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2 (1853) Organische Chemie
Entstehung
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IX. Chromogene und Farbstoife.

487. Viele ungefärbte organische Stoffe verwandeln sichdurch Veränderungen ihrer Zusammensetzung in gefärbt e Stoffe,welche unter gewissen Umständen den Namen Farbstoffe er-hallen. Dies geschieht entweder durch eine Gährung, wobeiZucker oder ähnliche Stoffe entstehen, oder durch Oxydation, oderSüdlich durch Aufnahme von Ammoniak und gleichzeitig stattfin-dende Oxydation. Diejenigen Stoffe, aus welchen durch solcheZersetzungen Farbstoffe entstehen, hat man Chromogene ge-nannt. Von vielen Farbstoffen, welche in der Natur nicht fertiggebildet sind, sondern erst in Folge von Veränderungen entstehen,kennt man die Chromogene noch nicht; von anderen bekanntenChromogenen sind dagegen die Farbstoffe noch nicht genau un-tersucht worden. Die Farbstoffe, welche sowohl thierischen alspflanzlichen Ursprungs sein können, sind in ihren Eigenschaftenziemlich abweichend, so dass sie nicht sehr bestimmt charakteri-sirt werden können.

Sie sind fast alle schwach saurer Natur, und vereinigen sichdaher mit Metalloxyden. Insbesondere gross ist ihre Verwandt-schaft zu Bleioxyd, Thonerde und Zinnoxyd, womit sie unlöslicheVerbindungen bilden, welche gefärbt sind und unter dem NamenLack in der Malerei angewendet werden. Poröse Kohle, namentlichdieThierkohle, entzieht die meisten Farbstoffe der alkoholischen oderwässerigen Lösung. Durch Behandlung mit Kalilauge wird der Farb-stoff wieder unverändert aus der Kohle aufgelöst. In gleicherweisenimmt die Pflanzen- oder Thierfaser viele Farbstoffe auf undbindet sie. Gegen viele oxydirend wirkende Stoffe verhalten sich,die Farbstoffe auf gleiche Weise; Chlor zerstört bei Gegenwartvon Wasser die Farbstoffe schnell, indem es sich mit dem Was-serstoff des Wassers verbindet und Sauerstoff frei macht, welcheroxydirend einwirkt. In gleicher Weise verhält sich der Sauer-stoff der Luft im Sonnenlicht. Man entfärbt (bleicht) daher dieStrecker, organ. Chemie. 2G