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XI. Aetherische Oele.
532. Mit dem Namen ätherische oder flüchtige Oelebezeichnet man eine Anzahl indifferenter organischer Stoffe,welche bei der gewöhnlichen Temperatur meistens flüssig, selte-ner fest sind, und in letzterem Falle beim Erhitzen leicht undunzersetzt schmelzen, für sich ohne Zersetzung flüchtig sind,und auch beim Erhitzen mit Wasser mit den Dämpfen desselbenübergehen. Sie besitzen einen starken, theils angenehmen, theilswidrigen Geruch, und einen brennenden Geschmack. In Wassersind sie kaum löslich, doch ertheilen sie demselben ihren Geruch,aber in Alkohol und Aether, sowie in fetten Oelen, lösen sie sichleicht auf.
Sie kommen fast ausschliesslich in den Pflanzen vor undwerden aus ihnen gewonnen, indem man die ölreichen Pflanzen-theile mit Wasser in Destillirblasen zum Kochen erhitzt, wobeimit den Wasserdämpfen das flüchtige Oel übergeht. Pas mil-chige Destillat trennt sich in der Ruhe in zwei Schichten, vonrvelchen die untere meistens aus wenig Oel enthaltendem Wasser,die obere aus dem ätherischen Oel besteht, das man abnimmt.
Um die leichten Oele von dem Wasser zu scheiden, wendetman die sogenannten Florentiner Flaschen (Fig. 34) an. Diesesind conisch geformt und haben unten eineSeitenröhre 6c, welche nicht ganz so hochals die Flasche reicht und oben bei c gebogenist. Das bei der Destillation übergehendeGemenge von Oel und Wasser sammelt sichin der Flasche durch die Oeffnung a an; dasOel schwimmt oben bei B, das Wasser sinktzu Boden und läuft zuletzt durch den Schna-bel bei c ab. Hat sich eine genügende Mengevon Oel gesammelt, so nimmt man es mit derPipette ab.
Gewöhnlich ist das hierdurch erhaltene