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Versuch einer Theorie des Märchens
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yo Sichere Zusammenhänge.

Mit diesem Märchen vergleiche man die folgende Erzählung desvon einem unbekannten Jaina kompilierten Kathäkosa (transl. byC. H. Tawney, 1895, 85 t.):

Ein Mädchen, Vidyutprabhä mit Namen, redet ihrem Vater,einem verwitweten Brahmanen, zu, wieder zu heiraten, und er tut es;die neue Stiefmutter aber behandelt sie elend. Als sie einmal, nach-dem sie ihre Herde gefüttert, eingeschlafen ist, kommt eine großeschwarze Schlange zu ihr, die vor einem Schlangenfänger flieht, undbittet sie, sie zu verbergen, sie schützt sie, und als der Fänger wegist, wechselt die Schlange ihre Gestalt in die eines Gottes und stelltihr einen Wunsch frei; sie bittet um einen Schatten über ihr Haupt,damit sie ihre Herde fürderhin in Behaglichkeit weiden kann, aberder Gott gewährt ihr, daß sie auf allen ihren künftigen Wegen voneinem Garten begleitet sein solle, und sagt ihr noch, wenn sie einmalin Not sein werde, so solle sie an ihn denken. Sie und diesen mit ihrwandernden Garten sieht der König von Pataliputra; er heiratetsie, und der Garten blüht über ihren Häuptern, so daß ihr der Königden Namen Arämasobhä (Gartenschön) gibt. Ihre Stiefmutter jedochbeschließt, sie zu töten und an ihre Stelle ihre eigene Tochter, diesie inzwischen geboren hat, zu setzen. Sie bereitet vergiftete Kuchenzu und schickt sie der Stieftochter durch den Vater; der Schlangen-könig aber, der den Brahmanen auf dem Wege zur Stadt schlafen sieht,nimmt das Gift heraus, und so ißt der ganze Hof von den Kuchen,ohne Schaden zu nehmen. Sie versucht dasselbe ein zweites Mal,dank dem Schlangengott wieder ohne Erfolg, und dann, nachdemsie gehört hat, Arämasobhä sei schwanger, ebenso ein drittes Mal.Diesmal aber bittet der Brahmane den König, die Königin in seinemHause gebären zu lassen, und ertrotzt sich dessen Einwilligung durcheine Selbstmorddrohung. Nachdem sie im väterlichen Hause einenKnaben geboren hat, wird sie von ihrer Stiefmutter in einen Brunnengestürzt; in dem Augenblicke des Falls denkt sie an den Schlangen-gott, dieser fängt sie mit der Hand auf, und der Garten folgt ihr inden Brunnen. Nun läßt die Stiefmutter die eigene Tochter die Rolleder Wöchnerin spielen und neben dem Knaben liegen, bis der Königeinen Minister schickt, um Weib und Kind zu holen. Schon beimAufbruch merkt die Dienerschaft, daß der Garten nicht mitkommt,aber die falsche Königin sagt, er sei seines Durstes wegen in denBrunnen gegangen und werde schon nachkommen. Natürlich ist derKönig über die Veränderung, die mit seiner Gattin vor sich gegangenist, entsetzt; deshalb und da auch er auf die Frage nach dem Gartendieselbe Antwort erhält, beginnt er zu zweifeln. Arämasobhä erhältvon dem Schlangengott die Erlaubnis, in der Nacht ihren Sohn zubesuchen, und das tut sie zweimal; sie spielt mit ihm, legt ihn wiederins Bett und umgibt ihn mit Blüten und Früchten aus ihrem Garten.Die Amme erzählt das dem König, und dieser ist in der dritten Nachtzur Stelle, als Arämasobhä erscheint, aber sie entschwindet ihm, underst beim nächsten Mal gelingt es ihm, sie bei der Hand zu fassen.Nun läßt der König die Stiefmutter holen und peitscht sie mit eigenerHand; er hört zwar auf die Bitten der Königin mit dieser Züchtigungauf, nimmt aber dem Brahmanen die zwölf Dörfer weg, die er ihm