Deutsche Stenographie.
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schmieden und die Rivalität der beiden deutschen Systeme trug sogar zurVerbreitung der Stenographie bei.
Im Jahre 1831 traten wieder in mehreren deutschen Ländern Landtageins Leben. Die Redaction des Dresdener Landtagsblattes berief Franz Wigardaus München als Stenographen nach Dresden, der bald darauf in den sächsi-schen Staatsdienst trat und 1835 ein Stenographisches Institut zur Heran-bildung von Stenographen gründete, welches 183g zur Staatsanstalt erhobenwurde. 1841 erwirkte Gabelsberger in München eine Ministerialverordnung,in welcher die ausschließliche Anwendung der Gabelsberger'schenStenographie empfohlen wurde, und im folgenden Jahre eine Verordnung,dass nur theoretisch und praktisch befähigte L ehr er Unterricht ertheilendürften. In Wien fand Gabelsberger einen eifrigen Anhänger an I. J. Heger,welcher 1842 eine Lehranstalt für Stenographie eröffnete und im folgendenJahre die Erlaubnis zum Unterricht an der k. k. Polytechnik und 1844 anden Universitäten zu Prag (wo er in den Ferien lehrte) und in Wien er-hielt. In Graz wurde die Gabelsberger'sche Stenographie durch JohannPosener bekannt und ein Schüler desselben, Johann Riegler, erhielt 1845 dieBewilligung zum Unterricht derselben am Johanneum. Waren auch dieseCurse schwach besucht, so waren es doch Stätten, wo die Stenographie dengebildeten Kreisen zugänglich gemacht wurde, und solche Stätten hattenden älteren Systemen sehr gefehlt.
Stolze hatte von der preußischen Regierung, welcher er sein Systemvorlegte, wohl eine Unterstützung zur Herausgabe des Lehrbuches erhalten,da aber in Preußen kein Landtag bestand, so kümmerte sich die Regierungnicht weiter um das junge System. Allerdings hatte Stolze nicht auf parla-mentarische Praxis gerechnet, sein System sollte eine Erleichterung der Schreib-geschäfte für Gelehrte und Beamte sein, aber der Cultusminister ließ Stolzeeröffnen, dass er dieStenographiealseinenutzloseLieb habereivon den Schulen ganz ferne halten wolle und sich daher nicht dazuverstehen könne, dieselbe auch nur versuchsweise an den Gymnasien Berlinseinzuführen. In Folge von Ankündigungen fanden sich anfangs wohl einigeSchüler ein, aber wenige hatten die Ausdauer, das System durchzustudieren.Größeres Interesse zeigte der Major Salpius, ein Schüler Horstig's, der sichmit dem neuen System bekannt machte und da es damals noch keinen Einheits-fanatismus gab, es den Officieren des Großen Generalstabes empfahl, von denensieben sich zu einem Curs unter Stolze's Leitung zusammenfanden, darunterder spätere Kriegsminister Graf Roon und die späteren Generale Blumenthalund Voigt-Rhetz; dieselben stellten nach Schluss des Curses ihrem Lehrer einlobendes Zeugnis aus. Aber die Einnahmen dieser wenigen Curse reichtennicht hin, sein Leben zu fristen, und schon hatte Stolze, an der Zukunft ver-zweifelnd, den Unterricht aufgegeben, als zwei seiner Schüler, Jaquet undKressler, 1844 das Interesse an der Stenographie in der polytechnischen Ge-sellschaft anregten, daselbst einen Curs unter Stolze's Leitung ins Lebenriefen und im selben Jahre einen Stenographen verein, den ersten inDeutschland, gründeten; 1845 folgte ein zweiter Verein, der in Magdeburgunter LamWs Leitung entstand. Von jetzt wurde mit Feuereifer für Stolzegeworben, die polytechnische Gesellschaft ließ von ihm von 1844 bis 1850in jedem Winter für ihre Mitglieder Curse abhalten, auch der Magistrat vonBerlin wurde auf Stolze aufmerksam, gestattete ihm den Unterricht anden höheren Stadtschulen und ausnahmsweise die Abhaltung einesCurses für Communalbeamte und Lehrer. Für diese Curse schuf Stolze eineausgezeichnet gearbeitete kurze Anleitung, welche der Stolze'sche Verein