Der Dank für das heilende Lachen, 163
Suchenden solche Steine gefunden." Sollen wir noch die Variantenbei M. Stokes, Indian Fairy Tales, 1880, 96 f. und 272 f. und beiJ. H. Knowles, A Dictionary of Kashmiri Proverbs and Sayings,1885, 191 f. anführen, die zu den bisher erwähnten Märlein stimmen,sollen wir auch das „Märchen von Jesus und dem Pharisäer" beiA. Birlinger, Volksthümliches aus Schwaben, 1861 f., I, 360 oder WissersLegende Dat Retblatt (II, 176) heranziehen, die beide in letzter Instanzauf mittelalterliche Bearbeitungen des 40. Kapitels des arabischenKindheitsevangeliums zurückgehen*), um darzutun, daß das Motivvon der sich in Wahrheit verkehrenden Lüge für sich existiert, daßes ein eigenes Leben noch heute führt und daß es dieses Leben geführthat, bevor es in jenes Märchen gelangt ist, das nach Wilhelm Grimm(Anm., 1856, 244) „einen eigentümlichen Inhalt hat und doch zu demTeufel mit den drei goldenen Haaren gehört" ?
Oder: In einem Märchen Straparolas (n. 5, f. 1), das der Gruppedes Eisenhans zuzurechnen ist (Grimm, n° 136), muß eine Fee überdie Häßlichkeit eines huomo salvatico so lachen, daß ihr davon einGeschwür in der Nähe des Herzens aufbricht; zum Danke dafür ver-wandelt sie ihn in den schönsten, edelsten, weisesten und liebens-würdigsten Jüngling und macht ihn all ihrer Kräfte teilhaftig; in einerkalabrischen Geschichte, mitgeteilt von F. Mango im Archivio perlo studio delle tradizioni popolari, X, 52 f. (Wesselski, Der HodschaNasreddin, 1911, II, 123 f. n° 439), die ansonsten eine Variante zuBasiles Pervonto ist (Bolte-Polivka, I, 485 f.), platzt ähnlich einerHexe, als sie den Tölpel Juvadi und die Prinzessin aus dem Fassesteigen sieht, vor Lachen eine Halsgeschwulst, und zum Danke zaubertsie dem Paar einen prächtigen Palast herbei, und als dritte sei einearmenische Geschichte bei M. Tcheraz, L'orient in&lit, 1912, 117 f.genannt, die zu dem 4. Märchen des 4. Tages bei Basile und damitzu Grimm, n° 14 gehört: Die junge Frau, die die erste Probe ihrerSpinnfreudigkeit ablegen soll, faulenzt Tage lang, und so muß siedie letzten zwei Tage vor Ablauf der Frist auch die Nacht durch-arbeiten; dabei gönnt sie sich nicht einmal die Zeit, sich zu Tisch zusetzen, sondern begnügt sich, während der Arbeit den Honig abzu-lecken, mit dem sie ihrer Mutter Schultern und Arme bestrichen hat.Die Dienerinnen des Feenkönigs kommen mit dessen Kind vorbei,das ein bisher unheilbares Geschwür am Halse hat, und das Kindmuß bei diesem Anblick so lachen, daß das Geschwür aufbricht;dafür stellen die Feen der jungen F ra u einen Wunsch frei**), und sie
*) C. de Tischendorf, Evangelia apocrypha, 1876, 202 und L'ßvangile del'Enfance, ed. Paul Peeters, 1914, 48 f.; s. Reinsch, loc. cit., 98 f. und 127, auchQaljübl, 107, n° 137 = Basset, 1001 contes, III, 159, n° 100, Dähnhardt, II,95— 99> 102—107, 278, 279—281. Weiter entfernen sich das Wunder des hl. Julianin der Legenda aurea, 141 f., das auch in dem Alphabetum narrationum wieder-kehrt, und die Legende de Sidi bei 'Abbes bei Legey, 277 f. Letzten Endes abergehören hieher auch die Rosenwunder der hl. Elisabeth und des sei. Petrus,Bischofs von Metz (P. Toldo in den Stud. z. vgl. Litgesch., V, 348).
**) Bei Basile, i. IV, tr. 4 gibt es keine Heilung, sondern die Belohnungspenden die Feen, weil die Faule durch ihre gewaltigen Vorbereitungen ihre Lach-muskeln erregt hat; ähnlich zeigen sich noch in einem andern Märchen Basiles(i. I, tr. 10) die Feen dankbar, weil sie lachen müssen, allerdings ist es ein ,,risoa crepafecate".