der Tasche haben, um nachzuhelfen, wenn's mal gar nichtmehr gehen will. Und wie oft hab ich abschrecken müssen:Laß man den Unfug, das Zeuch taucht doch nischt mehr. —Nee, ich möchte das alles nich noch mal mitmachen müssen
— es trägt sich verdammt nicht leicht."
In solchen kleinen Sätzen prägt sich seine Stellung auszu Schicksalsverkettungen mannigfacher Art, zu den Abgrün-den menschlicher Tragik, zu den erschütternden und viel-fachen Zusammenhängen des menschlichen Lebens.
Im Grunde bewegt ihn doch trotz aller Skepsis eine großeHoffnung und Zuversicht. Er glaubt auch — trotz alledem
— an die Menschen — an seine Menschen.
Trotz seines leidenden Zustandes (Zuckerkrankheit) ist erein unverwüstbcher alter Mann. Peter Bang schilderte ihneinmal vorzüglich nach einem Besuch:
„Schon erscheint er selbst, wie üblich in Hemdsärmeln,an der Tür seines Schlaf- und Arbeitszimmers und nötigtden ,Besuch' hinein. Stöße von Zeitungen, Briefen undlosen Zeichenblättern bedecken die Hälfte des großen Tisches,der die Mitte des Zimmers einnimmt. Dahinter das breiteBett, zu dessen Kopfende seine kleinen Freunde, seine Dom-pfaffen stehen.
„Ich decke se immer erst um neune zu. Wenn ick hier zusprechen habe, wollen se doch immer mitreden", sagt er mitpfiffigem Zwinkern der kleinen Augen über die Brillehinweg.
Und wirklich mischt sich, wenn die Unterhaltung lauterwird, vergnügtes Zwitschern aus den drei Käfigen hinein.
Und es wird lebhaft. Denn wenn Zille auf den Film zusprechen kommt, wird er wieder jung. Immer wiederholter, was er sagte, als er das erstemal seine zum Filmleben er-weckten Zeichnungen auf der Leinwand vorüberhuschen sah:
„Es ist nur gut, daß du so schön alt bist. Mit deinerZeichnerei würde es jetzt bald vorbei sein, wenn diese jungenLeute mit ihrer Kamera das Leben selber festhalten."
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