Vater — un Mutter un wir Kinder mußten zu Jroßmuttem.Na — 'ne Weile lang ging ja das ganz gut.
Da hatte ich auch Jelegenheit, die Vaterlandsverteidigerund das ganze Soldatenwesen kennenzulernen. Sechsund-sechzig kam mit'n Mal der Preuße an. Un da marschiertenzuerst unsere sächsischen Vaterlandsverteidiger ein. Da wur-den immer Berge von belegten Broten hingestellt. Die bravenSoldaten fraßen den Belag herab und sagten murrend unddrohend:
,Is des was for uns Vaterlandsverteid'ger?'
Die alten Semmeln, eine Festgabe für uns Kinder, schmis-sen sie uns an den Kopf.
Die Preußen, die kamen ja denn bald — un die waren ver-nünftig — die aßen wat se kriegten. Die hielten Ordnungun Mannszucht. Die sahen, daß wir selbst nichts hatten undschenkten uns Jungs hier und da 'ne Scheibe Kommißbrot.
Ja — da kriegte ick wat zu sehen un zu hören. DieUniform macht doch die Menschen gar zu leicht überheblichund unvernünftig! ■—
Aber schließlich — det kostete ja doch allerlei, wenn wiralle mitaßen. Un wenn't Jeld kost't, is't selbst Jroßmuttemschließlich uff die Dauer zu ville..."
„Als wir noch bei Jroßmuttem uff't kleene Nest hausten,da waren wir froh, wenn wir Kinder 'ne harte Semmel krieg-ten. Die gab's damals fürs halbe Geld. Das ging fast alleKinder so. So alt war die Semmel, daß wir sie nicht beißenkonnten. Dann gingen wir an'n Brunnen und hielten sieunters Wasser — un weichten sie erst auf, um sie überhauptessen zu können.
Das war noch was Feines, damals — 'ne harte Semmel..."
„Schließlich zogen wir nach Dresden. Und da lernte ich6chon mithelfen. Damals mußten doch de Joldfischjläser auf
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