Strohhalm, Kohle und Bohne: die literarische Fassung und ihre Verwendung. III
und starb, und das Böhnchen fielauch hinein, schwamm aber oben,mußte aber endlich zerplatzen vondem vielen Waßer, das es ge-trunken. Da trieb es der Flußans Ufer, da saß ein Schneider,der nähte es wieder zusammen.Seit der Zeit haben alle Bohneneine Nath.
Mündlich.Nach einer andern Erzählungging die Bohne zuerst über denStrohhalm und kam glücklich hin-über, die Kohle ging nach, mittenauf dem Halm brannte sie durchund zischte im Waßer. Wie dasdie Bohne sah, fing sie an zulachen, daß sie platzte. Ein Schnei-der saß am Ufer, der nähte siewieder zu, er hatte aber geradenur schwarzen Zwirn, daher alleBohnen eine schwarze Nath haben.
fort, Bohne rutschte auch nach,und fiel hinunter, half sich aberein bischen mit Schwimmen. Siemußte doch endlich so viel Wassertrinken, daß sie zerplatzte, undward in diesem Zustand ans Ufergetrieben. Zum Glück saß da einSchneider, der auf seiner Wan-derung ausruhte, weil er nunNadel und Zwirn bei der Handhatte, nähte er sie wieder zu-sammen; seit der Zeit aber habendie Bohnen eine Naht.
Nach einer andern Erzählungging die Bohne zuerst über denStrohhalm, kam glücklich hin-über und sah auf dem gegen-seitigen Ufer der Kohle zu wie dieherüberging. Mitten auf demWasser brannte sie den Strohhalmdurch, fiel hinab und zischte. Wiedas die Bohne sah, lachte sie sostark, daß sie platzte. Der Schnei-der am Ufer nähte sie wieder zu,hatte aber gerade nur schwarzenZwirn, daher alle Bohnen eineschwarze Naht haben.
In der zweiten Auflage ist der Text der ersten fast unverändertbeibehalten worden; Varianten, wie in Z. 4 „taten sich zusammen",oder in Z. 35 „Wie andere erzählen, so ging die Bohne", brauchen wirwohl nicht erst zu verzeichnen. Gänzlich umgearbeitet aber ist dasMärlein in der dritten Auflage; inzwischen muß Wilhelm Grimm dieentsprechende Fabel von Burkard Waldis kennen gelernt haben, unddieser hat er seine Darstellung angeglichen. Wir stellen auch dieseFassungen einander gegenüber:
Esopus, hg. von Jul. Tittmann,
1882, III. Buch, 97. Fabel, II,
116 f.
Von einer Bonen.
Im dorf dort niden in der auDa het ein arme alte frau Einwenig bonen zamen brocht, Aufdaß sies irem manne kocht. Siemacht ein feur und war sein froUnd zündts an mit ein wenigstro, Gedacht; es ist der müe wolwert! Ein bon entfiel ir auf denhert Ongfer, und daß sies nit fand
Kinder- und Haus-Märchen.Dritte, vermehrte und verbesserte
Auflage, 1837, I, 114.Strohhalm, Kohle und Bohne.
In einem Dorfe wohnte einearme alte Frau, die hatte ein Ge-richt Bohnen zusammen gebracht,und wollte sie kochen. Sie machtealso auf ihrem Herd ein Feuerzurecht, und damit es destoschneller brennen sollte, zündetesie es mit einer Hand voll Strohan. Als sie die Bohnen in den