wie die Gaststätten der Prostituierten genannt werden. VonErlebnissen in solchen Lokalen erzählte Zille gelegentlich:
„Kennen Sie Cafe Filzlaus? An der Ecke Klosterstraße undParochialstraße? Wissen Sie, woher das seinen Namen hatte?
Na, die Mädchen, die da verkehrten, veranstalteten zumZeitvertreib Wettrennen mit Filzläusen. Sie brachten jedeein paar Tierchen mit in Streichholzschachteln und schüt-teten die aus auf den Tisch — welche nun am raschestenüber den Tisch üef . . .
Die Tiere waren schon ganz schlapp — hatten bloß 'nkleinen roten Faden durch den Leib — sonst waren sie ganzdurchsichtig — bloß Haut.
Na, die Mächens hatten ihren Spaß damit."
„Bei Dulli in der Linienstraße gegenüber von der KleinenAuguststraße habe ich auch allerlei erlebt. NamentHch inder ersten Zeit, als ich ,Volk' zeichnete. Ich hatte keine Ah-nung, daß da nur Immertreu-Leute verkehrten — aber alsich eintrat, kam es mir doch nicht ganz geheuer vor.
Ich stellte mich also mit dem Rücken gegen den Schank-tisch und sah mir die Leute an. Die meisten spieltenKarten. Dem einen saß auch sein Mädchen auf dem Schoß.Die andern Mädchen saßen an einem Tisch für sich. Sieschienen sich aufzuwärmen von ihren Pendelgängen. Aberals sie sahen, daß ich sie beobachtete, wurden sie unruhig —und mehrere gingen hinaus.
Schließlich war kein Mädchen mehr drin.
Und die Kerle spielten zwar weiter — aber sie sahenimmer zu mir hin — und tuschelten miteinander.
Plötzlich schrie die Wirtstochter, die hinter dem Schank-tisch stand, mir von hinten in die Ohren:
,Wat wollen Sie? — Machen Sie, dat Se rauskommen!'
Ich sagte mir: Ruhigbleiben ist die Hauptsache. Leiseantwortete ich:
.Erst trink ich mein Bier aus!'
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