographie in Österreich eine Zufluchtsstätte zu sichern, in der sie bis zu besserer Zeit ausharren konnte. Die Gabelsberger'sche Stenographie wurde an den Universitäten zu München, Wien und Prag gelehrt, die Stolze'sche Stenographie durch Dr. Michaelis an der Universität zu Berlin eingeführt. Das Verlangen nach stenographischen Lehrbüchern rief solche ins Leben, am meisten in der Gabelsberger'schen Schule, wo Gabelsberger's Anleitung vergriffen war und Kretzschmar in Grimma, Nitzsche in Dresden, Ganz in Regensburg, Honig in Wien, Kapretz in Laibach dem Bedürfnisse, so gut sie konnten, abzuhelfen suchten, während in der mit Lehrbüchern wohl versehenen Stolze'schen Schule nur Isaacson in Hamburg ein Lehrbuch herausgab. Einige denkende Köpfe stellten sich höhere Aufgaben, sie suchten die deutsche Stenographie dadurch einheitlich zu gestalten, dass sie das Gute von Gabelsberger und Stolze vereinigten. Wenn sie dabei das Stolze'sche 78 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. System zu Grunde legten, so beweist dies, dass sie dessen Kern für den besseren hielten. So suchten Karl Jacobi in Berlin 1850 und Dr. K. v. Günther 1851 in München das Stolze'sche System einzeilig zu gestalten (H. Gr. S. 236), während Max Jordan 1852 einfachere Zeichen für Conso- nantenverbindungen einführen wollte (H. Gr. S. 288). Die Versuche der beiden Erstgenannten sind bis zur Gegenwart fortgesetzt worden. Der Advokat Hammer in Innsbruck suchte 1849 im Horstig'schen System eine Vocalsymbolik einzuführen (H. Gr. S. 198), doch ist sein Buch nicht vollständig erschienen. Der Student Cämmercr in Giessen wendete 1848 das ihm zulällig in die Hand gekommene englische System von Selwyn auf die deutsche Sprache an (H. Gr. S. 204). Ein Ungenannter empfahl 1850 in der Illustrierten Zeitung eine Stenographie ohne Schriftzeichen, indem er ein Quadrat in 16 Stellen eintheilte und durch Verbindung dieser Stellen die Laute ausdrückte (H. Gr. S. 293). A. Wiesner in Berlin, welcher Rahm's System praktisch erprobt hatte, gab dasselbe 1851 heraus (H. Gr. S. 256). Im selben Jahre veröffentlichte C. E. Rogol in Meissen ein geistvolles System, in welchem die Vocale durch die Aufstriche, die Consonanten durch Abstriche bezeichnet wurden (H. Gr. S. 209). Der Lehrer Christian Schmitt in Niederselters suchte das Horstig'sche System deutlicher zu gestalten (H. Gr. S. 199). Der Mathematiker /. B. Montag in Erfurt begnügte sich damit, kurzschriftliche Zeichen aufzustellen, welche unverbunden an einander gereiht wurden (H. Gr. S. 207). Zu gleicher Zeit erschienen die Systeme von Gabelsbergcr und Stolze in Neubearbeitungen. 1850 gab der Münchner Centralverein die zweite Auflage der Gabelsberger'schen Anleitung nach des Verfassers hinterlassenen Papieren heraus, wobei, um das Buch billiger und verkäuflicher zu machen, die theoretische und geschichtliche Einleitung weggelassen wurde. Über den Inhalt dieses Werkes sagt Prof. Oppermann: »Die Vocalisation war ausführlicher behandelt und in bestimmtere Regeln gebracht, ohne dass die Schreibweisen indess überall mit der Theorie sich deckten, auch die Unterscheidung zwischen mittelbarer und unmittelbarer Verbindung war theilweise consequenter durchgeführt«. Stolze veröffentlichte 1852 eine neue Auflage seines Werkes, welches deutlich die Folgen der praktischen Anwendung erkennen lässt: ausführlich war die Lehre von den Fremdwörtern behandelt und in einem Anhange war eine Anweisung zur Bildung von Specialsigeln gegeben, da die Begriffs- wörtersigel der ersten Auflage die politischen Ausdrücke zu wenig berücksichtigt hatten. Damit war das System praktischer geworden, aber die Erlernbarkeit noch mehr erschwert. In beiden Schulen suchten die Lehrer der Stenographie die Erlernung auf methodischem Wege zu erleichtern. Das »erste österreichische Stenographenbureau« (C01111 und Dr. Kratky) veröffentlichte ein recht übersichtliches Lehrbuch der Gabelsberger'schen Stenographie 1850, im selben Jahre Drechsler eine Anweisung, dasselbe in kurzer Zeit praktisch zu erlernen. A. Puschkin veröffentlichte 1851 ein gut gearbeitetes Lehrbuch und K. Albrecht im selben Jahre Aufgaben. Förster, Kretschmar, Westermaycr gaben Wörterbücher für das Gabelsberger'sche System heraus, welche jedoch von den leitenden Kreisen mit scheelen Augen angesehen wurden, weil man die Meinung fürchtete, es müsse jedes Wort auswendig gelernt werden. Und doch wäre ein mustergiltiges Wörterbuch für die Gabelsberger'sche Schule sehr nützlich gewesen. Für das Stolze'sche System gaben Winter eine Fibel, Dr. Michaelis vier Übersichtstafeln, Adam Aufgaben zur Übertragung, Glasbrenner und Dr. Lobeck Sigeldistichen heraus. Deutsche Stenographie. yn Mit dem Tode Gabelsberger's war die Autorität geschwunden, welche die Fragen seines Systems entschieden hätte; man hatte es unterlassen, nach Muster des Stolze'schen Systems eine Prüfungscommission aufzustellen, der Münchener Verein glaubte die Autorität des Meisters selbst übernommen zu haben, aber er irrte sich. Die Wiener Stenographen hatten in der Schule der Praxis kürzere Schreibweisen gefunden, welche sie in ihre Lehrbücher einführten, die Dresdener Stenographen waren im Streite mit den Stolze'schen Stenographen auf die Schwächen ihres Systems aufmerksam geworden und hielten sich mehr an die Regeln als an die Schreibweisen, es gab, wie Prof. Oppermann bemerkte, »so viele Lehrbücher, so viele Abweichungen«. Daher stellte 1850 der Berliner Gabelsberger'sche Stenographenverein den Antrag, der Münchener Centralverein wolle zum Behuf einer Verständigung über die Schreibweisen eine allgemeine Stenographenversammlung einberufen. Dieselbe fand 1852 statt und auf derselben wurden Beschlüsse gefasst, welche eine Schrifteinheit herstellen sollten, aber Prof. Oppermann urtheilte über dieselben: »Wenn diese Münchener Beschlüsse unleugbar im großen und ganzen ein verdienstvolles Werk waren, so stand doch die Schrifteinheit mehr auf dem Papier, als dass sie in Wahrheit wäre durchgeführt worden. Dies lag zunächst daran, dass man theils der Consequenz der gefassten Beschlüsse sich nicht immer vollständig bewusst war, theils die Regeln nicht hinreichend scharf formulierte, überhaupt sich zu sehr mit der Aufstellung allgemeiner Grundsätze beschäftigte«. Zugleich suchte man durch die Ausschreibung eines Preises für ein kurzgefasstes Lehrbuch zwei Zwecke zu erreichen: 1. der musterhaften Stolze'schen Anleitung ein gleich gutes Gabels- berger'sches Lehrbuch gegenüber zu stellen, 2. durch dessen ausschließliche Verwendung beim Unterricht die Schrifteinheit zu erzielen. Diese Zwecke wurden nicht erreicht. Man krönte das Lehrbuch des P. Gratzmüller, weil es ein Auszug aus der zweiten Auflage von Gabelsberger''s Anleitung war, zu deren Hauptmitarbeitern Gratzmüller gehört hatte; aber gerade deswegen theilte es alle Mängel dieses Werkes, ohne seine Vorzüge (die zahlreichen Beispiele) zu besitzen. Anderntheils dachten die selbständigen Köpfe der Gabelsberger'schen Schule nicht daran, auf ihre eigenen Arbeiten zu Gunsten dieser Preisschrift zu verzichten. Der Münchener Centralverein, durch die allgemeine Versammlung in seiner Stellung gekräftigt, glaubte den Unfolgsamen mit vernichtenden Kritiken entgegentreten zu können, aber die Mitglieder des Dresdener königl. stenographischen Instituts, Heyde, Krause und Steinmann, waren nicht gewillt, eine solche Kritik, wie sie an ihrem 1853 erschienenen Lehrbuch geübt wurde, ruhig hinzunehmen; sie nahmen für sich dieselbe Kenntnis des Systems in Anspruch, wie ihre Richter und blieben die Antwort nicht schuldig. Die in gleicher Weise behandelten Verfasser des Wiener Bureaulehrbuches kümmerten sich um diese Kritiken, die sie vielleicht nie gelesen haben, nicht, selbst Heger, welcher an den Beschlüssen theil- genommen hatte, verwendete, wie das nach seinem Tode herausgegebene Lehrbuch beweist, die zu München verworfenen Wiener Schreibweisen ruhig weiter, und auch Wigard, welcher verhindert worden war, an der Versammlung Theil zu nehmen (er wurde von der Münchener Polizei als Demokrat und Deutschkatholik ausgewiesen), beachtete in seinem 1853 erschienenen Lehrbuche die Beschlüsse nicht. Statt der Schrifteinheit bestanden nunmehr drei Schulen: die Münchener, die Dresdener und die Wiener Schule. Der Münchener Stenographenverein begnügte sich übrigens nicht damit, innerhalb der Gabelsberger'schen Schule den die Einheit des Systems gefährdenden Lehrbüchern entgegenzutreten, er hielt sich auch für berufen, die 80 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. Einheit auf dem Gebiete der ganzen deutschen Stenographie auf Grundlage seines Systems zu erwirken und gieng in seinem Eifer so weit, in öffentlichen Zeitungen vor den Systemen von Schmitt und Rogol (s. S. 78) zu warnen. In jener Zeit begann das Pharisäerthum in der Stenographie, welches jedes ehrliche Streben, nach eigenem Ermessen für den Fortschritt der Stenographie zu wirken, als selbstsüchtig denuncierte. Es ist dies eine Schattenseite der deutschen Stenographie, ein Auswuchs aus den Schutzvorrichtungen einzelner Regierungen zu Gunsten der Alleinherrschaft des Gabelsberger'schen Systems, wodurch der wissenschaftliche Streit innerhalb und außerhalb des Gabelsberger'schen Systems mit persönlichen Gehässigkeiten durchsetzt wurde und wodurch das Auftreten neuer Lehrsätze doch nicht gehindert werden konnte. Die Production anderer Systeme war um diese Zeit sehr gering. Auf die Zeit des politischen Aufschwunges war die Reaction gefolgt, die bestehenden Kammern arbeiteten geräuschlos weiter, das Vereinsleben wurde von den Sicherheitsbehörden mit Misstrauen beobachtet, Stenographen wurden nicht mehr gesucht. So konnten Schriften, wie die von Kahle und Montfort (H. Gr. S. 207/8) auftreten, die mehr Geheim- als Kurzschriften waren. Ein von Arends nach dem französischen Muster von Fayet aufgestelltes System fand keine Verbreitung, die Heim'sche Stenographie wurde 1855 von Binder in Stuttgart neu veröffentlicht und, wie oben erwähnt, 1857 das Danzer'sche System von Pfarrer Fischbäck herausgegeben. Auch die organisierten Schulen von Gabelsberger und Stolze hatten um diese Zeit keine große Verbreitung. Der Gabelsberger'sche Centralverein in München hatte 1853 5 Zweigvereine und 179 Mitglieder, von denen 115 auf Bayern, 25 auf Österreich, 13 auf Preußen, 12 auf Sachsen entfielen; 1855 9 Zweigvereine und 236 Mitglieder. Die Stolze'sche Schule hatte 1851 12 Vereine mit 357 Mitgliedern, 1855 22 Vereine mit 570 Mitgliedern. Für das Stolze'sche System hatten Dr. Nauck in Thüringen, Schäfer in Posen, Knövenagel in Hannover, Dr. Lobeck und Methlow in Sachsen lebhaft geworben, Dr. Lobeck gründete in Dresden einen Stolze'schen Verein, während Duchant einen solchen in Leipzig ins Leben rief. Knövenagel gab ein Lehrbuch der Gabelsberger'schen Stenographie in Stolze'scher Schrift heraus, so wenig fürchteten diese Kreise die Rivalität des anderen Systems. Ein kurzer Freudentraum wurde der Gabelsberger'schen Schule 1854 durch das Journal von Mimdt bereitet, welches alle norddeutschen Städte mit Gabelsberger'schen Stenographen bevölkerte, leider waren alle diese Namen Phantasiegebilde des Redacteurs, eine Art Reclame, welche kein anderes System zu Tage gefördert hat und auf welche Domvicar Alteneder in seinem Vortrage über »Reclame auf stenographischem Gebiet« offenbar vergessen hat. Thatsächlich war das Interesse an der Gabelsberger'schen Stenographie so verblasst, dass der Münchener Centralverein sein Vorstandsmitglied G. Gerber auf eine Rundreise durch Deutschland schickte, um die Theilnahme wieder zu beleben. Dagegen gewann die Gabelsberger'sche Stenographie in Bayern einen fruchtbaren Boden durch die 1854 erfolgte Einführung derselben als facultativen Lehrgegenstand an den höheren Schulen; zugleich wurde die Preisschrift als Lehrmittel an allen bayerischen Lehranstalten eingeführt. Die k. k. Staatsdruckerei in Wien stellte 1854 auf der Münchener Weltausstellung stenographischeTypen nach Stolze'schem System aus, welche leider zu groß waren, um in Lehrbüchern Anwendung finden zu können. Stenographische Typen nach Gabelsberger'schem System hatte schon zu Gabelsberger's Lebzeiten der Stempelschneider G. Schelter in Leipzig anzu- Deutsche Stenographie. 8l fertigen unternommen, auch 1851 eine Probe derselben veröffentlicht, doch musste er das Unternehmen aus Mangel an Unterstützung aufgeben. Jetzt nahm die Wiener Staatsdruckerei die Herstellung solcher Typen in die Hand. Eine wesentliche Förderung erhielt die Gabelsberger'sche Stenographie durch das von Dr. K. Albreclü »zum erstenmal nach der calculierenden Methode« bearbeitete und 1854 veröffentlichte Lehrbuch, in welchem die Stenographie wie eine Sprache und zwar wie in Ahn's Lehrbuch der französischen Sprache bearbeitet wurde. Durch diese Methode wurde die mangelnde Regelmäßigkeit verdeckt und die Einübung der Schreibweisen und Sigel an Satzbeispielen vorgenommen. Das machte die Erlernung angenehmer und das Buch fand besonders in Vereinscursen viele Freunde; es wirkte aber auch auf andere Verfasser stenographischer Lehrbücher ein, welche demselben vielfache Anregungen entnahmen. Unterdessen war in Dresden Wigard wegen seiner Betheiligung an der Frankfurter Nationalversammlung und demokratischer Gesinnung als Vorstand des königl. stenographischen Institutes abgesetzt worden, worauf er sich dem Studium der Medicin widmete. Unter seinem Nachfolger machten sich in diesem Institute, welches in Anhänger und Gegner der Münchener Beschlüsse zerfallen war, die Systemstreitigkeiten besonders geltend und der Regierung so unangenehm, dass sie 1854 zum Vorstande desselben den Regierungsrath Hugo Haepe bestellte, einen Mann, der nicht Berufsstenograph, wohl aber ein Kenner und eifriger Freund der Gabelsberger'schen Stenographie war. Dieser verfolgte sofort zwei Ziele: 1. eine rührige Propaganda, 2. die Herstellunoeiner Schrifteinheit zunächst im Institut und in weiterer Beziehuno- in der ganzen Gabelsberger'schen Schule. Er veranlasste die Institutsmitglieder, mit den bekannten Stenographen in aufmunternden schriftlichen Verkehr zu treten, und die Herausgabe des »Correspondenzblattes« 1856 zur Veröffentlichung der erhaltenen Mittheilungen. So gelang es in dem 1858 erschienenen »Kalender« schon 25 Vereine aufzuführen, von denen jedoch die Zahl der Mitglieder nicht bekannt ist. Behufs Erzielung einer Schrifteinheit veranlasste er die Institutsmitglieder zu Sitzungen, in welchen die bestehenden Lehrbücher untersucht, die widersprechenden Schreibweisen ausgehoben und über dieselben abgestimmt wurde. Haepe hatte eine große Meinung von der Gabelsberger'schen Stenographie, er hielt dieselbe für berufen, allgemeine Schrift und selbst in Volksschulen eingeführt zu werden. Er fand namentlich in Prof. Heinrich Rätzsch einen des Systems ausgezeichnet kundigen und auf seine Ansichten eingehenden Mitarbeiter. Daher wurde als Richtschnur für die Beschlüsse die Vereinfachung des Systems, dieconsequentere Durchführung der Regeln und die größte Genauigkeit in der Bezeichnung aufgestellt. Der durchreisende G. Gerber wurde von dieser Arbeit in Kenntnis gesetzt und damit das Einverständnis des Münchener Central- Vereins gewonnen. Nachdem auf die angegebene Weise 3677 Beschlüsse gefasst worden waren, wurden diese 1857 in einer »Zusammenstellung«, welche 9 Quartseiten umfasste, allen Vereinen und Lehrern zur Begutachtung zugesendet. Zur Berathung und Beschlussfassung trat im August eine Commission zusammen, welche aus fünf Vertretern des Dresdener Instituts, fünf Vertretern des Münchener Centralvereins und einem Vertreter des Wiener Gentralvereins bestand. Diese prüfte die Zusammenstellung sowie die 14 eingelangten Gutachten, entschied mit einfacher Majorität und legte ihre Beschlüsse (H. Gr. S. 220—22) einer sich unmittelbar anschließenden allgemeinen Versammlung vor. Damit die Resultatlosigkeit der Münchener Versammlung nicht wiederkehre, waren die Beschlüsse für die Theilnehmer an derselben von vornherein Kaulmann, K., Geschichte und Litteratur der Stenographie. 6 82 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. für bindend erklärt worden; zugleich wurde vereinbart, dass eine Änderung der Beschlüsse in Zukunft nur durch das gleiche Einvernehmen der drei vertragschließenden Körperschaften erfolgen könne. Bezüglich der Durchführung sollte in den Lehrcursen der drei Körperschaften die Preisschrift, nach den Beschlüssen umgearbeitet, als Lehrbuch dienen, zu dem das Dresdener Institut ein Lesebuch lieferte; die ausführlichere Bearbeitung des Systems wurde dem Professor Rützsch übertragen, wobei der Münchener Verein auf die weitere Herausgabe der Gabelsberger'schen Anleitung verzichtete. Der Wiener Centralverein wurde bei diesen Abmachungen als Null betrachtet und damit ein Same der Zwietracht gesäet, der später in üppige Halme aufschoss. Zunächst wurden die Beschlüsse, obwohl sie nur für die drei oben genannten Körperschaften bindend waren, von der ganzen Gabelsberger- schen Schule angenommen und die Verfasser der in Gebrauch stehenden Lehrbücher beeilten sich, bei Neuauflagen ihre Bücher darnach umzugestalten. In erster Reihe brachte die Preisschrift die neuen Schreibweisen in Anwendung, obgleich sie in den Regeln dem neuen Charakter der Gabelsberger'schen Stenographie zu wenig Rechnung zu tragen verstand, weshalb Prof. Rätzsch seinem ausführlichen Lehrgange 1864 einen »Kurzen Lehrgang« beigesellte; neue Lehrmittel nach den Beschlüssen wurden von Theodor Krafft in Nürnberg 1858, Karl Faulmann in Wien 1859 und Robert Fischer (Unterrichtsbriefe) in Gera 1861 herausgegeben und fanden große Verbreitung. Die ersten Folgen der Dresdener Beschlüsse waren glänzend. An Stelle der früheren Ungewissheit erfuhr man jetzt, wie man schreiben solle, die Regeln schienen klar und bestimmt, überall wurde verkündet, dass die in der Praxis bewährte Gabelsberger's che Stenographie jetzt auch vereinfacht und in feste Regeln gebracht worden sei, die Curse belebten sich, die Vereine nahmen zu, zumal durch das Nachlassen der politischen Reaction das Vereinswesen freier wurde, und so finden wir 1858 schon 35 Vereine mit 880 Mitgliedern, 1859 73 Vereine mit 1668 Mitgliedern; die Gabelsberger'sche Schule überholte die Stolze'sche, welche 1859 nur 53 Vereine mit 1004 Mitgliedern zählte. Aber wie wohl jeder Autor die Erfahrung macht, dass selbst das sorgsamst ausgearbeitete Werk nach dem Druck noch manche Verbesserungsbedürftigkeit aufweist, so zeigten auch die Dresdener Beschlüsse mancherlei Unvollkommen- heiten. Schon Rätzsch als Ausleger der Beschlüsse sah sich genöthigt, die Regel über die Bezeichnung des o abzuändern, da der betreffende Beschluss unvereinbar mit den beschlossenen Schreibweisen war, eine genauere Prüfung von anderer Seite ließ erkennen, dass die Regeln doch nicht so fest waren, wie es den Anschein hatte und dass die Kritik, welche Oppermann an Gabelsberger's Anleitung geübt hatte, auch durch die Beschlüsse nicht gegenstandslos geworden war. Die »Mannigfaltigkeit der Vocalbezeichnung, bald durch Formveränderung der Consonanten, bald durch Verschiebung der Stellung der Con- sonanten zu einander, bald ausdrücklich, bald ohne irgend welche Bedeutung, bald im Anlaute, bald im Auslaute, ja mitunter an einer ganz anderen Stelle, als der, wo der Vocal lautete (tfi für tif), das Ausstoßen dieses oder jenes Consonanten in einzelnen Wörtern (wot für Wort etc.), während sie in anderen geschrieben wurden (borgen zum Unterschied von bogen), das Schwanken der Unterscheidung der zusammengesetzten und Silbenconsonanz (dr für der, aber nicht in derb; dp für dep, aber nicht in Handpauke, fr für fr und fer, fl für fl und fei; hr für her, aber nicht in hehr etc.), die verschiedenen Schreibweisen eines und desselben Wortes« waren erhalten geblieben, nur eingeschränkt worden. Die neu eingeführte Genauigkeit hatte zu weitläufigeren Be- Deutsche Stenographie. 83 Zeichnungen geführt, ohne das Ziel zu erreichen, ferner zu naturwidrigen Formen (in Magistrat wird mag wie eine Vorsilbe zu strat gesetzt), die Nachahmung der Stolze 'sehen Vorsilbenbezeichnung hatte die von Gabelsberger bei Stolze gerügte Abhängigkeit der ersten Silbe von der Stellung der zweiten und dritten Silbe zur Folge, ohne dass sie consequent durchgeführt werden konnte, da die Stolze'schen Sigel fehlten. Th. Krafft sagte daher: »Fassen wir den Eindruck, den die Ausführung des angestrebten Zieles auf uns gemacht hat, zusammen, so können wir nur sagen, es sei z u wenig oder zuviel geschehen, denn entweder musste man gründlicher durchgreifen, um den Geschäftsstil der Currentschrift noch ähnlicher zu machen, oder man durfte nicht in so vielen Fällen die oft geistreichen Verbindungen Gabelsberger's aufheben, um weitläufigere an deren Stelle zu setzen«. Eine Prüfungscommission, wie sie in der Stolze'schen Schule bestand, wäre sehr am Platze gewesen, und da eine solche autorative fehlte, so bildete sich eine private. Das von Krafft 1857 begründete »Magazin für Stenographie«, welches die Unklarheiten des Gabelsberger'schen Systems als »Systemfragen« erörterte, bildete den Vereinigungspunkt für eine Anzahl denkender Köpfe, welche nicht alles gedankenlos nachschreiben wollten, was Prof. Rätzsch im Namen der Dresdener Beschlüsse vorschrieb. Diese Männer wollten das System nicht umändern, sondern nur das Material für eine allmähliche Fortbildung desselben liefern; aber in Dresden und München fand dies Streben keine freundliche Aufnahme, noch stand die schwierige Systemberathung von 1857 in frischem Gedächtnis, man wollte Ruhe haben, und empfahl den strebenden Geistern, sich mehr um die Verbreitung als um die Einrichtung des Systems zu kümmern, man solle »den Gegnern des Systems nicht Waffen in die Hände liefern«. In Wien war es Conn, der durch seine Berichte aus dem Gerichtssaale die Stenographie zu großem Ansehen gebracht hatte, gelungen, die Professur für Stenographie an der neugegründeten Wiener Handelsakademie, die anfangs einem Stolzeaner zugedacht war, zu erhalten, wodurch die Gabels- berger'sehe Stenographie in die österreichischen Handelskreise eingeführt wurde. Durch Zeitungsberichte auf die Dresdener Versammlung aufmerksam gemacht, erschien er dort als Berichterstatter für die österreichische Regierung, wobei er seine Bedenken gegen die Beschlüsse nicht verhehlte. Um dieselbe Zeit trat er in den Wiener Gentralverein, dem er sich bis dahin fern gehalten hatte, ein und führte diesem neue Kräfte zu. Zum Vorstand des Vereins gewählt, verschaffte er demselben bald solches Ansehen, dass selbst hohe Beamte dessen Generalversammlungen besuchten. Die Ereignisse von 1859 führten die Stenographie in Österreich wieder in das öffentliche Leben, Stenographen für Reichsrath und Landtage wurden benöthigt und meist von Conn herangebildet, der auch in militärischen K r e i s e n die Stenographie einführte, wofür er mit dem Franz Josephs-Orden ausgezeichnet wurde. Die in seinen Cursen gebildeten Officiere trugen den Unterricht in der Stenographie in die Militärschulen, wo sie einen Platz als facultativer Lehrgegenstand erhielt, in einigen sogar obligatorisch eingeführt wurde. 1860 erwirkte Conn die Einsetzung einer k. k. Prüfungscommission für Lehramtscan- didaten der Stenographie, wodurch die öffentlichen Schulen jedem anderen System verschlossen wurden. Alles dies hatte zur Folge, dass die Gabels- berger'sche Stenographie in Österreich in wenigen Jahren einen Aufschwung erlebte, wie er in Deutschland nur in Decennien erreicht worden war. Der Wiener Centralverein benützte die 1858 fertig gewordenen Stenograph i s c h e n T y p e n nach Gabelsberger 's System, um 1859 enie Zeitschrift 6* 84 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. herauszugeben, in deren ersten Nummern durch Markovits die im Nürnberger »Magazin« ventilierten Systemfragen zum größten Missbehagen der beiden Mitcontrahenten der Dresdener Beschlüsse Eingang fanden; doch wurden die Schreibweisen der Beschlüsse im Vereinsorgan angewendet und durch das von Faulmann veröffentlichte Tableau »Gabelsberger's stenographisches Lehrgebäude« in den Schulen eingeführt. Als aber durch die politischen Ereignisse der Bedarf an praktischen Stenographen ein großer wurde, hielt Conn sich 1861 für berechtigt, mit einem »Lehrbuch der Kammerstenographie« hervorzutreten, in welchem weniger die Dresdener Buchstäblichkeit, als vielmehr die Gabelsberger'sche Kürze in den Vordergrund gestellt wurde. Ihm folgten in gleicher Weise die Wiener Kammerstenographen Anton P. Kühnelt 1862 und J. Th. Markovits 1863. Später hat der hier wiederholt citierte Prof. Oppermann wohl zugegeben, dass die Wiener Abweichungen nach seiner Ansicht nicht die Bedeutung einer principiellen Differenz hatten, sondern lediglich die Folge einer etwas anderen Auffassung gewisser Regeln und deren Tragweite gewesen seien, aber damals nannte man diese Veröffentlichungen einen Vertragsbruch und es entstand ein erbitterter Zeitungskrieg, der namentlich in Dresden sehr persönlich wurde. Der Wiener Centralverein nahm aus der Veröffentlichung des Conn'schen Lehrbuches Anlass, die Berufung eines Stenographentages zur Revision der Dresdener Beschlüsse zu fordern. Statt dessen gestalteten die beiden anderen Gontrahenten der Beschlüsse 1862 eine südbayerische Wanderversammlung zu einem Gabelsberger'schen Stenographentage um, der sich gegenjedeVeränderungderBeschlüsse aussprach. Indessen hatte schon 1860 Professor Vaillez auf einer Versammlung fränkischer Stenographen die Ersetzung des 1857erContractsverhältnisses durch eine Stenographische Akademie beantragt, welche die allmähliche Fortbildung des Systems in die Hand nehmen sollte. Eine größere Anzahl der Vereine billigte diesen Vorschlag und die öffentliche Meinung wurde so stark, dass schließlich 1864 eine Verständigung zu Stande kam, wonach die Fortbildung des Systems einem Systemausschusse übertragen wurde, dessen geschäftsleitende Körperschaft das kgl. stenographische Institut zu Dresden bildete. Jetzt zeigte sich, dass die Zufriedenheit mit den Dresdener Beschlüssen keine so vollständige war, wie man nach dem Ausspruche des 1862er Stenographentags hätte annehmen sollen, selbst das Dresdener Institut beantragte jetzt einschneidende Änderungen des Systems. Dass diese Änderungen nicht vorgenommen wurden, daran waren andere Verhältnisse schuld, welche die Entwicklung des Gabelsberger'schen Systems unterbrachen. Die Stenographie war in Bayern und Österreich als facultativer Lehrgegenstand eingeführt, in Sachsen noch nicht, aber auch hier wurde der stenographische Unterricht begünstigt; nur die preußische Regierung verhielt sich gegen denselben vollkommen gleichgiltig. Dies veranlasste den unter der Leitung Krieg's stehenden Gabelsberger'schen Stenographenverein zu Königsberg 1862, eine Petition um Einführung der Gabelsberger'schen Stenographie in die preußischen Schulen an das preußische Unterrichtsministerium zu richten. Nun erwachten auch die Stolzeaner und setzten einen Petitionssturm für ihr System ins Werk. Das Abgeordnetenhaus fasste einhellig den Beschluss, die Petitionen der Regierung zur Berücksichtigung zu überweisen. Beide Parteien wandten sich nun an das Ministerium mit Petitionen, worauf dieses am 14. August 1863 erwiderte, dass zur Zeit die Stenographie in die Schulen nicht officiell eingeführt werden könne, dass es vielmehr der Sache derselben heilsamer erachtet werden müsse, wenn ihr Deutsche Stenographie. 85 ferner freie Entwicklung gelassen und kein Versuch gemacht werde, den Streit der Systeme durch einen Machtspruch zu entscheiden. Damit beruhigten sich die Gabelsbergerianer nicht, der Geheime Rath Haepe und Dr. Eggers in Berlin veröffentlichten Streitschriften, in denen sie nachweisen wollten, dass die Gabelsberger'sche Stenographie besser als die Stolze'sche und daher allein beim Unterricht zu verwenden sei; ihnen entgegneten die Stolzeaner Knoevenagel und Gymnasiallehrer Lundehn, am ausführlichsten aber Dr. Franz Stolze, der Sohn des Erfinders, der sich nicht mit einer theoretischen Darlegung der Mängel des Gabelsberger'schen Systems begnügte, sondern am Schlüsse die Gabelsberger'schen Stenographen des preußischen Herrenhauses, demnächst alle übrigen Gabelsberger'schen Stenographen zu einem Wettschreiben herausforderte und einen Preis von ioo Thalern für die beste Arbeit aussetzte. Die herausgeforderten Herrenhausstenographen lehnten die Herausforderung ab, ebenso das Dresdener Institut in Gemeinschaft mit den Gabelsberger Vereinen in Gera, Prag, Oldenburg, Würzburg und München, indem sie geltend machten, dass die Entscheidung im günstigen Falle nur die Tüchtigkeit der betreffen den Stenographen, nicht die des Systems beweise. Das ist zwar im allgemeinen richtig, aber von den Gabelsberger'schen Stenographen war diese Ansicht früher nie ausgesprochen worden. Man erinnere sich, wie wegwerfend sich Gabelsberger selbst über das Stolze'sche System ausgesprochen hatte (s. S. 74), stets war die praktische Überlegenheit des Gabelsberger'schen Systems von seinen Anhängern behauptet worden und auch später behauptete noch Prof. Oppermann, dass durch das Gabelsberger'sche Kürzungsverfahren die Überlegenheit dieses Systems über alle anderen für alle Zeiten gesichert sei (s. S. 73); auch Krumbein, welcher die Dresdener Erklärung billigte, legte trotzdem die ungünstigen Erfolge der Stolzeaner beim Ersten Vereinigten Landtage dem Stolze'schen System zur Last. Auch dachten nicht alle Gabelsberger'schen Stenographen so, Conn in Wien, Dr. Bierey in Dresden und Müller in Frankfurt nahmen die Herausforderung an, aber Conn wurde von seinen Kammerstenographen im Stich gelassen und unter nutzlosem Hin- und Herschreiben zerschlug sich die Sache. Bald sollte jedoch das stenographische Wettschreiben wider Willen der Gabelsberger'schen Stenographen zu Stande kommen. Der Krieg hatte 1866 Sachsen zu einem Mitgliede des Norddeutschen Bundes gemacht, dessen Reichstag in Berlin zusammentrat. Das Dresdener Institut suchte bei der preußischen Regierung mündlich und schriftlich die Verwendung Gabelsberger Stenographen zu erwirken, aber auch die Stolze'sche Schule verlangte die Verwendung ihrer Stenographen. Da entschied sich die preußische Regierung für eine freie Concurrenz, sie stellte sämmtlichen Bewerbern frei, sich an einem am 18. Februar 1867 vorzunehmenden Concurrenz- schreiben zu betheiligen, mit dessen Leitung Dr. Michaelis, der sich als Vorsteher des aus Stenographen beider Systeme zusammengesetzten Bureaus des preußischen Herrenhauses den Ruf eines unparteiischen Mannes erworben hatte, beauftragt wurde. Wäre es hier den Gabelsberger'schen Stenographen gelungen, alle 12 Stellen zu erobern, so wäre dieser Sieg für die Stolze'sche Schule vernichtend gewesen; allein es meldeten sich nicht einmal soviel Can- didaten, es erschienen nämlich 10 Gabelsbergerianer neben 15 Stolzeanern, von denen auf Grund ihrer Arbeiten 3 Gabelsbergerianer und 9 Stolzeaner angestellt wurden. Die Stolzeaner rühmten sich des Sieges, aber die Gabelsbergerianer unter Anführung des Dr. Eggers beschuldigten Dr. Michaelis der 86 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. Parteilichkeit und behaupteten in öffentlichen Blättern, die Gabelsbergerianer hätten gesiegt, weil doch drei derselben angestellt wurden. Der Münchener und der Wiener Centralverein waren nicht dieser Meinung und daraus entstand eine Entzweiung des Dresdener Instituts auch mit dem Münchener Verein, die bald zum Ausbruch kam. Der Zusammentritt des Gabelsberger'schen Systemausschusses war durch verschiedene Umstände, zuletzt durch den Krieg verzögert worden. Jetzt wünschte der Münchener Verein, dass er 1868 bei Gelegenheit des 50jährigen Jubiläums der Gabelsberger'schen Stenographie in München zusammentrete, das Dresdener Institut berief ihn aber für dieselbe Zeit nach Berlin. Der Wiener Centralverein, der inzwischen dem Münchener Centralverein näher getreten war, hielt eine Umfrage bei den Mitgliedern des Systemausschusses, welche sich für den Zusammentritt in München aussprachen. Darauf hin legte das Dresdener Institut seine Stelle als geschäftsleitende Körperschaft des Systemausschusses nieder, und dieser selbst hörte auf, da an seiner Stelle zu München der Deutsche Gabelsberger Stenographenbund gegründet wurde, der die Fortbildung des Systems in die Hand nehmen sollte. Bei dieser Gelegenheit wurde die ganze Revision des Gabelsberger'schen Systems aufgegeben; wohl hat der Bund zu wiederholtenmalen Beschlüsse in Systemfragen gefasst, aber Professor Oppermann bemerkte sehr richtig: »Was in dieser Zeit geändert ist, sind nur Einzelnheiten und Kleinigkeiten«. Der Grund war offenbar der, dass der größte Theil der Gabelsberger'schen Schule den Berathungen des Systemausschusses mit Sorge entgegengesehen hatte, da die Anträge geeignet waren, eine völlige Umwälzung des Systems, vielleicht auch eine Spaltung desselben, hervorzurufen. Für diesen Preis hielt man die Vereinfachung des Systems als zu theuer erkauft, zumal von außen kein Zwang danach vorlag: von 1857 bis 1867 war die Zahl der Vereine infolge einer eifrigen und geschickten Propaganda von 25 auf 220 gestiegen, dieselben zählten 5586 Mitglieder, auch der Unterricht in den öffentlichen Schulen nahm stetig zu, da die verbesserten Lehrbücher sich bemühten, die Erlernung des Systems möglichst zu erleichtern, die fleißigen Schüler mit ihren Erfolgen die Nachahmung reizten und die übrigen Schüler ihre Misserfolge ihrem Mangel an Fleiß zuschrieben. Während dieser Zeit war eine Anzahl neuer stenographischer Versuche erschienen. Ein Salzburger Diurnist, Josef Hauser, stellte 1854 und 1860 verschiedene Schriftprobleme ohne Zeichen auf, indem er die Strahlen eines Sternes als Buchstaben benutzte, der Schriftsetzer Felsch in Halle war von seinem Setzkasten auf eine ähnliche Idee geführt worden, ein Würzburger, Ploetz, hatte die Positionen eines Quadrats zu gleichem Zweck zu verwenden gesucht (H. Gr. S. 293—96). Haepe's Anregung, die Gabels- berger'sche Stenographie in die Volksschule einzuführen, veranlassten die Lehrer Willems und Kcrkhoff in Leer, einen solchen Unterricht dadurch zu ermöglichen, dass sie die Vocale buchstäblich schrieben und eine entsprechende Änderung der Zeichen vornahmen (H. Gr. S. 272); noch kühner waren die Versuche von Zuppinger, Knobel, Eiche, Wölfert, Dix, die stenographischen Zeichen auf sämmtliche Sprachlaute auszudehnen und dadurch eine Universal- Kurzschrift zu schaffen (H. Gr. S. 269—71), wie solches kurz vorher in England versucht worden war. H. L. Behrendt in Cammin stellte 1867 eine vereinfachte Currentschrift auf (H. Gr. S. 299). Ferd. Vogel in Berlin suchte auf Gabelsberger'schen und Stolze'schen Grundlagen eine Stenographie aufzustellen, verwickelte sich jedoch in viele Nebenzeichen (H. Gr. S. 242). K. Faulmann in Wien, der einen lebhaften Deutsche Stenographie. 87 Antheil an den Revisionsarbeiten des Gabelsberger'schen Systems genommen hatte, gieng 1866 über diese hinaus, indem er unter Abänderung des Gabelsberger'schen Alphabets eine consequente Durchführung der Vocalregeln anstrebte; er veröffentlichte seine Studie als einen »Vorschlag zu einer radi- calen Reform« in den »Österreichischen Blättern für Stenographie« (H. Gr. S. 224), zog dieselbe aber im folgenden Jahre zurück. Leopold Arends trat 1860 mit einer neuen Bearbeitung seines Systems (s. S. 80) hervor und hatte diesmal Erfolg. Der Grundgedanke seines Systems besteht darin, die Vocale amFusse der Consonantenzeichen anzufügen, was jedoch bei r nicht angeht, weshalb dieses allein oder in Verbindung mit Consonanten eine andere Vocalbezeichnung erhielt. Auch als Auslaute erhalten mehrere Consonanten andere Zeichen. Eigenthümlich ist diesem System die gänzliche Vermeidung des Drucks, doch hat es dafür andere feine oft haarspalterische Unterscheidungen. Bezüglich der Orthographie werden ähnliche Wörter ängstlich unterschieden. Ein eigenes Kürzungsverfahren besteht nicht, dafür Regeln über Weglassungen von Consonantenzeichen, ferner Zeichen für Vor- und Nachsilben (H. Gr. S. 257—60). Arends theilte sein System in sechs Lectionen ein unter der Vorgabe, es könne in sechs Stunden erlernt werden, und berief sich auf ein Schreiben Alexander von Humboldfs, der das System als rationell anerkannt habe, doch enthielt dasselbe nur einige höfliche Zeilen des großen, aber auf dem Gebiete der Stenographie nicht orientierten Gelehrten. Arends fand zuerst Anhänger in Handwerkerkreisen, bald schlössen sich ihm auch intelligente Männer an, welche sein System mit Eifer verbreiteten. Abarten des Arends'schen Systems sind die Systeme von /. A. Grote in Berlin 1861 und Alexander Stix in Frankfurt 1863, auch J. Hunkele's »Versuch einer lautgetreuen und kurzen gemeinsamen Schrift aller Völker« zeigt den Einfluss Arends' (H. Gr. S. 261—63). Im Jahre 1867 hielten die preußischen Stenographen die Zeit gekommen, neuerdings an den Landtag mit Petitionen um Einführung der Stenographie in die Schulen heranzutreten. Diesmal betheiligten sich auch die Arendsianer daran. Doch war der Erfolg ungünstiger als früher. Der Landtag beschloss über Antrag seiner Commission: »In Erwägung, dass die Stenographie noch kein allgemein angenommenes System ausgebildet hat, dass die Entscheidung über die Vorzüge der jetzt noch untereinander streitenden Systeme der Unterrichtsverwaltung überlassen bleiben muss und dass die Vermehrung der Unterrichtsgegenstände an den höheren Unterrichtsanstalten erhebliche Bedenken hat, über die Petition zur Tagesordnung überzugehen«. Niemand mochte diese Ablehnung schmerzlicher berühren, als den kranken müden Stolze, der ein Vierteljahrhundert gerade nach diesem Ziele gerungen hatte. Als er 1868 die Augen für immer schloss, hatte seine Schule wohl die Zahl von über 100 Vereinen mit über 2000 Mitgliedern erreicht, sie war aber von der Gabelsberger'schen Schule um das Doppelte übertroffen, und während das System seines Rivalen nicht nur in Bayern, sondern auch in Österreich in die Schulen Eingang gefunden hatte, wurden ihm diese in seinem Vaterlande verschlossen. Er entschloss sich daher auf seinem Todtenbette, der Prüfungscommission die Einwilligung zur Vornahme mehrerer Veränderungen zu ertheilen, welche diese nach seinem Tode veröffentlichte. Aber dadurch entstand wieder Unzufriedenheit im Kreise der Freunde des Bestehenden, zumal neue noch weiter gehende Änderungen in Aussicht gestellt wurden. 88 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. Der Krieg von 1870 blieb mit seinen grossen Ereignissen auch für die Stenographie nicht ohne Folgen. Das Präsidium des deutschen Reichstags beschloss am 24. April 1871, sein Stenographenbureau zu glei chen T heilen mit Anhängern des Gabelsberser'schen und Stolze'schen Systems zu besetzen und von der Abhaltung eines abermaligen Con- currenzschreibens abzusehen. In seiner »Kurzgefassten Geschichte der Stenographie« sagt Krumbein darüber: »Man muss sich der riesengrossen Hindernisse, welche der Verwendung Gabelsberger'scher Kräfte entgegenstand, erinnern; man muss sich die mit beispielsloser Zähigkeit und Ausdauer betriebenen Bohrversuche vergegenwärtigen und ganz besonders die rastlosen Bemühungen seitens der beiden Centralstellen zu Dresden und München, wie des Dr. Eggers und Dr. Bierey's; man muss in Betracht ziehen endlich die Gegenminen der Stolzeaner, die sich in einer weit günstigeren Stellung befanden und die auch bereits die ersten Sitzungen des deutschen Reichstages allein stenographiert hatten; man muss alle diese Umstände und Verhältnisse würdigen, um die Wichtigkeit dieses Erfolgs und die darüber im Gabelsberger'schen Lager herrschende Freude zu begreifen.« Anfangs wurden die Stenographen, welche die berufenen Körperschaften zum Stenographenbureau beistellten, ohne weiters aufgenommen; nachdem aber ein Münchener Stenograph wegen Unfähigkeit entlassen werden musste, wurde bestimmt, dass kein Stenograph ohne vorhergegangene Prüfung aufgenommen werde. Wie oben erwähnt, war die Stolze'sche Schule in der Propaganda von der Gabelsberger'schen überflügelt worden. Der Hauptgrund mochte neben der fehlenden Einzeiligkeit in der Zahl der auswendig zu lernenden Sigel liegen, deren Zahl meist übertrieben wurde (das Stolze'sche System hatte 800 Sigel, in der Gabelsberger'schen Stenographie ist die Zahl unbestimmt, da Krieg's Unterrichtstafeln 480, Söldners Sigel und Abbreviaturen 506, Zwierzina's Zusammenstellung 1100 aufweisen), die Stolze'schen Kammerstenographen fanden ihrerseits, dass die meisten Sigel für Begriffswörter in ihrer Praxis nicht vorkamen und daher ein überflüssiger Ballast seien. Daher entschloss sich die Prüfungscommission, die Sigel für die Begriffswörter gänzlich fallen zu lassen und auch die Fremdwörterbezeichnung zu vereinfachen. In der 25. Auflage der Anleitung wurde 1872 die vereinfachte Stolze'sche Stenographie veröffentlicht. Es war ein scharfer Schritt und er steigerte die Unzufriedenheit in der Stolze'schen Schule derart, dass eine Spaltung eintrat, die Gegner der Vereinfachung nannten sich die »W. Stolzesche Schule« und diejenigen, welche die Beschlüsse der Prüfungscommission annahmen: »Neustolzeaner«, welche Bezeichnung die letzteren dann selbst annahmen; aber es war ein Fortschritt auf dem Gebiete der Stenographie, und wenn auch die Partei des Fortschritts anfangs gering war (nur 14 Vereine mit 401 Mitgliedern schlössen sich der Prüfungscommission an), so äusserte sich die Folge doch bald in einer günstigeren Verbreitung der Stolze'schen Stenographie, während die Altstolze'sche Schule allmählich abbröckelte. Allerdings trug zum Siege der neustolzeschen Schule am meisten bei, dass die Parlamentsstenographen auf Seite derselben standen. In einem glänzenden Vortrage »über den Begriff der Wissenschaftlichkeit auf dem Gebiete der Stenographie« rechtfertigte Dr. Steinbrink 1879 die Vereinfachung und trat zugleich jener falschen Wissenschaftlichkeit entgegen, welche oben (S. 4) gekennzeichnet wurde. Während die Stolze'sche Schule sich spaltete, war die Gabelsberger'sche zu einer unerwarteten Einigkeit gekommen. Die Wiener Schule blieb Deutsche Stenographie. 89 nach dem Scheitern des Systemausschusses, wie sie war und das vielbestrittene Lehrbuch der Kammerstenographie von Conti wurde von der k. k. Prüfungscommission in Wien als Grundlage der theoretischen Prüfung angenommen. Zu Anfang des Jahres 1870 planten die Wiener Kammerstenographen eine Petition an den Reichsrath um Systemisierung von Stenographenstellen, da bisher Conti als Director des Stenographenbureaus dasselbe gegen eine Pauschalsumme der Regierung leitete und die Kammerstenographen selbst besoldete. In dieser Petition wurde das Vorgehen Conn's als die Interessen der Stenographie schädigend bezeichnet. Als es den Kammerstenographen gelang, den Wiener Centralverein zur Unterstützung der Petition zu bewegen, legte Conti als Vorsitzender des Vereines diese Stelle nieder und trat aus dem Vereine aus. Unter der neuen Direction erklärte sich der Wiener Centralverein, der so lange gegen die Dresdener Beschlüsse aufgetreten war, sofort als Anhänger derselben. Zwar wurden die Schreibweisen der Wiener Schule noch einige Jahre hindurch von Faulmatin im »Kammerstenographen« vertreten, aber nach Conn's Tode 1876 zog sich auch Faulmann aus dem stenographischen Vereinsleben zurück, nachdem er inzwischen ein neues System ausgebildet hatte. Als die Petition vom Reichs- rathe abgelehnt worden war, versuchten die Kammerstenographen einen Strike, welcher jedoch erfolglos blieb, denn die Wiener Schule hatte genug praktische Kräfte herangebildet, um die Stellen sofort neu besetzen zu können. Aus Anlass der Jubiläumsfeier hatte der Münchener Centralverein einen Preis für die beste Anleitung zur Erlernung der Satzkürzung ausgeschrieben. Die Preisrichter (Dr. Albrecht, Dr. Piasetter und Professor Lautenhammer) erkannten den Preis der Arbeit des wegen des Strikes entlassenen Wiener Kammerstenographen Zeplichal zu, welche die Tendenz hatte, die freien Kürzungen des Gabelsberger'schen Systems in Sigel zu verwandeln. Diese Preisschrift erlebte zwar bis jetzt noch keine zweite Auflage, aber ihr Ein- fluss ist in den neueren Lehrbüchern der Gabelsberger'schen Stenographie merkbar hervorgetreten, wohl kaum im Interesse der leichten Erlernbarkeit. Professor Krieg; welcher Mitglied des kgl. stenographischen Instituts in Dresden geworden war, hatte bald darauf Gelegenheit gefunden, dem Generalpostdirector Stephan die Gabelsberger'sche Stenographie als eine Schrift zu schildern, welche sich zur diplomatisch genauen Bezeichnung aller Orts- und Familiennamen ebenso eigne, als die Currentschrift; er wurde daher mit der Ausarbeitung einer Kurzschrift für den technischen Postverkehr beauftragt. 1875 erschien diese Po'stStenographie im »Deutschen Reichspostarchiv«, die Postbeamten wurden beauftragt, dieselbe zu erlernen und an mehreren Orten wurden von den Gabelsberger'schen Vereinen zu diesem Zwecke Curse abgehalten. Doch die Postbeamten fanden diese Poststenographie zu schwierig zu erlernen und der Versuch musste aufgegeben werden. Am 3. December 1874 war von dem Vorstande des Stolze'schen Stenographenvereins dem Dr. Stephan zu demselben Zwecke die Verwendung der Stolze'schen Stenographie empfohlen worden, doch hatte letzterer am 22. desselben Monats geantwortet, dass das Stolze'sche Stenographiesystem bei allen seinen Vorzügen für diesen speciellen Zweck in der gegenwärtigen Gestalt nicht wohl geeignet sei, vielmehr unter Abänderung einiger wesentlichen Punkte, insbesondere unter Vermeidung der Vocalisationslinien, zunächst eine entsprechende Bearbeitung erfahren müsse, um für die Zwecke des technischen Postbetriebes verwendbar zu sein. Dieses Schreiben regte go Die Stenographie im 19. Jahrhundert. die Einzeiligkeitsbestrebungen in der Stolz e'schen Schule von neuem an. Der Redacteur Wiencke überreichte der Berliner Prüfungscom- mission und dem Systemausschusse der altstolzeschen Stenographenverbände eine entsprechende Vorlage, welche aber abgelehnt wurde, »weil dann von dem Stolze'schen System nicht viel übrig bliebe und weil die Kenner des alten das neue dann nicht lesen könnten«. Der Lehrer Wilhelm Veiten, bisher einer der conservativsten Vertreter der altstolzeschen Schule, übergab 1876 eine einzeilige Stolze'sche Stenographie der Öffentlichkeit, andere Arbeiten dieser Art veröffentlichten der Banquier Adler in Berlin 1877, August Werth 1878, der Seminarlehrer Dr. Simon 1879 (H. Gr. S. 238—241). Von diesen hat Veiten sein System bis jetzt erhalten, im Postdienst ist es aber auch nicht eingeführt worden. Eine entgegengesetzte Richtung verfolgte Erkmann in Görlitz 1876. Er behielt die Stolze'sche Position nicht nur bei, sondern suchte auch die stolzeschen Grundsätze bezüglich der Nebenzeichen consequenter durchzuführen; ganz ist ihm dies ebenfalls nicht gelungen (H. Gr. S. 28g). Um diese Zeit versuchte Conn eine schnellere Drucklegung der stenographischen Protokolle dadurch zu bewirken, dass er die current- schriftliche Übertragung der Reden durch die Umschrift in stenographische Correspondenzschrift ersetzen ließ, zu welchem Zweck die Schriftsetzer der k. k. Staatsdruckerei Stenographie lernen mussten. Der Versuch misslang. Auch der Versuch der österreichischen Regierung, die Gabelsberger- sche Stenographie in der Militärakademie als obligatorischen Lehrgegenstand einzuführen, musste wegen der schwierigen Erlernung des Systems wieder aufgegeben werden, doch wurde der Unterricht als facul- tativer beibehalten. Im Jahre 1873 gelang es dem Dresdener Institut, auch in Sachsen die Einführung der Gabelsberger'schen Stenographie als facultativen Lehr- gegenstand an den höheren Schulen und die Einsetzung einer Prüfungscommission für das Lehramt der Stenographie zu erwirken. Während von der bayerischen Regierung 1854 und 1857 die Gratz- müller'sche Preisschrift und von der sächsischen Regierung 1858 diese Preisschrift nebst dem Dresdener Lesebuch als Lehrmittel vorgeschrieben wurden, bestand in Österreich, wo 1870 die unentgeltliche Unterrichtser - theilung in der Stenographie und die Entlohnung der Lehrer aus Staatsmitteln eingeführt worden war, volle Lehrbücherfreiheit in der Stenographie. Als dieselbe von dem k. k. Schulinspector Krist als störend für die Freizügigkeit der Schüler bezeichnet wurde, verfügte die Regierung die Anwendung der Approbation auf stenographische Lehrmittel, welche die Lehrbücher von Conn, Faulmann und Kühnelt erhielten. Da dies Lehrbücher der Wiener Schule waren, bestürmten die österreichischen Vereine die Regierung mit Petitionen gegen diesen »Lehrmittelzwang« (der in Bayern und Sachsen unangefochten war) und erwirkten 1876 die Zulassung auch ausländischer Lehrbücher. Dass die österreichischen Lehrbücher eine freie Concurrenz nicht zu fürchten hatten, beweist der Umstand, dass nach einer Dresdener Zusammenstellung unter den verbreitetsten Gabelsberger'schen Lehrbüchern die Hälfte österreichisch war, denn nach derselben wurden 1887 verwendet von Krieg- 2853, Rützsch 2250, Gratzmüller 2082, *Faulmann 1446, *Schiff 1360, Fischer 94g, Heyde-Rützsch g2g, Albrecht 875, *Engelhardt 784, ^Heinrich 643, *Kühnelt 55g, *Scheller 425 (die mit einem Stern bezeichneten Namen sind Österreicher) Exemplare. Deutsche Stenographie. gl Außerhalb der Schulen von Gabclsberger und Stolze entwickelte sich in den 70er Jahren ein bedeutendes Streben, im Jahre 1875 allein entstanden drei neue Systeme, welche sich erhalten haben. Von der Arends'schen Schule löste sich Heinrich Roller ab, der die Grundsätze Arends' einfacher gestaltete; er verwendete eine dreifache Breite, um die Vocale zu bezeichnen, eine dreifache Größe der Consonantenzeichen, welche aber auch bei ihm noch Nebenzeichen haben (H. Gr. S. 263). Eine Klage Arends' wegen Verletzung seines geistigen Eigenthums fiel zu Gunsten Roller's aus, welcher behauptete, eine selbständige Arbeit geliefert zu haben. Roller, ein geschickter praktischer Stenograph und erfahren in der Propaganda, verstand es, seinem System Verbreitung zu verschaffen. Ähnliche Bestrebungen von Mangold und Höfl, beide 1877 (H. Gr. S. 264), blieben erfolglos. Der Schuhmachermeister August Lehmann in Berlin, der sich mit den bestehenden Systemen vertraut gemacht hatte, erdachte eine neue Vocal- bezeichnung, indem er nur einstufige Consonantenzeichen aufstellte, welche den Vocal e, zweistufig den Vocal o, dreistufig den Vocal i bezeichneten, durch Verstärkung und breite Verbindung wurden die übrigen Vocale bezeichnet, doch sind diese Consonantenzeichen zur Verbindung unter sich wenig geeignet und mussten deshalb Nebenzeichen aufgestellt werden (H. Gr. S. 251). Lehmann hatte an seinem System wenig Freude, seine Änderungen waren seinen Schülern unangenehm. Da sie nicht, wie Kronos seinem Vater Uranos gethan, seine Schöpferkraft verstümmeln konnten, so stießen sie ihn doch vom Throne der von ihm geschaffenen »Stenotachygraphie«, sie gaben selbst Lehrbücher heraus, und da sie sich schämten, einen Schuster als Meister zu haben, während sie sich nicht schämten, die Früchte seiner Arbeit zu genießen, sprengten sie aus, Lehmann habe die Erfindung eines unbekannten Anderen für die semige ausgegeben. Übrigens zeigte sich auch Lehmann s System in praktischer Beziehung verwendbar. J. Dahms, der nach absolvierten Universitätsstudien diesem System als Praktiker und Lehrer grosses Ansehen verschaffte, besiegte 1887 den Stolzeaner G. Hirte in einem Wettschreiben. Ein ähnliches System, welches R. Grüner 1879 veröffentlichte, fand keine Verbreitung. Ein drittes System ließ Professor Faulmann durch den Lehrer Gustav Braut 1875 unter dem Namen »Phonographie« der Öffentlichkeit übergeben. Faulmann hatte sich, seit er seine radicale Reform des Gabelsberger'schen Systems zurückgezogen hatte, mit Versuchen beschäftigt, die Hauptregeln des Gabelsberger'schen Systems : die Verschmelzung der Consonantenzeichen und die symbolische Bezeichnung der Vocale, ausnahmslos durchzuführen. Das erstere erreichte er durch eine Änderung der Zeichen für r, m, n und s, das zweite dadurch, dass er den Bindestrich selbst zum Vocalzeichen machte, indem derselbe in drei Richtungen, in doppelter Länge und in Verbindung mit der Verstärkung alle Vocale vertritt. Dadurch wurden besondere Vocalzeichen überflüssig und der gegen die cursive Stenographie erhobene Vorwurf, dass sie todte Bindestriche habe, entkräftet. Durch Vermeidung langer Zeichen gelang es ihm eine Verschmelzung mit t durchzuführen, welche die Schriftzeichen auf der Zeile erhielt. Dadurch wurde die Aufstellung von Sigeln für Vor- und Nachsilben überflüssig, und da durch den Wegfall von Vocalbuchstaben die Schrift auch sonst kurz wurde, konnte er als Grundlage der Stenographie eine vollständig bezeichnende Lautschrift aufstellen, welche, wie er in der Abhandlung über Schreibflüchtigkeit (zuerst veröffentlicht in einer Gabelsberger'schen g2 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. Zeitschrift 1888) ziffernmäßig nachwies, an Kürze der Gabelsberger'schen Correspondenzschrift und der Stolze'schen Schulschrift nicht nachsteht und die durch Anwendung einer geringen Zahl von Sigeln und einer freien Klangkürzung (Mittel, welche die Gabelsberger'sche Kammerstenographie in größerem Maße anwendet) die Fähigkeit zum Nachschreiben der schnellsten Rede erhielt (H. Gr. S. 229, 232 — 34). Die Entwicklung der Faulmann'schen Schule hat durch Änderungen, welche der Erfinder vornahm, zweimal Unterbrechungen erfahren, nach denen jedesmal neue Anhänger gewonnen werden mussten, die jetzige Form des Systems besteht seit 1883. Gustav Horlacher versuchte in derselben Weise die Anlautvocalisation (1876) durchzuführen (H. Gr. S. 230) aber gerade dieser Versuch zeigte, dass dieselbe zu Widersprüchen und Unbequemlichkeiten führt, während die Bezeichnung im Auslaute nach Faulmann sich auf die natürlichste Weise vollzieht. Dr. Wendt, Professor in Troppau, versuchte 1875, die Gabelsberger'sche Stenographie durch eine Umgestaltung des Systems zu vereinfachen (H. Gr. S. 225). Julius Hüpscher, gleichfalls Gabelsberger'scher Stenograph, veröffentlichte eine aus gemischten stenographischen und Currentschriftzeichen bestehende »Neudeutsche Cursivschrift« (H. Gr. S. 273), er lehrte dieselbe in Wien in mehreren Cursen, dieselbe fand jedoch keine Verbreitung. A. Saling stellte 1877 eine stenographische Schrift mit eingefügten Vocalzeichen auf (H. Gr. S. 273). Der Oberförster Baumgarten, auch ein Gabelsberger'scher Stenograph, wollte 1872 durch Vereinfachung der Currentbuchstaben einen Übergang von der Currentschrift zur Stenographie schaffen, dasselbe strebten Dr. v. Kaiser in Graz 1873, Dr. Schuster in Eger 1874, Prof. K. F. Kolb in Köln 1875, Dr. A. Vogel 1876 und der Gymnasiallehrer G. Noack in Herford an (H. Gr. S. 300—303); die Schriften von Baumgarten und Noack sind kalligraphisch die schönsten. Es ist beachtenswert, dass Männer aus den gebildetsten Kreisen, verzweifelnd an der Eignung der herrschenden Stenographiesysteme zur allgemeinen Verwendung, solche Versuche unternahmen, aber diese Versuche blieben erfolglos. 1872 glaubte sich ein »Freund der Stenographie« den Dank aller derjenigen zu erwerben, welche sich in kurzer Zeit zu Stenographen ausbilden wollten, wenn er das Horstig'sche System wieder veröffentlichte, da dieses leichter sei, als die Systeme von Gabelsberger und Stolze. In Preußen erwachten 1872 wieder Hoffnungen auf Einführung der Stenographie in die Schulen. Abermals wurden Petitionen eingebracht. Die Antwort des Ministers Dr. Falk, worin in Aussicht gestellt wurde, die Angelegenheit bei der bevorstehenden Verhandlung über den allgemeinen Lehrplan der höheren Schulen in Erwägung ziehen zu wollen, vermehrte die Hoffnungen. Im October 1873 folgte die Entscheidung. Die Anträge auf Einführung der Stenographie als obligater Lehrgegenstand wurden einstimmig abgelehnt, auch die facultative Einführung wurde nicht zugelassen, vielmehr ausgesprochen, dass die Schule nicht weiter gehen könne, als den Privatunterricht in der Schule in einem Classenzimmer zu gestatten. Im Jahre 1884 kam die Stenographiefrage wieder im preußischen Landtage zur Sprache. In der Commission erklärte der Regierungsvertreter Dr. Bonitz: Mindestens 10 Systeme verlangten die Einführung in die höheren Unterrichtsanstalten und die Acten über diese Frage hätten so stark zugenommen, wie kaum über andere pädagogische Fragen. Vor etwa anderthalb Jahren habe die Unterrichtsverwaltung diese Frage nochmals einer eingehenden Erwägung unterzogen, als aus einem anderen Ressort die Frage an sie gerichtet worden war, ob es sich nicht empfehle, die Stenographie in den höheren Deutsche Stenographie. 03 Schulen zum Gegenstand des Unterrichts zu machen. Es hätten darauf Untersuchungen stattgefunden, wie es gegenwärtig mit diesem Unterricht und seiner Verbreitung stehe und diese hätten Folgendes ergeben: Der Unterricht in der Stenographie finde nirgends ein Hindernis, an allen höheren Schulen werde er zugelassen, eventuell mit Erlaubnis des Directors, allerdings erst in Tertia und Untersecunda. Aber fast keiner von den Schülern komme über denjenigen Standpunkt hinaus, bei welchem die Übertragung ein Gegenstand der Überlegung bleibe und das stenographische Schreiben ihn vom Gegenstande abzieht. In den letzten Jahren habe die Ausbreitung des stenographischen Unterrichts nicht zu-, sondern abgenommen, viele Schüler, welche ihn begonnen hätten, seien abgefallen; es sei anzunehmen, dass dies größtentheils daher komme, dass man den Nutzen, den sich viele davon versprechen, nicht darin gefunden habe. Eine gehörige Ausbildung in der Stenographie nehme auch für die unbedingt erforderliche Übung mehr Zeit in Anspruch, als solche bei Schülern frei bleibt. Für Studierende sei der Nutzen ein sehr mäßiger. Da nun aber die Kurzschrift innerhalb vier Wochen continuierlicher intensiver Übung zu erlernen sei, so werde das etwa vorhandene Bedürfnis leicht befriedigt werden können. Die Unterrichtsverwaltung sei daher auf dem bisherigen Standpunkt geblieben, die Stenographie nicht als facultativen Unterrichtsgegenstand einzuführen, dieselbe vielmehr der freien Entwicklung zu überlassen und wie bisher nur zu gestatten. Eine ähnliche Erklärung erfolgte in der Kammer, worauf der Landtag am 24. Februar 1886 über die Petitionen zur Tagesordnung überging. An der Gabelsberger'schen Schule ging diese Erklärung unbeachtet vorüber, das »Correspondenzblatt« des Dresdener Instituts druckte in Nr. 1 vom Jahre 1887 eine der »Wiener Presse« entnommene Reclame, in welcher vor den neuen stenographischen Systemen gewarnt und das Gabels- berger'sche als das in jeder Hinsicht vorzügliche und einzig zweckentsprechende System empfohlen wurde, mit der Bitte um die weiteste Verbreitung ab und die Gabelsberger'schen Vereine errichteten aus angesammelten Beiträgen Gabelsberger ein Denkmal. Zugleich versöhnte sich der Gabelsberger Stenographenbund mit dem Dresdener Institute, wobei eine Vereinbarung über die gemeinsame Behandlung von Systemfragen stattfand, welche aus den oben (S. 86) entwickelten Gründen eine tiefer greifende Umgestaltung des Systems nicht zur Folge haben kann. Die Stolze'sche Schule war, da sie in Preußen ihren Hauptsitz hat, geneigter, den Anforderungen der preußischen Regierung zu entsprechen Schon 1885 hatten die Altstolzeaner erkannt, dass sie auf dem Boden der Verneinung nicht stehen bleiben konnten. Statt sich aber mit den Neustolzeanern, welche jetzt die große Masse der Stolze'schen Vereine bildeten, kurzweg zu vereinigen, nahmen sie eine Theilung des Systems in eine Schulschrift und eine Debattenschrift und eine Vereinfachung der Regeln in der ersteren vor, welche sich mit denen der Neustolze'schen Schule nicht deckten (H. Gr. S. 287/8). Die Neustolze'sche Schule nahm 1888 eine weitere Vereinfachung ihres Systems (diesmal ohne eine Spaltung) vor, welche in einer »Systemsurkunde« festgelegt wurde. Zur Einzeiligkeit überzugehen, lehnten sämmtliche Frac- tionen der Stolze'schen Schule ab. Dennoch traten immer neue Versuche einer einzeiligen Stolze'schen Stenographie von Merkes 1880, Lenze 1881, Sartorius 1884, Feichtinger 1885, Hering 1886 (H. Gr. S. 244—49), Freund 1887, Sünninghausen 1887, Neuendorf 1888, Rettelbusch 1889 zu Tage, von denen das System Merkes 94 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. Anhänger fand. Als Vereinfachungen des Stolze'schen Systems kündigten sich die Schriften von Claus 1889, von Th. H. Behrens 1892 und Dr. E. Fleischer 1892 an. Auf der Gabelsberge r'schen Stenographie baute der Wiener Schriftsetzer Günzl 1880 ein vereinfachtes System auf (H. Gr. S. 227) und unterrichtete danach einige Zeit im Buchdruckerverein. Udo Born in Halle veröffentlichte 1884 ein System in ähnlichem Sinne (H. Gr. S. 227). Paul Beiz in Stuttgart war so naiv, eine Vereinfachung des Gabelsberger'schen Systems dem Dresdener Institut zur Begutachtung vorzulegen, welche natürlich ablehnend ausfiel. Der Candidat Steinmeyer in Wolfenbüttel veröffentlichte eine vereifnachte Gabelsberger'sche Stenographie 1893 und im selben Jahre der Vorsitzende des Breslauer Gabelsberger'schen Stenographenvereines Baumann den »Entwurf einer zeitgemäßen Umgestaltung der Gabelsberger'schen Redezeichenkunst«. Arends, welcher 1882 starb, hatte alle Änderungsversuche seines Systems, welche hin und wieder in Vorschlag gebracht wurden, abgewiesen. Nach seinem Tode tauchten solche wieder auf, Pütter 1889 und Matschenz 1890 veröffentlichten derartige Versuche, auch im Schöße des Arends'schen Systemauschusses machten sich Stimmen für die Vereinfachung des Systems geltend, ohne bisher durchzudringen. Verbesserungen, welche O. K. Fischer 1884 an dem Faulmann 'sehen System vornahm, waren vom Erfinder selbst schon 1883 durchgeführt worden, dagegen hätte der von Kluge gemachte Versuch, durch Aufstellung von Nebenzeichen das System besser zu machen, dasselbe nur in Verwicklungen gebracht, welche gerade dieses System am ersten vermieden hat. E s scheint den deutschen Stenographen nichts schwer er zu sein, als sich an Consequenz zu gewöhnen. Auf diese Weise ist auch die Aufstellung eines neuen Systems zu erklären, welches von Sehrey, Johnen und Socin 1887 veröffentlicht wurde. Dieses System, welches zuerst als »Deutsche Kurzschrift«, dann als »Vereinfachte deutsche Stenographie« auftrat, entnahm seine Elemente aus den Systemen von Gabelsberger, Stolze und Faulmann: von letzterem die Vocaltheorie, vonGabels- berger die Zeichen mit Unterlängen, von Stolze verschiedenes, ohne diese Elemente in organische Ordnung zu bringen; es sind z. B. von Faulmann Zeichenverschmelzungen ohne die entsprechenden einfachen Zeichen übernommen worden. Dennoch hat gerade dieses System in kurzer Zeit einen bedeutenden Anhang gewonnen, da Schrey, der schon als Gabelsberger'scher Stenograph mit der Handhabung der Propaganda wohl vertraut war, diese mit noch größerem Eifer für sein System verwendete, welches in kurzer Zeit 187 Vereine gewonnen hat. Jedenfalls ein Beweis, dass die Verbreitung eines Stenographiesystems in Deutschland nicht durch innere, sondern durch äußere Verhältnisse beeinflusst wird. Einen eigenthümlichen Weg schlug Dr. J. Brauns ein, um ein neues System in die Öffentlichkeit einzuführen. Er veröffentlichte zuerst 10 Thesen, welche die Anforderungen an eine Schulstenographie enthalten sollten: 1. die Buchstaben müssen schön sein, es darf kein handwidriges Zeichen geben; 2. die Buchstaben müssen die Verwandtschaft der Laute zum Ausdruck bringen; 3. die Schrift muss vollständig bezeichnend sein und der Rechtschreibung entsprechen; 4. die Schrift muss unabhängig vom Druck der Feder ausgeführt werden; 5. die Schrift muss von der Schreiblinie unabhängig sein; 6. es darf keine Hilfs- und Nebenzeichen geben; 7. die Vocale müssen in allen Silben gleichmäßig bezeichnet Deutsche Stenographie. ne werden; 8. die Schrifthöhe und Schriftweite darf nur zwei Stufen haben; 9. die Wörter müssen ohne Absetzen der Feder geschrieben werden; 10. die Aufeinanderfolge mehrerer Consonanten ohne Vocal ist durch unzweideutige Verb indungs weise herzustellen. Auf Grund dieser Thesen ver- urtheilte er alle bestehenden Systeme. Da z. B. die Beibehaltung der Current- schriftorthographie jede Kurzschrift unmöglich macht, so musste man gespannt sein, welche Kurzschrift er selbst zum Vorschein bringen werde. Seine Schrift »Entwurf und Begründung eines neuen Schulkurzschriftsystems« brachte ein dreigetheiltes Werk, worin aber nur die Schulschrift jenen Thesen entsprach, während in der Correspondenzschrift der Druck der Feder, in der Debattenschrift die Position zur Symbolik der Auslaute verwendet, somit die Thesen in den wichtigsten Punkten aufgegeben wurden. In der zweiten Auflage (1893) empfahl Brauns sogleich die kürzere Correspondenzschrift einzuüben, so dass die Schulschrift mit ihren 10 Thesen ein leeres Aushängeschild blieb und das ganze System eine einzeilige Stolze'sche Kurzschrift wurde, welche in der Debattenschrift auch die Einzeiligkeit preisgab. Auf den Brauns'schen Büchern und Flugschriften sind Recensionen aller stenographischen Schulen abgedruckt, welche den Anschein erwecken, als ob dieses System sich des Beifalls aller Stenographen zu erfreuen hätte. Die folgende Gegenüberstellung zeigt jedoch, wie frei Dr. Brauns mit den Recensionen umging. Der Faul- mann'sche Stenograph Dr. Lode sagte: nach Brauns: Ableitung der Zeichen . . . an Sorgsamkeit nichts zu wünschen übrig äußerst günstig gewählt und nach sprachlicher Verwandtschaft analog gebaut. Eine solche einheitliche Zei- chenvertheilung vermag uns Bewunderung einzuflößen. im Original: In der That würde auch die Ableitung der Zeichen an Sorgsamkeit nichts zu wünschen übrig lassen, obwohl wir nicht umhin können, der Überzeugung Raum zu geben, dass die Zeichen zwar an und für sich äußerst günstig gewählt und nach ihrer sprachlichen Verwandtschaft auch analog gebaut sind, dennoch eine eigentliche Verbindungsfähigkeit sich niemals herausstellen wird, wodurch auch die praktische Verwertbarkeit jener Aufstellung bedenklich leiden dürfte. So sehr auch eine solche einheitliche Zeichenverthei- lung uns Bewunderung einzuflößen vermag, so enttäuscht legen wir das Buch bei Seite, wenn wir beim Weiterblättern die Consonantenverbindungen betrachten. Es ist ja nichts einfacher, als für die Zeichen t, p, k einfache Grundzeichen aufzustellen und dieselben verkleinert für d, b, g zu verwenden, wie das schon die Engländer gethan haben, aber die Kürze der Schrift kann auf natürlichem Wege nur geschaffen werden, wenn die Zeichen so gewählt sind, dass sie nach der Verwandtschaft sich wie in der Sprache mehr oder weniger verbinden. Übrigens sind auch die Thesen Brauns' nicht einspruchsfrei. Nachdem verschiedene deutsche Stenographie-Systeme auf fremde Sprachen übertragen worden sind, war es auch natürlich, dass fremde Systeme, welche in ihrer Heimat Verbreitung gefunden hatten, auf die deutsche Sprache angewendet wurden. So war schon wiederholt Taylor's System auf die deutsche Sprache übertragen worden, der Deutsch-Amerikaner Drießlein in Chicago wendete das Pitman'sche System auf die deutsche Sprache an, aber dasselbe fand selbst bei den Deutschen in Amerika keinen Anklang, noch weniger in Deutschland selbst, wo man für eine andere als für eine cursive Stenographie gar kein Verständnis hat. Aus demselben Grunde fand auch das System Duployii, welches wegen seiner unübertrefflichen Einfachheit in Frankreich großen Erfolg errungen hatte, in Deutschland keine Beachtung, 96 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. als Johannes Schlicht 1879, dann Jos. Weiler 1881 es auf die deutsche Sprache anwendeten (H. Gr. S. 211). Übrigens waren Systeme, wie das Duploy6'sche, mit buchstäblicher Vocalbezeichnung, in Deutschland schon vorhanden: Rbm- berg in M. Gladbach veröffentlichte ein solches 1882, auch Fehlmann's Stenographie (1883) ist ähnlich gestaltet (H. Gr. S. 274/5). M. Hasemann, der 1884 eine »Universalschrift« aufstellte, verwendete theilweise die Position zur Vocalbezeichnung (H. Gr. S. 292), der Theologiecandidat G. A. Fischer schloss sich in den Grundsätzen seines Systems an Arencls' an (H. Gr. S. 266). Hampl, Weiß und Schneider in Wien wollten eine »Neuschrift« einführen (H. Gr. S. 254), denselben Gedanken hatte Präfect Ullrich in Wien 1892, welcher die Formwörter klein, die Begriffswörter mit großen Zeichen schreibt und den Accent gebraucht, den sich die Deutschen erst angewöhnen müssten. Geiser's »Volksstenographie« 1886, wollte die Taylor'schen Ringelzeichen wieder in die Stenographie einführen, während das Ringelchen selbst für den Laut s beibehalten wurde, wodurch Taylor und Horstig in eine unnatürliche Vereinigung kamen (H. Gr. S. 208). Der königlich preußische Landrichter M. Hesse veröffentlichte 1886 eine »Kürzeste Stenographie zum Gebrauch in allen Sprachen der Welt«, welche er 1889 »deutsche Idealstenographie« und 1891 »deutschnationale Kurz- und Schnellschrift« nannte; sie sollte in einer Lection erlernbar sein, da die Laute aber 2—5 Zeichen erhielten, ha auch ab, bo auch ob etc. heißen kann, so war weder Einfachheit noch Deutlichkeit geboten (H. Gr. S. 267). Im Jahre 1886 trat auch der alte Stolzeaner Knoevenagel unter diejenigen, welche ein Mittelding zwischen Stenographie und Current- schrift schaffen wollten (H. Gr. S. 276). Der Gabelsberger'sche Stenograph A. Beyerlen hingegen wollte den Deutschen die Erlernung der Gabels- berger'schen Zeichen und Zeichenverbindungen ersparen und empfahl das Gabelsberger'sche Kürzungsverfahren in der Currentschrift anzuwenden. Die Gebrüder v. Kunowski nahmen 1892 einen schon von K. A. Eicke 1867 ausgeführten Gedanken auf, die Consonanten als Aufstriche und die Vocale als Abstriche zu verwenden, während bisher und am consequentesten von Faulmann das Gegentheil geschah. Es hat sich nicht gezeigt, dass durch Kunowski's Methode etwas an Kürze oder Klarheit der Schrift gewonnen werde. Es geht hieraus hervor, dass in Deutschland, wie in England und Amerika, jährlich neue Systeme auftauchen, welche meistens nur bestehende Theorien in neuen Veränderungen bringen, gerade so wie in den verbreiteten Systemen fortwährend neue Lehrbücher auftreten, welche das System in neuen Methoden behandeln. Thatsächlich ist aber die Zahl der in Deutschland verwendeten Systeme eine geringe und sie zerfallen in vier Gruppen, nämlich: Gabelsberger Stolze Arends Lehmann Faulmann Veiten Roller Schrey Merkes Brauns Nach dem von W. Mertens herausgegebenen »Deutschen Stenographenkalender« hatten diese Systeme in den Ländern deutscher Zunge, also in Deutschland, Österreich und der Schweiz (wobei allerdings die Ungarn auszuschließen sind) 1893 folgende Verbreitung: Gabelsberger 751 Vereine mit 21395 Mitglieder Faulmann 24 » » 1800 » Schrey 187 » » 3257 » Stolze 504 » » 14344 ;> Deutsche Stenographie. qj Veiten 64 Vi ireine mit 799 Mit| gliedern Merkes 30 » » 422 » Brauns 6 ■> » 108 :> Arends 124 » >> 2815 * Roller 218 » » 3024 » Lehmann 167 » » 3055 » Das sind in runder Summe 50.000 Stenographen, eine stattliche Anzahl gegenüber anderen Ländern, aber ein sehr verschwindender Bruch- theil der »Gebildeten der deutschen Nation«, für welche selbst nach der Meinung der Anhänger der älteren Systeme die Stenographie bestimmt sein soll. Weniger als die Hälfte davon gehören dem ältesten der jetzt bestehenden Systeme, dem sechzigjährigen Gabelsberger'schen, an, welches zudem von der österreichischen, der bayerischen und sächsischen Regierung in die Schule eingeführt ist, wo jährlich Tausende von Schülern auf Staatskosten unterrichtet werden; mehr als die Hälfte sind aber nach Systemen herangebildet, welche eine solche staatliche Unterstützung nicht genießen, welche jedoch in der größeren Einfachheit ihrer Lehre ein Gegengewicht gegen die schwerwiegende staatliche Unterstützung des privilegierten Systems besitzen. Schon hierdurch ist die Nothwen- digkeit des Bestandes dieser neueren Systeme gerechtfertigt. Noch mehr ist sie es, wenn nicht die Zahl der Anhänger, sondern die Grundsätze der Systeme in die Wagschale fallen. Die Einfachheit der Lehre steht in engem Zusammenhange mit dem wissenschaftlichen Aufbau der Systeme. Je einfacher die Regeln sind und je consequenter ihre Durchführung ist, desto leichter ist die Erlernung, und je einfacher die Erlernung ist, desto weiter wird der Kreis der Lernenden. Eine Trennung des Volkes in Gebildete und Ungebildete bestand in den ersten Decennien unseres Jahrhunderts, wo der Gymnasialunterricht diese Kluft noch schuf. Aber gerade in Deutschland, wo der allgemeine Schulzwang die Bildung in die weitesten Schichten des Volkes führte, ist diese Trennung in Bezug auf die Kurzschrift am wenigsten am Platze. In der That beweist die Statistik der Stenographenvereine, dass der größte Theil ihrer Mitglieder nicht aus den Gymnasien hervorgegangen ist, und wenn diese Kreise das Bedürfnis fühlen, die Stenographie zu erlernen, so ist es nur Pflicht der Stenographie, ihnen entgegenzukommen und ihnen die Erlernung zu erleichtern. Dass durch eine solche Vereinfachung der Stenographie die Verwendung derselben zum Nachschreiben der schnellsten Reden nicht beeinträchtigt wird, ist eine bewiesene Thatsache. Eine Vereinigung der Vertreter verschiedener Systeme, wie sie in England -die Shorthand Society schuf, ist bisher in Deutschland unmöglich gewesen; schüchterne Versuche, eine Zeitschrift für Stenographen aller Systeme zu gründen, sind bald genug gescheitert. Der sogenannte internationale Stenographentag zu München 1890 war eigentlich ein Gabelsberger'scher Stenographentag, an welchem einige Vertreter anderer Systeme als Gäste theilnahmen. Auf dem folgenden internationalen Stenographentage in Berlin 1891 waren die verschiedenen deutschen Systeme besser vertreten, aber die Spitzen der Gabelsberger'schen Schule hielten sich fern. Dieser Geist der Unverträglichkeit ist umsomehr zu bedauern, als die deutschen Stenographiesysteme keine principiellen Gegensätze enthalten, sondern sich nur in untergeordneten Fragen von einander unterscheiden, allen gemeinsam ist die cursive Schrift und diese bildet den großen Gegensatz zwischen der deutschen Stenographie und den Stenographien Frankreichs und Englands. Faul mann, K„ Geschichte und Litteratur der Stenographie. 7 98 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. Litteratur. J. C. Danzer, Das alig. System der Sten. des Herrn Samuel Taylor, Wien 1800. Friedrich Erdmann Petri, Kleine Schriftkürzungslehre, Leipzig 1806. R(eischl), Anleitung zur deutschen Stenographie, Salzburg 1808. Ung., Kurze Anleitung zur Tachygraphie oder zur Erlernung des Geschwindschreibverfahrens vermittelst einfacher Abkürzungen, Jena 1814. Ung. (J. C. Hesse), Anwendung der englischen Schnellschrift oder sog. Shorthand auf die deutsche Sprache, London 1817. 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Ders., Rathschläge zur erfolgreichen Leitung eines Sten.-Vereins, 2. A. Ders., Der kürzeste Weg zur sten. Praxis. Dr. Chr. Johnen, Sten. Regesten, Berlin 1893. Ders., Die Stenographie als Schrift der Zukunft, Berlin 1893. I iS Die Stenographie im 19. Jahrhundert. Zeitschriften: F. Schrey, Die Wacht, 1888—93. Schülerverein, Corre- spondenzbl., Berlin 1893. Frankfurter Verein, Main-Warte, 1893. Züricher Verein, Monatsbl., 1893. E. Knebel, Oberbergisches Bezirksblatt, 1893. G. Nanninga, Vorwärts, Berlin 1893. Val. Peters, Die Debatte, Hamburg 1803. Dr. Socin, Sten. Nachrichten aus der Schweiz, Basel 1893. Niederländische Stenographie. In den Niederlanden war die Stenographie lange brach gelegen. 1810 veröffentlichte ein Ungenannter ein stenographisches System, 1814 übertrug J. Bossuijt das französische System von Conen de Pr&pean auf die lateinische Sprache, Dr. P. van Byk veröffentlichte ein Abbreviaturverfahren für dieselbe Sprache; beide Arbeiten gehören nicht hierher. 1827 gab Witsen Geijsbeck eine holländische Kurzschrift nach der deutschen Methode des Dr. Erdmann (s. S. 69) heraus. 1826 schrieb die königliche Gesellschaft zu Brüssel, die Concordia, einen Preis für eine praktisch verwendbare niederländische Stenographie aus, für den sich zwei Bewerber meldeten: Dr. Somerhaiisen, welcher das französische System Aime'-Paris verbesserte (H. Gr. S. 354), und _/. Bossaert, dessen Arbeit auf Taylor's System beruhte (H. Gr. S. 355); der erstere erhielt den Preis von 300 Gulden, der zweite eine silberne Denkmünze und ein Ehrendiplom. Nach ihnen veröffentlichte Bogaert, ein Student, ein System, ein anderes Lion, der frühere Stenograph der Generalstaaten (H. Gr. S. 355). Damals wurde auf die wörtliche Wiedergabe der Reden kein Gewicht gelegt. D. Veegens, der Secretär der Kammer, arbeitete die Berichte über die Sitzungen allein, und sie wurden auszugsweise in der Staatszeitung veröffentlicht. In den letzten 5 Jahren vor 1847 wurde D. Veegens in seinem Amte von Tollius Drabbe unterstützt und konnte vollständigere Berichte liefern. Nach seiner Versetzung arbeitete Tollius Drabbe anfangs allein, dann mit den Journalisten Noordziek und Tideman. Ein Schüler Somerhaiisen's, Tatar van Elven, der aus Brüssel nach dem Haag berufen wurde, zeigte sich der Aufgabe nicht gewachsen. Als 1848 auch die Verhandlungen der ersten Kammer veröffentlicht werden sollten und die Berichterstatter vermehrt werden mussten, gelangte Cornelius Steger, der die Stenographie von Elven erlernt hatte, zur Verwendung und zeichnete sich in der Aufnahme der Sitzung vom 19. Jänner 1849 aus - Inzwischen hatte van Elven neue Schüler ausgebildet, 1854 wurde ein officielles Bureau errichtet und Steger zur Leitung desselben berufen. Steger verbesserte das System Elven's in praktischer Weise. B. J. Rietstap, ein Stenograph dieses Bureaus, ließ 1869 eine Übertragung der Gabelsberger'schen Stenographie auf die niederländische Sprache erscheinen, fuhr jedoch fort, nach Elven zu arbeiten. 1873 veröffentlichten C. Roy er und G. van Mierlo eine Übertragung des Systems von Pr&vost. Ein deutscher Stenograph, H. Reinbold, und A. M. Brand van Straaten, Professor der Mathematik, gaben 1S81 in Berlin eine Übertragung des Stolze'schen Systems heraus, welche aber keine Beachtung fand, wogegen die von /. L. Wery veröffentlichte Übertragung des Stolze'schen Systems von diesem mit größerer Ausdauer verbreitet wird. Außer einem Flugblatt, Het Nut der Stenographie, gibt dieser seit 1892 eine Zeitschrift heraus. 1882 veröffentlichte der Handelsschullehrer /. G. Dekker ein schon 1877 v° n ihm erfundenes eigenartiges System. Der Infanterie- capitän P. R. Goudschaal arbeitete mit dem deutschen Stenographen E. Niederländische Stenographie. — Nordische Stenographie. Iiq W. Bussmann ein System der niederländischen Stenographie aus, welches die Grundsätze von Babelsberger und Stolze vereinigte (H. Gr. S. 356) und 1887/8 erschien. Im Jahre 1886 wurde die Pitman'sche Stenographie durch F. de Haan, das System Duploye von Älgoet auf die niederländische Sprache übertragen. Alle diese Systeme fanden einige Anhänger, doch wird in den Niederlanden die Stenographie in weiteren Kreisen nicht gewürdigt, auch die von Steger zur Heranbildung praktischer Stenographen unentgeltlich abgehaltenen Curse werden wenig besucht. Litteratur. Ung., Körte Handleiding tot het doen van godgeleerde Oeffeningen, Amsterdam (1810). P. G. Witsen Geijsbeek, Envoudige en gemakkelijke aanwijzing om de Sten., Amsterdam 1827. H. Somerhausen, Proeve eener neederlandsche Sten., und /. Bossaert, Ontwerp eener nederlandsche Sten. (enthalten in den Verhandelingen over de Sten.), Brüssel 1829. Prosper Bogaert, Verhandeling over de nederlandsche Sten., Gend 1830. /. Lion, Proeve eener nederl. Sten. Amsterdam 1850. C. A. Steger, Handleiding tot de nederl. Sten., Schoonhove 1867. Ders., Handboek voor de Nederl. Sten., 's-Gravenhage 1882. Ders., De Sten. in Nederland, 1859. Ders., Geschiedenis der Snelschrijf kunst, 1873, 1888. J. B. Rietstap, Leerboek der Sten., 1869. C. Royer und G. van Mierlo, Practische Verhandeling over de Nederl. St., 1873. H, Reinbold und Brand van Straaten, Handleiding etc. naar de methode W. Stolze, Berlijn 1881. /. G. Dekker, Synopsis de nieuwe nederl. Handelssten., Amsterdam 1882. R. Gondschal und E. W. Bussmann, Nieuw Kortschrift, Leeuwarden 1885. Dies,, Snelschrift 1887. Dies., Schrijf. en Laeseoefningen, 1888. F. de Haan, Phonographie Handleiding tot verbatim rapporteeren, Amsterdam 1886. /. L.Wery, Het nut der Sten., 's-Gravenhage 1889. Ders., Leerboek der Nederl. Sten., 1889, 2. A. 1893. Ders., De gevleugelde Pen, 1892—94. Ders., Dicteeboek. Ders., De Stenographie etc. met 300 voorbeelden, 's-Gravenhage. H. J. van den Berg, De Sten. voor algemeen en bijzonder gebruik, Leiden 1890. L. Algoet, Duploye's snelschrift op de Vlaamsche taal toegepast. Nordische Stenographie. Dänisch, Norwegisch und Schwedisch sind drei engverwandte, zum germanischen Stamme gehörige Sprachen, welche hier in dem Ausdruck »nordisch« zusammengefasst sind. In Schweden, wo schon im vorigen Jahrhundert die Verhandlungen der Adelskammer mittelst abgekürzter Currentschrift aufgenommen wurden, versprach 1823 die Ritterschaft demjenigen, der sich die Stenographie zu eigen mache, einen Preis von 500 Thalern und die Anstellung als Stenograph im Ritterhaus. Es meldeten sich der Rittmeister und spätere Minister Silfverstolpe und der Bergwerkscollegiumsnotar Hjerta, welche beide gleich gutes leisteten, sich daher in den Preis zu theilen hatten und zugleich als Protokollanten angestellt wurden. Süferstolpe hatte die Bertin-Taylor'sehe Methode erlernt, Hjerta die Methoden von Aimä-Päris und Conen de Pre'pe'an, und jeder hatte nach seinem Muster eine schwedische Stenographie gebildet, welche 1828 zum erstenmal angewendet wurde. Eine in diesem Jahre erschienene »Schnellschriftmethode« und eine im folgende Jahre veröffentlichte »Stenographie«, beide ohne Nennung der Verfasser, dürfte eine Darstellung des einen oder des anderen Systems sein. Die auf den folgenden Reichs- 120 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. rathen verwendeten Kanzlisten übten Silfverstolpe's System, welches von dem Privatgelehrten Götrek verbessert und 1847 veröffentlicht wurde. In Norwegen, welches sich 1814 von Dänemark getrennt, mit Schweden vereinigt, aber seine besondere Verfassung bewahrt hatte, wurden von amts- wegen über die Verhandlungen des Storthing nur summarische Protokolle geführt, während die Zeitungen ausführlichere Berichte brachten. 1844 be- stimmte der Storthing 1000 Species für diejenigen, welche die Stenographie erlernen würden. Dies bewog den Advokaten Paludan, bei Götrek dessen Stenographie 1847/8 zu erlernen. Aber selbst, nachdem Paludan Schüler heranbildet hatte, mit denen er 1848/9 die Reichsversammlung in Kopenhagen stenographierte, stand man von der amtlichen Anstellung der Stenographen ab und überließ die Veröffentlichung der Verhandlungen den Zeitungen. In Dänemark bestand zu Anfang des Jahrhundertes keine Volksvertretung, und deshalb hatte die von Rasmussen 1812 veröffentlichte abgekürzte Currentschrift nur private Zwecke im Auge. Auch als 1834 berathende Provinzialstände eingeführt wurden, verwendeten die Secretäre derselben zur Anfertigung der Protokolle Currentschrift, doch whd diesen Protokollen große Ausführlichkeit nachgerühmt. Im Jahre 1848 veranlasste die Regierung zwei junge Männer Dessau und Fielt, die Stenographie gleichviel wo zu erlernen. Fich gieng nach Frankreich, Dessau nach München, wo er bei Gabelsberger dessen Stenographie erlernte. Nachdem beide heimgekehrt waren, fiel die vorgenommene Probe zu Gunsten Dessaus aus, welcher darauf mit Abhaltung von Lehrcursen zur Ausbildung praktischer Stenographen beauftragt und mit der Bildung und Leitung des Stenographenbureaus betraut wurde, welches am 26. Februar 1849 zum erstenmal fungierte. Nach dem Schluss der Reichsversammlung eröffnete Dessau neue Curse, aber auch Paludan begann solche, worauf '8 Schüler Dessau's im Landesthing, 8 Schüler Paludan's im Volksthing angestellt wurden. Dadurch, dass Dessau alle erledigten Stellen mit seinen Schülern besetzte, gelang es ihm nach und nach, die Anhänger Paludan's zu verdrängen. In Norwegen veröffentlichte Paludan 1852 ein kleines Handbuch der Stenographie. EinSchüler desselben, Cappelen, der 1866 bei Dessau, die Gabelsberger'sche Stenographie erlernt hatte, wurde 1868 als Bureauchef und seine inzwischen ausgebildeten Schüler als Stenographen des Thing angestellt. Seither werden im Parlament nur Gabelsberger'sche Stenographen verwendet. Außer den Lehrcursen zur Heranbildung von Kammerstenographen wird die Stenographie nur noch an der Handelsschule zu Christiania gelehrt. Auch am obersten Gerichtshof ist ein Stenograph angestellt. Das System Dtiploye' wurde von einem Professor zu Dronfheim auf die norwegische Sprache angewendet, der seine Schüler in dieser Schrift unterrichtete. In Schweden wurde 1855 vom Secretär des Ritterhauses bekannt gemacht, dass Stenographen und zwar nach Gabelsberger'schem System gesucht würden. In der Folge meldeten sich beim nächsten Reichstage (1856) Roos und Graf Lötvenhaupt, welche auch angenommen wurden; Roos bildete hierauf mehrere Stenographen aus. Inzwischen war die Gabelsberger'sche Stenographie von dem Münchener Stenographen Andreas Huber 1855 auf die schwedische Sprache übertragen worden, andere Lehrbücher veröffentlichten Petre 1860, Swan 1862, Taube 1867, Tesch 1870 u. a. (s. Litteratur). 1880 wurde die Arends'sche Stenographie von Erik Bergsten zu Upsala auf das Schwedische angewendet und verschaffte sich Verbreitung, selbst Eingang in das stenographische Bureau der zweiten Kammer. Das Stolze'sche System wurde von H. Reimboldt und Amnel 1881 übertragen, eine neue Nordische Stenographie. 12 1 Übertragung veröffentlichte Liebich 1885, ein R oller'scher Stenograph, Svensson, arbeitete eine Übertragung seines Systems auf die schwedische Sprache aus, und W. Brauns übertrug die Stenographie seines Bruders auf die schwedische Sprache. Im August 1885 wurde ein Sc andinavischer Stenographen- congress von Gabelsberger'schen Stenographen abgehalten, um ein einheitliches S}'stem dieser Stenographie für die nordische Sprache zu berathen. Bestimmte Beschlüsse wurden nicht gefasst; man einigte sich nur, einen scandinavischen Bund zu stiften, welcher alle 5 Jahre zusammentreten soll. Die Arends'schen Stenographen haben gleichfalls einen schwedischen Stenographenverband mit 31 Vereinen und 704 Mitgliedern gegründet, außerhalb dessen noch 32 Vereine mit 376 Mitgliedern bestehen. An der Spitze des engeren Verbandes zu Stockholm steht der Kammerstenograph Cand. phil. S. Clason. Die verbesserte Kurzschrift von Aug. Nilson, welche 1886 in den »Mechanischen Arbeiten« erschien, suchte die Systeme von Gdbelsberger und Arends zu vereinigen, Nilson verwarf die Zeichen r und s bei Gabelsberger, um eine bessere Übereinstimmung der physikalischen Eigenschaften der Laute zu erzielen. 1S87 fand in Stockholm eine Disputation zwischen den Anhängern Gabelsberger's und Arends' statt. Der Handelsschullehrer Hansson veröffentlichte 1890 ein Lehrbuch der Tachygraphie, welche er auf die Theil- züge der Currentschrift gegründet hatte. Es erscheinen in Schweden mehrere stenographische Zeitschriften, was auf ein größeres Interesse an dieser Kunst schließen lässt, auch wurde auf Wunsch der schwedischen Stenographen auf dem Berliner internationalen Congress beschlossen, den nächsten Congress in Schweden abzuhalten. Litteratur. Dänisch: P. E. Rasmussen, Dansk Kortskrivning, Kiöbenhavn 1812. Alfred Fich, Kortfattet dansk Stenogran, Randers 1851. D. Dessau, Laerebog i Stenogr., Kjöbenhavn 1853. Ders., Kortfattet Laerebog i Gab. Sten, 1859, 1870, 1888. Ders., Sten. vaesen og historie (Saertzyk af »opfmdelsernes bog«), 1877. Ders., Beretning om det nordiske Gab.-Stenografmode i Kiöbenhavn den 13.—15. August 1888. Peterson Laerebog i Hurtigskrift for Selfundervisning, 1886. R. Svensson, Follständig laerebog etc. for danska och norska sprahen, 1887. Carl Brandt, Laerebog i Duploye's franske Sten., bearbejdet for det danske Sprog. (Ders. ?) Laeseovelsen. W. de Sharengrad, Laerebog i L. A. F. Arends' Sten.. for det danske sprog, Upsala 1892. A. Worms, Letfattelig Dansk Stenografi, Kopenhagen 1893 (System Schrey). Norwegisch: H. Paludan, Norsk Hurtigskrift eller Sten., Christiania 1852. A. Bjerck og J. Capellen, Kortfattet Laerebog, Christiania 1888. W. de Sharengrad, Laerebog i L. A. F. Arends' Sten., for det norske sprog, Upsala 1892. Andreas Heisholt, Stenografenbladet, Skien 1891—93. Schwedisch: F. O. Silfverstolpe och L.f. Hjerta, Utkast tili Snabbs-krifnings- Methoder for Svenska Spräket, Stockholm 1825. Ung., Stenografi, Jönkoping 1829. P. Götrek, Snabbskrifnings-lära, Stockholm 1847, 1853. Andreas Huber, Den Tyska Stenografier Grunddrag, efter Fr. Gabelsb. Method, Stockholm 1855. Ders., Kort lärobok i Svensk Sten., Stockholm 1863. J. A. Petre, Försök tili lärobok, Stockholm 1860. /. E. Sivan, Stenografiska Exempel, Helsingfors 1862. Ders., Lärobok i Sten., 1871,2. A. 1873. G. Taube, Lärobok i Kortskrifningskonst, Stockholm 1867. W.Tesch^ 8 Tabeller för undervisning i Sten., Stockholm 1870. K. Tilgman, Sten. Läseöfningar, Helsingfors 1871. Aug. Fabritius och /. E. Swan, Tidning för Sten., Helsingfors 1871—1893. E. W. Dahlgren, 8 Tabeller för undervisning i Sten, Stockholm 1872 122 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. Karl Borgenström, Försöktill lärobok i Sten. Ders., Reglor tili lärobok i Sten., Skara 1872. Ders., Föregäende reglor, 1872. Ders., Sten. Text. Ders., Lärobok, 2. A. 1884. E. G. Palmen, Sten., och dess användning i tagliga lifvet, Helsingfors 1873. E. Bergsten, Arends' Rationel Stenogr., Stockholm 18S0, 2. A. 18S4, 4. A. 1891. Ders., Lärobok 1885. Ders., Arends bladet 1888-93. Ders., Handledning i Svensk Referents- stenographi. C. Lundgren, Hermes, Organ för den Arends'ka Sten. i Sverige, 1882—1893. Ders., Lärobok, Upsala 1887, 1888. 10 A. 1893. Ders., Förkortningsregler 1889, 2. A. 1893. Ders., Sten. Unterrichtsbriefe. B. Hansson, Tidning, Göteborgs 1883,1884. Ders., Elementerna tili Gabelsb. Sten. för Sjelfundevisning, 1884. Ders., Sten. Läsöfningar, 1886. Ders., Sten. Lärokurs för Alla, 1S86. Ders., Lehrb. 1890. A.Fabritius Lärobok, 1884. Ders., Protokoll 1885. Ders., Stilskrifnings äfninger i Svensk St., 1886. E. Liebich, Vägledning i den Stolzeska Sten., 1885. Sten. föreningen i Karlskrona, Hugin-Munin, Organ, 1885. Ders., Festblatt 1886. B. Nyberg, Om framtidens skrift, 1885. Emil Larsson, Sleipner, Upsala 1885—93. Sleipner's redaktion: Lärobok, Upsala. Dies., Sten. läse och skriföfningar. Dies., Tränne stänglar brutna, novell af C. K. Dies., Sten. läsöfningar. Chauncey Piles, Sten. läsöfningar efter Gab. syst, Göteborg 1886. E. Petetson, Lärebog i Hurtigskrift for Selvundervisning, 1886. Aug. Nilson, Verb. Kurzschrift (in den »Median. Arbeiten«), Gefle 1886. C. Johansson, Stenografen, Organ för Göteborg's Gab. Förening 1SS6. B. Estlander, Stenografin i skolans tjänst, 1887—88. E. Pelin, Humoristika läsöfningar i Gabelsb. sten., 1887. Sani. Clason, Läse och Skriföfningar i Arends' Sten., Upsala 1889, 5. Aufl. 1893. G. Piilphers, Lese- und Schreibübungen, 3. Aufl. 1889. C. J. Tisell, Bibliothek für Ar. St., 2 Bändchen. Ders., Lehrg., 2 Theile. Svenska militärstenografiska föreninas förlag, Militärstenografiski bibliothek, 2 Bände, Stockholm 1891. Svenska steno- grafförbundets förlag, Stenogranski bibliothek, VII. Upsala 1892. R. Mömer, Sten. Bibliotek, 2 Bde. Upsala. W. de Sharengrad, den Arendska sten., Malmö 1890. Emma Beskow, Den lille Stenografen, Stockholm 1892-93. O. W. Melin, Lärobok i Förenklad Snabbskrift, Stockholm 1892. W. Brauns, Undervisning Bref i Stenographi efter Dr. Jul. Brauns Syst., Oskarström 1892. Ders., Sten. Meddelanden, Monatsschr. Ders., Lärobok. Arendska Stenografklubben, Stenograf!, Malmö. Ders., Kladderadatsch. Bemh. Pelmers, Fänrik Stuls Sägner, Stockholm 1893. Studenternas Gabelsbergerfürbund, Sten. Julkalender. Upsala. Larsen, Stenografien, Göteborg. Französische Stenographie. Unter dem ersten Kaiserreiche ruhte die Stenographie in den gesetzgebenden Körpern, nur privat konnte von derselben Gebrauch gemacht werden. Erst die Verfassung von 1814 führte die Stenographie wieder in die Öffentlichkeit. Anfangs begnügte sich der Herausgeber des Moniteur, einen Stenographen, Delsart, zur Berichterstattung in die Kammer zu senden; als aber die Debatten lebhafter wurden, sah er sich genöthigt, 2, dann 3 und 4 Stenographen zu verwenden. Die Verhandlungen der Pairs wurden nicht stenographiert, man begnügte sich mit kurzen Berichten im Moniteur. 1824 wurde auch hier die wörtliche Wiedergabe der Reden verlangt, doch die Mehrzahl der Pairs lehnte dieselbe ab und die Aufnahme der Verhandlungen besorgte ein Archivsecretär, der nicht Stenograph war. Erst 1830 sahen sich die Pairs genöthigt, auch ihre Reden der Öffentlichkeit nicht mehr vorzuenthalten. Der Moniteur, der nunmehr die Verhandlungen beider Kammern zu veröffentlichen hatte, war bemüssigt, die Zahl seiner Stenographen zu vermehren. Zu Anfang der Regierung Louis Philippe's wurde der stenographische Dienst Französische Stenographie. 123 einem Unternehmer, Blondeau de Combos, übertragen, welcher ein Abendblatt »Le Stenograph des Chambres« gründete und eine monatliche Unterstützung von 2000 Fr. erhielt. Aber diese Unterstützung genügte nicht, das Blatt hörte am 14. Februar 1833 zu erscheinen auf; es hatte auch den Erwartungen nicht entsprochen, erschien zu spät und die Redaction ließ zu wünschen übrig. Man griff wieder auf den Moniteur zurück, dem man eine Unterstützung von 5000 Fr. gab. Dieser beschäftigte nun 4 Revisoren und 8 Stenographen, roideurs genannt, weil sie sich alle 2 Minuten ablösen, während die Revisoren 1 j i Stunde schreiben. Diese Einrichtung hat sich bis jetzt erhalten, Chef des Dienstes war Delsart, Bis 1845 arbeiteten die Stenographen in beiden Kammern, in diesem Jahre entschied sich die Pairskammer für einen staatlichen Dienst, zu dessen Leitung Hippolyte Privost berufen wurde, der sich durch seine Verdienste den Orden der Ehrenlegion erwarb. Da der Moniteur hiebei seine besten Kräfte verlor, sah er sich genöthigt, mit seinen Stenographen Verträge abzuschließen. Jetzt trat Breton, der schon seit der ersten Revolution als Stenograph gearbeitet hatte, von dem Journal des Debats zum Moniteur über. Nach der Revolution vom Februar 1848 wurde der Dienst in beiden Kammern vereinigt, das vereinigte Bureau arbeitete bis 1852, wo das Kaiserreich die Tribüne unterdrückte. Von 1852 bis 1860 wurden die nicht öffentlichen Verhandlungen von 4, später von 5 Stenographen aufgenommen. 1860 wurde der volle stenographische Dienst wieder hergestellt und unter die Leitung Lagache's gestellt. Auf die Einheitlichkeit des Systems wird bei der Anstellung keine Rücksicht genommen, man huldigt dem Grundsatze : » Taut vaut l'homme, tant vaut la Stenographie« und sieht nicht auf das System, sondern auf die Leistungsfähigkeit der Bewerber, weshalb den Franzosen auch die gehässigen Systemstreitigkeiten und das Denunciationswesen der deutschen Stenographen fremd geblieben sind. Bei dem Pariser internationalen Stenographentage haben die französischen Stenographen mit Ausnahme von Dr. Delaunay den freien Wettbetrieb aller Systeme hinsichtlich der Parlamentspraxis auf das schärfste betont und die Besetzung der Stenographenstellen ohne Rücksicht auf Systemeinheit auf Grund von Wettschreiben vertreten. Nach dem von Dcpoin 1887 herausgegebenen Stenographischen Jahrbuche bedienten sich im Senate der Chef Sächehaye des Systems Aimi. Paris, seine beiden Adjuncten des von Taylor und Prevost, von den 5 Revisoren schrieben 1 nach Aimi Paris, 4 nach Prevost mehr oder weniger verändert, von den 14 Stenographen 2 nach Conen, 1 nach Coulon de Th&venot, 6 nach Prevost, 1 nach Clement, 1 nach Bertin-Ton- deur, 1 nach Senocq, 1 nach Duployä, 1 nach Aime-Päris-Gn&nin. In der Deputirtenkammer schrieben der Chef Lagache sein eigenes nach Conen gebildetes System, Grosselin nach Taylor, die Adjuncten nach Conen und Prevost-Delaunay, von den 6 Revisoren 2 nach Aimi Paris, 4 nach Privost oder Prevost-Delaunay, von den 11 Stenographen 1 nach Conen, 2 nach Grosselin, 1 nach Lemarchand, 5 nach Prevost, 1 nach Duploye", 1 nach Pitman, von den 4 Hilfsstenographen 1 nach Grosselin, 3 nach Prevost-Delaunay. Die französische Stenographie besteht aus zwei Gruppen von Systemen, von denen die eine die Vocale un bezeichnet lässt, die andere sie schreibt. Die erste beruht auf dem System Taylor, dessen Bearbeitung für die französische Sprache durch Bertin bereits (S. 35) erwähnt wurde, wie auch, dass Montigny in diese Schrift eine Vocalbezeichnung einzuführen suchte. Ähnliches beabsichtigten die ehemaligen Universitätsprofessoren, dann »Bürger« Cadet und Gardet, welche den Consonanten Vocalmerkmale beigaben (H. Gr. S. 309) und Clement 1800, der die Vocale buchstäblich in die Consonanten 124 ® ie Stenographie im 19. Jahrhundert. einfügte, die letzteren auch nach dem Grundsatze, ähnliche Zeichen für ähnliche Laute, anders vertheilte (H. Gr. S. 317). Die zweite Gruppe begründete das System von Coulon de Thevenot (S. 34), welches von seinem Erfinder in fortwährend neuen Auflagen und nach seinem Tode 1821 von seiner Tochter veröffentlicht wurde. Außerdem wurde es von M. Patey von 1818 bis 1862 in einer Reihe von Auflagen verbreitet. Auch das System Gaillard, welches ohne Ort und Datum erschien und dessen Herausgeber die Exemplare mit seinem Namen zeichnete, als wäre es sein eigenes Werk, ist der unveränderte Abdruck des S}'stems Coulon de Thivenot. Scott de Martinville, welcher sich ungünstig über dieses System ausspricht, musste gleichwohl zugestehen, dass es zu seiner Zeit eine große Verbreitung hatte, und dass der Unterrichtsrath 1841 beabsichtigte, es in die öffentlichen Elementar- und Mittelschulen einzuführen. Aus dem oben gegebenen Verzeichnis gebt hervor, dass es noch jetzt im Parlament praktisch verwendet wird. Neben den Systemen von Bertin und Coulon traten zu Anfang des Jahrhunderts noch einige Systeme mit neuen Problemen auf: Josua Briggett in Haag wollte alle Wörter durch Zahlen ersetzen (H. Gr. S. 338). Honore Blanc verwendete den senkrechten Strich, den linken und rechten Halbkreis in 8 Stellungen auf einem Netz von 4 Linien als Lautzeichen, denen er Finalzeichen beigab (H. Gr. S. 333). Charles Barbier, welcher einer der ersten dem durch die französische Orthographie großgezogenen Analphabetismus durch eine phonetische Stenographie steuern wollte, stellte verschiedene Lautschriften auf (H. Gr. S. 333/4). Zalhind Honrwitz veröffentlichte 1811 eine vereinfachte Currentschrift (H. Gr. S. 338). Conen de Prepean ging in seinem 1813 zuerst veröffentlichten Systeme von dem Grundsatze Coidon's aus, die Vocale unten an die Consonanten anzufügen, aber er vermied absichtlich das Zerreißen der Wörter und wählte Zeichen, welche das ganze Wort auf einen Zug schreiben ließen (H. Gr. S. 318). Wie Coulon gebrauchte er Zeichen in zweifacher Größe für schwache und starke Laute, einige aber unterschied er nicht in dieser Weise, sondern durch einen durchkreuzenden Strich, wie beim t in der Lateinschrift. Obgleich dies nicht kurz ist, fand die Akademie der Wissenschaften, welcher er sein System vorlegte, in demselben die höchste Vollendung der Stenographie, wonach nur Conen sich selbst übertreffen konnte, was er in dem Alphabet von 1833 versuchte, worin er die Zeichen durch Größe der Haken und Ringelchen unterschied. Es gibt unter den Parlamentsstenographen Anhänger beider Alphabete (der 5. und 6. Auflage). Nach seinem Kürzungsverfahren werden Substantive, Adjective etc. durch besondere Zeichen angedeutet. Aim6 Paris veröffentlichte 1822 den Entwurf eines Systems, welches die Durchkreuzung auf alle Zeichen für weiche Laute anwendete und viel Anhänger bis auf die Gegenwart gefunden hat (H. Gr. S. 319 f.). F. J. Astier gab 1815 ein System heraus, in welchem die Eigenschaft der Zeichen als Anlaute, Inlaute und Auslaute durch Kreise und Haken an den Consonanten ausgedrückt wird, was die Schrift ziemlich verwickelt gestaltet (H. Gr. S. 319). Ein von ihm 1831 veröffentlichtes System unterscheidet die Consonanten durch Positionen, die durch todte Bindestriche verbunden werden (H. Gr. S. 335)- E. Vidal, dessen System gleichfalls von der Akademie der Wissenschaften sehr günstig beurtheilt wurde, schrieb die Zeichen in verschiedener Stellung an senkrechte Linien, so dass seine Zeilen, wie in der chinesischen Schrift von oben nach abwärts gehen (H. Gr. S. 334). Französische Stenographie. 125 AI. Gossart veröffentlichte 1822 ein System, welches das ganze Schreibwesen umgestalten sollte, indem er eine verkürzte Currentschrift und darauf gegründet eine Stenographie aufstellte; sowohl die Vocale als die Auslaut- consonanten werden durch Position angedeutet (H. Gr. S. 336). Boisduval und Lecocq empfahlen 1826 die Currentschriftconsonanten auf 5 Linien zu schreiben, welche die Vocale vertreten (H. Gr. S. 338). Ein Ungenannter (P. R. E. L.J ließ die stenographischen Zeichen ganz bei Seite und lehrte 1825 eine abgekürzte Currentschrift. Das Taylor-Bertin'sche System erhielt durch Augustin Grosselin 1822 ein Wörterbuch, welches anzeigte, wie die vocallosen Consonantengruppen in den verschiedenen Wörtern lauten konnten. C. Petitpoisson schloss sich 1826 an Cadct und Gardet an. Eine völlige Umgestaltung, beziehungsweise Fortbildung erfuhr das Bertin'sche System durch Hippolyte Prevost aus Toulouse, welcher daselbst schon im 16. Jahre den Grad eines bachelier-es- lettres erlangt hatte und sich den Rechtsstudien zuwenden wollte, als der Zusammenbruch des väterlichen Juweliergeschäftes ihn den Studien entriss, worauf er Secretär des Präfekten wurde. Als solcher veröffentlichte er 1826 ein Lehrbuch der Stenographie, welches durch Anwendung' von Zeichen für Consonanten verbin düngen und durch Aufstellung einer großen Zahl von Final- und Flexionsformen dem Taylor'schen System eine größere Kürze und eine größere Sicherheit gab. Nach Veröffentlichung seines Lehrbuches gab Prevost seine Stelle auf, lehrte die Stenographie zu Montpellier und Aix und kam 1827 nach Paris, wo er anfangs im Auftrage eines Verlegers die Vorlesungen eines Cousin und Guizot stenographierte, 1828 Berichterstatter des Messager des Chambres und im folgenden Jahre des Temps wurde. Nach der Julirevolution trat er in den officiellen Dienst des Moniteur ein. Alle französischen Stenographen der Taylor'schen Schule, wie Fosse 1829, Plantier 1844, Pillon 1847, Tondeur 1849, haben mehr oder weniger Prevost's Änderungen angenommen (H. Gr. S. 311—312). Eine Reihe von Anhängern und Bearbeitern fand um diese Zeit das System Ainie Paris (s. S. 123) Cadres Mannet, Stenograph des Herzogs von Orleans, veröffentlichte auf dieser Grundlage seine Vereinfachte Stenographie 1828, Boutin erklärte in seinem Lehrbuche 1840, dass er weniger eine Kammerstenographie, als vielmehr eine allgemeine Anwendung der Stenographie anstrebe. Potel deDieppe widmete seine »Classische Methode« dem Bischof von Rochelle, der ein eigenes Kürzungsverfahren erfunden und dem Verfasser die Veröffentlichung desselben gestattet hatte ; das Buch wurde für die Diöcese Lyon autorisiert. 1846 veröffentlichte Pottier-Gruson eine Stenographie der Gebildeten nach dem System Atme Paris. August Lemoine, änderte an dem System die Durchkreuzung, die er den harten Lauten zu- theilte. A. Roby 1870 schrieb ganze Sätze in einem Zug, was aber wegen der Durchkreuzung der Zeichen nicht vortheilhaft ist, da man den ganzen Satz nach dem Schreiben nochmals zu lesen hat (Ff. Gr. S. 319—321). Eine andere Gruppe von Stenographen baute auf Conen de Pripean fort. Lenge verwendete auf- und abwärts geschriebene Zeichen, Chauvin stellte 1836 für die Laute mehrere Zeichen auf, Picart, der für sein Buch stenographische Typen herstellen ließ, stellte 1836 vier Stufen des Systems auf": 1. Schreibung aller Zeichen, 2. Verkürzung der Schrift durch lautliches Schreiben, 3. weitere Verkürzung durch Unterdrückung der Vocale, 4. Weglassung der Endungen und Vertretung der Wörter durch den Anlaut (H. Gr. S. 321/2). I2Ö Die Stenographie im 19. Jahrhundert. Dutertre stellte 1828 ein System auf, in welchem die Vocale durch verschiedene Stellung der Consonantenzeichen ausgedrückt wurden (H. Gr. S. 337). Im Jahre 1831 verhandelte die Akademie der Wissenschaften über die Einführung derStenographie indieVolksschulen, welcher durch die vollständig bezeichnenden Schriften eines Coulon de Thövenot, eines Conen de Pripean und AimS Paris der Weg mehr geebnet war, als in irgend einem anderen Lande zu jener Zeit. Diese Verhandlungen veranlassten die Herren J. Painpare' und E. F. Lupin, der Akademie 1831 eine vom ersteren erfundene cursive Stenographie vorzulegen, fast gleichzeitig veröffentlichte Fayet, gestützt auf ein Zeugnis des Dr. Benecq, dass eine cursive Schrift der Einrichtung des Armes am zuträglichsten sei, eine solche, 1832 folgte Senocq, 1834 Dujardvn in derselben Richtung. In den Grundsätzen schließen sich diese Systeme an Coiüon de Thävenot an, d. h. sie verwenden gerade endigende Zeichen, an welche sich unten die Vocalzeichen anschließen. Von diesen wird das System Senocq im Parlament noch angewendet. Thierry- mieg stellte 1833 ein Alphabet gleicher Richtung auf, gab harten Consonanten feine, weichen dicke Zeichen. Jules Lafaille bezeichnete in seiner cursiven Stenographie die Vocale durch Veränderung der Consonantenzeichen (H. Gr. S. 326—329). Es lässt sich nicht bemerken, dass die cursive Stenographie in Frankreich einen günstigen Boden gefunden habe, und doch waren diese Systeme, wie zum größten Theil die französische Stenographie überhaupt, einfach, geistreich und der Sprache angepasst. Es ist unbegreiflich, wie die deutschen Stenographen nach Gabelsberger's System hoffen konnten, mit ihren verwickelten Schreibbestimmungen in Frankreich Eroberungen zu machen. Geiger's Übertragung 1860 lässt noch die Erklärung zu, dass sie für deutsche Stenographen bestimmt sei, welche französisch kennen und schreiben wollen. Die Übertragung von Puschkin 1866, der nach Genf gieng, um von dort aus die Gabelsberger'sche Stenographie in Frankreich einzuführen, von Halter 1877, von Krieg 1880, von Rausser 1885 (H. Gr. S. 329—331) sind aber charakteristische Beweise, wiewenigdieGabelsberger'scheSteno- g r a p h i e f ü r f r e m d e S p r a c h e n p a s s t. Hofrath Krieg, als Vorstand des stenographischen Instituts Gegner jeder Veränderung des Systems in Deutschland, stellte neue Zeichen für/, d, t, also für Fundamentalzeichen des Systems auf, Rausser für p, v, f, j, z, II. Wenn solche Übertragungen der Gabels- berger'schen Stenographie als Beweise ihrer universalen Verwendbarkeit ausgegeben werden, dann kann leicht jedes andere System besseren Anspruch auf eine solche Eigenschaft machen. Thatsächlich muss aber eine solche Veränderung der Zeichen einen deutschen Stenographen, der sich beider Methoden bedient, zu den größten Irrthümern führen, da z. B. bei Krieg das französische d deutsch di gelesen wird, bei Rausser woduxion für production, mepode für methode, w für plus steht. Es ist nicht bekannt geworden, dass, vereinzelte Personen ausgenommen, die Gabelsberger'sche Stenographie in Frankreich Anklang! gefunden hat. Dasselbe gilt von der Übertragung des Stolze'schen Systems durch Prof. Dr. Michaelis auf die französische Sprache (H. Gr. S. 337). Neu war die Position den Franzosen nicht, da sie schon Dutertre 1828 angewendet hat Das Verdienst, die Stenographie in Frankreich populär gemacht zu haben, gebürt dem Pfarrer Emil Duploye, welcher 1861 mit seinem einfachen System auftrat. Dasselbe besteht nur aus dem Alphabet und schreibt alle Laute so, wie sie gesprochen werden. Durch Anwendung Französische Stenographie. 127 von Abkürzungen ist das System auch zur Aufnahme schneller Reden geeignet. Neu war dies nicht. A. Tourault, ebenfalls ein Geistlicher, war in dieser Beziehung 1861 vorangegangen (H. Gr. S. 323), bei beiden stimmen die Zeichen p, b, v, f, r, a, i, 0 überein, aber Duploy& beschränkte sich nicht auf die Veröffentlichung eines Lehrbuches, welches 1867, wo dasselbe eine Umgestaltung erfuhr, in 3 Auflagen erschien, sondern verwendete sowohl die Einkünfte aus dem Verkaufe des Buches, als auch sein eigenes Vermögen auf Reclame, welche einen Aufwand von ca. 400.000 Fr. verursacht haben soll (1881 wurden von der Zeitschrift »der Unterricht durch die Stenographie« 47.500 Exemplare an alle Mitglieder des Volksunterrichts gratis verschickt, 700.000 Almanache gedruckt und eine Annonce über die Stenographie und ihre Vor- theile in 2,500.000 verschiedene Kalender eingeschaltet) und ihn manchmal in Geldverlegenheiten brachte; es gelang ihm aber dadurch, das Verständnis für stenographische Bestrebungen in den breiten Schichten des französischen Volkes zu wecken. Die eigentliche Verbreitung seiner Stenographie datiert Dtiploye selbst vom Jahre 1869, wo er als Organ seiner Schule die Zeitschrift »Stenographen herausgab; daneben veröffentlichte er nach und nach eine große Anzahl französischer Literaturwerke in seiner Schrift zu 1 Fr. 50 C, 50 C, 25 C, 15 C. für das Exemplar, sowie größere Werke, wie die Bibel, zwei Bände ä 1000 Seiten, das Neue Testament etc. etc. Sämmtliche dieser Schriften athmen die religiöse Richtung Duploye's. Unter Napoleons III. Herrschaft gereichte dies seiner Stenographie zur Anempfehlung und Verbreitung, unter der folgenden Republik, welche die Schule confessionslos machte, zum Nachtheil. Es ist behauptet worden, die Duploye'sche Stenographie wäre bereits in die französischen Schulen als Lehrgegenstand officiell eingeführt worden, wenn ihre Lesestoffe nicht dem Charakter der französischen Volksschule widerstritten; aber Duploye behauptete sein Autorrecht so streng, dass er jeden gerichtlich verfolgte, der darnach Bücher herausgab. Dennoch sind einige Lehrbücher auch von anderen erschienen, z. B. von Buisson, ehemaligen Stenographen des Elsass-Lothringischen Parlaments. Schon früh fasste Duploye die Anwendung seiner Schrift auf alle Sprachen in's Auge, der »Stenographe« brachte 1870 eine Bearbeitung für die deutsche Sprache von. Silbermann, 1875 eine Bearbeitung für die japanische Sprache, 1876 Bearbeitungen für Englisch, Deutsch und Italienisch etc. 1872 erhielt Duploye" die Erlaubnis, an mehreren Pariser Schulen Unterricht zu ertheilen, und nachdem zu gleicher Zeit Vereinscurse in Paris, Joigny, Nancy etc. errichtet worden waren, gründete er das Institut stenographique des Deux- Mondes, einen Verein, der von ihm mit den Vertretern der übrigen Vereine geleitet wird. Das Institut verleiht gegen eine Taxe von 10 Francs Diplome des ersten Grades jedem, der eine richtig geschriebene stenographische Schrift einsendet und damit Mitglied des Institutes (Beitrag 1 Fr.) wird. Das höhere Diplom (diplöme superieure) wird gegen eine Taxe von 20 Fr. denjenigen verliehen, welche nachweisen können, dass sie einem Redner in der Schnelligkeit von 100 Worten in der Minute folgen können. 1876 veröffentlichte das Institut eine Brochure »Institut sUnographique des Deux-Mondes«., welche die Berichte über die Versammlungen desselben in den ersten drei Jahren enthielt; von dieser Zeit an wurden die Berichte in den jährlich erscheinenden Almanacs stenographiques und in dem Journal des St&nographes veröffentlicht, welches an die Stelle des ersten »Stenographe« trat. Im Mai 1886 bestand das Institut aus 2940 Mitgliedern, von denen 201 das höhere Diplom erhalten hatten, unter denen sich 1890 ein zehnjähriger Knabe befand. 128 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. Duploye fand bei seinem Streben die Unterstützung seiner Brüder, sowie begeisterte Anhänger im Geistlichen- wie im Laienstande. 1875 bereiste Bean einen großen Theil Frankreichs, um diese Stenographie zu lehren. Curse wurden eröffnet an Volks- und Mittelschulen, an Lehrerbildungsanstalten und Handelsschulen für Knaben und Mädchen, 1881 wurde von Geistlichen eine Anstalt für gebrechliche und unheilbare Kinder »stenographisch organisiert«. Der Gemeinderath von Lyon soll 1886 die Einführung der Stenographie in die oberen Volksschulen, in die Handels- und Gewerbeschulen und in den höheren Unterricht beschlossen haben, doch ist 1887 nur ein Curs in der Sociite d'Enseignemcnt professionel de Rhone angeführt. In diesem Jahre wurde das System Duploy&'s an 28 Anstalten, darunter 7 in Paris, gelehrt. 1889 wurden Curse für die Unterofnciere des 144. Linien-Infanterieregiments abgehalten, 1890 empfahl das Kriegsministerium den stenographischen Unterricht und beauftragte die Officiere, welche Stenographie kennen, dieselbe bei den Regimentern zu lehren; in der Folge unterrichteten auch Corporale in der Stenographie. Die Vereinsbildung machte Fortschritte, von 1872—79 entstanden 39, von 1880—90 44 Vereine, leider fehlt eine genaue Statistik, da man wohl erfährt, dass solche Vereine entstanden, aber nie, dass solche eingegangen wären; auch sind nicht alle Vereine behördlich genehmigt, da diese Genehmigung bei einzelnen Vereinen angegeben, somit nicht selbstverständlich ist. Mehrere dieser Vereine zeichneten sich durch litterarische Thätigkeit aus, insbesondere der Verein L'ile de France, welcher 1887 200 Mitglieder zählte und unter anderem ein Dictionnaire Orthostenographique herausgab, und der Cercle national de bienfaisance stenographique, welcher 1877 in einem kleinen Dorfe der Franche-Comte bei Besancon von 7 Mitgliedern gegründet wurde, aber bald an Ausdehnung und vornehmen Mitgliedern gewann. Er gründete den Univers Stenographique, 1881 Le Telephone, welches halbmonatlich erscheint und bedeutende Gelehrte zu seinen Mitarbeitern hat. Als der Gründer des Vereins, Richardet, nach Paris berufen wurde, erwarb er dem Verein neue Gönner, so dass derselbe 1887 300 Mitglieder (darunter selbst Fürsten) zählte und 1888 11319 Fr. Einnahme hatte. 1887 zählte die Schule Duploye's 141 Zeitschriften. Duploye ist Professor der Stenographie an der höheren Handelsschule zu Paris, an der polytechnischen Schule, an der Schule von St. Cyr etc. In der französischen Schweiz, wo zu Genf Petitpierre seit 1830 mit dem System Conen de Prepean und Cavillier nach eigenem System arbeitete, wurde DuployÖs System 1880 bekannt; 1883 wünschten Hörer des Lyceums eine stenographische Gesellschaft dieses Systems zu bilden und veröffentlichten einen Aufsatz im Journal de Geneve. Durch Maillard, aus Lausanne, wurde 1884 mit 30 Mitgliedern ein Stenographenverein gegründet. Um dieselbe Zeit erschien zu Neuchätel eine stenographische Zeitschrift. Nachdem der Verein in Genf eingegangen war, entstand ein Verein zu Freiburg 1888. Duploye's Stenographie wird an der Handelsschule zu Genf gelehrt. 1890 wurde der Vorstand des Genfer Stenographenvereins zum Secretärstenograph der Verhandlungen des Großen Raths zu Genf ernannt, als welcher er die Verantwortlichkeit für die Redaction der officiellen Berichterstattung hat; zwei Duployaner sind von dem halbamtlichen Journal des Bundesrathes, dem »Bund«, mit der Aufnahme der in französischer Sprache gehaltenen Reden betraut. In Luxemburg fand Duploye's Stenographie einen eifrigen Vertreter an Dr. Joseph Weber, welcher daselbst 1881 einen Verein gründete, die Zeit- Französische Stenographie. 129 schritt »Vorwärts« herausgibt und die Verhandlungen des Landtags aufnimmt. In Belgien, wo in der Kammer das System Prdvost seit 1 883 angewendet wird, wurde Duployes Stenographie 1873 am Collegium St. Michel zu Brüssel eingeführt, und errang solchen Erfolg, dass sie auch am Collegium St. Trond in Limburg Eingang fand. 1880 wurde ein Verein in Brüssel durch Hocly gegründet und als dieser nach Hody's Abgang eingegangen war, 1884 durch einen seiner Schüler, Philippe Meyer, erneuert. Auch in das belgische Parlament fand Duployi's Stenographie Eingang, indem ein Stenograph der Kammer und einer des Senats sich derselben bedienen. Ebenso wird sie von dem Limburger Stenographen van Pusselt angewendet. In Constanti nopel veröffentlichte 1877 Dhionnet eine Zeitschrift in Duploye'scher Stenographie, Turquie Stenographique, 1888 wurde hier ein Curs eröffnet, an welchem die Kinder des Unterrichtsministers theilnahmen, in Ägypten wurde das System von Herrn de Vaujant-Bey an der Hochschule und von einem Ingenieur in Ismaila gelehrt. Der Ingenieur Chartier verbreitete es in Tripolis und Erzerum. In dem französisch sprechenden Theile Nordamerikas wurde DuployPs System durch Missionäre eingeführt. In Montreal in Canada, wo es 1878 in die Handelsakademie eingeführt wurde, wird es von Gerichtsstenographen verwendet. Im Jahre 1866 unternahm es Dr. Albert Delaunay, der als Revisor im Stenographenbureau des Senats arbeitete, das System Prevost zu popularisieren. Er hatte Reisen in Deutschland gemacht, um die dortigen stenographischen Verhältnisse kennen zu lernen, und fand sich von diesen um- somehr angeregt, als das System Privost eine geistige Verwandtschaft mit Gabelsberger's System hat, insofern dasselbe die Kürze der Schrift als obersten Grundsatz aufstellt, somit Vorkenntnisse voraussetzt und daher in Elementarschulen nicht gelehrt werden kann. Er gewann auch die Überzeugung, dass die Prevost'sche Stenographie ebenso in den höheren Unterrichts- anstaltenFrankreichs eingeführt werden könne, wie die Gabelsberger'sche Stenographie in Deutschland und erörterte dies in einem Vortrage, welcher veröffentlicht wurde. 1867 nahm er mit seinen Schülern eine praktische Probe unter Privosfs Vorsitze vor, 1877 gründete er den Verein Association stenographique unitaire, welcher die Verbreitung einer einheitlichen Stenographie nach Privost-Delaunay zum Zwecke hat und dieselbe einheitlich nennt, weil sie nicht in verschiedene Stufen zerfällt. Die Mitglieder des Vereins recrutieren sich aus den herangebildeten Schülern, sie erneuern sich, aber sie vermehren sich nicht, da die einen im Kampfe des Lebens selbst die Correspondenz vergessen, andere, denen gute Stellungen verschafft wurden, sich auf ihre beständige Achtung beschränken, während nur wenige die Stenographie lehren und verbreiten. Wie oben (S. 123) erwähnt, schwärmt Delaunay für Systemeinheit im Stenographenbureau, er rieth, die Stenogramme von den Schriftsetzern in Currentschrift absetzen zu lassen, nachdem er solches mit den Nummern seiner Zeitung versucht hatte, zu welchem Zweck die Schriftsetzer Baudoiii's ein Jahr lang in der Stenographie unterrichtet wurden. Da aber im Parlament verschiedene Systeme verwendet werden, ist dieser Plan nicht durchführbar. Der Verein gibt eine Zeitschrift U Uniti stinographique heraus. Als Unterrichtsmittel dient Delaunay's Manuel, zu welchem Emile Potin ein Pesume manuscrit geschrieben hat, Janot veröffentlichte Le Stdno- graphe, welcher in 5 Auflagen erschienen und in stufenmäßigen Leseübungen abgefasst ist. Ein ähnliches Werk ist Le Medaillon. Turbin und Bluet ließen Ende 1885 ein Wörterbuch der Unvereinbarkeiten erscheinen. Das Faul mann, K„ Geschichte und Litteratur der Stenographie. 9 130 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. System wird in mehreren Pariser Gymnasien gelehrt, sowie in öffentlichen und unentgeltlichen Cursen in 10 Pariser Bezirken, ferner in mehreren Departementsstädten. Augustin Grosselin. welcher oben (S. 123) als Vertreter der Taylor'schen Stenographie genannt wurde, und dessen Sohn Emil, Chef des Stenographenbureaus der Deputiertenkammer, gleichfalls eine etwas veränderte Taylor'sche Stenographie anwendet, beschäftigte sich in seinem Alter mit der Aufstellung und Verbreitung einer Stenographie fürElementarschulen, welche aus einfachen geometrischen Zeichen für die Consonanten, fein für die weichen, dick für die starken Laute, sowie aus Vocalzeichen besteht, welche isoliert geschrieben werden, aber auch weggelassen werden können (H. Gr. S. 315, 323). Er gründete 1866 eine Gesellschaft zum Unterricht der Taubstummen, welche 1875 das Öffentlichkeitsrecht erhielt. Eine vierte Schule wurde seit der Gründung der Sociite de Stenographie Aim& Paris ins Leben gerufen, nachdem diese Methode von L. P. Gu&nin vereinfacht und verbessert worden ist. Auch sie hat sich die Aufgabe gestellt, die Stenographie allgemein zu machen und durch Curse zu verbreiten. In Paris besteht ein Centralverein, der zu seinen Mitgliedern hervorragende Stenographen zählt und in zwei Lokalen Curse unterhält. Zweigvereine sind zu Havre, Sanvie, Honfleur, St. Brieuc, Besancon. Das System fand auch in der französischen Schweiz Eingang in Neuchätel, wo Rouiller-Leuba seit 10 Jahren unterrichtet und eine Zeitschrift herausgibt, ferner zu Tramelon, zu Genf, wo 1894 das Echo stenographique als Organ der Union stinographiquc suisse erschien. In Canada soll das Stenographenbureau nach dieser Methode schreiben. Auch in Belgien fand sie Eingang. Das Organ des Centralvereins war anfangs La Stenographie ä VEcole dann l'Ecole Aimd-Päris betitelt. Im Jahre 1888 wurde von R. Vannaisse die Zeitschrift La Revue internationale de Stdnographie herausgegeben, welche die Stenographen aller Schulen vereinigen sollte, doch führte schon die erste Nummer, welche einen Aufsatz über den Nachtheil unentgeltlicher Curse enthielt, zu einem Streite mit der Delaunay'schen Schule, welche sich davon getroffen fühlte. Das System Pitman's wurde 1881 von P. Barru& (H. Gr. S. 314), später (1884) von Th. A. Reed übertragen, scheint aber keine Verbreitung gefunden zu haben, außerdem wird das System Riom, eine Silbenstenographie, und das System Rousseau in Cürsen gelehrt. Es geht hieraus hervor, dass in Frankreich die Mehrzahl der Stenographen Gewicht auf die a 11 g e m e i n e Verbreitung der Stenographie legt, zumal man durch diese die Beseitigung der dem Sprachgebrauch so sehr entgegenstehenden Orthographie der Currentschrift erhofft. Daher beschäftigte sich auch der zweite internationale Stenographencongress, welcher 1889 in Paris stattfand, eingehend mit der Unterrichtsfrage, und als ein Mitglied desselben die Meinung aussprach, dass darüber die Schule zu entscheiden habe, wurde sofort entgegnet, dass der Congress dazu am competentesten sei, da sich unter seinen Theilnehmern auch viele Schulmänner befänden. Ursprünglich war beantragt, den obligaten Unterricht in der Stenographie an den Elementarschulen zu verlangen; nur um eine Einstimmigkeit zu erzielen da die deutschen Stenographen im Interesse ihrer Systeme sich dagegen sträubten, wurde facultativer Unterricht in Betracht genommen und beschlossen, 1. dass der Stenographieunterricht in den Elementarschulen facultativ, in den höheren Lehranstalten obligatorisch ertheilt werden solle, 2. dass in jedem Lande von der Regierung eine Commission Französische Stenographie. 13 1 zur Prüfung der Stenographielehrer eingesetzt werde. 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Choix de Fables de Florian. Connaissances utiles et variäes. Contes de F6es. La Dicouverte de l'Amerique. Den" Stenograph. Esca- pades de jeunesse d'Hommes illustres. Le Fablier des Ecoles. Fantaisies stehogr. Geen huisken zonder kruisken. Gerbe poetique. La Grande menagerie. La Guerre d'Orient. Henri d'Eichenfels. Les Id£es du docteur Aubergier. Jeu chinois. Ma Jeunesse, par le Chanoine Schmidt. La Lampe du sanctuaire. Le Lepreux de la cite d'Aoste. Meli-Melo stenogr. Methode d'ornamentation stenogr. Un Mouchard. Narrations choisies. Le Peintre Zanobi. Petite Fleur des neiges. Les Petits Orphe- lins. Pierre ou Le Petit mendiant. Pochades sten. Une poignöe d'historiettes. Les Prisonniers du Caucase. Les Quatres Philippiques. La Question brillante. Receuil de bons mots. Receuil des Charades. Salmigondis ä la sauce piquante. Scarron. Scene rendeenne. The Lamp of the sanctuary. Une seance de l'Academie des Singes. Varietes. Vert-Vert. Victor, le jeune apprenti. Vie de St. Nicolas. Vie de St. Catherine. Vies des Saints. Vies de St. Epiphane et de St. Cassien. Le Vieux garde chasse. L'Ame. Anatole. Antoine Bardon. Autogr. Bertrand. Bonhomme Misere. Le Bossu Napolitain. Chemin de la Croix. La Creation et la Providence. Le Culard. Le Diner. L'Ecriture ordinaire, cause de la myopie. L'Eglise. Les Embarras de Paris. L'Enfance de N.-S.-J.-C. Ernest. L'existence de Dieu. Le Fablier de l'Enfance. Les Fins dernieres. Histoire de Notre-Dame-de-Liesse. L'Homme. Ibrahim ou l'Ile deserte. Jean Baptiste. Jean Louis. Lecture de la Carte d'Etat major. Marguerite. Les Mysteres. Ombres chinoises et Gymnastique. La Pentecöte. Prieres du matin et du soir. Re- pons de la messe. La Resurrection. La Sagesse et la Noblesse. La Sainte Messe. La Satire. Le Sejour de Paris. Le Tir de l'Arc. Vepres et Complies. La Vie publique de N. S. Voyage ä travers l'Afrique äquatoriale. Le Fablier-perle. Gais pro- pos. Joyeux passe-temps. Le Rossignol. Zeitschriften: (E. Duploye). 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Dieses System liegt den meisten folgenden italienischen Stenographien zu Grunde, wie Pino 1811, Delpino 1819, Milanesio 1819, Dupuy 1826, Consoni 1829, Notarjanni 1836, Narducci 1838, Marzo 1845, Magnaron 1848, Matteucci 1848, Tatafiore 1848, Tealdi 1849, Toselli 1850, Hermet 1853, Roletti 1853, Ponze 1872, M. A. B. 1876 (H. Gr. S. 340—44). Von diesen gelangten das System von Delpino in Turin und das von Tealdi in Florenz zur parlamentarischen Verwendung. Delpino und Milanesio geriethen über die Vorzüge ihrer Systeme in einen Streit, welcher jedoch unentschieden blieb, da bei einem stattgefundenen Wettschreiben die Leistungen beider gleich gut ausfielen. Nach der Einigung Italiens wurde das System Delpino'm der römischen Deputiertenkammer alleinverwendet, während im Senat 1880 die Maschine Michela, von welcher später gesprochen werden wird, eingeführt wurde. Italienische Stenographie. 137 Delpino hat an Amanti's System nur geringe Änderungen vorgenommen, bei Doppelvocalen schreibt er auch das Vocalzeichen am Ende des Wortes. Magnaron, welcher eine originelle italienische Stenographie liefern wollte, stützte dieselbe dennoch auf Taylor's Zeichen, nur führte er Zeichen für zusammengesetzte Consonanten ein, worin ihm Matteucci, Tcaldi, Hermet, Ponze und Roletti folgten. Hermet wendete eine Andeutung der Vocale an, Girin suchte 1875 die volle Vocalbezeichnung und eine Art Vocal- symbolik einzuführen. Die Graphodromie von Astier fand an Forlani 1816 einen Bearbeiter, das System von Prevost wurde von Visetti 1853 und von Silvin 1864 auf die italienische Sprache angewendet (H. Gr. S. 344), Oltrabellds System (1874) schließt sich an Thevenot an, das englische System von Pitman wurde von Francini auf die italienische Sprache übertragen und 1885 veröffentlicht, nachdem sich schon 1883 in Rom eine stenographische Gesellschaft unter dem Vorsitze von Alceste Zana zur Verbreitung dieser Stenographie gebildet hatte. Zum Theil auf älteren englischen Systemen beruhen die Bestrebungen, die volle Vocalbezeichnung durchzuführen, wie sie die Systeme von Corti 1834, Moretti 1850, Battistic 1862, Bianchini 1871, Fumagalli 1872 (H. Gr. S. 345, 348) zeigen. Der Dalmatiner Battistic hatte sein System der österreichischen Regierung zur Prüfung vorgelegt, welche darüber ein Gutachten des Wiener Gabelsberger Stenographen-Centralvereins einholte. Da dieser den geometrischen Zeichen ebenso verständnislos gegenüberstand, wie der Idee einer Vollschrift, so fiel das Gutachten ablehnend aus, und die Arbeit ist nur in den »Österreichischen Blättern für Stenographie« bekannt geworden. Um die Mitte des Jahrhunderts fiengen die Italiener an, ihre Blicke auf die deutsche Stenographie zu richten, die damals berühmt zu werden begann; zu gleicher Zeit fiengen die deutschen Stenographen an, sich für die italienische Stenographie zu interessieren. Giusto Grion in Triest suchte die Theorien von Gabelsberger und Stolze zum Aufbau einer italienischen Stenographie zu verwenden, er unterschied harte und weiche Laute durch Verstärkung und bildete durch Vergrösserung Zeichen für Mitlaute (H. Gr. S. 345). Sein Streben blieb unbeachtet. Auch das System von Valizone (1858), obgleich die Zeichen aus den Theilzügen der Currentschrift entnommen zu sein scheinen, zeigt deutschen Einfluss (das r von Arends, die Hochstellung von Stolze, die Zeichen mit Unterlängen wie bei Gabelsberger, H. Gr. S. 351). Im Jahre 1858 übertrug Hauptmann Leinner die Gabelsberger'sche Stenographie auf die italienische Sprache, dieselbe fand jedoch keinen Anklang. Das gleiche Schicksal hatte die Uebertragung des Stolze'schen Systems durch Dr. Michaelis (H. Gr. S. 352); die Übertragung des Arends'schen Systems in den »Stenographischen Blättern« (1888) ist wohl nicht über die Kreise dieser Schule hinausgedrungen. Im Jahre 1860 veröffentlichte Professor Heinrich Noä in den »Österreichischen Blättern für Stenographie« eine Übertragung des Gabelsberger'schen Systems auf die italienische Sprache, welche 1863 als Buch erschien und sich durch eine grosse Freiheit in der Anwendung sowohl der Vocalbezeichnung als der Verbindung der Consonanten auszeichnete (H. Gr. S. 346). Diesem Umstände mag es denn zuzuschreiben sein, dass sich sein System besser für die italienische Sprache eignete, als die Übertragung Leinner's, welche die Regeln des Gabelsberger'schen Systems beibehielt, und sich in Italien verbreitete, zuerst in Verona und Padua. In Padua wurde 138 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. von den Schülern des ersten Unterrichtscurses, fast sämmtlich Studierende der Universität, der erste italienische Stenographenverein gebildet, welchem bald andere in Triest, Vicenza, Mailand, Rom, Bologna und Venedig folgten. Diese Vereine entwickelten eine eifrige Propaganda für ihr System, es gelang ihnen, das Wohlwollen der Regierung und der Unterrichtsbehörden zu erringen, ihre Stenographie in die Schulen einzuführen; nur das Stenographenbureau des Parlaments blieb ihnen verschlossen, da in dieses nur jünger der Delpino'schen Schule aufgenommen wurden. Doch berichtet das »Magazin für Stenographie« (1894), dass vor kurzem mehrere Lehrstühle an den technischen Instituten aufgelassen wurden und eine Verminderung der von der Regierung an einzelne stenographische Gesellschaften gezahlten Unterstützungen eingetreten sei, was der Unterrichtsminister mit der Geringfügigkeit der Erfolge begründet habe, die bei zwanzigjährigem officiellen Unter r icht in diesem Lehrfach erzielt worden seien. Es sei eine unleugbare Thatsache, dass von 100 Zöglingen, die sich zu Anfang des Unterrichts einschreiben ließen, kaum 7 oder 8 bis ans Ende kamen, die meisten fielen nach den ersten Stunden ab, andere im ersten Monat, andere endlich bei Beginn der Satzkürzungslehre. Oskar Greco, der diese Auskunft erhielt, forderte infolge dessen seine Schriftgenossen auf, auf Abhilfe zu sinnen. Er selbst glaubt, dass die Ursachen in den Schwierigkeiten des (Gabelsberger'schen) Systems liegen, das Handbuch des Prof. Noe enthalte beispielsweise für die Bezeichnung des Vocals e im Worte 4 Regeln, für o 3 Regeln und 1 Ausnahme, für a 5 Regeln und 1 Ausnahme, für i 4 Regeln und 3 Ausnahmen, für u 4 Regeln. Daneben beständen weitere Regeln für die Vocale zu Anfang der Wörter und bei Doppellauten, für deren jeden eine besondere Regel besteht, so dass man ohne Berücksichtigung der Ausnahmen 22 Regeln zählen könne. Schon im Jahre 1881 hatte Prof. Luigi Perelli in Mailand einen Versuch gemacht, die Stenographie Gabclsberger-Noe regelmässiger zu gestalten (H. Gr. S. 347). Sein Streben fand keine Anerkennung. Das System Dnploye's wurde durch Domenico Rctfanelli auf die italienische Sprache angewendet, welcher Schüler heranbildete. Wie bereits erwähnt, werden die Reden im römischen Senat mittelst Maschine aufgenommen, deren Erfinder Professor Antonio Michela aus Cortereggio ist, der 1886 in Mailand starb. Die Urtheile über die Leistungen dieser Maschine sind verwirrend verschieden. Herr Emilio Budau schreibt darüber: Das zu lösende Problem war, eine Maschine herzustellen, mit möglichst wenig Zeichen ausgestattet, jedoch mit allen erforderlichen Worten, welche bei leichtester Schreibweise das stenographische Ziel erreiche. Die Maschine hat die Form eines kleinen H a rm o n i u m s mit einem Tastbrette von 20 Tasten. Jeder Taste entspricht ein Hebel und jedem Hebel eine Type. Allein Bewegung gesetzten Hebel kommen in einem Punkte zusammen, und die Bewegung wird durch das Anschlagen einer der Tasten einem besonderen Mechanismus mitgetheilt, welcher das Papier trägt, auf welches mit Farbe die Zeichen aufgedrückt werden. Eine grosse Frage ist: Wenn die Maschine bloß 20 Tasten hat, zwei jedem Finger des Schreibenden zugetheilt, müssen mit diesen 20 Tasten sämmtliche phonetischen Werte Aufnahme finden. Die Anzahl dieser Werte fixierte Michela auf 74. Ausserdem müssen gleichzeitig, syllabisch, verschiedene dieser Werte geschrieben werden können, sonst würde man auf die Nachtheile der Schreibmaschinen verfallen, welche, auf alphabetischen Grundsätzen beruhend, nur Italienische Stenographie. 13g je einen Buchstaben zu schreiben gestatten. Michela wies jeder Taste einen eigenen numerischen Wert, in arabischen Zahlen ausgedrückt, an und beschränkte 74 Werte auf 20 Tasten. Um aber bis zu 4 Werten zur Bildung einer Silbe gebrauchen zu können, theilte er das Tastenbrett in 4 Serien ein, deren ersten 3 das phonographische Tastenbrett enthalten und die 4. ein Duplicat zur Vervollständigung der Consonanten und der Silben vorstellt. Durch die Combination der 4 Serien, der Vertheilung der Finger, welche gleichzeitig alle thätig sein können, wird ermöglicht, bis 4 Werte auf einmal zu schreiben, also eine ganze Silbe in der Zeit, welche zur Aufdrückung eines einfachen Punktes erforderlich ist. Der geübte Maschinenschreiber erreicht ohne alle Mühe die Schreibgeschwindigkeit von 160—170 Worten in einer Minute, es wurden jedoch schon 200, in einigen Fällen auch 225 erreicht. Natürlich vermag ein mit der Hand arbeitender Stenograph unter gewissen Umständen diesen Anforderungen zu entsprechen, aber er kann unmöglich lange ausdauern. Eine intelligente Person soll die Handhabung der Maschine in 10 bis II Tagen erlernen können, die höchste Vollendung und Brauchbarkeit soll inungefähr zwei Jahren erreicht werden. Die von der Maschine gelieferten Zeichen sind eigene, müssen daher, wie die Stenogramme, in Currentschrift übertragen werden, damit die Aufzeichnungen von den Rednern und Schriftsetzern gelesen werden können. Auch ist die Maschine infolge der jeder Sprache eigenen phonetischen Gesetze nur für die italienische Sprache zu gebrauchen, ein geübter Maschinist kann anderen Sprachen nur bei langsamerem Tempo folgen. Lnisa Gillo, die Nichte des Erfinders, hat auf dieser Maschine die höchst erreichbare Schreibgeschwindigkeit erlangt. Litteratur. Emilio Amanti, Sistema universale e completo di Stenografia, Parigi 1809. Luigi Grossi, Tacheografia, Vigevano 1810. Pietro Molino, L'arte dello scrivere etc., 1811. Vincenzo Pino, Milano 1811. Salvatore Morso, Sist. di St., Palermo 1813. Forlani (Graphodromie), Paris 1816. Filippo Delpino, Sist. di St. it., Torino 1819, 1822, 3. A. 1835, 4. A. 1848. Ders., Risposta adun articolo etc., Torino 1819. Luigi Caterino, Elementi di St., Napoli 1822. C. F. Dupuy, Metodo migliorato di St., Como 1826. Taddeo Consoni, Nuovo Sistema universale, Padova 1826, 2. A. 1829. Ung., Manuale di St., Milano 1829. Fabio Ranieri, Tachigrafia ridotta, Firenze 1832. 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Spätere Übertragungen sind vorzugsweise zu dem Zweck erfolgt, den Gymnasiasten und Clerikern, welche die Stenographie in ihrer Muttersprache erlernt hatten, auch Gelegenheit zu bieten, dieselbe bei lateinischen Arbeiten zu verwenden; hierzu gehören die Werke von Bossuyt 1814, P. van Eyk 1815 und W. Wackernagel, welcher Stolze's System zu Grunde legte. Einen höheren Zweck suchte Dr. /. Plaseller im Jahre 1868 zu erreichen, als er das Gabelsberger'sche System der lateinischen Sprache anpasste, da diese Stenographie zur Aufnahme der Verhandlungen des vati- canischen Concils dienen sollte. Zu diesem Zweck gestattete sich Plaseller, der in der deutschen Stenographie der starrste Anhänger der Dresdener Beschlüsse war, mancherlei Freiheiten, welche besonders Noe's italienischer Steno- 142 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. graphie entlehnt waren. Dennoch war sein Streben vergebens, da bereits vor dem Eintreffen seines Buches in Rom der italienische Kammerstenograph Marchesi den Auftrag erhalten hatte, Zöglinge verschiedener Collegien zu Stenographen heranzubilden, zu welchem Zweck er das System Delpino der lateinischen Sprache anpassle. Von den so Herangebildeten wurden die Verhandlungen des Goncils aufgenommen. Litteratur. J. C. Danzer, Sistema generale stenographiae Samuelis Taylor, Pesthini 1802. /. Bossuijt, Stenogr. exacta s. methodus nova D. Conen de Prepean, Gandavi 1814. P. van Byk, Diatribe de notis scribendi compendiariis in usuin studiosorum, Amste- lodami 1815. {Kulakovsky, Abreviaturae vocabulorum, Pragae 1852.) W. Wackernagel, Grundzüge zu einer lat. St. nach Stolze's Principien, Berlin 1858. Ders., No- tarius, 1858. F. Stolze, Übertragung des Stolz. Syst. auf die lat. Sprache. Dr. J. Pla- seller, Compendium Stenogr. latinae secundum Syst. Gabelsbergeri, Oeniponte 1868, /. Schwer, Faulenzer für Lateinstenographen nach Dr. Plaseller's Syst., Salzburg 1870. Gerhard Hubert Balg, A treatise on Latin Pantygrafy, Madison (1879 ?). Walter Conrad, Anleitung etc. nach dem Arends'schen System, 1884. H. Grosse, Sten. der lat. Sprache nach Ar. Syst. (in »Antitironia«, 1868/9). Spanische Stenographie. In Spanien wurde zu Anfang des Jahrhunderts die Taylor'sche Stenographie bekannt, welche durch Guerra und durch den Kupferstecher Franc. Marti auf die spanische Sprache angewendet wurde. 1802 wurde ein Lehrstuhl für Stenographie in Madrid gegründet und Marti übertragen, der indessen erkannt hatte, dass Taylor's vocallose Schrift für die spanische Sprache nicht geeignet sei und deshalb sein System nach den Grundsätzen Coulon de Thevenot's umänderte. Diese spanische Stenographie erschien 1803. Während der Besetzung Madrids durch die Franzosen ruhte der stenographische Unterricht (1808—1813). In dieser Zeit begab sich ein Schüler Marti's, der Elementarlehrer Xaramillo nach Cadix und lehrte dort die Stenographie. Hier wurde 1807 unter der Leitung Emanuel Risuenö's eine stenographische Akademie ins Leben gerufen, in welcher die Stenographie nach einer Bearbeitung Gabriel Quintin Montanes' gelehrt wurde. Nach dem Abzüge der Franzosen führte Marti seine Lehrthätigkeit bis zu seinem Tode 1827 in Madrid fort; sein Nachfolger war Vela, welcher 1845 ein verbessertes System herausgab; ein anderer Schüler war Sotomajor. Vela's Methode schlössen sich Madrazo, Pando, Lopez und Bas an. Ein dritter Pflegeort der Stenographie wurde Barcelona. Die Handelskammer dieser Stadt beauftragte Franc. Serra y Ginesta, welcher bei Marti die Stenographie gelernt hatte, mit dem Unterricht in der Stenographie auf ihre Kosten, der noch heute dort unentgeltlich ertheilt wird. Serra arbeitete mit seinem Schüler Ariban eine Verbesserung des Systems aus, welche 1816 erschien. Zu dieser catalonischen Schule gehören Zamacola 1840, Villasenor 1842, Paluzie 1847, Comet y Mas 1852, Somolinos 1856, Laplana 1872, Noria I872, Orellana 1883, Collel 1886; insbesondere Garriga y Maril, welcher wohl die Zeichen von Marti und Serra beibehielt, ihnen aber eine andere Bedeutung gab. Mit Xaramillo's System arbeiteten mehrere Stenographen in Spanische Stenographie. I43 den Cortes 1812, doch wird jetzt Marti's System nach den neueren Verbesserungen dort verwendet, neben diesem hat Garrigas System große Verbreitung gefunden, für welches eine tachygraphische Gesellschaft wirkt. In Valencia besteht ein Verein mit 35, in Barcelona einer mit 106 Mitgliedern, beide gehören der Schule Garriga y Maril an. Einer anderen Richtung gehört Marmol (182S) an, welcher das System Prevost's auf die spanische Sprache anwendete. Escalante y Moreno (1855) nahm viel von Marmol an, bot aber auch viel Eigenes. Cruces bildete ein älteres englisches System für die spanische Sprache aus. Die buchstäbliche Vocalbezeichnung wurde von Perez 1857, Sumbiela 1874 und Aguirrezabal (1863) angewendet, dessen System zu den hervorragendsten gehört. Durch Möller-Ingram wurde das Arends'sche System, durch Neumeier 1874, dann durch Prof. Krieg (1890) das Gabelsberger'sche, durch den unermüdlichen Dr. Michaelis das Stolze'sche System auf die spanische Sprache übertragen, keines derselben mit Erfolg. Das System DuployS wurde durch Vicente Sandro del Castillo aufs Spanische übertragen, welcher 1877 in Madrid einen Verein gründete. In Venezuela wurde die Stenographie durch Ignacio Chaquel, einen Schüler Marti's eingeführt, der anfangs nach Marti's Buche lehrte, später es in Caracas nachdrucken ließ. Blanco, Schuldirector in Caracas, veröffentlichte einen Auszug daraus, um die Erlernung allgemeiner zu machen. Die Stenographen dieser Schule nehmen die Verhandlungen des Congresses auf. In Mexico wurde die Stenographie durch Manuel Altamirano 1822 eingeführt, welcher vom Congress zur Aufnahme der Verhandlungen bestellt wurde; er war ein Anhänger Marti's. Bustamante veröffentlichte 1855 ein Lehrbuch dieses Systems, ein anderes mit einigen Veränderungen gab der Chef des Stenographenbureaus, Lozado, 1870 heraus, der auch den öffentlichen Lehrstuhl für Stenographie in Mexico bekleidet. In der argentinischen Republik wurde die Stenographie durch die beiden Spanier Ramon Escobar und N. Nadal eingeführt, welche 1831 zur Aufnahme der Verhandlungen der Kammer berufen wurden. Escobar, welcher 1833 auch als Lehrer auftrat, suchte Marti's System kürzer und einfacher zu gestalten. Seine Schüler waren Juan Camana und Dr. Manuel Gascon, von dem der erstere an Nadal's, der andere an seine Stelle trat. Ein Edelmann, Ramon Masini, der sich viel mit Stenographie beschäftigte, lernte Escobars Verbesserungen kennen und lehrte sie Emilio Inzäurraga und seinen beiden Söhnen. Er bildete dadurch die Stenographen für den argentinischen Senat aus. In Montevideo wurde Marti's System in einem Institute gelehrt; zwei Schüler desselben wurden Stenographen der Kammer, während Masini's Söhne die Verhandlungen des Senats aufnahmen. Später wurde Inzäurraga berufen, der aber nur ein Jahr in der Kammer arbeitete und dann nach Buenos Aires ging, wo er Gascon's Nachfolger wurde. Außer Marti's System werden in der argentinischen Kammer noch das System von Garriga und von Parody angewendet und in den Collegien obligatorisch gelehrt, dagegen nicht das Gabelsberger'sche, welches ein ehemaliger bäurischer Landtagsstenograph, Neumeier, auf die spanische Sprache angewendet hat und am Coliegio novo aber nur als facultativen Lehrgegenstand vorträgt. Die Marti'schen Stenographen sprechen mit großer Geringschätzung von der Gabelsberger'schen Stenographie, von der sie behaupten, sie sei in die Nebel der deutschen Philosophie getaucht. 144 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. 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Als das parlamentarische System eingeführt wurde, berief man Marti's Sohn, Anjel Ramon Marti nach Lissabon als Kammerstenographen und Lehrer der Stenographie. Schon 1822 konnte sich derselbe von seinen Schülern bei der Aufnahme der Cortesverhandlungen unterstützen lassen; aber schon 1828 wurde das parlamentarische System unterbrochen und als es 1834 wieder aufgenommen wurde, waren nur wenige Stenographen vorhanden. Von diesen wurde Antonio Jose da Luz Femandez Chef des Stenographenbureaus und 1854 Professor der Stenographie. Auch hier wurde Marti's System manchen Veränderungen unterworfen, erhielt sich aber im parlamentarischen Dienst, außerhalb dessen in Portugal die Stenographie wenig gepflegt wird. Von den übrigen Systemen beruht das von Machado auf Taylor'scher Grundlage. Da Cunha e Silva suchte Marti's und Machado 1 s System zu vereinigen. Torneros schrieb die Vocale buchstäblich, unterdrückte sie aber, um kurze Wortbilder zu gewinnen. Dr. Michaelis sandte von Berlin aus eine Übertragung des Stolze'schen Systems nach Lissabon. Sebastian Mestrinho, welcher 1890 ein Lehrbuch der portugiesischen Stenographie veröffentlichte, hat auch eine Stenographiermaschine erfunden. In Brasilien wurde die Taylor'sche Stenographie von Manuel Jose Pereira da Silva Velho schon zur Zeit der Constituante praktisch angewendet, daher er sich bei der Herausgabe seines Lehrbuches auf seine langjährige Erfahrung berief. Auch das Lehrbuch von Garcia beruht auf Taylor's Grundsätzen. Director Niemeyer zu Rio Janeiro soll eine Übertragung der Gabels- berger'schen Stenographie zwischen 1860 und 1870 veröffentlicht und Stenographen herangebildet haben, welche in der Kammer der Deputirten verwendet wurden. Eine von Prof. 5. M. in Pernambuco 1890 herausgegebene Stenographie ist Taylor'schen Ursprungs und unterscheidet sich von der des Silva Velho durch einige neue Zeichen. Litteratur. (Ant. Patricio Pinto Rodrigues), Systema universal e completo de Tachigr. etc. Inventado por Samuel Taylor etc., Lisboa (1802, und als Nr. 1 der Minerva Lusitana erschienen). Joaquim Machado, Sistemastenogr., Lisboa 1822. Ung., Tachygr. inventada por D. Fr. de P. Marti, accomodada ä lingua portugueza, Lisboa 1822, 2. A. 1828. Manuel J0&6 Pereira da Silva Velho, Appendix a Tachigr. de Taylor ou novo systema etc., Rio de Janeiro 1844, 2. A. 1857. Ders., Dialogos de tachigr., 1844, 1858. Ders., Complemento, 1858. Antonio Jose Nunes Garcia, Novo uso e syst, de T., Rio de J. 1847. M. J. L. da Cunha e Silva, Tratado de Taquigrafia, Coimbra 1855. D. B.J. F. Torneros, Manuel teorico e pratico de Tachigr., 1859. Antonio Maria d'Almeida, Algumas palavras sobre a tachygr., Lisboa 1874. Gustavo Michaelis, Estenografia Portugueza, Berlin 1884. Sebastian Mestrinho, Lehrbuch, 1890. .9. M., Tachygr., Pernambuco 1890. (Duploye), Methodo de Estenogr. HumäniscJie Stenographie. Als im Jahre 1848 zuerst ein Bedürfnis nach rumänischer Stenographie entstand, wendete Rosetti die Taylor'sche Stenographie auf die rumänische Sprache an und bildete mehrere Schüler aus. Doch ging das parlamentarische Leben schnell vorüber, und erst 1857 wurden wieder Stenographen für die Kammer benöthigt. Aus Mangel an Stenographen verwendete man Current- Faulmann, K., Geschichte und Litteratur der Stenographie. 10 146 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. Schreiber, bis Winterhaider, Richter beim Handelsgericht, das System Tondeur (s. S. 125) auf die rumänische Sprache anwendete und 1861 mehrere Schüler ausbildete, welche nunmehr die Kammerverhandlungen nachschrieben. Einen anderen Curs nach demselben System leitete 1861 Elias Bosiami, welcher auch ein Lehrbuch herausgab. Dimitrie Stonescu, ein Schüler Winterhalder's, verbesserte das System durch Einführung von Vocalzeichen. Um dieselbe Zeit wurde in Siebenbürgen das Gabelsbergersche System von Racuciu auf die rumänische Sprache übertragen und im Hermamistädter Landtag angewendet. Ein Schüler desselben, Sucevan, gab in Wien ein Lehrbuch heraus. Durch die ungarische Verfassung verlor die rumänische Stenographie in Österreich ihren Boden. Im rumänischen Parlament wird die verbesserte Tondeur'sche Stenographie verwendet, doch besteht kein Einheitszwang. Litteratur. Bosianu Elie, Tratatu de Stenografia, Bukarest 1861, 1864. Demetriu Racuciu, Sten. romana, 1864. Eugen Sucevan, Sten. romana, Vieiina 1872. Ders., Ste- nografulu romanu, 1872. Ders., Curs sistematic de Sten. rom., Brosura I 1S82. Ifeiigriechische Stenographie. In Griechenland wurde die Stenographie 1862 in den parlamentarischen Dienst eingeführt, doch erschien schon 1853 eine Bearbeitung einer französischen Stenographie von Panos Heliopulos, und 1856 begann der aus Bayern eingewanderte Josef Maximilian Mindler eine Uebertragung des Gabelsberger'schen Systems auf die griechische Sprache an der Universität und an der polytechnischen Schule zu lehren, worauf er zur Leitung des Stenographenbureaus berufen wurde. Nach seinem 1868 erfolgten Tode trat sein Sohn Johannes an seine Stelle. Die 5 Stenographen, welche die Verhandlungen aufnehmen, werden vom Kammerpräsidenten angestellt und sind Staatsbeamte. Litteratur. lloivo'j 'HXlOJto&Xou, IIpaxTivcTj arevoYpacpto!, 'AO^v. 1893. I- ° e *&■> 8e(opi)rtx5] v.al rcpax- tivd] STEvoypatpfa, 1870. Iiiiaccp JVKvoXed, 'EXXrjva}] OTevoypatpfa (im Panstenographikon). Ders. (?}, ÖEcuprjT!-/.'}] xal Jtpstxxtx)) STEVoypacpfa jj.ETä TClViftttDV, Aö^v. 1870. Slavische Stenographie. In Russland herrschte in der ersten Hälfte des Jahrhunderts der französische Einfiuss. Der an der Erziehungsanstalt Tuchatschewski's angestellte Professor Godfroy veröffentlichte 1806 eine Anpassung seiner 1802 in Paris herausgegebenen Okygraphie auf die russische Sprache. Der Text war französisch, die Beispiele russisch; eine zweite Ausgabe (1809) war ganz russisch. Elf Jahre später (1820) wurde die französische Stenographie von Astier durch den Baron Modest Korff auf die russische Sprache angewendet und veröffentlicht (H. Gr. S. 362). Korff war ein hoher Beamter und machte keine Propaganda. 1844 erschien eine französisch-russische Brochüre, in welcher das Alphabet von Prevost gegeben, bezüglich der Einzelheiten jedoch Slavische Stenographie. 147 auf das französische Werk verwiesen wurde. Eine selbständige Arbeit lieferte der Baron Iwanin, welcher 1833 auf der Militärschule die Systeme von Grosselin, Fosse und Jacotot (letzterer ist kein Stenograph, sondern der Verfasser einer Unterrichtsmethode) kennen gelernt hatte und nach 25 Jahren (1858) seine russische Stenographie auf Taylor'scher Grundlage veröffentlichte (H. Gr. S. 362). Beinahe die Hälfte seines Buches ist der Geschichte der Stenographie nach Fosse gewidmet. Einer seiner Schüler, Artobolewski, gab 1866/7 eme Zeitschrift heraus. Im Jahre 1849 veröffentlichte Heger infolge einer Anfrage der russischen Regierung, ob seine Stenographie für die russische Sprache geeignet sei, den Versuch, die Gabelsberger'sche Stenographie auf die slavischen Sprachen anzuwenden und damit den Versuch einer russischen Stenographie auf deutsch-stenographischer Grundlage; 1854 erfolgte die Übertragung von Janowski und Messer. Bisher hatte man in Russland noch nicht daran gedacht, die Stenographie zum Nachschreiben von Reden zu verwenden, sie vielmehr bloß als ein Mittel zur leichteren Besorgung des Schreibgeschäfts betrachtet. 1860 wurde die Stenographie zum erstenmal von zwei Dilettanten verwendet, um eine Disputation der Akademiker Pogodin und Kostomarow aufzunehmen. In diesem Jahre erfolgten die Reformen Alexanders IL, welche beim Gerichtsverfahren die Anwendung der Stenographie als wünschenswert erscheinen Hessen. Als nun vom Ministerium das Verlangen nach Stenographen gestellt wurde und sich zeigte, dass nur wenige vorhanden seien, schrieb das Ministerium einen Concurs aus, welcher die Stenographen anspornte. Baron Tornau und Hofrath Bradke, welche der Commission zur Feststellung der Hauptgrundzüge einer russischen Stenographie angehörten, reisten nach Dresden und lernten hier die Gabelsberger'sche Stenographie, welche sodann von Baron Tornau und seinem Lehrer, Prof. Dr. Zeibisr, auf die russische Sprache angewendet wurde. Zur selben Zeit hatte Paul Olehin die Gabelsberger'sche Stenographie übertragen und wurde die Stolze'sche Stenographie von Paulson und Messer auf die russische Sprache angewendet. Bei der Commission liefen 28 Werke ein, worauf dieselbe sowohl die Übertragung von Olehin, wie die von Paulson und Messer als für den Unterricht zulässig erklärte. Bei einem 1867 stattgehabten Wettschreiben sollen die nach dem Stolze'schen System Gebildeten bessere Leistungen gezeigt haben. Die von Scliewljakoiv 1866 veröffentlichte Stenographie (H. Gr, S. 362) zeigt ein ganz eigenartiges Gepräge. Durch das Lehrbuch von Ustinojf (1869) erhielt der Gabelsberger'sche Zweig der russischen Stenographie eine Abschwenkung zu den Tendenzen der czechischen Stenographie, doch gab Ustinoff die Verbreitung der Stenographie auf und wendete sich der Journalistik zu. Temnikow schloss sich mit seiner Stenographie an Tornau- Zeibig an, während Dr. Vincenz Serzl aus Prag, Professor in Charkow, 1866 eine sich ganz an die czechische Stenographie anlehnende Uebertragung verfasste, aber nicht veröffentlichte. Die Stolze'sche Stenographie wurde noch von Plachoff 1864, Korenew 1866, Terne (Stenographie ohne Sigel) 1874, Grebennikow 1888 und Prof. Stanislaus Dlussky übertragen, von welchen besonders der letztere eine rührige Propaganda entwickelte. Auch in Polen herrschte französischer Einfluss. 1848 gab der Redacteur Kasimir Krupski in Warschau Blands Okygraphie heraus, und 1863 noch veröffentlichte Felix Saxe eine Übertragung der Taylor'schen Stenographie auf die polnische Sprache. Die österreichische Verfassung von 1861 brachte 10* 148 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. hier die Gabelsberger'sche Stenographie zur Herrschaft, welche aber untei dem czechischen Einfluss eine sehr veränderte Gestalt erhielt. In Böhmen hatte /. J. Heger (s. S. 75) durch seine Ferienvorlesungen an der Prager Universität 1844 und 1845 die Gabelsberger'sche Stenographie bekannt gemacht, 1849 g a ^ er die kurze Anleitung für die 4 slavischen Hauptsprachen heraus. Als Slave hatte er an der Gabelsberger'schen Bezeichnung des tsch Anstoß genommen und dafür ein eigenes Zeichen empfohlen, welches Gabelsberger auch für die deutsche Stenographie annahm. Ein Lehrbuch der czechischen Stenographie, welches Heger 1851 ausgearbeitet hatte, ist nicht erschienen, weil der Münchener Lithograph das Manuscript als Pfand behielt, als Heger starb, ohne dass die bis dahin aufgelaufenen Druckkosten bezahlt wurden. Der Prager Verein hat es später als schätzbare Reliquie eingelöst. Hegers Nachfolger auf dem Prager Lehrstuhl, Krousky, gab kein Lehrbuch heraus; übrigens wurde die czechische Sprache bis 1860 in gebildeten böhmischen Kreisen wenig gepflegt, erst mit dem Octoberdiplom 1860 traten die slavisch sprachlichen Bestrebungen in den Vordergrund. Der 1859 gegründete Gabelsberger Stenographenverein spaltete sich bald in einen czechischen und deutschen Verein, obgleich beide Vereine beide Landessprachen pflegten und bei der Zweisprachigkeit der Bevölkerung und des Landtags pflegen mussten; der czechische Verein behielt den Namen I. Gabelsberger Stenographen- Verein zu Prag bei. Die Prager Stenographen beklagten sich bald darüber, dass die Gabelsberger'sche Stenographie wenig zum Nachschreiben czechischer Reden geeignet sei, und 1861 erfolgte seitens des I. Prager Vereins eine Concurrenzausschreibung für eine bessere Übertragung. Nachdem diese erfolglos geblieben war, arbeitete eine Commission des Vereins, bestehend aus Prof. Novotny, Dr. Brzobohaty, Faigl, Konrad, med. cand. Novotny, Stand und Tauer unter Benützung der eingelaufenen Concurrenzarbeiten binnen Jahresfrist selbst eine Übertragung aus, welche als Tßsnopis cesky 1863 erschien. Die Abweichungen derselben von der deutschen Stenographie waren nicht gering, selbst die Buchstaben p und g waren vertauscht worden. Im Dresdener Correspondenzblatt erblickte man dadurch die Einheit des Gabelsberger'schen Systems gefährdet, aber auch Gzechen, von denen einer eine Kritik in den »Österreichischen Blättern für Stenographie« (in Wien) veröffentlichte, waren nicht mit allem einverstanden. Unrichtig ist es jedoch, dass das Dresdener Correspondenzblatt vom Wiener Verein beinflusst worden sei, denn erstens waren dazu die Verhältnisse zwischen Wien und Dresden zu gespannt (s. S. 79), zweitens hat sich der Wiener Verein mit dieser czechischen Arbeit nie beschäftigt, sondern dieRedaction der »Österreichischen Blätter« hatte die Kritik von einem Czechen nach seinem besten Wissen und Gewissen abfassen lassen. Die Czechen ließen infolge dessen den Namen Gabelsberger bei den folgenden Auflagen weg, worauf das Dresdener Institut nachträglich die czechischen Änderungen anerkannte, womit zugegeben wurde, dass das Gabelsberger'sche Alphabet für die slavischen Sprachen nicht geeignet sei. Die leitenden Männer des I. Prager Vereins besassen soviel Ansehen, dass der TSsnopis alle anderen Bearbeitungen des Gabelsberger'schen Systems verdrängte; sie wurden in die Lehrerprüfungscommission berufen und der TSsnopis als Lehrbuch für die czechischen Lehrcurse approbiert. In Böhmen entwickelte sich ein reges stenographisches Leben, die czechischen Stenographenvereine hielten 1866 in Pardubic, 1885 in Prag und 1888 in Brunn Stenographentage ab. Der letztere zeigte übrigens, dass der TSsnopis die czechischen Wünsche noch keineswegs befriedigt hat, es wurde sogar einstimmig beschlossen, dass kein fremdes System für die slavische Slavische Stenographie. 140 Sprache tauge, dass daher jeder Versuch, eine eigene slavische Stenographie zu schaffen, zu gestatten sei, wenngleich einstweilen die Propaganda für den Tesnopis fortgesetzt wurde. Mit der Schaffung einer neuen slavischen Stenographie hat sich in besonderer Weise Anton Krondl in Brunn beschäftigt, und man darf wohl annehmen, dass der Beschluss des Brünner Stenographentages seinem Einflüsse zuzuschreiben ist. Nach den in der Zeitschrift Vestnik tesnopisny 1890 veröffentlichten Vorschlägen desselben ist eine durchgängige Vertauschung der Lautwerte des Alphabets beabsichtigt, wie: Gabelsberger: u ur b w a vi d r k ge l o h g n ng Krondl: c c d h j k Imnpsäöt z z Gustav Hala veröffentlichte 1882 zu Prag eine vollständig bezeichnende Lautschrift für die czechische Sprache, Heinrich Bender in Lunden- burg wendete 1886 Faulviami's Vollschrift auf die czechische Sprache an. Von den übrigen deutschen Systemen ist das Roller'sche 1887 auf die czechische Sprache übertragen worden. Auf die polnische Sprache hatte Bot. Kwasnieivski das Stolze'sche System anzuwenden versucht, indem _er in Michaelis'' Zeitschrift für Stenographie und Orthographie 1857 eine Übertragung veröffentlichte; in Preußen hatte jedoch eine polnische Stenographie keinen Boden. Dagegen machte die Einberufung des galizischen Landtags eine polnische Stenographie zum Bedürfnis. Mit einer solchen beschäftigten sich gleichzeitig Lubin Olewinski und Josef Polinski. Statt gemeinschaftlich an dem Problem zu arbeiten, rivalisierten sie, und da Olewinski sich streng_ an das Gabelsberger'sche System hielt, schloss sich Polinski, um das Übergewicht zu bekommen, an den TSsnopis an. Als daher Olewinski in einer »den stenographierenden Slaven« gewidmeten Brochure ein gleichmäßiges Vorgehen auf Grund des Gabelsberger'schen Systems empfahl, antwortete der I. Prager Stenographenverein in ablehnender und die Übertragung Olewinski's verurteilender Weise. Noch weiter vom Gabelsberger'schen System entfernte sich die Übertragung von Suchecki (H. Gr. S. 360). Seit Olewinski's Tode ist der Streit in Stillstand gerathen, Polinski behauptete das Feld, zumal Suchecki als Eisenbahnbeamter in Wien für seine Übertragung nicht eintreten konnte, aber auch die Verbreitung der Stenographie in Galizien ist in Stillstand gerathen. Auf die slowakische Sprache wurde die Gabelsberger'sche Stenographie von Emil Cemy 1868, auf die wendische Sprache dieselbe von Michael Hornik in Bautzen übertragen; beider Übertragungen blieben theoretische Versuche. In Kroatien machte die Einberufung des Landtags eine Stenographie zur Notwendigkeit. Der Gabelsbergerianer Professor Franja Magdic nahm die Verhandlungen desselben mit seinen Schülern auf, eine 1864 erschienene Übertragung lehnte sich dem Prager TSsnopis an. Die Slovenen blieben mit der Stenographie länger als die übrigen Slaven zurück, da in der ersten Zeit auf dem Landtage zu Laibach deutsch gesprochen wurde. Erst nach dem Siege der slovenischen Nationalpartei 1868 wurde eine slovenische Stenographie zur Notwendigkeit. Die ersten slovenischen Stenographen, Tansek und Dr. Stevipihar, haben ihre Stenographie nicht veröffentlicht. Professor Hafner, der eine sich eng an das Gabelsberger'sche System anschliessende slovenische Stenographie ausgearbeitet hatte, konnte dieselbe nicht veröffentlichen, da die Matica slovenska, , welche das Buch drucken lassen wollte, die Arbeit dem I. Prager Stenographenverein zur Begutachtung vorlegte, von diesem eine abfällige Kritik erhielt und von der Herausgabe derselben absah. Unterdessen hatte sich 1 5****** (Stefan Dohrossy), Sten. nach dem System Taylor, der ungarischen Sprache angepasst, Pest 1843. Anton Gyurits, Über die Sten. in theor. und prakt. Beziehung, Pressburg 1844. Nicolaus Nagy, Ungar. Stenographie, Pest 1861. Ludwig Gaszner, Kurze Lehre der auf die ungarische Sprache adaptierten Schnellschrift (Sten.), Pest 1861, 2. Aufl. 1862. Josef Bonyhay Dr., Debrecziner Stenographie, Debreczin 1868. Emerich Leszlenyi, Wie soll das Gabelsb. System verbessert werden? Raab 1875. Ders., Positive Vorschläge, 1875. Anton Kele, Kritische Arbeiten, Budapest 1877. 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Ders., Der Militärstenograph, 1889/90 (bloß 4 Nrn, erschienen). Soma Forrai, Der hauptstädtische Stenograph, Budapest 1880—87. J. Kozäry, Stenographenblatt, Budapest 1884—86. Dr. Karl Rönay, Budap. Sten., 1887—93. Josef Mihälyovics, Concordia, Pressburg 1886—93. Ludwig Haldsz und Desider Jukö, Der Szarvaser Stenograph, 1890. Franz Balogh, Der Debre- cziner Stenograph, 1S91—92. Johann Bodogh, Stenogr. Organ, Szegedin. System Arends. Prof. Fr. Dohnänyi, Die von Arends begründete Stenographie, 1873, 2. Aufl. 187S. Ders., Panstenographie, Pressburg 1877, 1887. 1 56 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. System Faulmann-Erdelyi. Victor Erdelyi, Lehrbuch der von Prof. Faulmann vereint. Gabelsbergerschen Sten., Budapest 1894. Geschichte und Polemik. Ung. (Markovits?), Das Bessere möge siegen. Kurze Vergleichung der beiden Systeme (Markovits und Fenyvessy), Budapest 1870. Dr. Ladislaus Fayer, Das mündliche Verfahren und die Stenographie, Budapest 1870. Enterich Leszlenyi, Ars Tironia, Raab 1875. Richard Hladik, Methode des stenogr. Unterr., Raab 1875. Stefan Kovücshäzi, Pantographie (Universalschrift), Budapest 1877. Dr. Ladislaus Gopcsa, Das Vierteljahrhundert der modernen Litteratur der Sten., Szamosujvär 1877. Bela Vikar, Stefan Gäti's Steganographie in Verbindung mit der mod. Sten., Ausgabe der ungar. Akad. d. Wiss., Budapest 1889. Soma Forrai, Kritik über die absolute ungar. Sten. Dr. Aurel Szalägyi's, Budapest 1892. Finnische Stenographie. Kaiser Alexander II. ließ die finnischen Landstände, welche seit der Einverleibung Finnlands in Russland (1809) nicht zusammenberufen worden waren, 1867 wieder zusammentreten. Da dies schon bei den Reformen von 1860 vorausgesehen ward, wurden von der finnischen Regierung drei wissenschaftlich gebildete Männer nach Deutschland geschickt, die Stenographie zu erlernen. Dieselben begaben sich nach Leipzig, wo sie bei Dr. Albrecht die Gabelsberger'sche Stenographie erlernten, welche von /. E. Swan auf die schwedische Sprache übertragen wurde, dessen System später von August Fabritius u. A. verbessert worden ist. Zugleich wurde die Stenographie auf die finnische Sprache übertragen; und zwar von L. Neovius nach Gabels- berger's, von Wilhelm Fabritius nach Stolze's Grundsätzen. In früherer Zeit war Schwedisch die Umgangssprache der Gebildeten, nachdem aber seit 3 Jahrzehnten höhere finnische Schulen bestehen, wird auch im Landtage die finnische Sprache gesprochen, wo sie von den geistlichen Ständen und den Bauern gebraucht wird, während sich Adel und Bürger der schwedischen Sprache bedienen. Die Verhandlungen der Stände werden von dem 1871 gegründeten Stenographenverein zu Helsingfors aufgenommen. Litteratur. L. Neovius, Oppikirja Suomalaisessa pikakirjoituksessa Gabelsbergeriu, Helsin- gissa 1883. — Program for Lyceum i Borga at i Nyberg, Borga 1886. Vilho Sederholm, Lukuhargotuksia suamalaisessa, Helsingfors 1884. Soc. Sten. de Finlande, La Sten. en Finlande, Helsingfors 1889. Die Stenographie bei anderen VölJeem. Als im Jahre 1876 ein Parlament in der Türkei zusammentrat, wurden französische Stenographen beauftragt, die türkischen Reden (französisch) zu stenographieren und dieselben dann (türkisch) umzuschreiben. Später behalf man sich mit currentschriftlicher Aufnahme, so gut es ging. Diesen Anlass benützte M. Grünbaum in Budapest, um die Gabelsberger'sche Stenographie ins Türkische zu übertragen, und Dhionnet wendete das System Duploye auf's Türkische an. Das türkische Parlament bestand jedoch zu kurze Zeit, Die Stenographie bei anderen Völkern. 157 um die türkische Stenographie zur Anwendung gelangen zu lassen. Ob jemand Grünbaums Übertragung verwendet hat, ist nicht bekannt geworden. Dhionnet gründete 1877 das Journal La Turquie Stenografihique. In Ägypten soll De Vaujant-Bey vom Khedive beauftragt worden sein, die Duploye'sche Stenographie zu lehren, auch soll ein Ingenieur der Suez-Com- pagnie, Herr Saint-Pierre de Montzaigle, die Duploye'sche Stenographie in Ismaila gelehrt haben. 1887 wurde dieses System an der Hauptschule zu Trapezunt von Geistlichen eingeführt. Ein Armenier, J. H. Atanase Tiroyau, welcher in Italien die Gabelsberger'sche Stenographie kennen gelernt hatte, gab zu Venedig 1888 eine Übertragung dieses Systems auf die armenische Sprache heraus. Auf die persische Sprache soll H. Jantsch die Gabelsberger'sche Stenographie 1865 übertragen haben, doch ist es zweifelhaft, ob Jantsch, der als Techniker in Wien an einem Lehrcurs der persischen Sprache Theil genommen haben dürfte und später Schauspieler und Theaterdirector wurde, die persische Sprache erlernt hat. Auf die Dinka-Negersprache wurde die Gabelsberger'sche Stenographie von Mitterrutzner angewendet, der einen Negerknaben zu erziehen hatte. Ob die Dinkaneger die Gabelsberger'sche Stenographie angenommen haben, ist nicht bekannt geworden. Auf die madagassische Sprache wurde Pitman's Phonographie von A. Taedie, dem Eigenthümer und Herausgeber der »Madagascar Times« übertragen, der ein Lehrbuch veröffentlichte und einen Curs leitete. Die Reden der Königin sollen von einigen seiner Sclaven aufgenommen worden sein. Japan, welches gegenwärtig die europäische Cultur eifrig nachahmt, konnte auch in der Anwendung der Stenographie nicht zurückbleiben; doch boten sich hier größere Schwierigkeiten als anderwärts, da neben der gewöhnlichen Umgangssprache noch eine Schriftsprache besteht, welche auf den chinesischen Zeichen beruht, was auch der Anwendung der europäischen Currentbuchstaben im Wege steht. Die Umgangssprache soll nicht genügen, um tiefere Gedanken auszudrücken, und doch konnte nur diese der Stenographie zu Grunde gelegt werden. Der erste, welcher die Stenographie in Japan anwendete, soll Minamoto Koki 1881 gewesen sein; er ertheilte in seiner Schule 1882—87 in der Stenographie Unterricht, musste aber, nachdem er sein Vermögen der Stenographie geopfert hatte, den Unterricht aufgeben. Auch seine Versuche, Stenographenvereine zu gründen, hatten wenig Erfolg; seit 1863 besteht ein kleiner Verein, dem Stenographen verschiedener Systeme angehören, denn auch hier bildeten sich bald verschiedene Richtungen aus, wie das System von Wakabagaschi Kanzo, das von Naotake Kanda u. a. Kanzo's Buch ist 1886 in zweiter Auflage erschienen. Das 1891 eingeführte Parlament wirkte belebend auf diese Bestrebungen, es sind in demselben je 17 Stenographen für Ober- und Unterhaus beschäftigt. Es wird jedoch berichtet, dass vornehme Japaner ihre Reden auf einige einleitende Worte beschränken und dann einen in der Schriftsprache abgefassten Vortrag dem Hause übergeben. An einer Handelsschule zu Tokio wird Stenographie gelehrt, ebenso an einer von der Staatszeitung begründeten Schule. Besonders starke Verbreitung soll die Stenographie unter den Polizisten gefunden haben. Von China wird berichtet, dass Pitman's Stenographie von Chinesen erlernt und angewendet werde. Was oben über die japanische Schriftsprache gesagt wurde, gilt auch von der chinesischen. Man müsste ausser Zeichen für Consonanten und Vocale auch musikalische Tonzeichen anwenden, 158 Die Stenographie im 19. Jahrhundert. um die Schrift verständlich zu machen, wie dies bei den Transscriptionen in Lateinschrift geschehen ist. Über die Einführung der Stenographie bei den In di an er stammen im Nordosten von Amerika berichtet der Missionär R. P. Le Jeune, dass, als im Juli 1890 sich die wichtigsten Missionäre um Monsignore Durieu versammelt hatten, die Rede auf die Schwierigkeit kam, die bei den Indianern gebräuchliche Silbenschrift auf die Sprache aller Stämme anzuwenden, da ein Stamm die des andern nicht versteht. Da äusserte ein Missionär; »Warum versucht man nicht die Stenographie, deren Zeichen so einfach sind?« Der Bischof billigte dies, und Le Jeune versuchte mit Erfolg die Anwendung der Dußloyersehen Stenographie auf die Indianersprachen, wozu der Papst 1893 die Genehmigung ertheilte. Es giebt über 300 im Lande zerstreute Indianer, welche diese Stenographie kennen; sie schreiben einander und unterrichten einander. Blindenstenograpliie. Die Blinden, welche durch Betasten erhaben gedruckter Buchstaben Gedrucktes entziffern, finden eine Schwierigkeit in den langen Wörtern der Currentschrift. In England gab Lucas 1850 ein System of Teaching Blind to Read heraus, welches erhabene stenographische Zeichen mit Abkürzungen enthielt. Goivring veröffentlichte eine Bibel in dieser Schrift. Gleiche Bestrebungen verfolgten James Hatley Frere 1850, Edmund C. Johnson 1853, Dr. S. G. Hoive in Boston, Wm. Moons, BelVs Universal Writing, 1S70, Broivn und Holland in den Shorthand News 1883. 3£usi7calische Stenographie. Dem Gedanken, die Musik in gleicher Weise aufzuzeichnen wie die Reden, soll schon Bordley in seinem Cadmus Britannicus 1787 Ausdruck gegeben haben; er wurde später von dem Engländer J. Austin, von dem Franzosen Prevost und von dem Deutschen Baumgartner wieder aufgenommen, welch letzterer das Gabelsberger'sche System zu Grunde legte und auch dessen Kürzungen auf die Musikstenographie übertrug. Diese und andere Versuche hat jedoch Edi-sorts Phonograph überflügelt, der statt der Zeichen die Stimmen selbst wiedergibt. Litteratur. J. Austin, A System of Stenographic Music., Glasgow (1820). Hippolyte Frevost, Stenographie musicale, Paris o. J. Ders., Musikalische Stenographie, Paris und Leipzig. Ders., Stenografia musicale (ital.), Paris. Dass. englisch von R. Lincoln, London 1849. De Staines, Musicography, 1839. Herslowe, Phonodion in the Phonarthron, 1840. Parkhurst in The Plowshare, 1852. (Baumgartner), Kurzgefasste Anleitung zur musikalischen Stenographie, München 1853. Thomas Roberts, Musical Shorthand, 1875. Wallis, Musical Shorthand, 1885. Graf Zichy-Ferraris, musikalische Stenographie, Wien 1885. Phonetic Journal, 1887. Rambach, System einer Musik- Stenographie, Zürich 1893. Namen- und Sachregister. S J A. Abbreviaturschrift .... 72 Abkürzungen, hebräische. . 19 Adair, James...... G3 Adair, Patrick.....28 Adam, H........ 101 Adam, S. F.....78, 110 ff. Adams, Alex...... 16 Adams, James . . . . 43, 62 Addlebrains...... 07 Addy.......23, 30 Adelung......10, 30 A. I). R........20 Adler.....00, 100, 111 Adorjan......154, 155 Advocaturstenographie. . . 77 Afrika........ 120 Aguirrezabal.....143, 144 Aegypten.....1, 129, 157 Alm........ 81 Aime-Päris 118, 119, 123, 124, 125, 120, 130, 131, 135 Ainsworth....... 10 Aitchison Jasper .... 43 Aitchison John..... 43 Akademie, sten......84 Albrecht 77 ff., 81, 80 ff., 102, 104, 100, 108, 150. Aldridgo......32, 30 Alexander II .....147, 150 Alge.......110, 111 Algoet........ 119 Alien, G. G.......58 Allen, H. 13.......08 Allen, James Madison. . 47, 57 Allen, T. J.......00 Allen, T. W...... 19 Almeida....... 145 Alonso y Diaz.....144 Altamirano...... 143 Alteneder......80, 108 AltstolzCscho Schule ... 88 Alvarez....... 17 Alvcrmann...... 114 Amablo-Iiegambert .... 132 Amanti .... 136, 137, 139 Amerika . . 27, 34, 40, 50, 129 Amnle........120 44 Anderson, Ct. K..... CO Baguet.... . 135 Anderson, James Ma.itln.nd . (!G Bailey, A. Keycs 53 Anderson, Tu. . . . 8, 13, 57 Bailey, John 10.. .8, 21 Bailey, l'hinehas Bailey, W. 11. . 59 Baillie .... 00 Andrews, Stephan Pearl 40, 61, 68 Baker, Arthur M 58 Baker, O. E. 00, 07 Anteil . . . G, 7, 20, 88, 39 Baldi . . . . 140 Annet, l J ctcr .... 20, 32, 3!) Balos .... 21, 30 Ansgar....... 15 Balg . . . . 142 Antono vi eh......150 Ball . . . 28 Appolonius......IS Ball, \Y. J., . 03 Approbation von Lehrbüchern 90 Balogh, Andor . 155 Balogh, Franz . 155 Archenholz...... 37 Banvard . 59 124, 131 ArendB 80, 87, 01, 04, 96 ff., 114, Baresc . . 151 120, 121, 137, 143, 153, 155 Baring . 10 Arcnds System (Literatur) . 114 Barlow 60 Argentinien...... 148 Barlowsky 09 Ariban..... . . 142 Barmby 29, 38 Armenien .... . . 157 Barnes, Arthur J., 8, 03, 08 Barnes, Louisa E., 50 58 Baronsky . Barrington . 114 07 . . 17 Ashton, Hob.. . . 31 Bartor . 47, 59 Ashton, Samuel . . . 30 Barthel, Karl . 109 Assen..... . . 10 Barthel, Paul . 111 Astier . . . 124, 1 31, 137, 140 Bartholomew 59 28 Auerbach, Herrn. . . 103 Bartolini . 140 Auerbach, L. ... . 114, 115 Barton . 53 Bas . . 142, 144 Augnstus .... . . 13 Bast . 18 . 133 Autcnrieth . . 109 Battlstic . 137 Baudoin . 120 Bauer . . . 113 B. Baum . 103, 151 Baumann 94 101, 103 Baboeuf .... . . SO Baumeister . . 59 110 ff., 113 Baumgarten . . 92, 99 . . 158 Badtke .... . . . 113 Bazin" . . . 133 i6o Namen- und Sachregister. Bealc, Charles 0. . . . 59, 07 Beale, Joseph.....50 Bean........128 Behie........111, 113 Becattini.......140 Becher....... 20 Beck, Gg.......108 Beck, V. Walt......114 Becker........74 Becmann....... 20 Begemann.......117 Behrendt......80, 90 Bohrens, T.H., 09, 94,101,110,112,133 Behrens, Willi. . . . 111, 113 Belgien.....129, 130 Bell, A. George.....58 Bell, Alexander Melville 47,55,158 Bell, H........ 00 Beilin........134 Bolz........94 Bemho........15 Bender......149, 162 Benecq....... 12G Bengough, Geo..... 67 Bengongh, Thomas . . 05, 07 Bennett, Eugene .... 58 Bennet, John .... 42, 53 Benson.......5g Benz........70 Berg, H. J....... ua Berg, O........ lla Bergen....... 10 -, Berger........54 Berger, Isidor .... 107, 109 Bergsten......120, 122 Berichterstattung f. Zeitungen 77 Bert........67 Berthold, G......114 Berthold, J. G. . . 09, 71, 98 Berthold, V. M.....58 Bertin 35, 40, 68, 70, 119, 123 ff., 130 Beskow.......122 Beyer.......104, 108 Beycrlen .... 90, 101, 103 Bezensek.....150, 152 B. F.........28 Bianchi ....... 140 Bianchi, G.......139 Bianchini......137, 139 Bihliandcr......15 Biechy........105 Biederbeck......110 Bielcke....... 26 Bielich.......103 Bicrey......85, 88, 104 Bigelow.......53 Biggs........39 Billharz.....73, 74, 93 Binder, Adolf.....117 Binder, C. Fr.....80, 09 Bindoni....... 141 Bingham.......53 Binmore.......65 Birrell........02 Bislion.....8, 59, 65 Bitter........ 111 Bittner.......105 Bittner, W......110, 113 Black........59 Blackburn......65 Blair........53 Blake........60 Blanc . . . .09, 124, 131, 147 Blanchard.....33, 34, 39 Blanco.......143, 144 Blandcmoro......51 Blaney........ 24 Blank........114 Blenck........ 9 Bleyer.......102, 104 Blindenstenographie . . . 158 Bliss........62 Blondeau de Cornhas . . ■ 123 Biosset........38 Bluet........ 129 Blumentlial......75 Blanden......42, 55 Bobhett......41, 52 Böckh.......17, 18 Bodogli....... 155 Bogaert......118, 119 Böhme........100 Böhmen.......148 Boisduval......125, 131 Boissierc....... 133 Bolafiio......140, 141 Bond, 1?........ 66 Bond, It........ 06 Bonfantini......140 Bonitz........92 Bonyhay......X58, 154 Booth........ 01 Boothcy....... 60 Borchers....... 57 Bordley.....33, 40, 158 Borgenstrüm......122 Born.......94, 100 Borsos.......153, 154 Bosianu ....... 14G Bossaert......118, 119 Bossuijt .... 118, 141, 142 Boswell.......33 Boswell, H. A...... 8 Botley.......28, 30 Bouclon....... 133 Boulanger.......133 Bourgoin.......133 Boutin.......125, 132 Bowor........59 Box........00 Boyle.....46, 61, 04, 66 Bradke........ 147 Bradley......42, 55 Braikowski......151 Brand, Thomas.....52 Brand van Straatcn . . 118, 119 Brandt........121 BrasB........ 113 Brasilien.......145 Braun........110 Brauns, Julius . 94 ff., 101, 122 Brauns, W......121, 122 Braut .... 01, 09, 116, 117 Brede......70, 73, 98 Brenas........ 133 Breton.....123, 132, 130 Brettel........05 Breuer........117 Brey........]12 Brice........131 Bridge........59 Bridges.....3, 28, 36 Bridoux....... 133 Briggctt......124, 131 Briggs........ (;r, Bright......20, 21, 24 Brisson.......10 Bristow....... 53 Bröcker.......113 Broderick....... 07 Broglio....... 141 Bronson....... 59 Brouaye.......132 Brown, C. J......57 Brown, B. S......55 Brown, Henry iE.....59 Brown, J.......38 Brown, Wm. H. . . 05, 07, 158 Browne.......60 Browne, Alfred H.....03 Browne, A. M......59 Browne, D. Jj.....07 Browne, F. H...... 07 Bruce.......57, 133 Brücke.......4, 5 Brückner, Kd...... 100 Brückner, Gust.....113 Bragsch.......1, 5 Brumby....... 55 Bryant........ 40 Bryant, J. B. . . • ■ . 67 Brzobohaty......148 Büchmann......12 Buchstabenschrift . . . . 1 ff. Buck.......44, 54 Buckel .... 103, 105, 108 Buckley.......05 Buggel........ 36 Buehler.......57 Buisson.......127 Bulgarien....... 150 Bungencrone......38 Burke........34 Burnz.......40, 02 Burton, s. Button .... 28 Buschendorf......37 Bussmann......H^ Bustamante .... 143, 144 Bntterworth......66 Button........28 Buxtorff....... 10 Byrom 29 ff., 33, 38, 41, 09, 73 Namen- und Sachregister. 161 C. Caccini....... 141 Cadet.....123, 125, 181 Cadman......43, 54 Cadres Härmet .... 125, 131 Callcnder......48, 59 Calmus......... 133 Oalvo........144 Calzoni.......140, 141 Camana.......143 Cameron......42, 55 Ciimmerer......78, 98 Campbell, J. S......69 Campbell, Thomas .... 64 Canada ....... 130 Caninius.......12 Cannon ■...... G4 Camido-Stampacclria . . . 141 Capen, John L......56 Capen, B. B......59 Cappelen......120, 121 Cappeletti....... 141 Cardiff.........64 Carolus ........ 10 Carpenter, William.... 54 Carpenter, "W. M.....59 Carpentier...... 131 Carpontior, D. P. . . . 15, 16 Carr........50 Carstairg......42, 52 Cartier.......49, 60 Cartwright.....23, 27 Cary........40 Caesar........13 Cassianus....... 14 Castilho, Alex. M. de . . . 132 Castilho, Jose? Fei. de . . . 132 Castillo.......143 Caterino....... 139 Cato.......14, 17 Caton........00 Cautin........133 Cavalli......9, 141 Cave.......33, 34 Cavendish.......34 Cavillier.......128 Cec-chet....... 141 Cerny.......149, 151 Chamberlain...... 66 Chandler.......50 Chaquel.......143 Chartier....... 129 Chase........58 Chatham.......34 Chauvin......125, 132 Chceus........ 25 Chesnier.......132 Chifferiel....... 68 Childerstone...... 63 Childs........ 57 China.......1, 157 Chinazzi ...'... 140 Christ.....104, 105, 109 Christie, A....... 69 Christie, Balph D. Christien . Cicero .... Cipolla . . Clark .... Clarke, Henry . Clarke, Hewson . . . 07 . . 56 . 9, 11 ff. . . 15 . . 57 . . 40 . . 0 Clarke, J.......43, 54 Clarmann....... 117 Clason......121, 122 Claus . . 04, 101, 110, 111, 113 Clayton ......29, 39 Clement......123, 131 Clephane....... 57 Clifford........9 Clive........42, 52 Close, Bmery P...... 07 Close, F. N.......69 Cloud........ 39 Clouzet........ 131 Cobbin.......58, 67 Coggeshall......64 Cogswell......50, 67 Coleman......42, 56 Colerus........ 10 Coles.....0, 7, 28, 30 Colhoun....... 67 Collol........142 Colomb-Menard.....132 Colombetti......140 Combes........131 Combinationstahelle ... 31 Comenius....... 22 Conoil......141, 142 Concurrenzschreiben ... 85 Condorcet....... 35 Conen de Prepean 118, 119, 123, 124, 125, 126, 128, 131. Congres, Bureau de ... 5 Conn 8, 77, 78, 83ff., 89, 00, 101, 102, 104, 106, 108. Conrad........ 113 Conrad, Walter.....142 Conrot........132 Consoni.....ISO, 130 Contet........133 Conway.......33 Cook........66 Cooke, J........ 60 Cooko, John Henry . . 42, 53 Coombc.......59 Cooper, C. H......60 Cooper, G. H......53 Cooper, Thompson . 8, 21, 41, 56 Copo........ 65 Cornet y Mas .... 142, 144 Correspondonzhlatt d. Instituts 81 Cortcis y Suana..... 144 Corti......137, 139 ÜOSBard . . . . 3, 24, 25, 27 Coulon de Thevenot 34, 35, 37, 39, 123, 124, 126, 131, 130, 137, 142. Coulter.......55, 00 Faulmann, K., Geschichte und Litteratur der Stenographie. Cousin ...... . 35, 126 Convrat......9, 132 Cox........ 67 Craddock.......03 Craig........66 Craigmiles.......68 Crain........00 Cramer......110, 112 Crane........59 Cranmer.......20 Crary........56 Crome, A........40 Cromo, John.....31, 42 Cronin........67 Cross, H. A......49, 50 Cross, J. Geo . . . .57, 07, 68 Cross, Thomas.....55 Cross, Walter......28 Croxton.......68 Cruces......143, 144 Cruciger......20, 36 Cumming.......38 Cunha o Silva...... 145 Curö de St. Laurent. . .34, 40 Currentschrift, abgekürzte . 19, 50 Currentschrift, vereinfachte 86, 92 Current-Schnellschrift ... 71 Cursive Stenographio 33, 43, 97, 126 Cursivsehrift......2 Curtis.......42, 53 Cuvellier.......67 Czajkowski...... 151 Czanädy.......155 D. Dahlgren.......121 Dahms.......91, 110 Dalgarno....... 27 Dänemark.......120 Dangorfiold.....42, 52 Daniel........65 Daniel, A.......116 Daniels.......58 Daniker.....no, 111 Dannenberg .... 109, 111 Danzer 08, 80, 98, 141, 142, 152,153 Daroy........ 67 Dassevillo.......132 Davidson......44, 55 Davies .......48, 59 Davis.......57, 60 DaviBon.......58 Dawson, Noble B.....57 Dawson, Bob......54 Day, Alfred......89 Day, H. W.......54 Dean, Frank S......58 Dean, H. M.......00 Dearborn.......08 Debes........60 Degani........140 Degener.......116 Dehee........132 Dekker......118, HD II IÖ2 Namen- und Sachregister. Delaino......54, co Dclaunay . 123, 129, 130, 133, 135 Delpino . . . 13G ff., Hl, 142 Dclsart.......122, 123 Dement......50, 68 Deming.......65 Demming....... 65 Demortier....... 133 Denkmal für Gabelsbcrger . 93 Däpoin .... 123, 134, 135 Deshaies.......136 Desmanest...... 131 Dcßßau.......3 20, 121 Dettmann . 48, 59, G8, 110, 113 Deutschland .... 25, 36, 68 Deutschmann .... 111, 113 Dhionnet......120, 156 Dickens......41, 65 Dickson....... 59 Dieckmann.....111, 114 Dierk........ 105 Diers........ 114 Dietz ........100 Dietze, A....... 115 Dietzo, Herrn...... 113 Dimbleby.......56 Dinkaneger...... 157 Dio Cassius.....11, 12 Diocletian.......13 Dircks......... 5q Dix, Henry . . . . . 23, 27 Dix, H. A. L.....86, 100 Dixon....... . 65 Djordjevicz...... 150 Dlussky......147, 151 Dobrossy......153, 154 Doekalik....... 116 Doddridge.....20, 40 Dodge........53 Dohnunyi......154, 155 Dole......... 135 Dominguez......144 Donaldson....... 67 Donat........ 20 Doran........59 Dörfer.......107, 108 Drablje.......... 118 Drako......... 55 Drechsler, Franz Emil . 78, 101 Drechsler, G. ..... 102 Dreinhüfer . . . . . 110, 112, 113 Dresdener Dcschlüsso 81, 82, 84, 89 Dricsslein.....05, 100 Driscol........ 63 Drouet .........133 Druckschrift...... . . . 2 Dublar........132 Dubols........132 Duchant......80, HO Dufresne....... 134 Duhn ........ 113 Dnjardin......120, 132 Dumond.......132 Duncan 52 Dundas....... Dunkmann...... Dunlop....... Duployö, Emil 5, 48 ff., 05, 119, 120, 123, 126 ff., 133 138, 143, 145, 156 ff. Duployß, Gust...... Dupont....... Dupont, I 1 ....... Dupuy.......136, Durand....... Düren........ Dürich........ Durieu........ Dutertrc......126, Dütschkc....... Dutton........ Dyer....... <>5 E. Eamcs........58 Ebner........ 109 Edelmann....... 108 Edison..... .50, 158 Edmence....... 56 Edmonds......43, 54 Edmunds.......60 Eggers.....85, 88, 106 ff. Ehrenberg...... 116 Kicke......86, 96, 99 Einheitsbestrebungen ... 80 Einzeiligkeitsbestrebungen 90, 93 Eisenmenger .......132 Ekkeliart......, 15 Elisclier....... 155 Elliot........58 Ellis, Alexander John 46, 55, 60 Ellis, Miss.....40, 58 Ellison von Nidlcf .... 08 Eiterlein....... 109 Elven van......118 Enfield......42, 53 Engelbrecht...... 116 Engelhardt . . . ü0, 103, 104 England . . . . 19 ff., 28, 40 English........58 Ennius.......9, 11 Enos........ 66 Erdelyi. . . . . . .154, 156 Erdmann, Dr...... 100 Erdmann, Friedrich, Dr. CO, 98, 118 Erkmann ...... 8, 90, 99 Erschow ........... 8 Becalante y Moreno . . 143, 144 Eseherich . . . ... . 117 Escobar....... 143 Essenhigh......42, 55 Estlander .......122 Eusebius.....6, 11, 18 Evans, Henry R. . . . 58, 65, 67 Evans, T. W.....56, 57 Everardt . . . . . 8, 24, 27 Evorett......55, 57 Ewen . . . . . .... 39 Ewing........40 Ewington......41, 51 Eyk van .... 118, 141, 142 Eyro........54 F. Fabricius ........ 112 Fabricius, Joh. Alb. .... 20 Fabritius, Aug. . . 121, 122, 150 Fabritius, Willi..... 168 Facy........28 Faigl......... 148 Falk......... 02 Faludy.......154 Fancutt......44, 54 Farr......42, 44, 63 Farthing......24, 27 Farulli......140, 141 Faulmann 5, 7, 8, IG, 19, 21, 82, 84, 80, 80 ff., 94, 90, 102, 104 ff., 110, 117, 140, 150, 154, 150 Faulmanns System (Litteratur) 110 Faiivel-Gourand.... 42, 55 Fayer, Ladislaus . . . 155, 150 Fayer, Julius..... 155 Fayot .... 70, 80, 120, 132 Fearn........ 07 Foeny.........54 Fehlmann.......90, 100 Fcichtinger.....93, 100 Foldmann....... 101 Folsch.......80, 99 Feising....... 111 Fcnzi, Ces........ 141 Fenzi, G.......140, 141 Fenyvcssy.....153, 164 Fonyvcssy'sSystcm (Litteratur) 154 Ferrari .......139 Fesler........00 Festus......... 10 Fett......• . . 107 Feutry.......34, 39 F. Gy......... 155 Fioh.......120, 121 Fiedler....... 151 Fiowoger .... 110, 111, 113 Finn........53 Finnland....... 150 Fischbäck.....00, 80, 90 Fiscber, F....... 110 Fiscber, G. A.....90, 100 Fischer, O. K......94 Fischer, O. E......100 Fischer, V .......108 Fischer, Eobert 8, 19, 82, 90, 102, 104, 100, 107 Fish.......00, 05 Fisher........59 Fitch-Undorhül..... 02 Fleischer .... 94, 101, 111 Fleirichhacker...... 8 Fletcher.......05, 00 Floyd........42, 52 Fogg............ 27 Namen- und Sachregister. 163 Folkingham...... 27 Fontaine, 3P. G. de ... 59 Fontaine, Löon . . . . . 133 Ford.......66, 67 Forerunner......08 Forlani ..... .137, 189 Forrai.....■ .- .155, 156 Forster, F......47, 50 Forster, T. C......44 Förster, Karl.....78, 103 Förster, "W.......108 Forwick ....... 101 Fossö . . . 6, 7, 125, 131, 147 Fostenrath......100 Foster........54 Fouconnier . . . - . . , 134 Fowler ....... 50 Fracker....... 07 Francini......137, 140 Francis....... 34 Frank . . . . . . . 42, 54 Franke........ 113 Franklin, Benjamin ... 34 Franklin, John.....34 Frankreich . . . .24, 34, 122 Frasch.......m, 114 Fräser........ 65 Frauen als Stenographen . . 50 Fraysse....... 131 Freeman, Henry .... 59 Freeman, John . . . . 44, 56 Frei, H......100, 111 ff. Frei, J........ 110 Fretwell....... G5 Freund .... 93, 101, 111 Frick........113 Friedrich, F....... 101 Friedrich, H......111 Frings........ 100 Fuchs........ 105 Fulgentius...... 13 Fumagalli.....137, 189 Funcke.......114 Funk........ 133 Fünninghausen..... 117 G Babelsberger . 3, 6, 7, 12, 15, l(i, 23, 24, 43,48,49, 70 ff., 88, 89, 01 ff., 90 ff., 101, 103, 104, 119 ff., 120, 129, 137, 138, 141, 143, 146 ff., 153, 154, 150 ff. Gabelsberger's System (Littoratur) 101 Gabagan......05, 06 Gaillard......124, 133 Gaillard, Edm......114 Galizien....... 149 Gallais........134 Gallas........132 Gallet........ 133 Galloway.......54 Ganttcr.......108 Ganz . . • . • . . . . 77, 101 Garat........ 35 Garcia........ 145 Gard....... . 52 Gardet.....123, 125, 131 Gardiner.......52 Gardner, Edwin..... Ol! Gardner, J. K.....42, 54 Gardner, Jobn..... 54 Gardner, Tbomas .... 53 Gardthausen ...... 18 Garriga y Maril. . 142, 143, 144 Gascon.......143 Gassion . . . . - . ■ . . 50 Gaster . . . . • . ... 105 G&szner.....• .153, 154 G4U.......152, 154 Gatterer.....15, 10, 30 Gawtross......41, 53 Gaya y Marzal.....144 ß. B........41, 53 Gebhardt....... 105 Geheimschrift..... 3 Geiger 48, 50, 103, 107, 126, 133 Geijsbeek .... 09, 118, 119 Geiser.......96, 100 Geist.......111, 113 Geldern-Egmont .... 115 Gemeingut der Gebildeten . 74 Gensoul.......133 George.......41, 54 Gerard........16 Gerardi.......140 Gerber .... 77, SO, 81, 100 ! Gerbode......69, 98 Gerichtsstenographen . . 50, 77 Gerin.......137, 140 Gerlach ....... 134 Germanet....... 9 Gersdorf....... 99 Geschäftsverkehr, Ston. im . 50 Gessner....... 18 Gossner, Chr. Fr. ... 20, 30 Gibbon....... 83 Gibbons....... 53 Gibbs.....0, 7, 30, 38 Gibson, s. Westby Gibson. Gidöfalvi....... 155 Giesen . . . . . . . 114 Gilbert........ 00 Gildemeister...... 18 Gillet-Damitto..... 132 Gillo ........ 139 Giinpert....... 70 Ginn.......63, 05 Giorgotti....... 140 Giovanini....... 141 Gitlbauer....... 18 Giudiee del...... 139 Gladow....... 36 Glanville....... 58 Glasbrenner.....78, 110 Gleason....... 57 Glover........ 54 Glühmann...... 110 Godfroy .... 131, 146, 150 Godmer....... 9 Gohorius....... 16 Gokey........ 08 Golm........110 Gomporz . . . ... 17, 19 Good, John......65 Good, Peter P......56 Good, Samuel A.....55 Goodman.......57 Gopcsa........ 150 Gosens.......25, 28 Gossart .... 125, 131, 132 Gössel.......105, 107 Goethe........36 Götrek.......120, 121 Gottschling...... 59 Götz........115 Goudschaal.....118, 119 Gould . . . ■ . 8, 42, 40, 53, 05 Gouraud..... ■ . 8 Gourju.......133 Gowring.......158 Graham, Andrew J. 40, 47, 49, 01, 64, 60. Graham, William ... 29, 40 Grande.......144 Granger....... 60 Grandpiorro......132 Granville.......54 Gratton....... 8 GratzmiUler . . 79, 90, 102, 105 Graudcnz....... 111 Graves.......31, 39 Gray, J. A......61, 57 Gray, Peter......58 Greathead.....• 51 Grebennikow. . . - 9. 147, 151 Greco.....138, 140, 141 Green......• 41, 53 Grcgg.......48, 59 Gregorius......10, 36 Gregory . . . . . . 56, 62 Gregorzcwski.....115 Grellet.......42, 53 Griechenland...... 146 Grion.......137, 139 Griez de Ronso . . . • • 104 Grisehow....... 36 Grogan ... . • ■ • 60 Grosse . . - . . . HS. 133, 142 Grosselin, A. 123, 125, 130, 131, 135, 147 Grosselin, Emil .... 130, 134 Grossi ........139 Grosvenor......53 Grotc.......87, 99 Grünbaum.....133, 156 Grüner....... 91 Grünsch.......110 Gruterus .... 11, 12, 15, 16 Guegan . . . . . . .131 Guenin 8,17, 25, 71,123,130,183,135 Guerra.......142, 144 II* 164 Namen- und Sachregister. Guest......8, 47, 68 Glüzot........ 125 Gundling.......86 Gunn, Alfred.....88 Gunn, E. S.......60 Gunston.......00 Günther.......115 Günther, A.......154 Günther, K. V .....78, 09 Günther, E.......112 Gtlnzl.......»4, 100 Gurney, Joseph .... 89, 52 Gurney, Marin .... 39, 52 Gurney, Thomas 2, 22, 20, 34, 30, 41, 40, 47, 00, 71 Gurney, W. B. & Sons . . 52 Gurney, William .... 52 Gurney-Saltcr, W. H. . . . 51 Gürsching...... 117 Guy........52 Gyurits.....153, 154 Gyurman.....153, 154 H. H. A......... 115 Haan........ 110 Hadley........ 07 Hafner........ 140 Hagen........ 17 Hajnik........ 153 Hala......149, 1B2 Halasz........ 156 Halbmeyer.....73, 98 Hall, Alois 0. .... . 00 Hall, George W..... 50 Hall, William.....66 Hallo........3« Halten........ 114 Halter.......120, 133 Hamann....... 111 Hamersly ....... 50 Hammer......78, 98 Hammond, David ... 44, 55 Hammond, Joseph .... 58 Hampl.......90, 100 Hanaford.......54 Hanak........152 Hanel.....102, 104, 151 Hanoy........02 Hanisch.......113 Hansard.......41 Hansson......121, 122 Hacpe .... 81, 85, 80, 100 Harding......42, 53 Hardingo, li. A.....58 Hardinge, Stewart .... 55 Hargravo.......54 Haoring.......133 Harland.......8, 54 Harmon.......55 Harris.......58, 07 Harrison.......50 Harrison, Frank .... 08 Harrison, W...... 52 Harsdörfer......22 Hart........ 55 Hartliel) ....... 22 Hartnach......20, 28 Hartshorno......08 Harwig......104, 105 Harwin......42, 51 Hasemann ... 90, 100, 133 Haskell....... 50 Haslbruner......117 Hastings, C. H......60 Hastings, Warren .... 34 Hatloy........158 Havcn......8, 57, 07 Havet.......15, 17 Hauffe........ 103 Hauschild.......77 Hauser.......80, 09 Heath, D. W......01 Heath, Thomas .... 28, 30 Heather.......00 Hecht........ 50 Hedwig.......112 Heffley.....8, 17, 50 Hegodüs.......155 Heger 8, 74ff., 79, 101, 104, 147, 148, 151, 152. Heidler....... 109 Heidrich . . . ... . .110 Heim.....09, 70, 80, 98 Heiniger.......90 Heinrich, Ant. . . 90, 103, 104 Heinrich, Th.....103, 104 Heisholt . . . . ... . 121 Heliopulos...... 146 Hellmers.......112 Hempel......105, 109 Hcmperley, F. II .....60 Hemperley, H...... 68 Henke........ 117 Henley....... 33 Henninger.....HO, 133 Henri........38 Henry.......50, 133 Henshaw......43, 53 Hcnze.......73, 98 Hercules de Sunde .... 20 Herget........100 Hering.......93, 100 Herman, Andre.....132 Hermann, B.......100 Hormct .... 130, 137, 139 Herodes Atticus .... 18 Hersherger......113 Herslowe.......158 Heurtel.......133 Hervey......32, 30 Herzog....... 100 Hesse, J. C......00, 08 Hesse, M.......00, 100 Hewett....... 63 Hoyde . . .70, 00, 102, 104, 107 Heym.......110, 111 Heywood.......23 Hickcox....... G7 Hide........ 24 Higham....... 30 Hill........56 Himmelbauer.....103 Hino...... . . . 53 Hindo ... .... 24 Hinrichs.......111 Hinterlechner.....103 Hintern......43, 53 Hirsch...... .114, 115 Hirschberg . ..... . 114 Hirto....., . . . 01 Hjerta.......110, 121 Hladik.......155, 156 Hochmuth......103 Hochsinger . . . . . 150, 152 Hödel........70 Hodges.......59 HodgBOn . . . . 7, 20, 33, 30 Hodson......41, 51 Hody........ 120 Hoffmann, H...... 105 Hoffmann, Job. Jak. ... 20 Hüfl.......01, 100 Hogg........04 Hohlfeld.......108 Hohn........114 Holaä . . ....... 151 Holdsworth.....32, 30 Holland......07, 158 Holloway....... 07 Ilolmyard.......08 Holzapfel.......HO Honig .......77, 101 Hopfol.......102, 100 Hopkins......28, 30 Horaz........ 10 Horlacher......92, 99 Hörn........ 50 Horner....... 50 Hornik.......149 Horstig 37, 40, 68 ff.,, 75 ff., 92, 93, 06 Hort........100 Houston.......55 Hovo van......24 How.......44, 54 Howard......02, 07 Howo........158 Hoyt........63 Hubbell.......55 Hubor, Andr.....120, 121 Hubor, P. Fr...... 117 HUhler........ 107 Hue........ 131 Hueblin....... 133 Hugo.......10, 36 Huling.......60 Hüll, John.....27, 28 Hüll, John S. ..... • 00 Humboldt...... 87 Humpbroy, E. M. Miss . 06, 68 Humpbrey, F. S. . . . 59, 03 Namen- und Sachregister. 165 Himkolc......87, 99 Hunt........ 58 Hunter, Andrew ... 42, 52 Hunter, S....... 57 Hüpschor......92, 99 Hurst.......05, 68 Huxham....... 55 Hyginus....... 15 J. Jablonsky...... 30 Jackowski...... 151 Jackson, George ... 42, 53 Jackson, W. 0. . . . . . 00 Jacobens....... 100 Jacobi.......78, 98 Jacobitti....... 140 Jacobs........ C2 Jacoby........ 113 Jacotot...... 132, 147 Jäger........ 110 Jahne........ 103 Janes........ 58 Janko........ 114 Jankovicz...... 155 Janot........ 129 Janovics....... 154 Janowski....... 147, 150 Jantsch, 1?....... 108 Jantsch, H......... 157 Japan.......1, 157 Jaquet.......75, 70 Jarman....... 00 Jaworski....... 151 Jeake.......30, 39 Jean Paul...... 19 J. E. II ........ 57 Jessing...... 102, 108 Jewel........ 20 Igel........ 105 Igonel........ 130 Jindficb....... 151 Imgart........ 111 Indianer....... 158 Ineichen......70, 98 Institut, kgl. Sachs, ston. 8, 75, 81, 90, 100, 107. Institut stenogr..... 127 Inzäurraga...... 143 Jöcher........ 30 Johansson...... 122 John of Tilbury .... 20 John St., J....... 40 Johnen ... 74, 94, 101, 117 Johnson, Edin. C..... 158 Johnson, Sam. ... 6, 33, 34 Johnston....... 60 Jomard....... 132 Jones, Edward James . . 47, 50 Jones, G. W.....41, 54 Jones, Henry .... 42, 55 Jordan....... 78, 112 Jost......... 116 Joubert....... 133 Joveff........ 150 Jover y Martin Dominguez . 144 Joyce........ 06 Isaacson.....-77, 109 Isenburg...... 107, 112 Isidor.......0, 0 ff. Isola de...... 110, 141 J. S. S........ 30 J. S. S. V. D. M. . . . 25, 28 Italien....... 38, 130 Jubiläumsfeier..... 89 Jukö........ 155 Julius II ........ 15 Jülich........ 113 Junge.......7, 9, 37 Jungius, J. H...... 16 Justinian....... 10 Iwanin . . . . 0, 8, 147, 150 K. Kaeding...... 110 ff. Kahle, 0. Fr.....80, 99 Kahle, C........ 100 Kaiser, F. J. v..... 92, 99 Kaiser, Gizella..... 155 Kammerstenographie ... . 84 Kammoyer ...... 58 Kanda........ 157 Kanitz........ 117 Kanzo........ 157 Kapczy....... 8 Kapretz...... 97, 101 Karolyi....... 153 Kaschnitz....... 109 Kaselitz....... 112 Kauders....... 117 Kaufmann, Paul .... 110 Kaufmann, Samuel.... 57 Kaukovszky...... 155 Kayser....... 05 Keil.......7, 8, 10 Kele....... 154, 155 Kelly.......41, 53 Kemp........ 06 Kennerknecht . . . . 103, 108 Kentisli....... 55 Kerin.......42, 54 Kerkhoff......80, 100 Kerndörfer.....73, 98 Kessler....... 36 Kettner, H........ 105 Kettner, J....... 152 Kimball....... 58 Kimmel....... 59 King........ 24 King, John...... 05 Kingsford......48, 59 Kingston....... G5 Kinsky....... 68 Kirchberger...... 107 Kirchhammer . . . . . 117 Kirchmann...... 102 Kisz........ 155 Kitcbingman.....42, 52 Klar........ 100 Klärner....... 114 Klatocki....... 152 Klein........ . 105 Klüber........ 37 Kluge, J........ 112 Kluge, P....... 94, 110 Knebel....... 117, 118 Knight....... 53 Knispel....... 115 Knobol......80, 99 Knobat....... 115 Knoke........ 100 Knoevenagel 80, 85, 90, 100, 102, 110, 112 Köbko . . ..... 115 Köhler, Ernst..... 115 Köhler, Er. C...... 100 Köhler, Ulrich .... 17, 19 Kohn........ 104 Koki........ 157 Kolb.......92, 99 Kollm........ 113 Kollmann....... 155 König........ 115 Konrad....... 148 Konstantinoff .... 150, 152 Konyi........ 153 Kopp......15, 10, 18 Korb........ 114 Korenew...... 147, 150 Korff....... 140, 150 Kosaucke....... 109 Kossuth....... 153 Kostomarow...... 147 Kotrbelec....... 152 Kovacs...... 152, 154 Koväcshäzi...... 156 Kozäry....... 155 Krafft......82, 83, 102 Kramsall ... 0, 104, 116, 117 Kratky......78, 101 Krause ....... 102 Krause, Dr. Karl 16, 79, 102, 104, 100, 107 Kressler....... 75 Kretter....... 108 Kretzschmar4,77,78,101,103,104,106 Krieg 7, 8, 15, 16, 84, 88 ff., 103 ff., 107, 108, 126, 133, 143, 144 Krist........ 90 Kroatien...... 149, 150 Krondl, Ant..... 149, 151 KroneU, Jos...... 151 Kronsbein....... 107 Kronsky....... 148 Krska........ 151 Krumbein.....85, 88, 107 Krupski...... 147, 151 Kuck........ 59 Kugler....... 114 Kühnelt 10, 84, 00, 102,104, 100, 108 Kulakovsky...... 142 Kumpel....... 117 i66 Namen- und Sachregister. Kunkel .... 25 Kunowski . . . . 90, 101 Kürschner . . 117 Kurz..... . . 103 Kur/mann . . . . . 111 Kürzungsverfahren . 30, 71, 73 Kwasniewski. . 149, 151 . . . . 27 Lafaille . . . . 120, 133 Lagache . . . . .123, 131 . . . . 133 . . 75, 7(J, 109 Ln/ne, Moses . . . . . 23 Lane, Samuel . . . 29, 38 . . .. . 53 Lange .... . ..... 108 . . . 59, 07 . .. .142, 144 . . . . 52 Lai'sson .....122 Lateinische Stenog raphie . 08, 141 Lathorp ..... 58 . . . . 101 Lautenhammer . 89, 104, 105 1 inth r } . . . 03, 133 Lawson, Edward . . . 42, 52 Lecocq . . . 125, 131 Leomans...... ..... 18 Lcfevre ..... .... 134 Lehmann, August 48, 49, 90, 97, 99, 115, HG Lehmanns System [Litteratur) 110 Lehmann, 0. . . 10, 18, 114 Lehrer d. Stenogr. Leib.seher . . . . . 10 Leiehtlen . 0, 7, 09, 71, 98 Ijeinner . 103, 137, 139 . . . . 158 Lemarchand . . . . 123, 132 Lemoino . . . . 125, 132 Lijoday ... . . . . 35 Leonard, J. \V. . . . . 05, 00 Leonard, S. \V. . .... 54 Leonys Leopold v. S. C. . . . . 09 Lepctit ........134 Le Roy.......35 Leroy........132 Lessius....... 0 Leszlenyi .... 154, 155, 156 Lcubuscher...... 57 .Longo.......125, 132 Leuteritz.......108 Levy ... 7, 20, 32, -12, 43, 60 Lewis, Alfred Leopold 52, 58, 07 Lewis, James Henry ß, 7, 4.3, 52 L. F. B. F....... 131 L. H.........Hä Lichtenberg....... 1'"» Liebemann...... 100 Liebich......121, 122 Lüburno....... 24 Lincoln . . . .... . 158 Linde........109 Lindner.......104 Lindslcy .... 47, 40, 66, 66 Link........ 10 Linner....... 117 Lion.......118, 110 Lion, Alb.......10 Lipsius . . 0, 7, 0, 11, 14, IG Lira........ 151 Livingstono...... 58 Livins........ 12 L. K......... 151 Lloyd.......41, 54 Lloyd, Thomas . . . 34, 40, 53 L. N.........132 Lobeck ... 78, 80, 110, 112 Locke.......23, 30 Lock........58 Lockctt.......50 Lodo......5, 05, 117 Lohr........ 100 Lohsc........ 114 Lombard-Martin .... 133 Long........ 132 Longley . . .40, 40, 01, 05, 00 Lopez.......142, 144 Lord, Y ........ 00 Lord, William Benj. . . 58, 07 Loren/.......102, 104 Lonis Bonaparte .... 130 Louis Philippe.....122 Low........HO Löwenhaupt......120 Lowes........59 Lozado......143, 144 Luc........ 131 Lucas........ 00 Lucas........158 Luchsinger...... 101 Ludwig d. D...... 14 Luff........03 Lukäcs....... 153 Lundohn......85, 112 Lundgron.......122 Lupin.......120, 131 Luxemburg......128 Luz Fernandez..... 145 Lyle, David.....32, 39 Lyle, William .... 42, 55 M. Maass........100 M. A. B........136, 140 Mabillon......15, IG Maoanlay......31, 38 Mc Caskie, ....... 07 Mc Combo......55 Mc Dougal.....42, 53 Maecenas.......9, 11 Mc Ewan......59, 03 Mc Ewans......50 Mach........ir,2 Mach, Ford.......102 Machado....... 14.5 Mc Kee....... oo Mackcnzie.....44, 54 Mc Knight...... 03 Mc Lachlaii......08 Mc Lagan......58 Macloughlin......54 Mc. Pherson......59 Madagasear...... 157 Madaule.......134 Madrazo.......142 Magdiö......149, 152 Magnaron .... 130, 137, 139 Magrini.......139 Mahie.......131, 134 Mai......... IG Maier, C........104 Maier, K........ 8 Maillard.......128 Main........ 131 Mainville.......57 Majetti.......uo, 141 Malchion.......13 Malone......48, 59 Malossi.......140 Mangan ....... 42 Mangan, C.......52 Mango........ IG Mangold......91, 100 Manley....... 08 Mann, A. . .......103 Mann, E. G.......59 Manshachcr......115 Manscau......49, 57 Marchesi.......142 Marcs.......48, 59 Maret........35 Marin........141 Märkel.......104 Markovit's 84, 102, 104, 107, 153, 155, 15G Markovits' System (Litteratur) 155 Marmier.......181 Marmol...... 1*8j 144 Marnet ..... 104, 100, 107 Marr........57 Namen- und Sachregister. 167 Marriott....... 27 Marschner.....7G, 08 Marsli, Andrew J. . . 40, 47, 03 Marsh, E. J....... 69 Marshall.......02 Mortons.......HO Ma-.tl, A. B.......145 Morti, Franc.....142 ff. Mortial....... 11 Martin, J. E. A. 40, 07, 133, 134 Mortin, E. B...... 07 Morzo........130, 130 Masini........ 143 Mason, A.......08 Mason, William. . . 28 ff., 30 Mason, W. L...... 60 Mather.........38 Matschenz ... 04, 114, 115 Matteucci .... 130, 137, 130 Matthei.......114 Maugham.......00 Mavor . . . .31, 30, 42, 09, 76 Mawd........ 27 Maximilian 1 ...... 15 Mayr........48, 58 Mazzuohelli...... 141 Meares........50 Medorn.......50 Mee........04 Mehlin........ 135 Meilan.......20, 89 Mcinherg....... 0 Meinke ....... 111 Meissner.......114 Meissner, H....... 151 Molin........122 Melton......... 00 Meltzer....... 110 Melzor........ 104 Mendocha....... 151 Menzel....... 117 Merey........162 Merill........08 Merkel........4, 5 Merkes, B. Tu......100 Merkes, Willi. . . 03, 00, 97, 100 Mertens . . . . 9, 00, 111, 112 Messer........147, 150 Mestrinho.......145 Metcalfe.......27 ff. Mctellus....... 13 Methlow........ 111 Methode, calculieronde . . 81 Methodik.......78 Metzger.......115 Metzler . . . . . . 102, 108 Mennier....... 104 Mexiko......1, 143 Meyer, A....... 103 Meyer, dir....... 110 Mcyor, Joh.......111 Meyer, Phil......... 129 Michaelis 5, 48, 50, 77, 78, 85, 109, 112, 120, 133, 137, 140, 143 ff., 149 Miehcla 130 138, 139, 140 . . . 59 ... 132 Midy . . . Mierlo . . .118, 119 Mieth . . . . . . 20 Mignon . . . 133 Mihälyovics . . . . 155 Milanesio . . . . 130 Milanovich . . . 150, 152 Mirbourne . . . 28 Militärschlllen . . . . . 83 Miliard . . . . . . . 57 Miller, Adam . . . 50 Miller, Frank B. ... 05 Miller, John . . . . . - . 53 Miller, O. . . . ..... 117 Miller, E. E. . . . . . 60 Millikan . . . . . . . 00 Mills, H. . . . . . . 00 Mills, Joseph ... 58 Milo..... .... 13 Milowuk . . . 150, 152 Mindler, Johannes . . . 140 Mindler, Jos. Max . . . . 140 Miner..... . . . 0, 07 Minoufiet . . . . . . 133, 130 Minta .... ... 07 Mischlaute, Zeichen für ... 31 Mitchell, James . 42 52 Mitchell, John . . . 20, 30 Mitchell, Thomas . . 50, 57 Mitterrutzner ..... 157 Mitzsehko 8, 10, 1 7, 10, 112, 113 Moat .... . . 44, 54 Mogford . ... 48 Mohwinkel . . . Hl Möldencr . . . . 110 Molina . 38, 40, 140 Molino . . . 130 Molineux . . 31, 40, 51 Möller-Ingrar a . . 115, 143, 144 Molossi . . . 141 Moltko . .... 5 Momhlet . . . . 133 Mommsen . . . . 13 Mönch . . . . 110, 113 Moniteur . 122, 123, 126 Monninger . . . 108 Monogramme . . . . 11 Montag . . . 78, 08 Montague . . . . . 00 Montanes . . . . . 142 Monteath . ...... 55 Montevideo . . . . 143 Montfaucon . . . . 18 Montfort . . . . 80, 00 Montigny. . 35, 40, 123 Montry . . . . 132 Moon . . . . . 53 Moons . . . . . 158 Moor . . . . . 05 Moran . . . . . 03 Moreau . . . 133, 134 Moretti . . . 137, 130 Morgan, George G-. W. . . 57 Morgan, B. H...... 07 Morgan, William E. . . . 03 Morgenstern......113 Morhof...... . 30 Mörnor.......122 Morpurgo....... 141 Morrell....... 00 Morris........ 08 Morso........ 130 Mosengeil . 37, 40, 43, OS ff., 73, 98 Moser........ 9 Moshcr.......00 Mougeot.......133 Mourik......38, 39 Muca.....17, 140, 141 Mudio........ 64 Mühlenthal...... 114 Müller........ 71 Müller, G......102, 115 Müller, Jos. . . 85, 103, 100, 109 Müller, Ludwig..... 104 Müller, Max.....40, 49 Müller, 0....... 112 Mulvey....... 5g München, Sten. C.-Ver. 77, 100 ff. Münchener Beschlüsse . . . 79 Mundt.....80, 102, 107 Munson . 40, 47, 40, 02, 00, 07 Murphy.......50 Murray....... Co Musikalische Stenogr. . . 158 N. Nadal........143 Nagy, Alex.....8, 154, löß Nagy, Bela...... 155 Nagy, Nie......153, 154 Näher........99 Nale........ 140 Nanlrivcll...... G3 67 Nanninga......H7, uq Napoleon III ...... 127 Narducci......130, isü Nash.......33, 40 Näther.......108 Nauck......... 80 Nebenzeichen.....74 Needham.......55 Negri........ 141 Neil........ ß(i Nelhara.......07 Nelson.......44, 54 Nentwig ... ... 107 Neovins.......i5tf Neubauer......,155 Neuendorf. ... i)3, 101, 110 Noumann.......HO Neumeier......143, 144 Neustolzeaner.....88 Neville ....... 59 Newby........ 05 i68 Namen- und Sachregister. Newman.......57 Newton.......54 Nicholas, Abraham .... 28 Nicholas, Edward .... 23 Nichols.......58 Nicholson.....42, 52 Nicolai......10, 10 Nicolini.......140 Nidlef.......08, 08 Niederlande .... 25, 38, 118 Niemann....... 109 Niemeyer.......1*° Niemöller....... 104 Nietzel.......113 Nightingale, Fred.....00 Nightingale, Joseph . . 41, 52 Nilson.......121, 122 Nitzsche......77, 101 Nixon, J. 0......08 Nixon, T. W...... 67 Noack, E........108 Noack, G......02, 100 Nobbo........ 101 Noble.......58, 07 Noü.......137 ff. Noö's System (Litteratur) . 140 Noordziek......118 Nördlinger...... 111 Noria.......142, 144 Norlenghi......130 North ........ 59 Norwegen...... 120 Notarikon...... 19 Notarjanni.....130, 139 Noten, römische .... 9 Novotny, Ed.....148, 151 Novotny, med. cand. . . . 148 Nowak, J.....70, 98, 153 Nowikoff....... 151 Nyberg.......122 Nyo........54 o. O'Connor....... 55 Odell......8, 42, 62 Oehmko....... 111 Olchin.......147, 150 Oloott........59 Olewinski .... 140, 151, 162 Oliphant.......57 Oliver.......41, 65 Olshausen.......110 Oltrabella......137, 140 Oppermann 72, 73, 78, 79, 84 ff., 107 Orellana......142, 144 Ormo........53 Ostell........52 Osgoodby......40, 63 Otto II ....... 15 Outlincs.......44 Oxley......43, 52, 71 P. Packard....... G7 Packard, Christ. Columbus . 57 Packard, L. H. Paddock . . Paget . Painparö . Palling Palmen Palmer, John Palmer, M. . Palmer, O. E. 00 , . 00 . . 132 .120, 131 . . 50 . . 122 . 31, 39 . . 59 . . CO Paludan......120, 121 Paluzie......142, 144 Pamp........ 108 Panchö.......134 Panckoucko...... 35 Pando.......142, 144 Paoli........ 133 Papyrus Eainer.....18 Parker, D.......59 Parker, Thomas .... 41, 54 Parker, William .... 67 Parkhurst.....01, 06, 158 Parkinson.......67 Parlament, Stenographie im 33, 35, 50, 68, 76, 70, 118, 122 ff., 130, 141 ff., 145, 146, 149, 161 Parody.......143, 144 Parsons....... 57 Pasch........ 30 Passmoro.......57 Patoy.......124, 131 Patterson......01, 60 Faul........112 Paulson......147, 150 Paulus Biaconus . . 10, 15, 16 Paulus v. Samosate ... 18 Pauly........112 Pawlowski......no Payne........co Pazzagli....... 140 Peachey.......58 Peacock....... 53 Pearson......05, 60 Peck........ 39 Pedianus....... 13 Peetz........7, 9 Polin........122 Pelletier.......132 Pelmers.......122 Pendloton....... 05 Pensa........140 Penzenkufer......37 Pepya .......24 Pequer........05 Pora........ 141 Peregrinyi...... 154 Terelli.....138, 140, 141 Porez.......143, 144 Pcrkins......42, 54 Pernin, J. A.....49, 57 Pernin, Helen M. . . . 57, 67 Perrault.......134 Perry........ 34 Persien....... 157 Tcskitt........06 Peter Martyr......20 Peters, Charles..... 59 Peters, J. V ......117, 118 Peterson......121, 122 Petitionen.....84, 87, 92 Petitpierre......128 Petitpoisson.....125, 131 Petra........ 65 Petro.......120, 121 Petri........ 113 Petri, Fr. Edm.....69, 98 Petrio........ 27 Potry........155 Petseh........115 Pottigrew......60, 60 Petzendorfer...... 105 Pfiinder....... hg Pfeifer........115 Philargyrus......9, 12 Philipps....... 59 Philostratos......18 Phöbus.......112 Phönicien....... 1 Phonograph V. Edison . 50, 158 Picart.......125, 1S2 Picklos....... 59 Piepenburg...... 101 Piet.........134 Pighetti.......140 Piles........122 Pilling........00 Pillon.......125, 132 Pino.......130, 139 Pitman, Ben 8, 40, 49, 61, 62, 65, 66 Pitman, Erederik 45, 62, 64, 66 Pitman, Henry.....63 Pitman, Jak...... 4G Pitman, Isaao 7, 8, 44 ff., 64, 60, 64 ff., 74, 95, 119, 123, 139, 137, 157 Pitman's System (Litteratur) . 61 Plachoff......147, 151 Plantier......125, 132 Plaseller .... 89, 141, 142 Plinius........14 Ploetz.......86, 99 Plumb.......44, 55 Plutarch.....11, 14, 17 Pocknell 7, 8, 21, 47, 51, 58, 67 Pocta........152 Pogodin.......147 Pohl........153 Pohlo........104 Polen.......147, 149 Poll........140 Poliuski, Josef . . 103, 140, 151 Polinski, E.......151 Pollack.......114 Pompco.......13* Ponzo.....130, 137, 140 Popularisierung der Sten. . 127 Porkolab.......165 Porta........I 5 Porter........68 Namen- und Sachregister. 169 Portugal....... 144 Poscner.......75 Position .... 42, 44, 74, 124 Poststenographie .... Sil Potel de Dieppe . 125, 182, 186 l'otin.......129, 188 Pottier-Gruson .... Vir., 182 Poudra....... 132 Prädicatkürzung .... 73 Prantz........68 Praäak........ 151 Preisschriftcn . . . . 70, 89 P. K. B. Ii...... 125, 131 Preuss........ u)t I'revost 118, 128, 125, 12!), 131, 135, 137, 143, 14(i, 158 l'l'icc........ 55 Priestley....... 29 l'rill........ 151 Probst........ 111 l'robus . . . .6, 8 ff., 16, 16 Pront.......86, 40 Prosehek....... 160 Prosser, Radcliffo . . 7, 42, 51 Prosser, B. P.....61, 66 Protogenes......18 Prudentius......14 Prüfungscommission k. k. 83, 89 Prüfungsausschuss, München 106 Prüfungsoommission, Ktol/.. 70, 88, 111), 112 pülphers....... 122 Punkt als Kürznngszeichen . 10 Puschkin . 78, 192, 1(14, 12(1, 188 Pusohtsdhiwy..... 151 Putsohitis....... 16 Putter.......94, 114 Pys/.a........ 151 Q. Quaas.......114, 115 Quellen zur (Jescliichte . . (» Qneyras....... 1S1 Quintilianns...... 13 it. Racueiu.......1*° Rafanelli......138, 140 Rahm........7« «■ Bahn........98 Ralamb...... 2(1, 28 Rambach....... 158 Ramburcs....... 182 Ramsay . . . 25, 2(i, 28, 34, 30 Hand........ 07 Ranieri....... 139 Rankin....... G8 Rasch........ 100 Rasmnsson.....120, 121 Rateliff of Plymouth . . 24, 28 Rätzscb, Heinrich 81 ff., 90, 102, 104, 100 HtttzBcli, Dr. Rieh. . . . 104, 107 Rauch . ..... 100 Bohl, J 1, 130, 133 Rees . . . .....75 Roos . Reichenthal • ..... 155 ..... 131 Reijner . . . 25, 28, 38 ..... 21 Reinbold . . . . . 113, 118 ff. Reineiner - . . . . 107 Rosener . . . .114, 115 Bosenfeld . ..... 151 Remhert . ..... 15 ..... 24 Rettelbusch . . . . 93, 101 Reuter . . . . . . 103, 101 Bossignon ..... 134 Jleverdin . ..... 140 Roth . . . . . . . 105, 107 R(V\'TH)ldH, MlHS ..... 05 . . . . 100, 107 ReyiK.ldü, W. . . . 53 R 11 . . . . . . 23 fi'., 31! ..... 07 Richardet . . . . . . 128, 134 Roy . . . Rieliardson, Jan CK . . . 47, 58 Richardson, Sam KCl . 4 2, 4 3, 51 Bücker ..... 112 Riohmond ..... 59 Richter, Henry . . . 48, 59, 07 Richter, Thcod. Buhland . ..... 115 Rumänien Rundoll . . ..... 145 . . . 48, 02, 133 Kicolleau . . . . . 133 .... 17, 19 ..... 129 Itidley . . Ridpath .... 24, 28 . . . 118, 119 ..... 151 Rindermanii . . .110, 112 Riom . . . . 130, 133 S. Ritchle . . . . 57 Sabbatier . ..... 132 Ritscher . . . . . 103 Sachs . ..... 111 Ritter . . . . . 109 Hack . . . .101, 115 Montzaigle . 157 Robert . . . . . 134 Saling . . . . . 92, 100 Rol)erts ; I». .... 52 Kaiingen . ..... 107 Robespierro .....75 Robinson . • . . . 53 Roby . . . . . 125, 133 Sams Rockwell . . . 7, 9, 49, 50 Rodrigues . .. . 144, 145 Roife, Alfred . Roffe, Robert . . . . 41, 64 Kühl, J. . . .... 110 Sattler. . . .....113 170 Namen- und Sachregister. 117, 160, 151 42, 90, LOS, 104, . . . 147, .00, 108 IT., 00, Sawycr, lir. . Sawycr, John Sawyer, Miss Saxe Saxtou Scabinus . Scaurus Schäfer . . Sohall . . . Sohallop . Schäppi Schardius . Scharf . . . Selmol . . . Seheidegger . Seheithaucr . Seheiwl Schell . . . Sohelloi . . Bobeiter . . Scherer Schewljakow Schiff . . . Sehildt . . Schiller . Schlepegrell Schlicht . Schlick....... Sellmid ....... Sehmid, 11...... Schmidt, A....... Schmidt, J....... Schmitt.....78, 80 Schmitz, H....... Schmitz, W...... 15 Sehmoek....... Schneider......90, Sehnippenköttor..... Schnell....... Schober ....... Schock ....... Sehnlder ....... Schoenmohl, G...... Schoenmehl, Cr...... Schocnmehl, V ..... Schönstadt...... Schuppe......in, Schott, ,7. E....... Schott, Kaspar..... Schottländer.....112, Schreiher......102, Schreiber-Krause .... Schreibmaschine .... Schrey 94, 90, 101, 103, 104, 117, 118, 121 Schrey's System (Littcratur) . Schrift und Sprache . . . Schriftsetzer, setzen sten. MS. Schriftzeichen, cursive. Schröder ....... Schröter....... Schröter, Willi...... Schubring...... Schuck...... 110 12 80 116 112 70 102 36 103 116 117 105 155 10!) 80 107 151 107 113 I Mi 113 100 105 100 9 116 117 99 110 16 111 100 117 60 103 103 115 50 50 50 114 113 60 23 114 107 102 50 117 1 00 72 111 36 23 108 113 Selnifmsky...... 117 Schulen, Btenogr..... 70 Schulunterricht in der Stenographie 22, 20, 10, 08, 75, 77, 86, 124, 125, 128, 130, 138 Schulze....... 113 Schumann......112 Sohüppel....... 112 Schüren.......llß Schuster....... 14 0 Schuster, i,or.....02, 00 Schütz........ 155 Schütze....... 113 Schwarz, Cölestin .... 99 Schwarz, Gustav .... 154 Sehwar/, Rud...... 111 Schweden . . . 20, 38, 110, 120 Schweiz .... 38, 128, 130 Schwontor .... 20 ff., 20 Schwer .... 103, 105, 142 Sokell........loo Scott, j)........ 03 Scott, Sophie .... 00, 08 Scott-Browne, T). L. . . . 63 Scott de Martinvillc 6, 8, 124, 132 Scovil........ 55 Scarcy........ 68 Seohehaye...... 123 Sodcrholm...... 150 Seiffert .... 110, 111, 113 Solwyn.....44, 55, 78 Scneca......0, 11 ff. Senocq .... 123, 120, 182 Serbien.......150 Sergeant.......40 Serini........ 101 Serra y Ginesta .... 142, 144 Scrzl........ 117 Shakespeare...... Shanasy....... Shankland...... Sharengrad.....121, Shaw........ Shelton, S....... 25 ff.. . 42 Shelton, Thomas . Shillcto .... Short, .1. and VV..... 54 Shorter....... 53 Shorthand-Society . . 8, 51, 07 Shoveller....... 55 Sickcl........ 16 Sidney........60 Sieher........ 107 Sigel, sten......10, 88 Signoret....... 9 Sigston i......44, 54 Silbenschrift...... 1 Silbermann...... 127 Sileno........ 140 Silfverstolpe . . .110, 120, 121 Silva Velho...... 115 Silvio .....132, 137, 139 Simmerloin.....110, 112 Simms........39 Simon . Simonetti . Sinvaon Bingleton . Slater . . . Slavische Sten. Slee . . . Sloan . . . Sloane . Slocum Slovenisehe Sten Slowakische Sten. S. M...... Smart, E. & Co. Smarth, Jonathan Smith, J. . . . Smith, John Brown Smith, Bobert A Snaith .... Snell .... Snyder .... Soare ... Socin . . . . Sohl . . . . Söldner Soinerhausen . Somcrsall . Somerville Somolinos Soper . Sopikoff . . Sotomajor Spa.hr . . . . Spanien Specht . . . . Spelling-Beform . Spcrander . Spiiitharus Spiro . S. P. K. . . . Spreng . Springer Sproat . Staa . Staatsdruckerei, k. Stackhouse Staindl .... Stahles .... Stains .... Stäne .... Stanfcl . . , Stanford . Stärk .... Statist. Coinmission Stavemann Steed ... Steeger Steel ... Steele . . . Steger . Stein . . . Steinhrink Steinmann Steinmayer Namen- und Sachregister. 171 Stella do Saxe..... 188 Stempibar....... 149 Stenger.......108 Stenographenbund, Deutscher Gabelsbergor . . .80, 107 Stenographenbureau, bayr. . 72 Stenographenburcuu, deutsch. 88 Stenographenbureau, österr. 78, 101, 104 Stenographenvereine 30, 45, 49, 51, 75, 77, 80, 121, 128, 138, 14:1 Stenographenversammlungen 9, 40, 51, 84, 97, 121, 123, 130, 148, 149 Stenographie der Gebildeten . 125 Stenographie, einzeilige . . 48 Stenographie ohne Sohrift- zeichen...... 78 Stenotaehygraphie .... 91 Stenzinger..... Stepanoff...... Stephan, Generalpostdirector Stephan, Oskar . . . .10 Stophani, Stephani, Stephens Stern . Stetson Stewart Stickney Stier Stilcman Stix 108 151 89 104 101 ..... 50 ..... 100 .....28 . . . . 87, 99 Stockingcr...... 117 Stoildart....... (13 StolL........ 37 Stoll, ,1........ OB Stolze, Dr. Franz . 85, 109, 112 Stolze, Ang. Willi. (1, 7, 43, 4711'., 73 ff., 82 11, 87 ff., 91 ff., 98, 109, 111, 119, 120, 12(1, 137, lllfl'., 145, 147, 149, 153, 154, 15(1. W. Stolzesohe Schule ... 88 Stolzo's System (1/ittoratur) . 109 Stone........ 55 Stones.......42, 52 Stonescu....... I4ß Stott........ 67 Staaten......118, 119 Strafford...... 48 Strahlender«...... 111 Stramucci....... 139 Strathern....... 07 Stranss....... 115 Strayer....... (10 Streber....... 70 Strickland, A. M..... 5(1 Strickland, F. C..... CO Strigl........ 101 Btrike der Kammerstenographen 89 Stringer....... 28 Stromer....... 115 Streng........ 57 Stilben....... 114 Sturm........ 104 Sublett . . Sucevan Suchccki . Sueton . Suit y Agucro Snmbiela . Summers . Sumner Siinningbausen Suter . Svensson . Kvihalek . Swaine Swan, G. E. . Swan, ,1. 3 ( 3. . Sweet . . . Swieten Sylvenberg Sylvester 11. . Symonds . SvveQyos . Systemaussehuss System fragen Systemisirung v stellen . Systomstrcitigke; Systemurkundo Szabö . Szädeczky Szalägyi . . Szllägyi . . Szombäthy 00 140 151 I, 1-1 144 144 57 29 120, 40, 84 83 grapl 01 80 84 len- 89 70 93 155 155 155 155 155 T. Tachygraphie, altgr. ... 17 Taeuin.......10 Taedie........ 157 Taillian....... 133 Tailor......32, 39, 40 Taliaferro....... 58 Tambor.......110 Tambura....... 140 Tanner......29, 38 Tanselc....... 149 Taplin.......32, 39 Tardif........ 10 Tassin et Toustain .... 10 Tatafioro......13(1, 139 Taube.......120, 121 Tauer........ 148 Taylor, K. W.....03, 07 Taylor, Samuel 31, 40, 42ff., 40, 47, 08, 09, 95, 9(1, 118, 119, 123, 125, 130, 130, 137, 142, 144, 145,147,153 Tealdi.....13(1, 137, 130 Teale........ 59 Tcar.......43, 54 Todeschi......8, 141 Tcllier ,...... 133 Tomnikow ..... 147, 151 Tcmplcton.....42, 54 Terne.......147, 151 Teröverst......103, 104 Tor Keehorst.....42, 50 Teseh.......120, 121 Tesnopis cesky . . 148, 149, 150 Tessaroli....... 140 Thalloczy....... 154 Tliarsauder...... 3(1 Thatcher......42, 51 Theaterstücke, stenographierte 22 Theisz........ 155 Theophilus...... 07 Thesen, sten...... 94 Thevcnot s. Ooulon de Thevcnot Thierrymieg.....126, 132 Thomas, 11....... 07 Thomas, John ..... oo Thompson, AI. Herbert . 42, 50 Thompson, A. ij..... 08 Thompson, John . . 48, 50, 63 Thomson.......58 Thon.......70, 08 Thomton......58, 07 Thouard....... 131 Thwaites......59, (10 Tidoman....... 118 Tietz.......103, 104 Tiftln......32, 38, 39 Tilginan....... 121 Tiro......9, 11, 12 Tiroyau....... 157 Tisell........ 122 Titas.......11, 20 Todd........ 03 Toffolotti....... 140 Tolle........ 115 Tombo........ 103 Tondour . . 0, 123,125, 132, 140 Toepper....... 101 Torinin....... 09 Tornau......147, 150 Torneros....... 145 Torrey........ 59 Tosclli.......130, 139 Tourault......127, 133 Toussaint....... 132 Towndrow.....42, 53 Tracbbrodt, Arno . 101, 105, 107 Trachbrodt, Emil . 103, 105, 109 Triebe........ 111 Trithcmius.....15, 1(1 Trümel......103, 107 Tschau....... 8 Tucei.......140, Hl Tuchatschewski..... 140 Tupetz........ 108 Turbin........ 120 Turin........ 133 Türkei.......129, 156 Turner........ 03 Tyas........ 54 Typen, stenographische 85,80,83,125 Tyson........54 U. Ulli......... 108 Ulüe........ 103 172 Namen- und Sachregister. Dlkich......96, 101 tlnoiitgcltlichkeit des Unterrichts ....... 90 Ungarn....... ir>2 Univorsal-Kurzsehrii't 8ß Unterricht, fakultativer . HO, DO Unterricht, obligatorischer . 90 Unterricht, Unentgeltlichkeit des 00 Upham.......8, 67 Upington......43, 53 Ursatus.......16 Ustüioff......147, 151 V. Vaille/, . . Vale . . . Vali/.ono . Valpy . . . Vanderinonde Vandory . . 84 , 41, 52 . 137, 139 . . 69 . . 35 . . 151 Vooalzelchon, verbanden . 31 Vogel, Ant....... 101 Vogel, August . . . .92, 100 Vogel, Feld......80, 90 Voigt, 0........ 111 Voigt-Bhctz...... 75 Volhuid....... 117 Vollsohrift, stenographische 32, 47 W. Wackernagel . Waddington . Wagonseil Waghoru . Wagner 112, 141, 142 . 20, 30 . . 05 .100, 114 Vaniuüsse....... 130 Vargay......154, 155 Varini........ 140 Vasoy........02 Vasin de Bomanini . . . 132 Vaujant Boy.....129, 157 Vealo........ 68 Vcegens....... 118 Vcgozzi....... 140 Vela.......142, 144 Veiten.....90, 90, 97, 99 Vemar........ 133 Vend6me....... 135 Venediger....... 100 Venezuela....... 143 Vcntre........ 133 Veritris.....42, 54, 09 Verbreitung der Stenographie- in Deutschland. . . 80, 97 Verdeney....... 131 Vereinfachung der Schrift . 3 Vereinfachungen der Stolze- schen Stenographie . . 88 Veiel........ 9 Verity........ 57 Vernaleken...... 37 Verwendung in d. Praxis. . 70 Vickers....... 07 Vidal.......124, 131 V. J. II ........ 100 Vikar.......165, 156 Villasenor, 1'. F. . . . 142, 144 Villasenor, Bicardo . . . 144 Vincentini...... 141 Vint........ 59 Visotti.......187 ) 189 Vittanovieh...... 141 Vieweg....... 1 09 Vocalbezeiehnung, intor- mittierendo..... 23 Vocalbozeichnung, intor- punktierende .... 30 Vocalbozeichnung, symbolische ...... 21, 71 Wailes, llr......44, 65 Wailos, Hoheit..... 57 Walford......8, 51 Walker....... 28 Walker....... 05 Walkor, Clement .... 24 Walker, Clement ... 41, 53 Walkor, It. Ilailcy .... 02 Wallis........158 Wallis, John..... 40 Wallowitz...... 109 Walpolo....... 33 Waltor....... 00 Waring......03, 00 Warnecke...... 115 Wartig....... 8 Watson....... 59 Wattenbach . . . 10, 14, 18, 21 Wayno......66, 08 W. C......... 39 Weher.......6, 128 Webster, Epinetus . . 01, 65, 66 Webster, Joseph .... 54 Webster, William .... 38 Wegonor.......36 Wcichsler......70, 100 Weigert.......HO Weiler.......90, 100 Weisensee...... 103 Weiss, Dr....... 109 Weiss, G.......90, 100 Wells.......44, 54 Wendisch......111 ff. Wendische Ston..... 149 Wcndt.......92, 99 Wondtland.....114, 115 Wcrnieke....... 111 Werth .... 90, 100, 111 Wery ...... .118, 119 Wessel6nyi...... 152 Wessely......17, 19 West, John.....28, 40 West, Simon..... 27 Wcsthy-Gibson 7, 8, 21, 24, 33, 42, 43, 48, 51, 54, 59, 07 Westermayer.....78, 104 Wcston .... 28 ff., 33, 38 Wottschreibcn, sten. ... 85 Whedon.......64 White, .1........ 06 White, J. S....... 59 Whitohead......54 Whittackor...... 8 Wick-1'otel, Irma . . . .132 Wick-1'otol, I- ...... 132 Widmor....... 111 Wiegand.......HO Wien, C.-Vor...... 137 Wioncko......90, HO Wiener Presse..... 93 Wiener Sehulo..... 89 Wiesner......78, 99 Wigard 8, 75, 70, 79, 81, 102, 107 Wiget........ 100 Wilbrccht....... 104 Wild, B........ 100 Wild, P.......8, 16 Wilkins....... 24 Wilkins, John .... 20, 30 Willehad....... 15 Willems.....80, 99, 100 Willemson...... 25 Williams, 0.......54 Williams, V. Thooplülus 44, 53, 70 Williams, James . . . 47, 57 Williams, W......52 Williams, W. Mattieu . . 47, 50 Williamson.....31, 39 Willis, Edmond .... 23, 27 Willis, John 3, 21, 22, 20 ff., 30 Willoughby...... 27 Wills........ 57 Wilms........ 115 Wilson, E. L...... 57 Wilson, William .... 55 Wilson, N. M......59 Wimmor, O. B. v.....HO Wimmer, K. v......HO Winter....... 70 Winter, C. 11.....78, 109 Winter, Fr.......112 ■Winterhaider..... 140 Wissenschaftliche Alphabete . 4 Withcr........02 Witmer.......58 Witt........ 27 Witte........ 11°- Wodicka....... 102 Wolf........ 105 Wolf, ,1. Ohr......30 Wolfo........ 67 Wölfort......86, 100 Wiilfilcin...... . 17 Wolke........38 Wollerslehen...... 111 Wolthaus....... 100 Wood.......42, 54 Wood, Jarnos..... 00 Woodfall.......M Woodhouso.....42, 55 Woodward, C. J..... 00 Woodward, M. W..... 60 Woolfolk....... 60 Namen- und Sachregister. 173 Woroestex....... 28 Worms....... 121 "VVurral ....... 58 Wurtselirjft...... 1 Wright, Alex. T..... 00 Wright, \V. W..... 02 W. H......... 60 Wurm........ 101 Wylie........ B9 X. Xaramillo.....142, 144 Y. Yeagcr........ 67 Yeigh........ 68 Young........ 57 z. Zaohos ........ 57 Zalkiml-Hourwitz . . .124, 131 Zamacola......142, 144 Zarin........ 187 Zander....... 103, 105 Zedier . . . . . 30 Zeibig ii 11'., 12, 18, 16, 37, 102, 101, 105, 108 147, 150 Zeitselirift, aten. 51, 77, 127, 128 Ziehy-Ferraris . . . . 158 Zschokke . . . . . 38 . . . 86, 110 Zwicrzina . 88, 103 ff., 109 Seite 15 2 'eile 1 von unten 16 » 6 von oben 29 » 21 » » 29 » 19 von unten 35 » 20 von oben 39 » 9 » » 44 » 19 » > 47 » 17 von unten 4 S » 2 von oben 53 » 10 von unten 59 » 8 von oben 59 » 14 von unten 65 » 4 von oben 65 » 18 » » 65 » 6 von unten 66 » 14 » » 66 » 2 » » 76 » 11 » » 78 » 8 » » IOI » 16 von oben 110 » 4 von unten in » 19 von oben 123 » 2 von unten 125 » 12 von oben E rrat a. lies »Paulus« statt »Petrus«. » »Paulus« statt »Petrus«. » »Mitchell statt »Mitschell«. fehlt nach »heraus«; » »Adrien« statt »Andrien«. » »Maria« statt Martha«. » »Taylor« statt »Talyor«. » »D. Ph. Lindsley« statt »D. F. Lindsley«. » »Alfred Geiger« statt »Adolf G.« » »Cooper« satt »ooper«. » »Th. H. Behrens« statt »Ph. H. Behrens«. » »D. J. Davies« statt »D. S. Davies«. » »C. F. Pearson« statt »O. F. Pearson«. » »H. R. Evans« statt »H. E. Evans«. » »M. T. C. Gould« statt »M. J. Gould«. » »D. P. Lindsley« statr »D, P. Lindsley«. » »W. Geo. Waring« statt »M. Geo. Waring«. » »Gabelsberger'sche« statt »Gabelsberger'schen«. » »Kretzschmar« statt »Kretschmar«. » »Claus« statt »Caus« » »B. Neuendorff« statt »R. Neuendorff«. » »Mertens« statt »Merten's«. » »Gattet« statt »Cadet«. » »Cattet« statt »Cadet«. Verlag von Hermann & Altmann in Wien. KOHN, H., Uebungsbuch der Handelscorrespondenz in stenographischer Sclirift, nebst Anhang: Stenogr. Vocabularium. (System Gabelsberger.) fl. —.80 = M. 1.40. KRAMSALL, E., Gabelsberger und Faulmann. Kritische Darstellung der durch K. Faulmann in's Leben gerufenen Reformen des Gabelsberger'schen Stenographie- Systems, fl. —.40 = M. —.80. — Die Stenographie im Dienste der Parlamente. Historische Uebersicht über die Verwendung der Stenographie in europäischen, mit einem Anhang über dieselbe in aussereuropäischen Vertretungskörpern. fl. —.60.= M. I. —. — Lesebuch der Gabelsberger'schen Stenographie. (Dresdner Schreibweisen) zunächst für die oberen Classen der Mittelschulen. fl. 1.20 = M. 2.—. KÜHNELT, A. P., Stenographischer Faulenzer. Alphabetisch geordnete Sammlung sämrntlicher in der Gabelsberger'schen Stenographie vorkommenden Sigel und Abbreviaturen. 5. Aufl. von K. Faulmann. fl. —.60 = M. 1.20. MARKOVITS, J., Anträge zur Revision der deutschen Stenographie. (System Gabelsberger.) fl. —.30 = M. —.60. MILLER, O., Die Stenographieen von Stolze und Faulmann in ihrer Bedeutung als Schul- und Verkehrsschriften. fl. —.60 = M. I.— . KRONPRINZ RUDOLF, Eine Orientreise, stenographisch übertragen von L. Melzer. (System Gabelsberger.) Mit 60 Ulustr. Eleg. Leinwandband. fl. 2.— = M. 3.60. SCHIFF, J., Diktierbuch für Stenographen aller deutschen Systeme. Zusammengestellt und nach Silben und Wörtern ausgezählt. 2 Theile. (I. für angehende, II. für vorgeschrittene Stenogr.) I. fl. —.60 = M. 1.—; II. fl. —.75 = M. 1.25, beide Theile zus. gbd. 11. 1.60 = M. 2.75. — Kammersigel der Gabelsberger'schen Stenographie nebst Anhang: Logische Kürzungen bei Fixirung bestimmter Redewendungen im formellen Geschäftsgange Parlamentär. Debatten. 2. Aufl. fl. —.27 = M. —.45. - Theoretisch-praktischer Lehrgang der Stenographie nach Gabelsberger's System. Für Schul-, Privat- und Selbstunterricht. 2 Theile in einem Bande. (I. Cor- respondenzschrift, II. Satzkürzung.) 5. Aufl. fl. 1.20 = M. 2.20. Daraus einzeln: I. Theil: Correspondenzschrift. 8. Aufl. fl. —.90 = M. 1.60. II. Theil: Satzkürzung. 7. Aufl. fl. —65 = M. t.io. - Stenogr. Lesebuch nach Gabelsberger's System f. Handels-, Gewerbe- u. Fortbildungsschulen. Stenograph. Text rri. Schlüssel. 2. Aufl. fl. 1.20 = M. 2.20. — Stenographisches Lesecabinet. (System Gabelsberger.) I. Heft: Lessing's Fabeln. 2. Aufl. fl. —.50 = M. 1.-—. Schlüssel dazu fl. —.15 •= M. —.30. — Dasselbe, II. Heft: Chamisso's Peter Schlemihl. 11. —.60 = M. 1.20. Schlüssel dazu fl. 20.— = M. —.40. — Dasselbe, III. Heft: Goethe, Das Kind m. d. Löwen. (Novelle.) fl. —.50 = M. I.— . Schlüssel dazu fl—.15 = M. —.30. — Dasselbe, IV. Heft: Schiller's Spiel d. Schicksals; m. Schlüssel dazu fl. —.30=M. — 60. - Dasselbe, V. Heft: Tegner's Frithjofs-Sage. fl. 1.20 = M. 2.—. Elegant gebunden fl. 1.70 = M. 2.90. — Dasselbe, VI. Heft: Kleist's Michael Kohlhaas. fl. 1.10 = M. I.90. Elegant gebunden. fl. 1.60 = M. 2.80. — Sigel, neue charakteristische, für die stenographische Correspondenzschrift. (Sigeländerungsvorschläge, System Gabelsberger.) fl. —.15 = M. —.30. — Stenographisches Uebungsbuch (nach Gabelsberger's System). 5. Aufl. 2 Theile in einem Bande. I. Correspondenzschrift, II. Satzkürzung. fl. I. — = M. 1.70. T- Schlüssel zum Stenograph. Uebungsbuch. 6. Aufl. fl. —.48 = M. —.80. SPRINGER, A., Humor. Anthologie in stenogr. Schrift. fl. —.60 = M. 1.20' STRIGL, J., Wörterbuch d. stenogr. Debattenschrift (Syst. Gabelsberger) unter gleichzeitig. Berücksichtig, d. Correspondenz- u. Geschäftsschrift. 2.Aufl. 11.1.50 = M.2.60. — Dasselbe, eleg. gbd. fl. 1.80 = M. 3.10. — Lesebuch für stenogr. Fortbildungs-Curse (System Gabelsberger); methodisch geordnete Beispielsammlung. 2. Aufl. fl. —.90 = M. 1.60. ZEPLICHAL, C, Lehrbuch d. Gabelsberger'schen Stenographie. 3. Aufl. ll.l.— = M.2.— ZWIERZINA, V., Leitfaden für die Gabelsberger'sche Stenographie. I. Theil: Correspondenzschrift. fl. —.50 = M. I. —. — Die Wortkürzung der Gabelsberger'schen Stenographie. fl. —.20 = M. —.40. Stroms