Und wer noch, weniger Geld hatte» legte sich in ein Bett, dasimmer monatlich einmal bezogen wurde und in dem also viel-leicht schon zehn oder zwanzig andere Gäste geschlafen
hatten. —
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Von solchen Kneipen und ihren Gästen entwirft Zille selbstein anschauliches Bild:
„Im Schatten
Schiefe Häuser, dunkle steile Treppen, winklige Stuben,zum Verkriechen einladend.
Wenige kennen die alten engen Gassen, mitten in der Stadt,das Bauschen der Großstadt flutet abseits vorbei.
Dazwischen ein Häuschen, wie aus einer Kleinstadt ge-holt, mit spitzem Giebel nach der Straße gestellt. Beschattetvon einem alten Nußbaum, dessen Wurzeln sich im Kellerund unter dem Straßenpflaster festhalten.
,Kuchenhaus' nannten es die Gäste der Gastwirtschaft ,ZumNußbaum'.
Wer fand Süßigkeit? Die der Nußbaum festhielt, ver-kamen in Bitternis, Krankheit und Elend. Leute mit Namengab es hier.
,Der Major, der Schutzmannskarl, die gnädige Frau, derFürst ohne Hirn, der polnische Graf, die Veilchengräfin'und so viele.
Mädchen, mit kurzgeschnittenen Haaren, aus der Straf-anstalt entlassen, schlürfen im wilden Tanz Freiheit undSchnaps.
Bleiche Männer, scheublickend, unterernährt, Schädel undWangen rasiert, noch Zuchthausluft ausatmend, lassen sichhier wieder ,Herr' nennen.
Wer wieder frei, den zog es nach des Nußbaums Schatten.So war's vor Jahren —
So war's noch jetzt. —
,Matrosenkarl', ,Bockwurst', ,Ede', ,der lange Paul', .Schnep-perchen', ,der Löwe des Ostens', .Schmorjule', ,Liese mit'sJlasoge', ,Elsa mit 'n Doppelarsch' — nur andere Namen.
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