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Das Zillebuch : mit 233 meist erstmalig veröf. Bildern
Entstehung
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früh aufstehen und fast den ganzen Tag in eintöniger Arbeitan einer Maschine verbringen. So fand sie die Ehe, die oftfrühzeitig geschlossen wurde, als eine Frau, die von derHauswirtschaft nur wenig verstand, die mit Ach und Krachdie kleine Wohnung von Stube und Küche sauber hielt, dieKinder in Ordnung brachte und nur zu oft die ganze Wirt-schaft gehen ließ wie sie wollte, weil sie selbst noch arbeitenmußte und sich nur abends um die Familie kümmern konnte.

Trotzdem es gab auch hier immer zahllose Frauen, diesich keine Minute Ruhe gönnten und lieber sich abrackerten,als ihre kleine Wohnung oder gar ihre Kinder in Schmutzverkommen zu lassen. Allerdings: die Wirtschaftskunstmußte bei solchen Verhältnissen leiden. Und so mag es kom-men, daß die Berlinerin der unteren Kreise nur zu oft nichtfähig ist, das Heim so recht gemütlich zu machen. Dieseschweren drückenden Verhältnisse brachten es auch mit sich,daß die Lebensart des niederen Volkes sich nicht verfeinernkonnte. Wo Frauen in Masse bei schwerer Arbeit zusammensind, werden gewöhnlich keine bildenden Gespräche geführt.Mehrere haben immer frühzeitig intime Beziehungen zu denMännern und ihre zynische Offenheit nimmt den anderndie Reinheit und reizt ihre Neugier und Eitelkeit. Der Lohnwird bald nicht mehr ganz zu Hause abgegeben, sondern zuPutz verwendet und das Tanzlokal vollendet die Erziehungzu jener üblen Großstadttochter, die manchmal durch einenbraven fleißigen Mann oder durch eine Mutterschaft zu einerverehrenswürdigen Frau wird, die aber auch oft der Prosti-tution anheimfällt.

Die schlechten Wohnungsverhältnisse haben auch stetsbeigetragen, den Mädchen jede Unbefangenheit zu nehmen.Oft mußten von den Eltern Schlafburschen gehalten werden.Das enge Beieinanderleben, das Reinigen der Männer undMädchen zu gleicher Zeit am Morgen in einer Küche, diejedem Ohre zugänglichen Gespräche nicht allzu keuscherArt und vieles andere mußte manches Mädchen rauh undleicht machen. Andere blieben weiblich trotz aller Anfech-

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