Scliw
Schw
Scul
Sehr
hende Linien, machen, wodurch sie den Schatten ausdru-cken. Das Wort ist aus dem Jkal. sgraffiare, eingra-bcn und kratzen, gebildet. Man könnte füglich Schat-tenlinien ziehen oder eingraben dafür sagen ; mit EinemWorte auch schatten und verschatten. S. Schattiren.
Schrahiruug, das Ziehen oder Eingraben der Schat-tenlinien , die Berschattung. Oft kann man auch dieSchattenlinicn schlechtweg dafür sagen; z. B. dicVcr-schättungcn oder die Schattenlinicn sind zu weich oderzu hart.
Schreibmaterialien. Auch wenn dieses Wort nicht halbausländisch wäre, so würde es schon seiner ungebührli-chen Länge wegen der Sprache nicht zur Zierde gerei-chen. Wir können Schreibbedarf, auch Schrcibbehördafür sagen. Behör, von behören, welches mit gehö-ren gleichbedeutend, nur minder gebräuchlich ist als die-ses, heißt, was zu einer Sache gehört. Ad. hat dasWort Behör unter Behörde. Diesem letzten legt ergleichfalls die Bedeutung bei, was zu etwas gehört,(worin mir dasselbe nie vorgekommen ist) und fügt hin-zu: „in welcher Bedeutung auch im NiedersächsischenBehör üblich ist." Gleichwol bemerkt er einige Zeilenweiter: „daß behören im £>. D. für gehören üblich sei."Wenn aber das ist, so kann auch Behör im O. D. nichtungebräuchlich sein; und die vorhergehende Bemerkung,daß dasselbe nur in Niedersachsen üblich sei, wird da-durch umgestoßen.
Schriftsassi cium praedium, heißt in der barbarischenRechtssprache, ein schriftsaßiges Gut, d. i. ein solches,dessen Besitzern das Vorrecht der Schrifksassen zusteht,d. i. das Vorrecht, nur dem Landcsherrn und seiner Kan-zelei unmittelbar unterworfen zu sein, also von keinerandern Behörde Befehle annehmen zu dürfen. Man drucktdieses Vorrecht durch die R. a. auf Schrift sitzen aus,weil dergleichen Bevorrechtigten der Wille des Landcs-herrn nicht anders alö schriftlich und zwar unmittelbarauf der Kanzclei kundgethan werden darf.
Schwachmaticus» Für dieses seltsame Wort können wirSchwächling gebrauchen, welches unter andern Wie-,land hat.
Schwadroniren, 1. eigentlich, den Degen kreisförmigschwingen, um die Hiebe und Stiche des Gegners ab-zuschlagen. Dafür könnte man sagen: mit dem Degenoder Säbel kreisen. Er kreisete mit dem Degen so hur-tig und so geschickt, daß seinem Gegner sich nirgends ei-ne Blöße zeigte. 2. Mit dem Degen hin und herfah-ren. Für diese Bedeutung haben wir fuchteln. „Ichfuchtelte mit meinem Degen auf der Karte, die an .derWand hing, herum." Rißb eck in den Briefen einesreisenden Franzosen. 3 . Viel und prahlerisch reden. Erschwadronirte tva$ rechts, sagt man. Da dieses nichtanders, als in vertrauten Gesprächen und in niedrigerSchrcib-art vorkommen kann, wo auch der AusdruckPrahlhans gelitten wird: so laßt sich das von diesem
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abgeleitete scherzhafte Zeitwort prahlhansen dafür ge-brauchen. Er prahlhansete was rechts. H cy n atz möch-te das Wort in schwadern umgebildet und auf diese,Weise es verdeutscht sehen. Es scheint aber nicht, daßes in dieser Form verständlich sein würde.
Sehwadronör •> ein Prahler, Prahlhans.
Schwulität» Für dieses Studcntenwort, welches Bür-ger zu gebrauchen gewürdiget hat:
Kein armer Verbrecher fühlt mehr Schwulität,können wir Schwüle und Angst sagen.
8eiagt°aphie (spr. Skiagrafie), der Umriß oder Abriß,Entwurf, Schattenriß, Durchschnitt oder Aufriß ei-nes Gebäudes.
Scibile, was,man wissen kann, das Wißbare. In omiüscibili versirtfein, in allem Meßbaren bewandert sein,sich in allen möglichen Wissenschaften umgesehen Habens
ScienZ, die Wissenschaft.
Scientivisch, wissenschaftlich.
Scintillation, das Funkensprühcn oder Funkeln.
Scolien, waren Tifchgesange.
Scontriren und rescontriren, heißt in Allgemeinen,abgleichen, abrechnen, Schuld und Federung gegen ein-ander ausgleichen. Es wird aber auch in der Spracheder Kaufleute, diejenige Art der Abrechnung insbeson-dere darunter verstanden, vermöge welcher der eine demandern das, was er ihm schuldig ist, nicht unmittelbaroder baar auszahlt, sondern auf einen dritten, der ihmselbst schuldig ist, anweiset. S. Terminologie für dieHandlung. Leipzig 1792.
Sccmtro, das gegenseitige Berechnen oder Ausgleichen.Lcoittrotage sind Ausgleichungstage, dergleichen aneinige» Orten, z. B. in Naumburg, in den Meßzeitenfestgesetzt sind.
Scoptisch, spöttisch.
Scoptisiren, spötteln, sticheln.
Scorbut, der Scharbock.
Scribent, der Schriftsteller, der Schreiber. '
Scribler, einer der viel und schlecht schreibt, ein Schmie-rer, Büchermacher.
Scripturen, Schriften, Schreibereien.
Scrupei, 1. der dritte Theil eines Ouenkchens, also einDrittelguentchcn oder Zwölskelloth2. der Zweifel,die Bedenklichkcit, und zwar vornehmlich in Gewiffens-fachcn; also ein Gewisscnszweifcl.
Scrupulos, schwierig, ängstlich, peinlich.
Scrupulosität, die Aengstlichkeit, Peinlichkeit, Bedenk-lichkeit. Das letzte gebraucht Kant dafür.
Scrutinium, die Stimmen-untersuchung; in Allgemei-nen, die Nachforschung.
Sculptur, die Bildhauerkunst, die Bildhauerei. Ein all-gemeines Wort, welches sich über alle Arten der Dar-stellung durch erhabene Arbeiten, auch über das soge-nannte Bvssirenerstreckt, istBildnerei. Dieses hat, un-
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