Lehrjahre beschrieben werden. Hier sei auf seine künst-lerische Ausbildung eingegangen:
„Bei diesem Lithographen wurden die deutschen Heer-führer und Fürsten dutzendweise in allen Größen fabriziert,ebenfalls nach Photographien verstümmelte und geheilte Sol-daten für medizinische Werke auf Stein gezeichnet, Heiligen-bilder, Madonnen mit blutenden Herzen, der Gekreuzigte usw.,die dann in den Wohnungen der armen Leute, rechts undlinks neben den Regulatoren hingen. Darunter baumelten dieKriegsgedenkblätter und Kriegsmedaillen der gefallenen oderverstümmelten Väter und Söhne. Wir hatten damals einmerkwürdiges Kunstgewerbe, der Triumph in der Möbelarchi-tektur war der Muschelaufsatz. All das frühere Gute ist seitjener Zeit aus den Wohnungen der kleinen Leute verschwun-den, das Kunstgewerbe ging an die Arbeit. — War auch dieArbeit am Tage nicht so erfreuend, um so mehr waren es dieAbende in der Kunstschule und später im Abendaktsaal. Sonn-tag ging's ins Freie, um Landschaften zu versuchen. Dienoch bleibende Zeit mühte ich mich, das auf der StraßeGesehene aus der Erinnerung zu zeichnen. Der Lehre folgtedie Gehilfenzeit; ich kam in gute Werkstätten, arbeitete mitR. Friese und Frenzel, den späteren Tiermalern, und vielentüchtigen Lithographen zusammen und erlernte den Bunt-druck. Nach der Militärzeit ging ich zum graphischen Ge-werbe, wie Lichtdruck, Zinkographie, Photogravüre usw., dahat mir das Etwas-zeichnen-können geholfen, gute Arbeitzu machen. Mancher Beitrag für Zeitungen war entstanden,die Zeichnungen und Skizzen sammelten sich an, so daß ichauf Zureden von Freunden mich zaghaft traute, in derersten Schwarz-Weiß-Ausstellung der Berliner Sezession 1901auszustellen. Man war entrüstet über die VerunglimpfungBerlins und seiner Bewohner.
Nach und nach lernten die Leute sehen, urteilen undmich verstehen. Im Osten und Norden Berlins verstandensie mich gleich, als meine Gestalten im Simplicissimus undder Jugend, den ersten Zeitschriften, die mir gnädig waren,
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