VI. Kohlenhydrate.
4G2. Unter diesem Namen begreilt man eine Gruppe vonorganischen Stoffen, die s'ammtlich 12 oder 24 Aeq. Kohlenstoffund verschiedene Mengen von Sauerstoff und AVasserstoff enthal-ten, beide aber in demselben Verhältniss, in welchem sie Wasserbilden (in gleichen Aequivalenten). Sie gehören zu den wichtig-sten Bestandtheilen der Pflanzen, in denen sie allgemein verbrei-tet sind, doch kommen einige auch in den Thieren vor. Ihr Zu-sammenhang tritt noch dadurch deutlich hervor, dass sie s'ammt-lich durch Kochen mit verdünnter Schwefelsäure in Traubenzucker(Glucose) übergeführt werden. Ihre nähere Constitution ist nochnicht bekannt, und es ist möglich, dass das Aequivalent von eini-gen weit höher ist, als man es gewöhnlich annimmt. Man unter-scheidet hauptsächlich folgende: Rohrzucker, Traubenzucker,Glucose, Milchzucker, Gummi, Schleim, Dextrin,Stärkmehl und Holzfaser.
Rohrzucker: C lä IIi,O n .
483. Der Rohrzucker findet sich in den Pflanzensäften, be-sonders denen des Stammes, gelöst; in vorzüglicher Menge kommter im Zuckerrohr und den Runkelrüben vor. Der durch Aus-pressen erhaltene Saft dieser Pflanzen wird mit Kalkmilch geklärtund rasch eingedampft, wo beim Erkalten der Rohrzucker aus-krystallisirt. Er wird durch Umkrystallisiren, Behandeln mit Kalkund Eiweiss, sowie mit Thierkohle gereinigt. Der Rohrzuckerkrystallisirt in wasserhellen schiefen Säulen; er löst sich in */,kaltem Wasser, leichter in heissem; in Alkohol ist er wenigerleicht löslich. Er schmeckt rein süss. Beim Erhitzen schmilzter, und erstarrt beim Ei-kalten zu einer glasartigen Masse (Ger-stenzucker), welche erst nach längerer Zeit sich wieder in kry-stallinischen Zucker verwandelt. Erhitzt mau ihn über seinenSchmelzpunkt (auf 200'), so verliert er 2 Aeq. Wasser und gehthierdurch in Caramel, C 12 II,, 0„, über, welcher sich nicht wiederin Zucker zurück verwandeln lässt-