XIII. Thierstoffe.
578. Wir haben schon eine Anzahl der dem Thierorganis-mus eigenthümlich angehörigen Stoffe kennen gelernt: so wurdenunter den Bestandteilen des Harns der Harnstoff, die Harnsäure.das Allantoin, die Hippursäure und das Kreatinin schon beschrieben;von den Bestandteilen der Fleischflüssigkeit haben wir schon dasKreatin, die Milchsaure, den Inosit angeführt. Es bleibt abernoch eine Anzahl von Stoffen übrig, welche sieh den früherenAbtheilungen nicht unterordnen lassen und zum Theil eigene,wohl charakterisirte Gruppen bilden. Wir haben sie hier unterder Bezeichnung Thierstoffe zusammengelässt, obwohl ein Theilderselben (die eiweissartigen Stoffe) ausser in Thieren auch inden Pflanzen vorkommt. weil sie in den Thieren besonder.-, cha-rakterisirt sind.
Gallen stoffc.
579. Die in der Gallenblase der Thiere (oder den Gallen-gängen) sich sammelnde Flüssigkeit, welche in dem obersten Theildes Darmes sich mit dem Speisebrei vermischt, ist gelblich odergrün gefärbt, durch einen schleimigen Stoff dick und fadenziehend,von sehwach alkalischer Reaction und bitterem Geschmack. Sicenthält etwa %„ Wasser und % 0 feste Bestandteile. Letzteresind bei den meisten Thierarten wohl übereinstimmend, doch inverschiedenen Verhältnissen vermengt. Ausser Schleim, den wirspäter näher beschreiben werden, sind Fette (Glyceride), die Al-kalisalze zweier stickstoffhaltigen organischen Säuren, ein in-differenter krystallisirbarer Stoff, Cholesterin, und ein oder meh-rere Farbstoffe zu. erwähnen. Die Fette enthalten sowohl Oel-säure als Margari^äure. vielleicht auch Stearinsäure.
Die stickstoffhaltigen Säuren, welche den Hauptbe-Btandtheil der Galle ausmachen, weil sie derselben ihre charakte-