1 56 Die Stenographie im 19. Jahrhundert.
System Faulmann-Erdelyi.
Victor Erdelyi, Lehrbuch der von Prof. Faulmann vereint. GabelsbergerschenSten., Budapest 1894.
Geschichte und Polemik. Ung. (Markovits?), Das Bessere möge siegen.Kurze Vergleichung der beiden Systeme (Markovits und Fenyvessy), Budapest 1870.Dr. Ladislaus Fayer, Das mündliche Verfahren und die Stenographie, Budapest 1870.Enterich Leszlenyi, Ars Tironia, Raab 1875. Richard Hladik, Methode des stenogr.Unterr., Raab 1875. Stefan Kovücshäzi, Pantographie (Universalschrift), Budapest1877. Dr. Ladislaus Gopcsa, Das Vierteljahrhundert der modernen Litteratur derSten., Szamosujvär 1877. Bela Vikar, Stefan Gäti's Steganographie in Verbindungmit der mod. Sten., Ausgabe der ungar. Akad. d. Wiss., Budapest 1889. Soma Forrai,Kritik über die absolute ungar. Sten. Dr. Aurel Szalägyi's, Budapest 1892.
Finnische Stenographie.
Kaiser Alexander II. ließ die finnischen Landstände, welche seit derEinverleibung Finnlands in Russland (1809) nicht zusammenberufen wordenwaren, 1867 wieder zusammentreten. Da dies schon bei den Reformen von1860 vorausgesehen ward, wurden von der finnischen Regierung drei wissen-schaftlich gebildete Männer nach Deutschland geschickt, die Stenographiezu erlernen. Dieselben begaben sich nach Leipzig, wo sie bei Dr. Albrechtdie Gabelsberger'sche Stenographie erlernten, welche von /. E. Swan aufdie schwedische Sprache übertragen wurde, dessen System später von AugustFabritius u. A. verbessert worden ist. Zugleich wurde die Stenographie aufdie finnische Sprache übertragen; und zwar von L. Neovius nach Gabels-berger's, von Wilhelm Fabritius nach Stolze's Grundsätzen. In frühererZeit war Schwedisch die Umgangssprache der Gebildeten, nachdem aberseit 3 Jahrzehnten höhere finnische Schulen bestehen, wird auch im Landtagedie finnische Sprache gesprochen, wo sie von den geistlichen Ständen undden Bauern gebraucht wird, während sich Adel und Bürger der schwedischenSprache bedienen. Die Verhandlungen der Stände werden von dem 1871gegründeten Stenographenverein zu Helsingfors aufgenommen.
Litteratur.
L. Neovius, Oppikirja Suomalaisessa pikakirjoituksessa Gabelsbergeriu, Helsin-gissa 1883. — Program for Lyceum i Borga at i Nyberg, Borga 1886. VilhoSederholm, Lukuhargotuksia suamalaisessa, Helsingfors 1884. Soc. Sten. de Finlande,La Sten. en Finlande, Helsingfors 1889.
Die Stenographie bei anderen VölJeem.
Als im Jahre 1876 ein Parlament in der Türkei zusammentrat, wurdenfranzösische Stenographen beauftragt, die türkischen Reden (französisch) zustenographieren und dieselben dann (türkisch) umzuschreiben. Später behalfman sich mit currentschriftlicher Aufnahme, so gut es ging. Diesen Anlassbenützte M. Grünbaum in Budapest, um die Gabelsberger'sche Stenographieins Türkische zu übertragen, und Dhionnet wendete das System Duployeauf's Türkische an. Das türkische Parlament bestand jedoch zu kurze Zeit,