Na — da lachten sie denn — und jetzt sind wir alle mitHumor wieder gute Freunde."
Aber nicht immer geschieht was in solchen Lokalen. Wernicht mit den richtigen Augen und Ohren hinkommt, merktjedenfalls nichts. Zille erzählte:
■ „Da ging ich auch mal im Osten bummeln mit Doktor —na, der Name tut ja nichts. Es war eben ein Doktor. Erschreibt sonst ganz gut. Ganz lebendig und aus dem Lebenraus — wenigstens soweit es seine Kreise trifft. Aber dersah nischt, als ich ihn da im Osten führte — am SchlesischenBahnhof — Koppenstraße und so.
Da waren wir auch in dem . . . Keller. Da saß der Weber-Emil. Fünf Jahre Z. Der Matrosen-Karl — acht Jahre Z.wegen Notzucht und solch schöner Sachen. Der Antennen-August — solch langer Latsch. Und denn die Damen! DieStubenmuttern, Klettermarie und wer alles da war. Radies-chen war auch dazwischen. Sie ging jetzt nicht mehr selber.Sie schickte jetzt selbst Mädchen auf'n Talon, aufs laufendeBand . . . Auf Bänken und auf Bretterstühlen. Bei einerGasflamme in der Mitte. Da konnte man doch was studieren.
Da brauchte man bloß in die Gesichter zu sehn.
Dann erlebte man doch Schicksale . . .
Aber Dokterchen fragte:
,Wann kommt denn nu der Mord?'
,Den gibt's nicht auf Bestellung!' sagte ich ihm. ,Monatevergehen, ehe sowas geschieht. — Und Ihnen wird überhauptnichts geschehen. Den .Sehern' geschieht selten was, wenn siesich anständig betragen. Bloß nicht aufdringlich sein odervon oben herab ..."
Aber der Doktor sah nichts. Dem war das mächtig lang-weilig.
Und dabei ringsherum: Nichts als Erlebnisse. —"
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