durch. Damals waren die armen Tiere noch in Käfigen aufRollen eingesperrt. Ganze große Fetzen vom Fell hatten siesich beim Hin- und Herlaufen in den engen Käfigen ab-gewetzt.
Wir hatten Mitleid mit den Biestern und fürchteten unsauch.
Na — dann wurden ja auch bessere Käfige gebaut . . ."
„Nachmittags, wenn Schönwetter war, machten wir manch-mal Landpartien nach der Lausewiese — der Weberwiese.Die Lehrer ließen eben den Nachmittagsunterricht, der sonstnoch üblich war, ausfallen. Da konnten wir beobachten, wiedie Weber ihre Arbeit zwischen den Bäumen aufhängten undtrockneten.
Und dann konnten wir auch aufpassen, daß wir uns nichtselbst Läuse holten. Denn eine Menge Sonnenbrüder lagenda und Ueßen sich bescheinen. So hießen doch früher diePenner und alten Bettler."
Da haben wir wieder den echten Zille, der schon in seinerKindheit die offenen Augen für die verschiedenen Volks-schichten und besonders für den fünften Stand hatte. Nachallem diesen ist es zu verstehen, wenn er in seinem Lebens-lauf, den er bei seinem Eintritt in die Akademie einreichenund vorlesen mußte, sagte:
„Als Kind bei Entbehrungen aller Art aufgewachsen, mach-ten die Hogarthschen Stiche, die ich als Junge in denPfennigmagazinen entdeckte, großen Eindruck auf mich; ichverglich den Inhalt der Bilder mit dem Leben, das ich ummich sah. Mein Vater war der älteste Insasse des Schuldge-fängnisses, den die Gläubiger schon jahrelang festhielten, bisdas Gesetz über die ,Wechselhaft' fiel. Dort erlebte ichSzenen, wie sie Dickens im ,David Copperfield' geschilderthat. Aus buntem Tuch und Pelzresten verstand Mutter
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