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Das Zillebuch : mit 233 meist erstmalig veröf. Bildern
Entstehung
Seite
222
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Und zum Schluß ging ich mit der jungen Sängerin undihrem Bräutigam noch nach der Parochialritze, nach derkleinen Destille in der Parochialstraße. Das hübsche Mäd-chen war schon ein bißchen ernüchtert. Und nun nachdem Anfang in der schönen Weinkneipe der Schluß in derParochialritze!

Ich fragte nach der Frieda. Die war auch mal Sängeringewesen. Jetzt tippelte sie für den langen Paul immerauf dem Strich . . . singen konnte sie ja schon lange nichtmehr. Sie war aber nicht da. Sie war in ihrer Wohnungim Jüdenhof.

Ich ließ sie nun holen. Als sie hörte, ich sei da, kamsie auch. Und hatte sich extra fein gemacht. Einen Strauß-federhut auf. Ja, und 'ne seidene Bluse.

Na, das schöne Fräulein erschrak ja ein wenig, als ichihr die Frieda als ihre Kollegin vorstellte. Frieda, dieseRuine. Ins Breite und gedunsen.

Wir saßen damals vergnügt beisammen. Der Bräutigamlud alle ein. Und Frieda Ueß sich nicht lange quälen undsang stolz ihr Lieblingsbed:

,Hier hab ich so manches hebe MalMit meiner Laute gesessen!'

Diese Ruine mit ihrer gebrochenen, verwüsteten Stimme.Alkohol und Nachtluft und Rauch und der Lebens-wandel . . .

Mir sträubten sich die Haare wie Frieda glaubte, siekönne noch singen. Wie sie ihr ganzes Gefühl in die un-mögbxhen Töne legte. Mir schauderte.

Und die junge Sängerin wurde ganz blaß.

Ich glaube, sie wollte nicht mehr zum Kabarett zumTingeltangel.

Die hatte gesehen, wie das Ende ist."

Von diesenKabaretts" ist es in jeder Beziehung nichtweit bis zu den Kneipen, die zu Anfang alsParochialritze"geschildert wurden. Die Mädchen, die man erst auf derBühne gesehen, findet man bald auch in denWärmehallen",

29.9.