sten Damen hatten sich zurechtgemacht als Fischerliese oderBoilenjuste. Der Name stammt nicht von einer Händlerinmit Bollen, d. h. Zwiebeln, sondern war Spitzname einesStraßenmädchens, das mit „Bollen", mit Löchern in denStrümpfen auf den Strich im alten Scheunenviertel ging.Die Herren kamen als Apachenjüngling, als Patentlude undSaloneinbrecher. Die Haare dick mit Pomade verschmiertund 'ne kesse Sechse in die Stirn gezogen. Viele hatten sicheine künstliche Tätowierung auf Hände und Arme malenlassen. Die meisten aber glaubten, mit einem „blauen"Auge den größten Eindruck zu schinden.
Fast die gleichen Kostüme tauchen in jedem Jahr zuHunderten auf dem Zilleball im Sportpalast auf. MancheMädchen kommen auch in allen möglichen und unmöglichenHosenkostümen: als Matrose, als Strolch, als Badeengel ausdem Freibad. Allerdings finden sich unter den Tausenden,die den Zillcball mit fröhlichem Karnevalulk, unverwüst-licher Tanzlust und mit derber Faschingslust erfüllen, auchrecht viele wirklich gut und echt nach Zille „Angezogene",Harfenjulen, die unbedenklich sich häßlich machen, alteJungfern, die „über den Mann hinaus sind", Budiker inHemdsärmeln und blauer Schürze, alte Penner, „Damen" ausdem Scheunenviertel und aus der Parochialritze, Brüder ausdem „Nußbaum" und „Immertreu'-Leute aus der Koppen-straße, Kinder aus der Ackerstraße, vierter Hof, und nochmancherlei Volk vom Bummelplatz und Weihnachtsmarkt:Bingkämpfer, Ausschreier und die dickste Frau der Welt,Wandervögel und Hebliche Zillemädchen. Sie alle sind herein-gekommen mit der Polizeianmeldung, die umstehend wieder-gegeben ist.
Sie alle wandern unentwegt an dem Tisch vorbei, an demZille mit einigen Freunden sitzt. Und dann Paukenschläge— Tusch — und alles ruft „Hoch Zille! Hoch Vater Zille!"
Und er erhebt sich und dankt mit freundlichem Lächelnund immerwährenden Verbeugungen.
Dann aber drängen sie zu Hunderten an die Balustrade
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