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Versuch einer Theorie des Märchens
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44 Die biblische Erzählung von dem Sündenfall.

und Bier durch euer Stroh zu trinken"; die Menschen aber lachtenihn aus und setzten ihm Milch und Bier in einem Unrattopf vor.Wütend sagte der Hund, als er wegging:Alle Menschen werdensterben, und nur der Mond wird zum Leben zurückkehren."Frazer meint, ursprünglich sei der Hund von dem Monde mit einerBotschaft betraut gewesen, habe aber die Gelegenheit mißbrauchenwollen, um sich Vorrechte zu verschaffen.

In einer wieder hottentottischen Sage schickt der Mond einenKäfer zu den Menschen mit der Botschaft:Wie ich sterbe undsterbend lebe, so sollt auch ihr sterben und sterbend leben." DemKäfer kommt der Hase nachgelaufen, läßt sich von ihm seinen Auf-trag erzählen und überredet ihn, die Übermittlung der Botschaft ihmanzuvertrauen, weil er der bessere Läufer lei. Er richtet den Menschendie Botschaft falsch aus; dann geht er zum Monde und berichtet ihm,und der Mond schlägt ihn mit einem Stocke über die Nase. Drumist des Hasen Nase bis heute geschlitzt.

In einer andern Sage der Buschmänner ist es die Schildkröte,der der Mond jenen Auftrag gibt; da sie ihm aber zu lange mit demAufbruch verzieht sie will erst die Botschaft memorieren,schickt er auch den Hasen weg. Der ist zwar schnell, aber vergeßlich,und so sagt er den Menschen das Gegenteil. Dann kommt auch dieSchildkröte zu den Menschen und meldet das Richtige, aber nun istes zu spät. Darum über den Hasen erzürnt, werfen ihm die Menscheneinen Stein an den Mund; seither hat er die Oberlippe gespalten.

Wir schenken uns die andern Varianten, wo es sich um zweiBoten handelt, und erwähnen nur noch eine Sage aus dem Togo-Lande in Westafrika: Die Menschen schickten einmal den Hund zuGott, auf daß er ihm melde, sie wollten nach dem Tode wieder zumLeben zurückkehren. Auf dem Wege wurde der Hund hungrig undkehrte in einem Hause zu, wo ein Mann Zauberkräuter kochte; inder Meinung, es sei etwas zu essen, setzte er sich hin. Unterdessen warder Frosch, dem niemand einen Auftrag gegeben hatte, aufgebrochen,um Gott das Gegenteil zu vermelden, und traf auch früher bei ihmein. Als dann der Hund hinkam und die richtige Botschaft über-brachte, sagte Gott, er verstehe das Ganze nicht; da aber der Froschzuerst dagewesen sei, so wolle er nach den Worten des Frosches tun.Es sterben also die Menschen weiter, aber die Frösche werden wiederlebendig: in der trockenen Jahreszeit sind sie tot; fällt jedoch derRegen, so kann man sie in den Sümpfen quaken hören.

Frazer schließt diesen Abschnitt mit dem Satze:So ist dennin Afrika der Glaube weit verbreitet, die Gottheit habe einmal dieMenschheit unsterblich zu machen beabsichtigt und diese Absichtsei durch die Schuld dessen, dem sie die frohe Botschaft anvertrauthabe, mißglückt."«

Der nächste Abschnitt, betiteltDie Geschichte von der abge-worfenen Haut", bringt eine Reihe von Natursagen, die nicht mehrnur aus Afrika, sondern auch aus Melanesien, Südamerika usw. stammen;wir begnügen uns mit drei Mustern.

Auf den Banks-Inseln und auch sonst auf den Neuen Hebridenheißt es: Die Menschen starben zuerst nicht, sondern legten, wenn