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Geschichte und Litteratur der Stenographie
Entstehung
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36 Die Stenographie im 18. Jahrhundert.

Anciens. Erst unter dem Directorium gelangte die Stenographie zu öffent-lichem Gebrauch: einige geschickte Stenographen schrieben die Gerichtsver-handlungen nach (der Process Babcsnf wurde stenographisch aufgenommen)und an der Ecole normale wurden die Vorträge der Professoren stenographiert.In Deutschland wurde Ramsay's Tachygraphie im 18. Jahrhunderttheils in Schröter's »Briefsteller«, theils als selbständiges Buch von Gessnerfort und fort aufgelegt, ohne mehr als oberflächliche Beachtung zu finden.Auch die deutschen Gelehrten fuhren fort, über die Stenographie als eineSeltsamkeit zu berichten, so Georg Pasch in seinem Buche De novis inventis,2. A. Leipzig 1700; D. G. Morhof'm dem 1714 und später 1732 vollständigerschienenen Polyhistor, wo Thomas (!) Willis, Thomas Shelton, Joh. Wilkinsund die Brachygraphie des J. S. S. angeführt sind; J. Chr. Wagenseil, derin seiner »Erziehung eines jungen Prinzen, der vor allem Studieren einenAbscheu hat« (1707) Joh. Willis, Th. Shelton, Joh. Wilkins und Jer. Rieherwähnt, aber im Gegensatze zu Locke die Stenographie als eine Sachebetrachtet, welche nur Schreiber zu wissen brauchen, während dem Prinzenein Alphabet einfacher Zeichen genüge, welches er entworfen hat; Augusti-nus Grischow 1705 in seiner Introductio in philologiam, David Scharf inDe notariis veteris ecclesiae 1715, J- A. Stcphani in seiner AbhandlungDe taehygraphia 1707; N. H Gundling in der »Vollständigen Historieder Gelahrtheit« 1734; /. F. Gregorius in Walch's Actis societatis latinaeJenensis, 1752; J. Chr. Wolf in den Monumenta typographica, 1740; /. Ph.Jablonsky, der in seinem »Allgemeinen Lexikon aller Künste und Wissen-schaften« unter dem Stichwort Tacheographia den Ramsay aufführt; Gladow,der in dem unter dem Pseudonym Sperander 1728 herausgegebenen Fremd-wörterbuch: »A la Mode-Sprach der Teutschen« die Wörter Stenographiaund Taehygraphia aufführt und erklärt; Hermann Hugo, der in De primascribendi origine 1738 Ramsay und Cruciger erwähnt; G. G. Wegener, derunter dem Pseudonym Tharsander in dem 1793 herausgegebenen »Schau-platz vieler ungereimter Meinungen und Erzählungen« über wunderbareSchriften berichtet, darunter über die Kurzschrift der Alten und die englische,wobei er auf den Nutzen der Schnellschrift für Gelehrte aufmerksam macht;/. S.Halle in der »Fortgesetzten Magie« 1790; BuggeVs »WohlerfahrenerSchreibkünstler« 1708; /. H. Zedier, der in seinem »Großen vollständigenUniversallexikon aller Wissenschaften und Künste« 1732/54 die NamenBales, Heath und Shelton anführt und unter dem Stichwort »Schreibkunst«über die Geschwindschrift im Sinne einer abgekürzten Currentschrift be-richtet; Chr. G. Jöcher, in dessen »Allgemeinem Gelehrtenlexikon« 1750/1(genauer in der Fortsetzung von Adelung 1784/7) die Autoren: Addy, Bales,Botley, Bridges, Coles, Hopkins, Mason, Ramsay aufgeführt sind. /. Chr.Gatterer erwähnt in seinen Elementa artis diplomaticae 1765 und in demAbriss der Diplomatik 1798 die englische Stenographie; Gessner gab inden Primae lineae isogoges in eruditionem universalem, 1784, kurze Nach-richten über die Tironischen Noten und knüpfte daran die Bemerkung: »Beiden Engländern gibt es Leute, die shorthand d. h. Kurzhand schreibensollen«. Aus diesem Werke und aus Morhof's Polyhistor dürfte Goetheseine Kenntnis der Tironischen Noten und der Stenographie geschöpft haben,welche er an mehreren Stellen seiner Werke zeigt. Die Allgemeine Literatur-Zeitung vom 10. Januar 1787 brachte eine Notiz über eine StenographieDupont's, von der sonst nichts bekannt geworden ist; ein fast gleichlautenderHinweis auf dieselbe findet sich in _/. W. Kessler's »Lehrbuch der Kunst,schön und geschwind zu schreiben«, 1793, welches aber kein Lehrbuch