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Geschichte und Litteratur der Stenographie
Entstehung
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Englische Stenographie. a*

müssen, um Fehler zu vermeiden (H. Gr. S. 115120). Gegenüber denbisherigen englischen Systemen bot es aber große Vortheile, welche seineschnelle Verbreitung ermöglichten, einerseits die Genauigkeit in der Bezeich-nung, anderseits die größte Kürze für das Nachschreiben von Reden; dasgrößte Verdienst hat sich aber Pitman um die Stenographie dadurch erworben,dass er dieselbe durch seine eifrige und geschickte Propa-ganda populär machte und in den Geschäftsverkehr einführte.

Pitman begnügte sich nicht, ein Lehrbuch herauszugeben; in den Schul-ferien reiste er im Lande herum und ertheilte Unterricht in seiner Steno-graphie. 1839 konnte er bereits seine Lehrstelle aufgeben, um sich ganz derVerbreitung seines Systems zu widmen, worin er von seinem Bruder Frederickunterstützt wurde; er ließ sich in Bath nieder und gründete hier, nachdemer den Vertrag mit Bagster gelöst hatte, eine eigene Druckerei. 1841 entstandzu Manchester die erste Nummer seiner Zeitschrift: Phonographie Journal,zugleich schuf er eine ganze Litterat ur von Lesestoff, Hilfsmittelnzum Unterricht und Abhandlungen über den Nutzen der Stenographie, derenbuchhändlerischen Betrieb Frederick übernahm. In seinem Wirken fand ereifrige Helfer, namentlich an Thomas Allen Reed, der sich als igjährigerJüngling der Phonographie gewidmet hatte und mit Frederick Pitman alsWanderlehrer wirkte. Derselbe hat in dem »Kapitel aus der frühesten Ge-schichte der Phonographie« erzählt, wie sie zunächst bemüht waren, ange-sehene Personen, besonders Geistliche, der Sache günstig zu stimmen, damitsie den Vorsitz bei den Vorträgen übernahmen. Reed ließ sich die fremdestenSprachen (auch chaldäisch von den Theologen) dictieren, natürlich deutlichWort für Wort, und indem er es correct wiederlas, verblüffte er die Ge-lehrten, welche eine solche Genauigkeit in der Stenographie nicht für mög-lich hielten, andererseits schrieb er die schnellsten Reden nach, und als jemandbehauptete, man könne in der Minute nicht 1 50 Punkte, viel weniger Worteschreiben, bewies ihm Reed, dass er allerdings soviel Worte schreiben undsicher lesen konnte. Dadurch gewann Pitman''s Phonographie den Ruf, d i egenaueste und schnellste Kurzschrift zu sein, den sie sich bis heutebewahrt hat. Im Jahre 1843 bildete sich aus Pitmarts Schülern eine Corre-spondierende Gesellschaft, gerade zu der Zeit, wo die Herabsetzung desBriefportos die Correspondenz wohlfeiler machte. Dadurch, dass diese Ge-sellschaft eingesendete Aufgaben unentgeltlich corrigierte, verbreitete sie dasSystem durch ganz England und förderte diejenigen, welche sich durch Selbst-unterricht ausbildeten und auf diese Weise über fragliche Punkte aufgeklärtwurden.

Während Pitman so für die Verbreitung wirkte, war er fortwährend aufdie Verbesserung seines Systems bedacht und feilte unablässig andemselben. Die zweite Auflage (1840) brachte eine Umgestaltung des Alpha-bets (bei p ch f sh fand eine Vertauschung der Zeichen statt, H. Gr. S. 126).Das Werk, welches nun den Titel: Phonography, orWritingby Sound annahm,erschien zum Preise von 1 Pence in Form eines 8X6V2 großen Stahlstichblattes,auf welchem 3000 Worte und Beispiele eingegraben waren, darunter 4 Schrift-proben in Englisch, 1 in Französisch und I in Deutsch. Schon im December1840 konnte er eine dritte Ausgabe, diesmal in Octav veranstalten, welchein zwei Theile, System und Übungen, zerfiel, von denen jeder 8 Pence kostete.Unter den Leseübungen befand sich der 100. Psalm französisch, deutsch, ita-lienisch, chinesisch und hebräisch. Die vierte Auflage wurde wieder als einBlatt zu 1 Pence in Halbquart, aber auf der Buchdruckpresse mit Holzschnittengedruckt. Die fünfte Auflage erschien 1842 als Volksausgabe und als Schul-