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Geschichte und Litteratur der Stenographie
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Vorwort.

Das Bedürfnis, dem-.gesprochenen Worte durch die Schrift folgenzu können, äußerte sich bald nach Erfindung der Buchstaben-schrift auf eine zweifache Weise: I. in einer natürlichen Entwicklungder Schrift durch flüchtige Zeichnung und Verbindung der Zeichen (Cur-sivschrift), 2. in der künstlichen Aufstellung von Abkürzungen derWörter in der Schrift oder von eigenen kurzen Laut-, Silben- und Wort-zeichen. Es mag also schon die Cursivschrift diesem Bedürfnisse ihreEntstehung verdanken, ohne jedoch das eigentliche Ziel erreichen zukönnen; denn sie hat das Schreibgeschäft im allgemeinen nicht kürzer,sondern nur bequemer gestaltet. Wenn sich die Geschichte der Steno-graphie dennoch auch mit der Currentschrift befasst, so geschiehtdies deshalb, weil sie Abkürzungen unterworfen wurde, welche dasNachschreiben erleichtern, und weil es endlich bis auf unsere Tagenicht an Versuchen gefehlt hat, die abgekürzte Currentschrift alsErsatz der Stenographie zu empfehlen, da mit gewohnten längerenZeichen meist leichter gearbeitet wird als mit ungewohnten kurzen.Am meisten hat sich aber die Geschichte der Stenographie mit denkurzschriftlichen Zeichen xax e^v zu beschäftigen, welche das Gleich-gewicht zwischen Schrift und Sprache, dieses durch die Currentschriftnicht erreichte Ziel, herstellen sollten, also mit jenen künstlichenZeichen, welche für Laute, Silben und Worte eigens aufgestelltwurden. Und gerade der Umstand, dass solcher Versuche eine großeAnzahl entstand, bildet einen Beweis dafür, dass das Bedürfnis darnachvorhanden war. Hiebei konnte es nicht lange dauern, dass die kurz-schriftlichen Bestrebungen sich auf wissenschaftliche Grundlage stellten,und in dem Momente, wo dies geschah, trat die Stenographie in denGeist der Gegenwart ein, der alle Künste und Gewerbe und selbstden Ackerbau auf wissenschaftliche Grundlagen verweist, der die Werk-zeuge nach ihrer Leistungsfähigkeit prüft und erbarmungslos das nichtBewährte, wenn es auch noch so ehrwürdigen Alters ist, verwirft.Dass die Currentschrift, welche nicht auf solchen Grundlagen ruht, diesesSchicksal noch nicht theilt, dankt sie einerseits ihrer Verbindung mit