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Geschichte und Litteratur der Stenographie
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96 Die Stenographie im 19. Jahrhundert.

als Johannes Schlicht 1879, dann Jos. Weiler 1881 es auf die deutsche Spracheanwendeten (H. Gr. S. 211). Übrigens waren Systeme, wie das Duploy6'sche,mit buchstäblicher Vocalbezeichnung, in Deutschland schon vorhanden: Rbm-berg in M. Gladbach veröffentlichte ein solches 1882, auch Fehlmann's Steno-graphie (1883) ist ähnlich gestaltet (H. Gr. S. 274/5). M. Hasemann, der1884 eine »Universalschrift« aufstellte, verwendete theilweise die Position zurVocalbezeichnung (H. Gr. S. 292), der Theologiecandidat G. A. Fischer schlosssich in den Grundsätzen seines Systems an Arencls' an (H. Gr. S. 266).Hampl, Weiß und Schneider in Wien wollten eine »Neuschrift« einführen(H. Gr. S. 254), denselben Gedanken hatte Präfect Ullrich in Wien 1892,welcher die Formwörter klein, die Begriffswörter mit großen Zeichen schreibtund den Accent gebraucht, den sich die Deutschen erst angewöhnen müssten.Geiser's »Volksstenographie« 1886, wollte die Taylor'schen Ringelzeichenwieder in die Stenographie einführen, während das Ringelchen selbst für denLaut s beibehalten wurde, wodurch Taylor und Horstig in eine unnatürlicheVereinigung kamen (H. Gr. S. 208). Der königlich preußische LandrichterM. Hesse veröffentlichte 1886 eine »Kürzeste Stenographie zum Gebrauch inallen Sprachen der Welt«, welche er 1889 »deutsche Idealstenographie« und1891 »deutschnationale Kurz- und Schnellschrift« nannte; sie sollte in einerLection erlernbar sein, da die Laute aber 25 Zeichen erhielten, ha auch ab,bo auch ob etc. heißen kann, so war weder Einfachheit noch Deutlichkeit ge-boten (H. Gr. S. 267). Im Jahre 1886 trat auch der alte Stolzeaner Knoevenagelunter diejenigen, welche ein Mittelding zwischen Stenographie und Current-schrift schaffen wollten (H. Gr. S. 276). Der Gabelsberger'sche Steno-graph A. Beyerlen hingegen wollte den Deutschen die Erlernung der Gabels-berger'schen Zeichen und Zeichenverbindungen ersparen und empfahl dasGabelsberger'sche Kürzungsverfahren in der Currentschrift anzuwenden. DieGebrüder v. Kunowski nahmen 1892 einen schon von K. A. Eicke 1867 aus-geführten Gedanken auf, die Consonanten als Aufstriche und die Vocale alsAbstriche zu verwenden, während bisher und am consequentesten von Faul-mann das Gegentheil geschah. Es hat sich nicht gezeigt, dass durchKunowski's Methode etwas an Kürze oder Klarheit der Schrift gewonnenwerde.

Es geht hieraus hervor, dass in Deutschland, wie in England undAmerika, jährlich neue Systeme auftauchen, welche meistens nur bestehendeTheorien in neuen Veränderungen bringen, gerade so wie in den verbrei-teten Systemen fortwährend neue Lehrbücher auftreten, welche das Systemin neuen Methoden behandeln. Thatsächlich ist aber die Zahl der in Deutsch-land verwendeten Systeme eine geringe und sie zerfallen in vierGruppen, nämlich:

Gabelsberger Stolze Arends Lehmann

Faulmann Veiten Roller

Schrey Merkes

BraunsNach dem von W. Mertens herausgegebenen »Deutschen Stenographen-kalender« hatten diese Systeme in den Ländern deutscher Zunge, also inDeutschland, Österreich und der Schweiz (wobei allerdings die Ungarn aus-zuschließen sind) 1893 folgende Verbreitung:

Gabelsberger 751 Vereine mit 21395 MitgliederFaulmann 24 » » 1800 »

Schrey 187 » » 3257 »

Stolze 504 » » 14344 ;>