Aetherische Oele.
333
fluchtige Oel ein Geinenge mehrerer organischer Stoffe; erhitztman es für sich, so destillirt zu Anfang ein Kohlenwasserstoffüber; der Siedepunkt steigt aber allraälig, und es geht späterneben dem Kohlenwasserstoff ein auch Sauerstoff enthaltendesOel über, welches man durch fractionirte Destillation trennenkann. Einige ätherische Oele bestehen aus Kohlenstoff, Wasser-stoff und Schwefel.
Setzt man die ätherischen Oele einer niedrigen Temperaturaus (z. B. 0°), so scheidet sich oft ein fester, krystallinischer Stoffaus ihnen ab, der den allgemeinen Namen Stearopten erhält,während der flüssig bleibende Theil Eläopten genannt wird.Zuweilen unterscheiden sich beide nicht in ihrer Zusammensetzung,wohl aber in ihren Eigenschaften; in anderen Fällen sind sie auchverschieden zusammengesetzt. Die unvermengt mit Eläoptenenvorkommenden Stearoptene nennt man auch Camphorarten,besonders die sauerstoffhaltigen.
Eine Anzahl ätherischer Oele, oder diesen nahestehenderStoffe, entsteht bei manchen chemischen Processen, besonders beider trocknen Destillation organischer Körper, sowie durch Gäh-ruugsprocesse. Wir bringen die ätherischen Oele in drei Abthei-lungen: 1. Kohlenwasserstoffe, 2. sauerstoffhaltige und 3. schwe-felhaltige Oele.
1. Kohlenwasserstoffe.
533. Die Sauerstoff- und schwefelfreien ätherischen Oele be-sitzen ein geringeres speeifisches Gewicht und einen niedrigerenSiedepunkt, als die sauerstoffhaltigen Oele, mit welchen sie häufiggemengt vorkommen. Der beste Weg, um aus solchen Gemen-gen das sauerstofffreie Oel für sich zu gewinnen, besteht darin,dass man das sauerstoffhaltige Oel zerstört, was meistens durchErwärmen mit Kalihydrat gelingt, wodurch die letzteren in orga-nische Säuren verwandelt werden, die beim Kali hinterbleiben,während der Kohlenwasserstoff unverändert überdestillirt. Diemeisten dieser Kohlenwasserstoffe enthalten Kohlenstoff und Was-serstoff in dem Verhältniss, wie 5C : 4H, doch wird ihre che-mische Formel theils durch Cj 0 He, theils durch C 2o II 16 oderandere Multipla dargestellt. Man nennt diese Gruppe der äthe-rischen Oele im Allgemeinen Camphene. Viele derselben sindindessen auch in engerem Sinne isomer, und unterscheiden sich